Armer Lidl! Veggie-Volksburger bleiben liegen! Solidarität mit Lidl!

Eben war ich beim hiesigen Lidl, das übliche, heute auch etwas Fleisch zu besorgen, und siehe da, ich gewahrte gleich beim Echtfleisch eines großen Stapels Veggie-Burger namens „Next Level“, 227 Gramm zu 2.99, nein, schon nicht mehr, inwischen allesamt 2.09, wegen kurzer Haltbarkeit, bis morgen.

Offenkundig waren die tagelang nicht zum regulären Preis gekauft worden, und wenn nicht gerade eben umgezeichnet, auch noch kaum zum ermäßigten.

Der arme Lidl! Jetzt bietet er auf Teufel komm raus dieses sauteure reichlich laminierte Erbsenpüree-Gemüsegemisch an, und zumindest hier im fränkischen Bratwurstland will es anscheinend keiner haben.

Die paar Gemüserereste und das Kaliumsorbat und einige andere Zutaten morgen erbarmunslos wegschmeißen zu müssen, das wird den Konzern wohl nicht zu hart treffen, doch bedenke man den Imageverlust, sollte das nicht nur in Karlstadt am Main aufkommen, sondern vielerorts im Land!

Damit wäre nämlich zwingend nachgewiesen, dass beim Lidl lauter solch fleischfressender Klimaschänderplebs wie ich einkauft, also jeder verantwortliche Mensch einen Bogen um jeden Lidl machen muss. Zumal die ganze aufgespritzte Gemüsepampe, erinnere ich’s recht, nichtmal Bio, lediglich schon für 2.99 wohl das Billigprodukt dieser Art am Markt, wahrscheinlich, weil Lidl selber nur Hungerlöhne zahlt.

Ja, mir tut der Lidl leid.

Achja, ich nahm dann doch kein Rinderhack mit, was ich eigentlich vorgehabt hatte, mal wieder eine nichtvegane Bolo daraus zu kochen oder Fleischküchle zu machen, doch irgendwie verdarb mir die farbliche Ähnlichkeit mit jenen armseligen Veggie-Teilen die Lust darauf, weshalb ich mir dachte, warum nicht wieder mal ein Huhn, und siehe da, unter einigen noch nicht herabgepreisten Maispoularden lag eine, die ebenfalls um 30% reduziert war. Da lachte das Schwabenherz, jetzt ist das Ding schon mit Sellerie und Lauch und Paprika und Schalotten und Knoblauch und Olivenöl und Meersalz im Ofen, etwas Chili fehlt noch, vielleicht kräutere ich noch ein wenig, später kommt ein Schuss Wein dazu.

Ich werde meinem lieben Lidl treu bleiben. Da bringt er endlich den halb so aberwitzig teueren Volks-Veggie-Burger heraus, und die Leute sind nicht einmal aus Gründen der Solidarität heraus bereit, den zu kaufen. Ich finde das rücksichtslos und unterdrückerisch, und ich stehe ausnahmslos immer auf der Seite der Niedergeworfenen und Unterdückten.

Nachtrag. Es ist womöglich noch schlimmer als vermutet. Der Tester da unten meint, der Lidl-Veggie-Volksburger sei von den drei getesteten nicht nur mit Abstand der billigste (das sieht ja jeder schon am nicht reduzierten Preis), sondern auch der beste. Noch ein Grund für meine Lidl-Treue. Denn dass Lidl ihn dafür geschmiert hat, kann ich mir bei den billigen Burgern kaum vorstellen, und wenn schon, Geschmäcker sind verschieden, das wäre für mich nur kreative Notwehr.

Hier der Gegenknaller von der SZ: Der Lidl Fake-Burger ist ein Fake-Fake-Burger zum Kampfpreis:

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/lidl-next-level-burger-1.4548894?utm_source=pocket-newtab

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Stromausfall mit Babs, Birgit, Hans und Kalle

https://magnuswolfgoeller.de/2019/08/gruen-vorgesorgt-endlich-oeko-stromurlaub/

Ich setze jetzt die Lektüre des oben verlinkten Artikels und des dort wiederum verlinkten Fremdartikels voraus, oder holen Sie das bitte nach, oder Sie wissen sowieso schon um die reale Gefahr eines längeren Stromausfalls in weiten Teilen Europas, so dass ich Sie ohne weitere Umschweife ansprechen kann.

