Verschwörerbuch ungenannt teilbesprochen

Ich habe über die Feiertage mal wieder ein „Verschwörerbuch“ gelesen, durchaus spannend und aufschlussreich, gleichzeitig aber immer zweifelhafter, was ich nur dünn begründen will, da ich genau deshalb den Titel nicht nenne.

Das Werk ist, soweit ich es in der Kürze beurteilen kann, sehr gut recherchiert, dabei in einer so künstlichen Weise stilistisch uneinheitlich, dass mir dazu manche Verdächte kamen. Es sieht nicht so aus, wie als ob das aus Versehen geschehen wäre. In einem Fluss kein elementarer Wesfall, dann wieder knappe, punktgenaue Sätze. Einen alten Bekannten weiß ich, der da, so, in dem Genre zumal, eingegriffen haben könnte.

Ich fände das, hätte ich zufällig richtig getippt, einfach, weil mir kein anderer einfiel, also lustig wie interessant: Hat der Alte sich wirklich nochmal auf sowas eingelassen? Und wenn ja, warum?

Jedenfalls ist es die Masche, die ich früher schon einmal von genau einem gesehen habe. Und die im Zusammenhang mit einigen der bedeutendsten nachgewiesenen wie zu vermutenden Verschwörungen der letzten dreihundert Jahre. Verschwörungen satt. Selbst solche, echte oder vermutliche, von denen ich so noch nie gehört habe. Insofern wollte ich das Werk ja auch gerne empfehlen. Aber das ging nun leider nicht.

Das ging auch deshalb nicht, weil es noch recht neu und unbekannt ist und ich dessen Verbreitung keineswegs untergraben will. Ich müsste nämlich außer dem Stilistischen auch Stellung dazu nehmen, dass ein wesentlicher Spieler unter den großen Mächten für mich verdächtig glimpflich davonkommt, ein anderer verdächtig schlecht. Der dabei verdächtig schlecht davonkommt, ist übrigens nicht der heutige Deutsche oder das heutige Restdeutschland.

Jetzt reicht es aber.

Das ist die längste Teilrezension über ein mit Titel und Autor nicht genanntes Buch, die ich bislang verfasst habe.

Ich hoffe, eine derartige Unsitte wird mir nicht zur Gewohnheit.

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Wo sitzt das Dritte Ohr?

Vom „Dritten Auge“ wird viel geredet und viel behauptet.

Allzumal, dass wir „Westler“ das Ding meist so gut wie verschlossen hätten. Merkwürdigerweise leben aber die meisten „Ostler“, bei denen das so schön offen sein soll, im Dreck. Und manche darauf neidischen Westler bohren sich mit dem Dremel ein Permaloch in den Schädel, auf dass es sich nicht mehr schließe.

Nun, das beiseite, ein andermal mehr dazu.

Was aber ist mit dem „Dritten Ohr“?

Gebe ich das in die Suchmaschine ein, so findet sich fast nichts dazu, außer, dass das der Name der ältesten Bluesband Deutschlands ist, die ich vor bald geschlagenen vierzig Jahren in Stuttgart sogar mal erleben durfte. Ich weiß noch, dass jung Magnus zum Dargebotenen mächtig ausgerastet ist. Auch gibt es noch was zu einem Psychofritzen, der die Leute auf der Couch abhörte.

Gibt es also gar kein Drittes Ohr, oder hat es nur noch keiner entdeckt?

Wo könnte es sitzen, das Dritte Ohr?

Etwa da, wo mir ein Musiker zeigte, dass beim Vollgesang die Mitte der Luftsäule stehen solle, also etwas oberhalb des Solar Plexus?

Das wäre immerhin mal eine Artbeitshypothese.

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Unsterblichkeit

Es gibt zwei nachweisliche Wege zur „Unsterblichkeit“.

Der eine besteht in leiblicher Fortpflanzung.

Der andere in geistiger durch ein Werk.

Alles andere sind bislang nur Behauptungen.

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Nachdenken?

Reden ohne nachzudenken ist oft prima. Was eh schon da ist, ins Wort springen will, das einfach laufen lassen.

Beim Schreiben indes ist das heikler.

Man kommt viel zu leicht zum Nachdenken.

Man will sogar nachdenken.

Man will auch noch zeigen, dass man nachgedacht habe.

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Von einer sehr schwierigen Kunst

Die Kunst, über etwas beredt nicht zu reden, das man vernünftigerweise lieber nicht ausspricht, ist seit alters her eine besondere.

