Meine Walpurgisnacht 2019

Meine Walpurgisnacht hatte nach einer spätabendlichen Radfahrt rund um Rohrbach, mit Zwischenhalten an den schönsten magischen Orten, ohne Kirchle, denn da war ich schon am Nachmittag vorbeigekommen, endlich die Wendung, mich mit einem alten Freunde also dionsysisch wie ernsthaft über die Behandlung, Verbringung und Lagerung von Holz und bereits vorgelagertem Ziegenmist in fernmündliche Unterhaltung zu bringen.

Auch allerlei Versuchsreihen wurden erwogen. Welche Sonderbehandlungen man bestimmten Hölzern noch angedeihen lassen könne, wie und wo gut handhabbar die beste Langfristmiste anzulegen sei, welche Reinigungswege und – mittel für bestimmte Hölzer, hat man keinen eigenen Wasserfall oder einen benutzbaren in der Nähe, im rustikalen Kleinen am ehesten sinnig anzuwenden, wozu es selbstverständlich ob des lange noch nicht enden wollen werdenden Drecks und meines Kampfes dawider nicht an herben herablassenden Scherzen und mehr oder weniger fein gesetzten Bosheiten vonseiten meines Freundes nicht fehlte, zwischen aller Wissenschaft, und ich konterte so gut ich‘s vermochte.

Zur Sache mit dem Wässern, nicht des Mistes selbstredend, sondern des Holzes, bin ich nach meinen Vorerfahrungen sicherlich ein Stück weiter, wie man ohne Wasserfall praktikabel vorgehen könne. Und ich denke, dass ich jetzt auch weiß, wie ich das mit dem Mist mache.

Eine Versuchsreihe ist klar besprochen, sie kann bald angesetzt werden. Weitere sind angedacht.

Es gab auch Gefechte. Mein alter Spezi schlug Sachen vor, die schienen mir wie Holzvergewaltigung. Seine Opferbereitschaft schien mir übertrieben. Also stritten wir uns durchaus, wobei ich sein Grundansinnen nicht von der Hand zu weisen wusste.

Ja, das Ganze hatte Würze.

Bisher kein Kommentar

Mit Hölzern und Kristallen

Da dies hier ja die Seite mit dem Neuen vom Wahnsinn: Ich rede inzwischen mit meinen Hölzern.

Sie antworten nie unmittelbar, außer ich versäge mich auf den Handrücken, was dann ja an meiner Respektlosigkeit liegt, sie danken es mir damit, so bilde ich‘s mir ein, dass sie darüber, denn meine Rede ist immer voller Liebe, immer schöner werden.

Früher habe ich nur mit Menschen, mit Tieren, mit lebenden Pflanzen geredet. Jetzt bin ich bei den Hölzern.

Mit meinen Kristallen werde ich es auch noch anfangen.

Ich fühle mich aber noch nicht reif genug dafür.

Vielleicht sind sie noch zu alt für mich.

Achwas, heute Abend versuche ich mich mal daran.

Bisher kein Kommentar

Harzholzi hatte fast zu viel gedacht

Der Harzholzel – in der Nacht zu viel gedacht? – hat es heute doch nicht bis hin zum vermuteten Bärlauch am Mariabuchenbächlein gebracht. Er brung auch nur ein Stück schönes Holz heim, nichtmal Weißdornblätter, in Gedanken, die gebe es ja morgen auch noch, und ein Brennesseltee vom Hof sei ja ein Leichtes, ihm alle Organe zu heben.

Der Harzholzel denkt oft selbst beim Radeln einfach noch zu viel.

Doch, siehe da, an der schönen Rohrbacher Kapelle oberhalb des Kreuzgangs, grad am Eck, da traf er auf einen modernen Radler, einen mit Helm und Spezialhose und dem ganzen Rest, den der Harzholzler nicht an sich ziehen mag, und jener, etwa desselben Alters, fummelte da etwas irritiert an seinem Schmerzphon.

Der Holzel spruch ihn daraufhin freundlich an, er sei einigermaßen ortskundig, ob der andere denn verloren, seinen rechten Weg suche.

Nein, es funze nur das Teil gerade nicht, sonst plagten ihn keinerlei Unbilden.

Der Harzholzel erklärte ihm noch, weshalb er seit vielen Jahren schon gar kein Ding dieser Art mehr bei sich trage, freundlich, scherzte dazu, der Moderne ward nicht unwirsch, lachte, wenn auch zweiflig, auf wen er da im Walde eben gestoßen, gut dazu, noch ein paar Worte, und der Holzel wünschte ihm noch fröhliches Radeln, der Genoss zurück.

Insgesamt ein schöner Ausritt, indem der Harzholzi in der Nacht fast zu viel gedacht.

Bisher kein Kommentar

Aufs Lenzensammeln

Morgen radelt der Harzholzel auf Weißdornblätter, Bärlauch und Holz. Mindestens.

Weißdorn gibt es hier so viel, dass ich ihn nur noch vom Schlehdorn, den Heiligen Hägensträuchern und manchmal dem Brombeergestrüpp übertroffen sehe.

Holz? Naja, es gibt nicht wenig Wald im Landkreis.

Eine gute Bärlauchstelle – er sollte hier jetzt am besten Punkt sein oder kurz davor – kenne ich rund ums Dorf noch nicht, doch vermute ich sehr stark, dass irgendwo am Mariabuchenbächlein welcher zu finden.

Brennessel habe ich am Hof genug, mehr als genug davon.

Der Bestand reichte leicht, drei Bundesligamannschaften damit fit zu machen.

Bisher kein Kommentar

Nochmal Fritz Wunderlich

Will mir noch einmal einer erzählen, Deutsch sei eine sperrig unmusikalische Sprache, so drehe ich mich vor dem nicht einmal mehr weg. Habe ich einen guten Tag, so bekommt er noch ein kurzes Lachen. Ansonsten schaue ich irgendwohin, am besten auf einer schönen Frau Busen. Oder, wenn nirgend eine, gibt es nur schweigend einen Nachzug Biers oder Weins darauf.

Bisher kein Kommentar