Armer böser alter weißer Mann

Ich bin ein böser alter weißer Mann

Außer Bösem ich nichts kann

Nichtmal bin ich Archimedes

Oder der Erfinder vom Mercedes

Auch nicht heiß‘ ich Euler

Bin so recht ein Zahlenkeuler

Hab nicht wie der alte Planck

Mit Quanten voll den Schrank

Und Shakespearens Sauereien

Darf ich mich auch nicht zeihen

Nichtmal ein derbfein Boccaccio

In seinem Dekameron

Zum Fest, der Pest zum Hohn

Servier‘ ich zart Carpaccio

Und gegen Cicero, Marcus Tullius

Den nie vergessenen

Redeversessenen

Bin ich ein Nullius

Noch weniger bin ich

Ach

Schlimmich

Gar ein Bach

Und reiche keinem Händel

Auch nur einen halben Bändel

Ich bin ein böser alter weißer Mann

Außer Bosheit ich nichts kann

Nicht nur noch

Sondern gar für immer

Und damit noch schlimmer

Mach ich kein‘ van Gogh

Hör ich Monet

Bin ich hart am See

Dostoijewski, ich drehe fast christlich durch

Was bin ich da für ein Lurch

Kleist killt mich dreist

Ich bin ein böser alter weißer Mann

Außer Bosheit ich nichts kann

All diese Erblast!

Auch Schiller erschlägt mich fast!

Ich werd nicht mehr schwarz

Da geht kein Knarz

Ich kann nicht lieb

Wie ich‘s auch rieb‘

Ich werd nicht mehr Knabe

Auch nicht mehr Weib

Bin eine alte Schabe

Ich glaub ich speib

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Böser alter weißer Mann wittert Morgenluft

Seit ich weiß, dass ich ein böser alter weißer Mann bin, also endlich auch einer verfolgten Minderheit angehöre, fühle ich mich täglich besser.

Mein Haar wird wieder voller, ich esse und es schmeckt wie nie, ich bin insgesamt fröhlicher gestimmt, allen, die das herbeigeführt haben, unendlich dankbar.

Bisher war ich ein Nichts, das sich nicht verfolgt fühlen konnte. Jetzt kann und darf ich das.

In den USA gehöre ich schon zur verfolgtesten Sorte. Hoffentlich kommt auch das so scharf zu uns.

Endlich bekomme ich Aufmerksamkeit. Ich fühle mich fast wie an dem Abend, an dem ich Zenzi beinahe geküsst hätte.

Ich bin jetzt generalverdächtig. Und habe nichts gemacht. Hervorragende Ausgangsstellung.

Die Frage ist, wie ich mich speziell so unmöglich mache, dass sie anbeißen, dabei aber in ein Strategem hineinrennen.

So, dass ich sie am Ende vor Gericht plätte und sie kräftig abmelke und noch etwas für meine ganze verfolgte Minderheit, meine alten weißen mitverfolgten Mitmänner tue.

Wie locke ich sie richtig in die Altenfalle, die Weißenfalle, Männerfalle, die alte-weiße-Männerfalle?

Durch Selbstanklage?

Durch Durchdrehen, auf öffentlichem Platze?

Am Schluss erreiche ich gar nichts, und die sagen nichts davon, dass ich alt, weiß und männlich war, nennen mich nur einen Verwirrten, den man zur Sedierung in ein Hospital hätte einweisen müssen.

Ja, da wird nicht alles gleich zu Gold, aber es liegen beträchtliche Möglichkeiten vor einem.

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Karle und Michel nehmen sich den Trust vor

Unsere beiden zählten Siege und Niederlagen, manch Auge ward feucht, mitunter überzog der Glanz eines Stolzes kurz ein Gesicht, dann wieder schwermütige Mattigkeit, manch Grummeln mischte sich in knappes Grinsen und kurzes Lachen.

Endlich sammelten sich unsere patriotischen Freunde zur Lage.

Es gab in der Republik erste Anzeichen der Besserung, aber wirklich war noch nicht viel gebessert. Es war klar, dass man sich nicht mehr, alte Narben salbend, weiter hinterm Ofen zurechtsetzen könne.