Dies gilt selbstverständlich, wenn man zu befürchten hat, für seine Rede in den Kerker geworfen zu werden oder gar Schlimmeres.

Ich meine inzwischen aber, dass die Sache noch schwieriger wird, wenn man davon ausgehen muss, dass einem einfach keiner glauben, man hiemit für verrückt erklärt werden wird.

Ich rede jetzt nicht von Dingen wie Flacherde und derlei.

Leute, die solcherlei vertreten, werden in der Regel zwar belächelt und verspottet – in Religionen gibt es massenweise Behauptungen, die absurd erscheinen müssen, Millionen Anhänger, und keiner verweigert ihnen Arbeit und Wohlfahrt – , doch bilden sie ja eine Masse, und traditioneller Massenwahn ist überall, wird gewissermaßen als normal angesehen, was er angesichts der Zahlen ja sozusagen auch ist.

Erfindet oder findet nun einer eine Sache, die viel weniger oder höchstens genauso aberwitzig erscheint wie jene der Massenbewegungen, so empfiehlt es sich demjenigen sehr, nicht einmal kenntlich zu machen, dass er einen auch nur leisen Verdacht habe, sie sei echt, und zwar ganz besonders dann, wenn er meint, sie beträfe vielleicht auch andere, aber sicher ihn persönlich.

Wo liegt da der Ausweg? Wie kann einer sich Gehör verschaffen, der lieber gleich gar nicht redet? Schon zu fürchten hat, auch nur Andeutungen zu machen?

Man wird in diesem Falle aufs Fragen und aufs beredte Schweigen an bestimmten Stellen setzen müssen. Also, dass andere darauf kommen, rund um denjenigen stimme etwas nicht, und das sei zumindest nicht desjenigen alleinige, eigene „Schuld“.

Dies birgt, wenn vorderhand erfolgreich, aber wiederum die Gefahr, dass die Betroffenen sich lieber abwenden, sogar aus reinem Selbstschutz boshaft und feindselig werden, sich ihrer „unsinnigen“ Gedanken dergestalt erwehrend.

Im glücklichen Falle aber sind im Frage- und Schweigewurfe Samen gesät, die besser aufgehen.

Die dann über den Keimling bis zu dem Pflänzchen heranwachsen, dass einer sich fragt: Was ist da? Bis einer andere fragt: Was ist da? Wozu schweigt der so beharrlich? Warum?

Damit ist noch lange nicht wirklich etwas gewonnen. Doch mag die Neugier, als beste aller Sorten Gier, erwacht sein, die ersten zarten Blütenknospen sprießen.

Darauf aber, indem die ersten Fragen dem Künstler der redenden Nichtrede mehr oder weniger unmittelbar gestellt, ergibt sich neue Gefahr: Wie viel Antwort ist zu geben?

Dies gemeistert habend, möchte die nächste Stufe folgen: Man kommt immer genauer auf die Vorstellung, die der Zweifelhafte haben könnte, spricht ihn endlich wirklich darauf an.

Hast du jemals daran gedacht, dass du mit XY zu tun haben könntest? Denkst du das?“

Ja, daran habe ich schonmal gedacht, aber es wirkt doch reichlich weit hergeholt, oder? Ich meine allerdings, dass es nicht ganz ausgeschlossen werden kann.“

Vielleicht auch noch: „Gleichwohl, es gibt dafür keinerlei belastbare Beweise, lass uns lieber nicht weiter davon reden.“

Das mag nun, durch Befriedigungslosigkeit, die Sache noch weiter anstacheln, die Neugier und Unruhe noch weiter beflügeln, noch mehr Grübeln hervorrufen.

Ab da mag man schon halbwegs offen ins Feld treten können, besser nicht außer acht lassend, wie schnell die anderen ihre „Hirngespinste“ lieber wieder abtun wollen mögen, sich in ihrer Wut über diese heftig gegen einen wendend.

Es ist immer noch viel zu früh, auf Sieg zu setzen.

Der kommt vielleicht nie, egal wie hoch die Kunst.

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Vom Karmagift

Wo ich bei Konfuzius oder Seneca oder Nietzsche den Aufruf zur echten inneren Ruhe gewahre, sehe ich diesen bei den Karmajüngern nicht.

Erstere regen sich nicht nur notfalls auch heftig, den anderen gilt das als Karmagift.

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