Erstellen Sie genau auf Ihr Zuhause einen bestmöglich zugeschnittenen Notfallplan. Zunächst prüfen Sie, von welchen elektrischen Systemen Sie elementar abhängig sind, also zunächst Kochen und Licht und Heizung, wobei darunter eben auch jede moderne Gas- oder Ölheizung fällt, die elektrisch gesteuert und elektrische Pumpen braucht. In einer Stadtwohnung werden Sie jetzt vielleicht zwei Gasflaschen für den Notwärmestrahler wie fürs Kochen auf dem Balkon parken. Kerzen und Taschenlampen mit hinreichend Batterien liegen auf der Hand, Solarladegeräte dazu schaden auch nicht. Auf dem Land mag es der doch wieder installierte Holzherd sein, in der Stadt mag man auch ein Spirituskochsystem vorhalten, da kocht es sich schon mit zehn Litern Spiritus einige Zeit. Natürlich hat man elementare Verbandsachen und Nahrungsmittelvorräte, so dass man sich nicht gleich mit dem Rest um die letzte Konserve schlagen muss. Man hat Planen und Nägel, um eingeworfene Fensterscheiben abzudichten, bevor der Glaser in einem Vierteljahr kommt. Man hat elementare Werkzeuge und jede Menge warme Kleidung und Decken und Schlafsäcke und am besten auch noch ein paar Flaschen Weins und Whiskys.

Es muss eh immer jemand in der Wohnung oder im Haus bleiben, je mehr Leute, desto besser, um aufzupassen. Am besten, man geht erstmal so wenig wie möglich raus, nur hie und da peilt einer die Lage. Das gibt romantische Kerzenabende. Es gibt Linsen und Reis für alle. Es ist schon der dritte Abend, gestern waren es Dosenravioli, lieber schonmal Sprit sparen, und der Hans hat stolz immer noch ein großes Stück Hartwurst zu verteilen, so wie Bärbel ein entsprechendes vom Käse. Tagsüber keine direkten Angriffe, nur immer wieder Geschrei auf der Straße. Übers Kurzwellenradio ward nun klar, dass in vielen Städten Plünderungen und Straßenschlachten im Gange, so dass Kalle, der Koch, Bärbel, nicht nur in Sachen Käse Strategin, Hans, der mit den Werkzeugen, die nicht nur Hartwurst richtig aufschneiden, sowie Birgit, die Heilkundige des Quartetts, je zu Pärchen aneinandergekuschelt, doch durchaus jeder mit jeder und jede mit jedem nicht nur all ihrer Voraussicht dankten: Sie gelobten allda, sich künftighin noch viel besser auf derlei Lagen einzurichten, und zwar selbst dann, wenn jetzt sofort das Licht wieder anginge.

Es ging aber natürlich nicht im Moment des Gelöbnisses wieder an. Das gibt es nur bei Religionen und im Theater. Außerdem wäre Babs und Birgit und Hans und Kalle auch für den Fall zu trauen gewesen.

Die Vier treffen sich jetzt alle vierzehn Tage zum gemütlichen vorsorglichen Beisammensein, manchmal rein zum Spaß und zum Üben stromfrei.

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Herzogin Meghan Markle steht auf meisterliche Strandpoesie

https://www.faz.net/aktuell/stil/mode-design/herzogin-meghan-markle-als-chefredakteurin-der-vogue-16316945.html

Keine Angst wegen der Royals, es wird schon noch lustig.

Prinz Harrys Gemahlin Meghan Markle durfte jetzt Chefredakteurin der britischen „Vogue“ spielen, 15 Frauen prangen auf dem Titel, Frauen, will man die unvermeidliche Greta als Frau rechnen, in Orange prangt das Motto „Forces for CHANGE“, also alles nichts Besonderes.