Diesmal hub Karle als erster an. „Michel, eigentlich hattest du immer recht, das aber regelmäßig nicht recht durchdacht. Will heißen, du bist zu wild und zu vermessen zuversichtlich. Du sprühst vor guten Ideen, aber am Ende können wir froh sein, wenn wir nur Schrammen abbekommen. Nicht, dass ich mich herausreden wollte. Immerhin habe ich ein paar Mal mitgemacht. Ein paar Mal, wie bei dem virtuellen Drohnenangriff aufs Kanzleramt und der Bittschrift an Trump und der Antifa-False-Flag zum Glück wenigstens nicht. Sonst säßen wir jetzt wahrscheinlich nicht hier so teilregeneriert.“

Michel war beeindruckt. Zwar musste er ganz schön einstecken, doch war klar, dass Karle, bei allem abgelassenen Dampf, wieder voll bei der Sache war.

Karle, wir lernen ab jetzt Sächsisch.“

Was?“

Jeder Patriot lernt heute Sächsisch, alle, also auch wir.“

Lass dir was Besseres einfallen, schauerlicher Schwatzkopf.“

Nun, dachte Michel, könne er zu Feinerem kommen.

Wir machen patriotisches Politkabarett mit Halbsäschsisch, also unserem missratenen Sächsisch, wofür wir aber auch ein wenig Echtsächsisch lernen müssen. Das wird der Knaller. Das haut die Leute vom Hocker.“

Lieber Michel, ich kann mir schon vorstellen, dass du sowas tun tätest, in deinem unaufhaltsamen Untatentrieb, wofern noch ein Kretin, also ich, da mittun täte, was der aber nicht nur nicht tun täten, sondern wirklich nicht tun wird. Zu zwei Schluck gutem Whisky drei Halbschnapsleichenideen, das ist deins.“

Aber Michel ließ nicht locker. „Das waren ja nur Ideen, um deinen so gut geölten Verstand in Gang zu setzen, denn ich habe noch Besseres.“

Lass hören.“

Wir heiraten.“

Was?“

Wir heiraten als die ersten eindeutig unschwulen, bekennenden Heteromänner in Deutschland öffentlich, mit allem Radau. Wenn man uns das streitig macht, rufen wir die Vereinten Nationen zur Blauhelmintervention.“

Ich gehe auch da nicht hin, aber deine Ideen werden besser, fast schon könnte man dich einen halbhellen Sachsen heißen. Kommt als nächstes, dass ich irgendwo vor allen, in Unterhose und mit Ledersohlenschuhen, bei minus zwölf und Ostwind, übers Eis irgendwelcher langgezogenen tiefen Teiche rutschen muss, fürs Vaterland, vielleicht einbrechend, da der Frost noch so frisch, weil es dein arglistiger patriotischer Fototermin so will, du mich in der Verwegenheit deines überwitzigen Ehrgeizes dort oder anderswo mitgefühlslos verheizt? Immerhin können wir nach der Sache mit dem Institut nicht mehr undercover zur Antifa. Das beruhigt Kiefer und Nasenbein und den Rest ein wenig.“

Nach jedem von drei Schluck Whisky noch ein Schweigen.

Wir müssen an den Trust ran.“

Ja, wir müssen an ihn ran.“

Ab da besprachen sich unsere beiden alten Freunde nur noch unter sich.

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Karle und Michel kabbeln sich

Ja, sie berappelten sich recht schnell von ihrer Niederlage mit ihrem patriotischen Tarninstitut, unser Karle und der Michel, doch bald auch kabbelten sie sich.

Michel hatte schon nach einer Woche einen neuen Plan. „Was meinst du, Karle, was wäre, wenn ich dir irgendwo vor vielen Leuten eine Riesenszene machen würde, weil du immer noch nicht in der AfD bist, und du fällst endlich, zitternd, dir die Haare raufend, dich selbst anklagend, auf die Knie, schwörend, noch heute deinen Mitgliedsantrag zu stellen?“

Lieber gebe ich den falschen Antifa, der praktisch grundlos einen von der AfD verhaut, nämlich dich. Und komm mir bloß nicht, weil ich das gesagt habe, damit, dass ich das mache, so gut mir‘s täte, denn ich wüsste auch da wieder nicht, in welche Machinationen ich entlang deiner sagenhaften Ideen hineingeriete.“

Du verstehst nicht mehr Ernst noch Spaß.“

Haha.“

Die beiden alten Freunde schwiegen, bis dass sie dachten, dass der Whisky bitter geworden sei.

Wir stehen nach der Sache mit dem Institut da wie die absoluten Arschgeigen“, meinte Karle schließlich.

