Nietzscheverschwörer bald ausgeraucht

Indem es aus offenkundigen, doch noch kaum frei sagbaren Gründen bislang nicht gelungen ist, Nietzsche schlussgültig als Nazi zu entlarven – es steckt eine weltweite Verschwörung dahinter – , will ich mich dieser gefährlichsten aller Aufgaben stellen, koste es, was es wolle.

Nietzsche gab an, die Welt wiegen zu können. Auch sagte er, dass es Sklavenmoralen gebe und Herrenmoralen. Darüberhinaus, dass das Beste auch herrschen wolle, und es, wo die Kunde anders gehe, am Besten fehle.

Es kann nur an der Arglist und Macht der Verschwörer liegen, dass diese und unzählige andere Beweise bislang nicht schlagend herangezogen wurden.

Ich werde nicht rasten noch ruhen, bis dass die Verschwörer ausgeraucht und damit freie Rede zum Nazi Nietzsche möglich.

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Mag sein Lug ihm schmecken

Ich bin wieder einmal einem gemeinhin als hochbegabt und hochtüchtig Anzusehenden aufgesessen, indem ich nie daran dachte, dass er mich so kurzsichtig hart belügen könne, über einige Zeit, wie er es zweifelsfrei tat. Immerhin, diesmal ist mir kein großer Schaden entstanden. Mag er seinen Coup auskosten, damit hat er seins. Ich werde ihn nicht darüber aufklären, dass ich ihn erwischt habe. Liest er dies, wird er nicht einmal gesichert wissen, dass ich von ihm spreche.

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Aberglaube durch das Zeitempfinden

Ein Kollege erzählte mir mal von seinem Aberglauben, für ihn gegründet auf Erfahrung.

Er meinte, wenn man eine Veranstaltung ansetze, nicht wissend, wer, wie viele kämen, dann sei es verhängnisvoll, immerzu sehnlichst hoffend nach der Tür zu schauen. Dann käme erst recht keiner.

Kaum aber habe man die Tür vergessen, sozusagen mit Absicht, denke man ganz und gar an anderes, hoppla! , da käme einer nach der anderen rein.

Ich muss nicht weiter erklären, für was für einen Unfug ich das halte, kann aber doch eine recht einfache Erklärung für dies Empfinden ansetzen.

Man sitzt also da, frägt sich, was für eine Pleite im Sinne des grundsätzlichen Interesses vieler der Abend wohl werde, indem noch kaum einer gekommen, die Neuzugänge allenfalls tröpfeln. Die Nervosität lässt jede Minute zur Ewigkeit werden.

Dann beschäftigt man sich noch einmal mit seiner Rede oder wird in ein interessantes Vorgespräch verwickelt. Zehn Minuten später wundert man sich erfreut, dass doch noch ein paar, eine ganze Menge Leute gekommen.

Dabei denkt man leicht nicht daran, dass viele eben erst später kommen, nicht eine halbe Stunde vorher, dass sich die innere Zeitachse, das Zeitempfinden total verschoben haben.

Und so kann man zu dem Schluss gelangen, es kämen immer mehr Interessierte, je weniger man an sie dächte, sich nach ihnen sehnte.

Eine ganze Menge Aberglaube beruht auf diesem Phänomen.

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Von strategemartigen Tripelprinzipien

Soll ich eine ärgerliche Sache, ja eine mehr als nur ärgerliche Sache, einen arglistigen Durchstecher, Lügner, Intriganten nun lieber links liegen lassen (LLL-Prinzip), mich zu schonen, der Sache oder dem nicht noch Auftrieb zu geben, oder doch rechts rausreizen, rechts rausreiben, rechts rausriegeln, rechts raufrüseln (RRR-Prinzip)?

Oder soll ich von hinten hinunter höhnen (HHH-Prinzip)?

Oder von oben Ohren ordern (OOO-Prinzip)?

Oder von unten Unklares unken (UUU-Prinzip)?

Doch bloß xylophonweis Xeroxanthippe spielen (XXX-Prinzip)?

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Lesen besser als Hören?

Ist menschliche Sprache über den Umweg der Schrift effektiver?

Mir fiel beim Schauen von englischsprachigen Spielfilmen, deren Dialoge eins zu eins lesbar unterlegt waren, mehrfach auf, dass ich die jeweilige Rede übers Lesen in weniger als der halben Zeit erfasst hatte, als der Schauspieler brauchte, die Passage aufzusagen.

Natürlich hatte ich damit nur den Inhalt, nicht dessen tonale Interpretation, wobei auch das nicht unbedingt ein Nachteil. Denn die mag ablenken, überdies die vielen Bilder dazu. Die mich allerdings beim Lesen, selbst wenn der Ton und die Bilder dabei, anscheinend viel weniger ablenken.

Wenn nun drei oder gar fünf Leute gleichzeitig durcheinander reden, kann ich das zwar gleichzeitig hören, aber nicht gleichzeitig lesen, wodurch eine Abfolgegewichtung irgendeiner willkürlichen Art immer verzerrend wirken muss.

Hier gilt es, auch daran zu forschen, an wie viel und an was man sich jeweils pro aufgewendeter Zeiteinheit erinnert. Was man über die Charaktere sagen wird, wenn man sie sieht und hört, und was, wenn man nur die Dialoge liest. Und zum Inhalt. Am besten fünf Minuten nach insgesamt gleicher Zeit. Das heißt, ich konnte zweimal lesen.

Wer außer Interesse auch Geld hat, der melde sich bei mir.

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