Junge Männer und Frauen beenden Corona

Mein Frühnachmittagsbusfahrer hatte gestern unendlich viel Prozente Fahrgäste vor mir, mit mir allein, wie zuvor ein paar Mal, hätte er die natürlich dann auch gehabt, denn es saßen schon zwei Mädchen drin.

Woher er denn plötzlich wieder so viel ungewohnte Kundschaft habe, frug ich ihn, ob denn etwa an den Schulen schon wieder was ausgebrochen sei?

Ja, die mit dem Realschulabschluss und mit dem Abi, die dürften unter irgendwelchen Bedingungen wieder in die Schule, die Grundis auch. Busfahrer wissen eben etwas von der Welt.

Am Montag in Würzburch gewast, leider war es dort wider Ansage doch ein trüber feuchtkalter Tag, so bewegten wir uns nicht wenig, streiften auch Mainfrankenzombiecity, allwo nur eine brennende Zigarette oder ein an den Mund gesetzter Kaffee oder ein gerade angefressenes Brötchen vor dem Maskenterror hilft, bei Polizei an allen Ecken.

Ich frug denn auch meinen Spezl, ihn auch, eher mich, indem wir uns in den Ringpark gerettet, wo die denn auf einmal all diese Polizeikärren herhätten? Standen die vorher fast immer in der Garage? Die haben sich doch vermehrt wie die Heuschrecken! Oder machen die nur noch DAS, und sonst nichts mehr?

Kam mir dann noch in die erregte Rede, die Vorstellung, man hätte mir als Student mit 22 oder 24 mein geliebtes Würzburg zu einer Zombiestadt gemacht, wo ich mich egal wo nur mit einem Kumpel treffen darf, womöglich nicht einmal mehr am Mainkai ein Bier saufen! Hallo! Geht’s noch! Alte Mainbrücke Maskenpflicht, sicherlich die erste seit über achthundert Jahren! Studentenfeten nur noch sehr leise und mit eigenen Wachhabenden irgendwo im dichten Forst! Omannomann!

Außer Lebensmittelläden, Fressständen, Drogerien, Optikern, Apotheken und Ärzten alles tot. Den Rest braucht ja keiner.

Mal sehen, ob die Jugend, die Studentenschaft zumal (es dürften immer noch etwa 20 000 auf 130 000 Einwohner sein), diesen Lenz und Sommer die ganzen Blockwarte, die Universität, das Ordnungsamt, die Polizei und die Würzburger Staatsanwaltschaft wie Gerichtsbarkeit nicht wird an den Rand eines Nervenzusammebruchs bringen, indem da immer mehr Mädels dicht zusammen zu Fünft stehen, bis dass sich da noch Jungs dazutrauen, sich selber auf sieben oder gar acht rausgockeln, und schon nimmt die erste echte Studentenrevolution ihren Lauf.

Ja, ein bisschen fabuliere und vielleicht gar träume ich hier, achwas, inzwischen liegt genau derlei (es mag etwas weniger blumig geschmückt daherkommen) jederzeit drin. Eine Unistadt fängt an, das geht viral, und plötzlich will wieder eine die andere in ihrem Mute und Freiheitsgeiste übertrumpfen. Überall feiernde junge Leute, mehr als die Polizei mitnehmen kann und die Gerichte verkraften können.

Irgendwann dieses Jahr bricht sich sowas oder was ähnliches Bahn. Das sagt mir mein Verstand, Bauch und Sonnengeflecht und all das sonstige Geraffel, was es wohl auch noch beim guten Mitreden gibt, sind vollauf dessen Meinung. Und das, indem die echte zweite Welle der Aufstandswilligkeit der Deutschen in diesem Sinne noch kaum am Laufen, nirgendwo auch nur in einem mittleren Maßstabe erprobt. Es riecht und es schreit einfach danach.

Und ist es auch eine typische, im nachhinein dann bezeichnend historische Lage, wenn bei einer derart aufgebauten Spannung ein kleiner Aufstand reicht, um über Nacht zu einem echten zu werden.