Wir könnten nach Afrika fahren und zeigen, dass die Leute dort, bei lauter Fröhlichkeit und Musik, prima ohne Antifa auskommen. Ganz ohne Antideutsche.“

Ja genau. Und das Ganze setzen wir als Revival unseres zerstörten Institutes an. Diesmal muss ich sagen, dass du ein Genie bist.“

Michel merkte den beißenden Spott genau und sann auf eine saftige Riposte. „Du solltest auf jeden Fall mal nach Afrika, um zu sehen, wie es da aussieht, wo es nicht einmal eine AfD gibt!“

Doch auch dieser Angriff verhallte.

Wir sollten endlich das Kanzleramt angreifen.“

Was, wie?“

Na mit Drohnen, schonmal gehört, oder, Herr Technikus? Nur mit virtuellen Drohnen natürlich.“

Mit was?“

Du und ich, wir nehmen einen guten Rucksack mit.“

Rucksack?“

Da tun wir masse Aluminium-Flitter rein, bekommen simulierte epileptische Anfälle und schmeißen das Zeug vor dem Amt in die Luft wie wild, so dass alle, auch die Amis, das für einen konzertierten Drohnenangriff halten. Man wird die Merkelin ausfliegen und die Republik wird hinterher herzlich lachen.“

Ja, über uns, im Knast. So ziemlich wegen allem, was du dir vorstellen kannst. Außerdem, wenn wir das überhaupt überleben, was erzählen wir den Medien und vor Gericht?“

Wir sagen ganz einfach, dass das eine Sicherheitsübung war, dass wir zeigen wollten, wie schlecht geschützt das Kanzleramt sei, wie verwundbar. Dass wir jeden Kanzler, und hieße er Merkel, darin sicher sehen wollten, daher keine Kosten noch Mühen scheuten, diesem Ziele zu dienen.“

Du hast nicht nur ein Rad ab.“

„Mag sein, aber du meckerst nur. Du bist ein Defätist.“

„Ich gehe da nicht mit dir hin.“

Und so klappte wieder manches nicht gleich.

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Karle und Michel in neuen Verwicklungen

Soros ließ unseren standhaften Patrioten Karle und Michel antworten. Der Anwaltsbrief einer Frankfurter Kanzlei war eindeutig:

Sehr geehrte Herren Klempner und Mull,

sollten Sie ihr sogenanntes Institut, von dessen Existenz wohl nur Sie wissen, in irgendeine falsche Verbindung mit meinem Mandanten bringen, so rechnen Sie dafür mit allen notwendigen, für Sie möglicherweise finanziell sehr schmerzlichen rechtlichen Folgen.

Mit außerordentlicher Hochachtung

Reents, Erko, Bulk, Schneider & Partner

Na denn“, meinte Karle, „der Kerl lässt uns in der Pfeife rauchen, wenn wir nur noch einmal Soros pupsen.“

Aber er hat reagiert, also haben wir ihn.“

Ja, wenn wir beide Hartzis wären, seine Spitzel spitzhätten, dass bei uns nichts zu holen ist, man uns nicht gleich für `nen Streich in den Knast setzen kann, dann wäre da vielleicht was. So aber, mit meiner Werkstatt und deiner alten Hütte, da haben die was zum Wegpfänden. Ja, Wegpfänden, du hast richtig gehört.“

Wir könnten allerdings das Institut aufbauen und uns dabei allenthalben bitterlich beklagen, ganz legal, dass Soros uns so übel abwies. Der Schriftverkehr ist klar.“

Bingo, das machen wir.“

Nach drei Monaten war das Institut für fortgeschrittenen und festgestellten Interkulturalismus ein Bienenstock. Adrette Patriotinnen und Patrioten disputierten vorbildlich zur Sache, und Karle und Michel machten nicht den Fehler, sich außer der Darlegung des Schriftverkehrs weiter des Namens Soros zu bemächtigen. Es lief alles wie am Schnürchen.

Dann aber folgten die Drohungen und die Anschläge. Das Institut musste unter Polizeischutz gestellt werden, und Karle und Michel waren wieder so gut wie bei Null, denn das war allen zu viel.

Endlich meinte Michel: „Das war zwar nicht schlecht, aber jetzt haben wir den Soros verbrannt. Gemeint, dass wir mit dem gar nichts mehr anfangen können. Erstmal jedenfalls.“

Da hast du wohl recht. Und wie viele Patrioten unserem Treiben noch trauen, das steht in den Sternen.“

Wir haben zu viele gute Ideen, verzetteln uns. Vielleicht sollten wir uns auf eine oder auf drei konzentrieren.“

Da sagst du was.“

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Karle und Michel bitten Soros

Nach zwei Projekten, die zu begraben waren, weiß auch Karle, dass das nicht mehr so weitergeht, Michel leidet wie ein Hund.