Dann aber legt die FAZ-Journalistin in ihrer Kritik an der Kritik an Markle im Königreich dergestalt los: „Doch die Grabenkämpfe, mit denen dieses Land unter dem Eindruck des Brexits schon genug zu tun hat – hier die Weltoffenen, Entspannten, dort die von Zukunftsängsten und dem Verlust ihrer nationalen Identität Besessenen – werden auch zunehmend an ihrer Personalie entlanggeführt.“

Aha, hier die Entspannten, dort die Besessenen. Also über 50% Besessene im Königreich, leider mehr als Entspannte…

Das ist zwar etwas grob, aber im Grunde liest man Ähnliches jeden Tag, vielleicht eher bei Spiegel und taz als bei der FAZ, doch was soll’s.

Der Spaß kommt nämlich jetzt:

‚Im Heft steht auch ein Gedicht, „A Note From the Beach“ von Matt Haig. Es geht um den weiten Strand und die kleinen Menschen. Immer wieder ist die Rede vom Körper. Zum Beispiel: „I am entirely indifferent to your body mass index. I am not impressed that your abdominal muscles are visible to the naked eye.“ Eines ihrer Lieblingsgedichte, steht daneben.‘ (Hervorhebung des „Gedichtes“ von mir.)

Ich versuche mich mal an einer Übersetzung dieses poetischen Meisterwerkes:

„Ich bin gegenüber deinem Körpermasseindex völlig gleichgültig. Ich bin nicht beeindruckt, dass deine Bauchmuskeln mit bloßem Auge sichtbar sind.“

Das ist mal ein Ding. Mit dem Spruch also macht die moderne Frau den Strandbeau an, den sie absahnen will.

Wie wäre es damit, es könnte ja auch ein geistesgesegneter Mann interessant sein und an diesem Strand, wenigstens theoretisch:

„I am entirely indifferent to your intelligence. I am not impressed that your well-spokenness is audible with the bare ear.“ (Variante: „I ain’t givin‘ a fuck concerning the content of your skull. I ain’t fuckin‘ impressed that yer posh talkin‘ is heard by my bare snatch.“)

„Ich bin gegenüber deiner Intelligenz völlig gleichgültig. Ich bin nicht beeindruckt, dass deine Beredsamkeit mit dem blanken Ohr vernehmbar ist.“

Welcher Mann, um wieviel mehr welche moderne Frau, denn das ist ja nicht festgelegt, lässt sich nicht gerne am Strand aufreißen, wenn seine beziehungsweise ihre Vorzüge gleich so unmissverständlich erkannt und anerkennend zum Ausdruck gebracht sind?

Auch die bestimmte Zartheit der Poesie. Zwei klare Aussagesätze, jeweils mit Ich beginnend, der zweite hat noch einen Nebensatz, sie sagen im Grunde dasselbe: und besonders elegant die Negation im zweiten: und dann noch der geniale Kontrast zwischen dem gehobenen „audible“ und dem volksnahen „with the naked ear“.

Trotzdem, keine Angst, ich werde hier nicht noch mehr Lieblingsgedichte der Herzogin von Sussex würdigen.  Sowieso soll man erhabene Poesie nicht auseinandernehmen, einfach wirken lassen und fühlen. So wie Frau oder Herr Bamboozle bei der Anmache am Strand.

 

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„Steuer“ kann eben doch so übel klingen wie „Tax“

An vielen Stellen hat das Englische unbestreitbare Vorzüge.

Ich nehme mal nur ein Wort her, aber dafür gleich ein weltwichtiges.

Auf Deutsch heißt es „Steuer“ oder „Steuern“.

Nun, wer sitzt nicht gern am Steuer oder will steuern, es legt sich doch, auch klanglich, recht harmonisch ins deutsche Sprachbett.

Dann aber „Tax“ und „Taxes“. Da klingt gar nichts sanft aus. Ich habe als junger Kerl in den USA beim Trampen Leute erlebt, die das Wort in Höchstverachtung, geradezu als Sinnbild alles Schlechten der Welt, herausschleuderten, weit grimmiger als „Fuck!“ oder „Bitch!“ oder „Scam!“ oder „Crook!“.

