Also sprach Zarathustra

Ich lese nun wieder zum zwölfzichsten Male im Zarathustra herum, gerade wieder in Richtung Ende, habe eben das Eselsfest genossen.

Dies Buch ist eine derartige Fundgrube, dass ich es nunmehr, indem ich den Don Quijote im Laufe der Jahre zuerst auf Deutsch, dann auf Spanisch, inzwischen auch auf Englisch gelesen habe, die Runden auf Italienisch und Französisch noch vor mir, doch nicht mehr auf die gleiche Stufe stellen will, sondern vor dem Quijote an die erste.

Wundersam ist allein schon der Band selbst, der mich seit nunmehr dreißig Jahren bis ins spanische Gebirg und sonstwohin begleitet. Ein einfaches Taschenbüchlein vom dtv (Colli-Montinari-Ausgabe, nur die zählt!), nicht einmal gebunden, auf dessen Rücken wohl auch schon Chorizo geschnitten wurde, völlig verbogen und zerspeckt, und noch ist nicht eine Seite herausgefallen. Wenn es Magie gibt, hier hat sie sich sichtbar gemacht.

Ich wundere mich allein darüber immer wieder, wie sehr ich mich immer wieder über einen Satz, eine Wendung erstmals so wundern kann, wie über Wundersames aufs Neue, noch einmal anders als zuvor. Es ist, als stünde man staunend vor einer Schatzkiste, die dem immer neue bunte Goldstücke und Edelsteine ausgibt, der sie zu heben weiß.

Ich dachte gerade, wer den Zarathustra nicht gelesen hat, der hat recht eigentlich gar kein Buch gelesen. Was natürlich ein grober Unfug ist. Doch selbst solcherlei Narrheit mag einen umglitzern.

Dies buchlange Gedicht narrt selbst noch die ärgste Narretei.

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Also!

Begab sich‘s, dass ich mich mit einem noch jungen Musiker (dreißig) unterhielt, zu Stuttgart, meiner Heimatstadt, wo er nun schon, als Sachse aus dem Erzgebirge, seit zehn Jahren lebt, und so kamen wir auf die typischen Eigenheiten der schwäbischen Mundart, insonderheit, welches Wort an welcher Stelle da besonders auffällig sei.

Ich kam auf dies und das, selles, selliches, sellichdes und selledes (also nicht diese heute schon selten gewordenen hinweisenden Fürwörter, sondern alles mögliche), bis er meinte, nein, alles von mir Aufgezählte sei es nicht, es sei das typisch schwäbische „Also!“, um ein Gespräch, da alles geschwätzt sei, damit zum Aufbruch und zur Tat zu beschließen.

Nach kurzem Bedenk fiel mir auf, dass mir das so wohl noch gar nicht aufgefallen war. Es aber wohl stimmen könne. Betriebstaubheit ganz einfach, das selber, als Schwabe, nicht gemerkt zu haben.

Im folgenden achtete ich darauf. Und, höre da, immer wieder fiel dies „Also!“ unter Schwaben genau so, wie er es vernommen hatte.

Die Sachsen sind eben helle.

 

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Sun Tzus Weisheit

Endlich habe ich Sun Tsus „Kriegskunst“ (sonst: „Die Kunst des Krieges“) ganz gelesen.

Eine Vorgabe, von der ich nie Aufhebens gehört habe, hat es mir besonders angetan.

Abschnitt IX – 26 (meine Version) :

Verbiete die Annahme von Vorzeichen und schaffe abergläubische Zweifel ab. Sodann ist, bis der Tod selbst kommt, kein Unheil zu fürchten.“

Wahrlich, dieser weise Chinese verstand etwas vom Menschen und dem Wirken der Welt.

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