Michel, ich weiß was. Wir bitten nicht Trump, wir bitten George Soros.“ „Aber das ist doch der Gottvater aller Antifanten und Abfanten!“ „Eben. Wir bitten ihn, dass er als echter Philantrop dich und mich auch unterstützt, mit unserem Institut für interkulturelles Verständnis. Wir ziehen dem Arsch die Kohle auf unsere Seite ab, capici?“ „So kenne ich dich gar nicht Karle, brilliant.“ „Es muss ja endlich mal wieder was funtionieren, oder?“

Dear utmost trustworthy benign gentle Mr Soros,

not to go to further lengths, please bestow us a Million Euros each, to be of service.

Being the most experienced and best experts in the field, we consider this a trifle for You in looking at absolute future success in the whole of Your Europe.

Sincerely Yours

Karl Klempner and Michel Mull

Institute for Advanced and Assessed Interculturalism

Diesmal ist der Brief raus, und unsere vaterlandsfrohen Helden warten auf Antwort.

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Karle und Michel bitten Trump nicht

Dass Karle bei der Sache mit der Antifa-False-Flag auf der AfD-Veranstaltung nicht mitmachen wollte, hat Michel schwer verletzt und betrübt. Auch macht er sich Sorgen um Karle, der nicht mehr so recht im Saft zu stehen scheint.

Du, Karle, was hältst du von einer Bittschrift?“ „Einer was?“ „Einer Bittschrift, noch nie gehört?“ „An wen, und um was willst du bitten?“ „An wen weiß ich nicht und auch noch nicht genau um was. Ich finde einfach die Form wird kaum noch benutzt. Jedenfalls nicht intelligent. Man könnte beispielsweise Trump, dessen USA uns ja besatzt halten, um angemessene militärische Unterstützung gegen die Antifa bitten. Wir müssen ja nicht gleich die von Chabad Lubawitsch um irgendetwas bitten, oder den Oberrabbiner von Jerusalem oder den öbersten Schriftgelehrten im Iran oder in Ägypten. Wir könnten ersatzweise Trumps Opposition bitten.“

Oh du Holzkopf, du weißt aber, dass Trumps Opposition sich in den schönen USA selber Antifanten hält und diese bei uns auch sehr gerne sieht?“ „Eben.“ „Was eben?“ „Na deshalb wird Trump sich der Sache wohlwollend annehmen.“

Dear Mr President,

we solemnly beseech You to consider US-troop help for the German police. German police are not capable anymore to protect German patriots against Antifa, vile forces You have come to know even in Your lofty country. They will not stop with us. They will, in the end, go after Your bases and American assets. Please help us stop them.

Sincerely Yours

Karl Klempner and Michel Mull

Karle kocht zu Michels Entwurf: „Du Erzmichel, du Unkraut, das klingt ja fast, wie als ob du das Amimilitär wirklich gern auf unseren Straßen sähest, bist du von Sinnen?“ „Ein bisschen echt muss es schon wirken, oder?“

Nun, schade für alle Anhänger unserer braven Patrichaoten, es kommt wieder zu nichts, keine Bittschrift an Trump wird abgeschickt.

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Karle und Michel feig und untätig

Karle und Michel, unsere wackeren Patrioten, indem sie das Projekt Undercover in der Hardcore-Antifakneipe bis zur Abheilung von Michels Handgelenk erstmal verschoben haben, wollen nicht untätig bleiben, zumal Michel, der es immer noch nicht verwindet, dass es der Knauf eines Regenschirmes einer Omi war, der ihn nur bedingt einsatzfähig gemacht.

Lange brütend, Michel endlich: „Karle, wir sollten mal was machen, was richtig großen Stil hat. Wir könnten mal eine richtige Antifanten-False-Flag aufziehen.“ „Ja? Weißt du noch, wie du beim dokumentarischen Abzwicken ebenjener AfD-Plakate, die du selber aufgehangen hattest, schier von der Polente erwischt wurdest, indem die wahrscheinlich von der Antifa einen Tipp bekam?“ „Oh hör mir damit auf. Ich weiß was Besseres. Bei der AfD kommen wir locker rein, ich bin ja Mitglied. Mitten in der Hauptrede stehen wir auf und schreien aus Leibeskräften „Deutschland verrecke!“. Und „Nazipack!“. Undsoweiter. Das wäre doch großartige Aktionskunst, zumal wenn dann rauskommt, dass wir es wirklich nur ironisch, mit dem Finger auf die Antifa, gemeint haben.“