Klar, da kommt die Sprache mit der Mentalität zusammen.

Allerdings, wenn man das „sch“ am Anfang von „Steuern“ und Zwischenanfang von „besteuern“ richtig lange hochgradig zischen lässt, das „t“ dann gewaltig explodieren, denn Rest dann fast schon alswie in einem letzten todesnahen, verächtlichen Ausatmen in seine eigene eigengefallene Brust und dabei ins Gehör aller senkt, Übung mag nottun, so hat auch der deutsche Steuerverächter seine Möglichkeiten. Es ist in dem Falle im Deutschen lediglich nicht so einfach.

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So siegten die Leugner und schufen eine neue Gründerzeit

Jaja, so war das.

Die Klimarobocops rückten aus gegen die immer noch großen Widerstandsnester der Leugner. Die Leugner hatten die Interfaces der Cops gehackt, sie nach und nach funktionsunfähig gelegt. Nur einer wurde aus den Gefechten mit einer Resterinnerung geborgen, die Leugner ließen ihn wohl liegen, weil sie das so wollten.

Wie man sich vorstellen kann, war das Entsetzen in allen Klimaliebgemeinden der Welt groß; überall Wehgeschrei der Weiber und der Trauernden und Opferangehörigen und Märsche und Kerzen und Weiheorte, auf den Straßen Deutschlands besonders, keiner, der was auf sich hielt, fehlte.

Bei aller Trauer musste aber etwas geschehen. Die Leugner waren schon lange keine Sekte mehr, weite Teile des Volkes fragten sich schon, weshalb die denn durch die Robocops so hart verfolgt werden mussten, allzumal, wie sie den Klimalieben eine so harte Niederlage hatten beifügen können, dass in der Politik jetzt schon eine empfindliche Leugnerbekämpfungsabgabe für alle im Gespräch.

Natürlich kam die Sause am Ende zu einem Showdown, Sie wissen schon, wer obsiegen wird, nun gut, aber wie, das mag Sie doch noch befassen.

Man begann, den Gegner zu schrecken, außer der Nachrüstung der Robocops, nicht direkt Kindersoldaten auszuheben, das ging 17 mit Einwilligung der Eltern so schon, 18 sowieso, also die Leugner mit der Wut der selbstgezüchtet Lautesten und langfristig so fürchterlichst Betroffensten anzugehen.

Die wollten aber gar nicht. Es sei ihnen egal, wie scheiße und was für Dreckstypen die Leugner seien, dafür sei der Staat da, ihren eigenen Arsch hängten sie da bestimmt nicht hin. Die sollten mal nach ihren Robocops gucken, unfähiges Pack. Und das noch auf Deutschrap.

Ja, und so kam es dann, dass es einen Sieg der Leugner gab. Es fiel kein Schuss. Alle Robocopspezialisten wussten, dass die Gegenseite diese nach Belieben stören und vernichten könne. Keiner wollte noch für diese als völlig sinnlos erkannte Regierung sterben.

Das Land genas schnell. Die Leugner räumten auf, ließen in jeder Hinsicht frische Luft herein und senkten zumal für die Mittelschicht die Steuern.

Es gab eine neue Gründerzeit.  

 

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Ist Trump ein rattiger Ratingrassist?

Da Donald Trump bezüglich Baltimores nun die Rattenplage dort zur Sprache gebracht, womit er, wie immer, ein „racist“, frage ich mich, ob man ihn denn besser als „rattist“ oder „ratist“ bezeichnen solle, oder „rattiest racist ratist“, „racist ratty ratist“, denn er bringt ja Rasse und Ratte in eine direkte Verbindung mit Rating.

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Die echte Klimakatastrophe heißt AfD

https://www.faz.net/aktuell/politik/trotz-der-hitzerekorde-leugnet-die-afd-den-klimawandel-16303891.html

Man sieht schon an dem bedrohlichen Link oben, dass ich hier zu steilen Thesen auflaufen werde.