Früher hätte man gesagt „Das habe ich im Urin!“. Ich habe es jetzt eben in meinem Astralleib, in meiner karmischen Erfahrung, als meine Projektion, in meiner kleinen Halbheilserwartung, einigen Sternkonstellationen, sehr zuverlässigen externen Prophezeiungen, deren Fabrikanten sich, wie nicht eben ich, lediglich in den Zeitpunkten fast immer (also im Zufallsbande) irren, also eh irgendwann mit irgendwas recht haben werden, weil die kosmische Ordnung das so vorschreibt.

Vielleicht ist es das Vorfrühlingswetter. Immerhin habe ich schon einen zweiten Rosmarin in die Haussüdwandrabatte gepflanzt. Da mag man sich, wahrscheinlich mehr als die meisten balzwilligen jungen Leute im dicken Pulli gewesen, womöglich allzuleicht einsingen, hoffnungsschwanger bis zum Verlust des Wirklichkeitssinns, die rennten jetzt oder bald einfach raus: „Auf die Gass‘, auf die Brück‘, auf die Wies‘ und in den Wald!“

Trotzdem scheint es mir fast naturgesetzlich vorgezeichnet, dass unser Coronastaat nicht nur entlang dieser Ebene vor Aufständen steht, die er weder ignorieren noch aussitzen und eben sehr wahrscheinlich auch nicht mehr irgendwie über Geld und Repression wird kassieren können: und ist es ja nur mein Lieblingsverdacht, dass junge Leute einfach die Schnauze voll hätten und bald die Blockaden brächen, im Grunde, wie sich das hier gehörte. Und wie es wahrscheinlich am besten rauskäme. Leute wie ich dürfen sich dann den mutigen jungen Leuten anschließen, oh was wären wir alten Kracher voll des Lobs! Wir waren es gar nicht! Ihr wart das! Genial!

Alle Ironie beiseite: Es wäre für uns alle das Beste, machten junge Menschen vorbildlicherweise einfach nicht mehr mit.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Deutschland voll nährsamsten Unkrauts und heilkräftigsten Gestrüpps

Schon eigenartig, dass in Deutschland das schlimmste Unkraut und das dornenreichste ärgste Gestrüpp mit so viel Nähr- und Heilkraft aufwarten.

Was muss man über die Brennessel, die Brombeere, den Schleh-, Hage- und Weißdorn noch sagen?

Welcher Vollpfosten, zumal es auch schon lange Weißkraut gibt, hatte hier nach der Eiszeit je einen Vitamin-C-Mangel? A? Eisen?

Ja, da geht mir fast schon wieder der Gaul durch. Quinoa soll ich den Andenindianern wegfressen, den Kanadiern ihren Cranberrysaft wegsaufen, ja irgendwann den Russen noch den Buchweizen klauen und den Ukrainern ihre Roten Rüben, weil bei uns nichts Gescheites wächst. Jeder Eso weiß das.

Und ich sage Euch, die Brennessel mit masse Vitaminen und Mineralstoffen treibt im Lenz schon mit den ersten Frühjarsblühern. Auf das restliche Hägenmark und die restlichen getrockneten Hägen lässt es sich damit flugs grün aufsatteln.

Es gibt natürlich „Superfoods“, die in Deutschland gar nicht oder nur unter großem Aufwand wachsen. Ingwer zum Beispiel und Pfeffer. Chili lohnt sich nur privat.

Wie viel von diesen echten „Superfoods“ aus sonstwo „brauche“ ich aber? Für fünf Euro im Monat?

Ich bin dafür, dass man Kindern und Jugendlichen alle verfügbaren Wildfrüchte und Heilpflanzen zeigt und sie vor Giftigem warnt. Sie mögen Freude daran gewinnen und Liebhaber werden, wissen jedenfalls in Notzeiten sich und ihrer Familie zu helfen. Dazu sollten jährliche Landzeltlager und entsprechende Wandertage wesentlich dienen.

 

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Vom Buchstaben nach „Q“

„Q“ war in der Tat ein gut herausgesuchter Buchstabe, den wir im Deutschen gar nicht bräuchten, wäre da nicht das Lateinische Erbe.