Oh du Schafskopf, du meinst, das fände irgendwer witzig?“ „Die Ordner von der AfD würden sich nicht trauen, uns zusammenzuschlagen, da bin ich mir ziemlich sicher. Die dürfen das nicht, und das wissen sie. Ich mache mich meinetwegen allein zum Esel, und du filmst nur.“

Das ist dir klar, dass die AfD dich dafür hochkant rausschmeißt?“ „Als echter Patriot bin ich bereit, auch dieses Opfer zu bringen.“

Ich filme nicht.“ „Und du willst ein Patriot und Freund sein. Feigling!“ „Ich gehe da gar nicht hin.“ „Verräter! Dann gehe ich auch nicht hin!“ „Selber Feigling.“

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Karle und Michel und die Plakatdoku

Karle Klempner sieht Michel Mull beim Kleben von Plakaten für die AfD. „Michel, du Depp, heute Nacht sind die alle in fünf Minuten mit dem Seitenschneider abgezwackt, und dein Parteiheld da, der liegt mit der Fresse im Blättermatsch. Wenn die Stadtreinigung keinen Bock hat ein paar Tage. Oder räumst etwa du die Sauerei dann weg?“ „Ich mache aus der Sauerei eine Doku, gegen die Antifanten.“ „Und wenn sie sie gar nicht zwicken?“ „Dann helfe ich nach.“ „Wie bitte, du willst die eigenen Plakate abzwicken, um es der Antifa in die Schuhe zu schieben? Die zwicken doch so schon genug ab!“ „Ja, aber je mehr, umso besser für meine Doku.“ „Da hast du nun auch wieder recht. Hast du denn wenigstens einen anständigen Seitenschneider? Lass mal sehen. Das Ding da?“ „Was hast du gegen meinen Seitenschneider? Du meinst etwa, die Antifa hat bessere?“ „Aber mit Sicherheit, mit einem vernünftigen Seitenschneider sind die mindestens doppelt so schnell wie du.“ „Das heißt ja, dass meine Doku unrealistisch werden könnte, wegen der Geschwindigkeit der Plakatschändungen?“ „Exakt.“ „Karle?“ „Ja, ich geh schon und hole dir ein anständiges Werkzeug.“

(Ich habe diesen Textteil aus „Von alten und von neuen Witzen“ herüberkopiert, da ich einzelne Späße doch lieber unter „Schönes“ sehen will, diesen hier zumindest auch.)

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Omis schlagen Karle und Michel in die Flucht

Karle Klempner und Michel Mull haben sich auf das Wochenende gut vorbereitet. Es geht darum, anlässlich eines Staatsbesuches auf wenige hundert Meter an die Kanzlerin heranzukommen, diese Auszubuhen und kernig eine Volksverräterin zu heißen und laut Deutschland zu skandieren.

Sich diesmal durch die Reihen der Antifa zu schleichen, um zwischen dieser und den Polizeireihen etwa drei Sekunden, wenn es gut läuft, Zeit zu haben, bis dass man von einer der beiden Seiten einverleibt, scheidet aus. So mischen sich die beiden unters gemeine Volk, wo sie sich bei einem Trupp Omis recht sicher fühlen. Und so bläken sie da, bis eine der Omis beim zweiten Deutschland wie ein Derwisch anfängt zu toben und mit Schirm und Handtasche wie wild auf Michel einschlägt, und eine zweite springt unter Applaus der anderen hinzu, die Prügel satt zu machen.

Irgendwie machen sich die beiden Freunde frei, flüchten ein halbes Fußballfeld weit, endlich Michel zu Karle: „Was haben, verdammt nochmal, die gegen Deutschland?“ „O du heiliger Narr, Michel, die hatten nur Angst um ihre Handtaschen!“ „Was? Wegen uns?“ „Na klar wegen uns. Es gab, wie du mal wieder nicht bemerkt hast, schon finstere Blicke um uns herum, von allerlei fragwürdigen Gestalten. Bald würde die Antifa kommen, uns mit denen zusammen zu zerlegen, und in dem ganzen Getümmel wären auch die Handtaschen der Omis nicht mehr sicher. Das war ganz schlicht und einfach wachsam und präventive Notwehr.“

Du meinst, wenn ich Deutschland rufe, bin ich nicht nur selber gefährdet sondern auch eine Pest für alle, die in meiner Nähe?“

Genau so ist es. Stell dir nur mal vor, es wären Drogenhändler oder Zuhälter gewesen, die um ihre Tageseinkünfte hätten fürchten müssen, was glaubst du, wie die uns verjagt hätten.“

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