Glauben und Hoffen reinwaschen?

Regte gestern im Gespräche einer an, wir waren wieder auf die Begriffe Glauben und Hoffen gekommen, er wohl wissend, dass die für mich wie Krampf und Krätze klingen, diese seien eben, durchaus auch meine Aufgabe, zu reinigen, da in der Tat schwer verschmutzt.

Ich weiß nicht, ob ausgerechnet ich das leisten kann oder auch nur gewichtig daran mittun.

Ich weiß auch noch nicht, ob ich mich dessen überhaupt befleißigen sollte, sie nicht lieber noch weiter schimmeln lassen.

Wie viel Dreck müsste ich da wegwaschen?

Bisher kein Kommentar

Fuck fucking Fucks!

Das Wort „fuck“ bzw. „fucking“ hat sich im Englischen inzwischen dahingehend entwickelt, dass es praktisch alle Wortarten außer Numerale, Adverb und Präposition abdeckt: Nomen, Verb, Adjektiv, Konjunktion, Pronomen, Artikel, Interjektion.

Es lassen sich schon ganze Sätze damit bilden: „Fuck fucking fucks!

Noch drei oder vier solche Wortentwicklungen, und man kommt mit ein paar zusätzlichen Zahl-, Umstands- und Verhältniswörtern von LA über Bombay bis nach Sydney.

(Man muss ja manchmal klarstellen, wie viele Fucks man wann und wo fucking haben will.)

Bisher ein Kommentar

Semsakrebsler: Sprache auch beim Wein tückisch

Im Schwäbischen gibt es gängig für einen recht sauren Wein das abschätzige Wort „Semsakrebsler“.

Eben fand ich aber vollauf klar bestätigt, dass es sich dabei ursprünglich um einen aus an einer Hauswand bis zum Fernstersims gewachsenen Reben gekelterten Wein handelt, der durchaus beachtliche Qualität erreichen kann. (Im Unterfränkischen kenne ich den als „Housmouschd“, der meist als „Federweißer“, noch gärig, halbsüß, gleich im Herbst weggesoffen wird.)

Ich tumber Tor nun dachte bei dem Begriff lange Jahre nicht von außen an den Sims, sondern von innen.

Also, dass der Wein so greislich sauer sei, dass man fast lieber auf den Simsen krebselte, um aus dem Fenster zu springen, denn so einen Wein zu trinken.

Tübinger Gelahrte haben mich netzweis endlich eines Besseren betan.

Bisher kein Kommentar

Latein auf Deutsch zu lang

Zu Senecas „De tranquillitate animae“.

Quod desideras autem magnum et summum est deoque vicinum: non concuti.“

Was du nun ersehnst ist groß und höchst und gottnah: unerschütterlich sein.“

Die Übersetzung oben ist meine neue.

Auf dem zweisprachigen Reclam-Büchlein, das ich mir jüngst gekauft, lautet die Übertragung rückseitig:

Das aber, worauf du deine Sehnsucht richtest, ist etwas Großes, Vollkommenes und der Gottheit Nahes: sich nicht erschüttern zu lassen.“

Meine mag nicht besser sein, doch sieht jeder, dass sie kürzer ist. Auch hat sie nur die eine Pause.

Beides bei einem Sinnspruch wichtig

Und will ich noch anfügen, dass „summum“ eben nicht mit „Vollkommenes“ zu übersetzen sein sollte, mindestens halte ich das für eine Ungenauigkeit, denn „perfectum“ steht nicht da.

Noch zum Titel.

Der steht mit „Über die Ausgeglichenheit der Seele“ vorderseitig.

Man hätte auch „Von der Seelenruhe“ ansetzen können, gar mal zwei Silben kürzer als das Lateinische.

Ich weiß jedenfalls nicht, weshalb Deutsch immer länger und gar noch soviel länger sein müsse.

Bisher kein Kommentar

Ein Lob dem Seneca

Senecas „De brevitate vitae“ – Von der Kürze des Lebens – fiel mir in die Hände, und ich staunte nicht schlecht.

Er spricht auf wenigen Seiten deutlich von all den Sinnlosen, die ihr Leben in jeder Weise vergeuden, es nie für sich haben, daher noch nicht einmal ein Gedächtnis dulden können.

Bisher kein Kommentar