Im Lateinischen geht es unter „Q“ schwer zur Sache: Quo? Quis? Quid? Quivis? Quonam? – und noch viel mehr Frage- und Bindewörter und Partikeln.

Wahrscheinlich hat man das bewusst und gerne mitgenommen. Allerdings wird man mit diesem Buchstaben in entsprechender Richtung wohl nicht mehr viel anfangen können. Es sei denn, der Sieg folgt bald, später ist endgültig zu spät.

An noch nicht dergestalt vernutzten und ähnlich unnötigen Buchstaben hätten wir noch das „C“ zu bieten, was aber dem Christentume nicht so leicht zu entreißen, sonsten bleiben da noch „V“, „Y“ und „Z“.

Da ist noch manches zu holen, allzumal das Englische gleich bei all diesen Anfangsbuchstaben eine Menge Wörter liefert (das Deutsche ist beim „Y“ sehr mau), die drei Buchstaben zumal in Großform etwas zackiges, ja fast Runisches haben, beste Wortfelder mitbringen, aus denen man antiverschwörerische Tripelhelices bis hinten um das ganze Oriongeraffel verspinnweben kann.

Einen Wermutstropfen muss ich den Angelsachsen nun aber doch mitgeben. Alle drei Genannten fangen bei Euch „weich“ an. Bei uns hat schon das „Y“ oft ein „Ü“, wahrlich kein schwacher Selbstlaut, das „V“ meist ein „F“, also einen festen Mitlaut, das „Z“ pflegt gar mit „TS“ zu beginnen, einer sehr scharfen Lautverbindung.

Aber gut. So ist das nunmal. Ich tippe „intuitiv“ darauf, dass Ihr einen oder eine oder ein „V“ im Auge habt.

Void. Vermin. Vain. Value. Vapid. Vested. Venial. Vaxed.

Ich nehme „V“ jetzt nur schonmal vorsorglich ein paar „buzz words“ weg, damit er, sie, es, das alles gleich gar nicht antritt. Obzwar es ja spaßig wäre, käme jemand dergestalt des Wegs.

Mit dem deutschen „V“ hätte man alles mit „ver“ und „vor“ als Vorsilbe, aber auch Vögeln und Vater.

Verbummelt, versumpft, verlumpt und verludert. Glatt könnte man da das „Z“ eintauschen: zerbummelt, zersumpft, zerlumpt und zerludert.

Fein aber, dass ich den Verstand im Tornister hätte, die Verhältnismäßigkeit und den guten Vertrag, Versuch und Verwendung, Verwunderung und Verzehr, Vertrauen und Versprechen und Versagen, Verkehr und Verzeihen, Vertun und Vervespern.

Das „Y“ gebe ich mir auf Deutsch mit Sicherheit nicht. Das gäbe – siehe oben: „zu mau“ – einfach zu wenig her.

Ganz anders im Englischen.

Pirates ye be warned!

 

 

 

 

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Ein Jahr Tollhaus: Die Immunitätsliga übernimmt

Wir haben jetzt bald ein Jahr Tollhaus. Inzwischen hat man damit angefangen, loszuimpfen was nur hat und in die Leute reingeht. Und über all dem Horror kreisen auch noch immer mehr unberechenbare Mutanten, und es ist, als züchte man diese noch selbst.

Sicher ist: Dieser verordnete grause Aberwitz wird auch für dessen Einhämmerer noch unabsehbare Folgen haben. Unwahrscheinlich, dass die wirklich zum Durchmarsch fähig, andernfalls noch zu einer Ausrede.

Möglicherweise steht dieser Aberwitz schon bald vor seinem Ende. Lassen sich immer weniger Leute gerne impfen, wird es sehr schnell eng. Das liegt drin. Die Zeit rennt.

Und sowieso, die ganzen blöden Mutanten. Man gibt ja selber zu, dass man nicht weiß, wie viel die Impfungen dann auch noch gegen diese Säuviecher helfen. Man arbeite aber nach. Und man solle sich impfen lassen, das sei allemal besser.