Der verlinkte Artikel hat zu einem erstaunlichen Leserbriefaufkommen geführt, in gleich mehrerlei auch inhaltlicher Hinsicht.

Zunächst ist erfreulich, wie viele der schlagendsten Argumente gegen die Behauptung des menschengemachten Klimawandels da ins Feld geführt werden, wobei unklar, inwieweit sich jetzt mehr Leute trauen (Klarnamenzwang dort!), diese anzubringen, inwieweit sich inzwischen Leute besser kundig gemacht haben, so dass das vorwiegend durchschlägt.

Es fehlt auch nicht an Hinweisen darauf, wie wenig Deutschland, selbst wenn das mit dem C02 so ein Problem wäre, daran irgend sinnig herumdoktern könne, außer sich selbst wirtschaftlich zu ruinieren.

So weit alles sehr ermutigend, natürlich sind CO2-Fanatiker dazwischen und Untergangspropheten und AfD-Hasser en masse, aber auch AfD-Hasser, die die Partei jetzt doppelt und dreifach dafür hassen, dass sie die richtige, nämlich ihre skeptische Postion sich verwagt hat öffentlich einzunehmen, sozusagen die Vernunft an dieser Stelle für sich gekapert zu haben, womit man diesen Schurken sogar recht geben muss, es hilft einfach nichts.

Und da rückt die eigentliche Klimakatastrophe an, einige sprüren es schon sehr deutlich. Die Klimakatastrophe wird nämlich nicht vom C02 kommen, sondern von der AfD. Die wird nämlich, so fürchtet man’s, alle anderen Parteien mit dieser einmal einzigartig und völlig unverdient auftretenden Vernunft an die Wand fahren, sobald der Klimalug fällt.

So wird es endlich tatsächlich einen menschengemachten Klimawandel geben, und der wird schlimmer als alles, was sich sämtliche Gretinisten je ausmalen konnten: Ausgerechnet Verstand und Vernunft siegen.

Da tut sich mächtig was. Immer mehr fundierte Stimmen, die sich nicht einmal durch das gesetzte AfD-Stigma abhalten lassen.

Wie kohlendioxidverblödet die FAZ-Redaktion insgesamt ist, welche klimaneutralen Klimaanlagen die da in ihren heißen Frankfurter Stuben haben, wer weiß es zu sagen, doch bin ich mir ziemlich sicher, dass meine obigen Beobachtungen, man wird es dezenter formulieren, recht umfässlich auch dort gemacht wurden (es ist noch frisch; ein außergewöhnlich langer Kommentarstrang für dies Portal; man wertet noch aus).

Die „Leugner“ haben, wie gesagt, einige der besten Sachen aufs Tableau gebracht, und in der Hinsicht hat der Google verwerflichst gepennt, man findet auf Anhieb immer noch sehr schnell genug im Netz, folgt man deren Hinweisen.

Und schon wieder neige ich daher zu einem sehr vorsichtig gedämpften Optimismus. Es tut sich was.

 

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Magnus Wolf Göller – The Game Is On – Der Netznichts schlägt zurück

Ich hatte kürzlich im Schienenersatzbus von Lauda nach Würzburg, gegen Mittag von Stuttgart her kommend, schweren Gepäcks, das Vergnügen, denn Latein war genug im Zug studiert, mit zwei sehr distinguierten Herren, die sich kurz vor Abfahrt noch mit ihren Säckchen vor mich gesetzt, am Ende nur mit dem einen, in ein erquickliches Gespräch über deutsche Grammatik und die deutsche Spache zu kommen, indem ich durch, naja, eher Scheindiskussionen über den Gebrauch des Dativs mich zum Besten eingeladen sah, mich als deutschen Grammatiker vorstellte, ich wolle gerne alle anliegenden Fragen doch recht gut und umfässlich beantworten, es sei mir ein Vergnügen, damit die Busfahrt zu verkürzen, wofern Interesse bestünde.

