Vom Spenden

Hier kam auf, wie es denn mit dem Spenden sei.

Ich sagte in einem Zusammenhang, der jetzt nicht wesentlich, dazu: „Ich misstraue grundsätzlich allen, die vorgeblich oder tatsächlich für andere Spenden sammeln (außer eindeutig nachvollziehbar für nächste Angehörige). Ganz im Gegensatz zu Leuten, die klarstellen, dass sie selber um Unterstützung bitten. Viele Schaffende im Netz z.B. sagen offen, dass sie das Geld nur für sich und ihre Arbeit wollen. Völlig in Ordnung.“

Aleister Crowley, der Böse, meinte zur Sache, dass man niemals an eine Organisation spenden solle, die in einem größeren Haus lebe als man selber.

Und: Wer Kinder hat und nicht viele Mittel, der sollte sich schon bei einer kleinen Spende fragen, ob auch nur die gerechtfertigt sei.

Und: Wer selber vieles kostenlos darbietet, wieso sollte der, bei geringen Mitteln, anderen Spenden zukommen lassen, weil sie das auch tun?

Ist das Spenden nicht Sache derer, die entweder viel haben oder alles, was sie tun, außer im Familienkreise und vielleicht für ein paar Freunde, für Geld tun?

Ja, selbstverständlich spendete ich einigen tüchtigen Leuten einiges, auch wenn ich weiterhin kostenlos viel böte, wäre ich selber finanziell aus dem Schneider.

Ich werde aber, sollte doch noch pekuniärer Reichtum in mein Leben treten, wie schon lange angedacht und früher schon dargelegt (nicht hier, in meinem alten Blog), begabten jungen Menschen Privatstipendien geben. Dazu auch was nach hier und dort. Das aber ist mein erstes Gebensziel. Denn ich meine, damit insgesamt am meisten bewirken zu können.

Nach Klima und Afrika aber gibt es von mir nichts, denn von beidem gibt es genug für alle. Nicht ist es mein Los, in Schwarze Löcher und Bauchpinselschwindel hineinzuspenden.

Ja, ich habe schon kostenlos auch Unterricht gegeben, und ich werde das für gute Schüler in Not auch wieder tun. Ich habe kostenlos Leuten Texte gerichtet und werde das auch wieder tun. Aber nicht für jeden.

Ich bin nicht für jede Not dieser Welt verantwortlich. Wer auch nur mein Gesicht im Netz mal anschaut, der wird leichthin sehen können, dass ich selber schon arge Not hatte, wenn auch nicht noch Hunger dazu. Wobei nicht einmal das stimmt, denn man fütterte mir in schlimmster Lage den übelsten Fraß, der in Mitteleuropa vielleicht gerade noch durch das Lebensmittelrecht gegangen wäre. Vielleicht. Man schaute da nicht so genau hin.

Man spendet ohnehin mehr, indem man selber unentgeltlich Gutes und Schönes schafft, denn dass man etwas Geld irgendwohin gäbe.

 

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Gespenster zu guten Geistern

Es gibt Zeiten, da scheint man gar nicht voranzukommen, eine „Schnapsidee“, eine Grille jagt die andere, keine taugt am Ende, jedenfalls nicht für jetzt, und doch hat manche Wochen oder gar Monde gefressen: es scheint, wie als ob man all diese Zeit vergeudet habe.

Und wenn man Naheliegendes und Notwendiges darüber liegen ließ, was daran gemessen offenkundig, so mag man sich fragen, ob man denn jeden vernünftigen Kompass verloren habe, indem man nichts oder viel zu wenig richtig angepackt hat.

Das mag aber ein Trugschluss sein.

Erstens, wer weiß, ob man später nicht doch wird auf bereits Vorausgedachtes, Angefangenes zurückgreifen können? Zweitens, wie gut vielleicht, dass manche Schnapsidee ausgekatert, man ihr nicht weiter folgte, so richtig schön „konsequent“, bis zu einem viel schmerzhafteren Erwachen? Es kann dies eine Art Destillationsprozess sein. Endlich bleibt das Wesentliche übrig. Manches Gespenst, das sonst immer irgendwie im vielleicht sollte ich doch, hätte ich doch weiter sein Unwesen getrieben hätte, hat ausgespukt.

Auch mag auf solch schwankendem Wege, gerade da, plötzlich ganz unerwartet etwas Neues, völlig Unerahntes hinzutreten, des man auf festem Grunde zu einem klaren Ziel hin schreitend gar nicht gewahrt hätte. Und das wird auf einmal sehr wirklich, erzeigt sich nach und nach als tragfähig, fordert nicht einmal einen harten Schnitt, kann sich füglich neben und mit dem Naheliegenden und Notwendigen entwickeln.

Natürlich ist man in einer Zeit des Andenkens abseitiger Neuanfänge auch nicht davor gefeit, wenn nicht Millionär, in jede Art Misstrauen seines Umfeldes zu laufen. In Argwohn, Herablassung, Missgunst und Verachtung. Man gilt immer mehr als Spinner, ja gar Schmarotzer, Tagdieb. Man versucht sich zu rechtfertigen, man brauche jetzt nunmal etwas Zeit, doch Zeit sich zu nehmen, das gilt allzuvielen als ohne Sicherheiten geborgt, die werde ja nie zurückgezahlt, so geht die Kunde, selbst wenn man selber für sich sorgt, keinerlei Almosen heischt. Jeder weiß einem den Weg besser zu weisen als man selbst, mancher lästert, man komme nur noch immer weiter runter, ja sei schon mindestens halb verrückt.

Geht die Sache nun aber endlich in eine neue Richtung, angeregt durch das Unerahnte oder einfach ob des abgeschlossenen Gärprozesses, eiderdaus, plötzlich wird aus einem der Gespenster ein guter Geist. Und vielleicht noch eins und noch eins wird am richtigen Platze wirklich.

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Konfuzius und Seneca versus Nietzsche

Konfuzius und Seneca sind nicht unbedingt was für junge Männer. Dass man jederzeit nach Kräften gelassen bleiben solle und sich vom Lärme der Rastlosen fernhalten, das sind Ansichten, gegen die selbst die Gedankenumstürze eines Nietzsche gewissermaßen verdaulich erscheinen.

Das ist auch keineswegs zu beklagen: Schließlich überragt Nietzsche meiner Meinung nach den Chinesen ingesamt doch, den Römer bei weitem.

Nietzsche strebt nicht nach Ruhe. Schon einzelne Gedankensplitter von ihm entfachen das Feuer des Denkers. Er will keine Nachbeter und Gefolgsleute.

Da ich nun aber nicht mehr unbedingt ein junger Mann in den ersten Stürmen des erwachenden Geistes bin, erfreue ich mich gerne auch der Lehren und Erkenntnisse der anderen beiden.

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Frech frei

Es dürfte eine der höchsten Formen an Freiheit sein, sich verwagen zu können, öffentlich und fortgesetzt allem Hohn und Spotte und gar Hass ausgesetzt zu werden.

Der Mann, dessen Geist jedem Gebrüll und feigen Rückentritt standhält.

Meistens sind es Dichter oder Philosophen. Was im Kern aber keinen Unterschied macht.

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