So ward ich denn von dem einen aufmerksameren Herren, der auf einmal über recht genaues Spezialwissen verfügte, auf den Konjunktiv I und verschiedene Feinheiten befragt, kurzum, nicht weit vor dem Würzburger Bahnhof, indem meine Sentimentalität bezüglich des Verlustes der deutschen Dialekte schon abgefragt, führte das noch bis zu unseren Politikern, von mir her auch dahin, wer denn noch einen vorher nicht bekannten anspruchsvollen Text vom Blatt lesen könne.

Der nette, bis zum Schluss um keinen Scherz verlegene vielleicht Fündundvierzigjährige mit der auffälligen Hakennase, worüber er mich völlig unbeleidigt scherzen ließ, erklärte am Ende, als ich doch nochmal nach seiner Urherkunft frug, denn irgendein undefinierbarer Akzent, den er nicht nur gespielt haben konnte, war da, wiederum, er stamme aus China.

Ich witzelte ihn, der zwar schwarzhaarig, keine blauen Augen, nicht der hellsten Haut, aber doch sehr weiß, ohne jeden ostasiatischen Zug, darob noch ein wenig an, und wir lachten und gingen unserer Wege.

Das war ein ausgekochter Profi nebst Mitarbeiter, und der wie die Auftraggeber wissen entlang der Aufnahmen spätestens, dass ich zum Spaß mitgemacht habe.

Dumm vielleicht, dass ich das jetzt hier hinschreibe. Nur, für wen? Ich träume und fabuliere nur, was ich sehe, gibt es sowieso meistens nicht.

Liebe Leute. Diese Sache steht bei mir auf der Zufallskippe weit unter 5%. Man kann mich redlich ansprechen. Noch so eine Nummer, und Ihr müsst damit rechnen, dass ich Euch in einen originalen kleinen Göller-Skandal hineinziehe.

Inzwischen wird, wofern ich mir nicht wie immer alles eingebildet habe, was ich sehen will, Bericht erstattet sein, wie ich den Handschuh aufnahm.

Also gut, es war gar nicht so, ich saß auch nicht in diesem Bus. Gar keiner saß in diesem Bus.

Doch wären die Leute und gar diese Leute und überdies ich, als Ziel, in so einem Bus gesessen, weshalb zum Deibel?

Für eine kleine mündliche Sprachprüfung des Niemehremeritus, dessen Texte zu Tausenden längst geprüft und als eitel verworfen, als zielloser Unrat und Unflat?

So sitzt keiner mit seinem schrägen Kumpel plötzlich vor mir im Bus und fängt es völlig unschuldig, dann mit der Kenntnis, provokativ mit mir an. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Zufall war, ich sagte es schon, ist sehr gering.

Nun, wenn es ein Schlapphut war, von welcher Seite?

Es sind mir da bislang zwei in den Sinn gekommen, also vier Möglichkeiten, nämlich das jeweilige den Verdacht Aufeinanderlenken wie das echte eigene Interesse.

Und da ich hier jetzt schon so lose frech werde: Ich weiß sehr gut, weshalb solche Leute an einem Netznichts wie mir eben doch Interesse haben könnten.

The game is on.

 

 

 

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Noch zur Gas-Seherin oder Gasseherin und zum Gretinismus

Mit Gretinismus bin ich als Wortschöpfung vollauf zufrieden.

Indem ich aber die letzten Tage doch nicht wenig ausgeteilt habe, ist jetzt auch einmal etwas Selbstkritik angezeigt.

Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich das Gretchen fürderhin „die Gas-Seherin“ nennen soll oder „Die Gasseherin“, oder gar beides im Wechsel. Beides führt normalerweise wie gelesen zu einer etwas anderen Aussprache, damit Empfindung, wobei schriftästhetisch natürlich die Form in einem Wort schöner ist.

Für „Gas-Seherin“ spricht das erstmal angetickte längere „a“, welches sich aber bei „Gasseherin“ über den sich natürlich durchsetzenden Sprachgebrauch sehr wahrscheinlich ohnehin einfindet.

Also gut, sie heißt jetzt Gasseherin.

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