Jetzt heißt es zu dem einen Impfstoff, der auch ansonsten als vermutlich weniger wirksam und zudem eher nebenwirkungsträchtig in die Schlagzeilen geriet, ja in Verweigerungsorgien, er solle Personen über 65 erstmal nicht verabreicht werden, da die Datenlage zur Zeit noch zu unklar sei.

Derlei schafft Vertrauen. Oder: Es gibt ein Riesengezerre, bis dass Abermillionen Dosen entsorgt werden müssen, als Sorgfaltsbeweis des Bundesgesundheitsministeriums, zur noch besseren Bewerbung der anderen, noch viel besseren Impfstoffe.

Jaja. Lacht Ihr mal da draußen. Das kann noch recht kurios werden.

Es wäre auch recht blöd und käme bald auf, gäbe man jetzt an Obdachlose und sonstige Bedürftige im großen Stil Handgelder aus, wüsche ein paar für den Fototermin noch ein wenig, dem Volke begeisterte lachende Freiwillige beim Einstiche mit einer vielleicht sogar echten Astra-Zeneca-Fixe vorzuführen.

Es rückt ja auch schon der öffentliche Bußgang höchster Würdenträger heran, zum Impfen. Wenigstens wird er bereits gefordert. Die sollen sich als im Ernst mit irgendeinem Volkssäuscheißendreck geimpft hinstellen. Viel Spaß beim qualifizierten Lügen.

Insgesamt ist natürlich noch nicht zu sagen, inwieweit die Impferei ein oder gar der fatale Faktor für die gesamte Agenda sein wird. Es wird ja auch um die Interpretationshoheit gehen, wo die noch immer liegen möchte. Aber: Kommt raus, und das wird sich schwer unterdrücken lassen, dass es Geimpften im Durchschnitt schlechter ergangen als nicht Geimpften, bricht der Stiel.


Ich hörte, Knoblauch hülfe gegen Corona nichts. Von irgendsoeiner dummen Kuh. Die hatte wohl mal was mit der Wissenschaft.

Warum, bitteschön, wenn Knoblauch gegen so gut wie jede Pestilenz zumindest nicht nachteilig, wenigstens unterstützend, oft heilend, allein über die Abführung von Schadstoffen, Besserung des Blutflusses, verschiedenste andere vorteilhafte Wirkungen seit Jahrtausenden bekannt und auch heute noch selbst dem ärmsten Volke statt teurer zweifelhafter Medikamente, oft kaum geprüft und auch noch rationiert – was rede ich noch? – , woher will dieses weibliche Rind wissen, dass Knoblauch gegen Corona nicht hilft?

Ingwer! Chili! Salbei! Rosmarin! Weißkraut! Kümmel! Wacholder! Fenchel! Melisse! Hägentee! Apfelessig! Schlehenlikör! Weißdornblüten! Senf! Meerrettich! Aquavit!

Vinaigrette mit frischen geviertelten Schalotten, ein paar Oliven, etwas Käse und Weißbrot, ein Hauch luftgetrockneter Schinken, Butter und drei Sardellen. Dazu einen frischen Weißburgunder.

Eine Stunde später, es wird schon viel gelacht, gibt es so allerlei, und es wird auch schon Roter gereicht.

Dem Leibe alle förderlichen Stoffe zugeführt, jeden Zag, alle Zweifel aus dem Bedenk gestoßen, frei geredet, fröhlich gezecht, alle Abwehrkräfte maximal in Stellung gebracht, dabei mittätiges Vorbild, einfach gesund wie Bolle, gnadenlos Graf Rotz, und irgendwann, sage ich Euch, liebe Leute, werden wir von der Immunitätsliga siegen.

Wir von der Immunitätsliga nämlich blicken schon etwas länger durch. Wir wissen sogar von denen, die von uns noch nichts wissen, aber vom Grunde her zu uns gehören. Dass Magnus Wolf Göller in diesem Sinne zu uns gehört, das sei hiermit öffentlich gesagt.

„In der Immunitätsliga haben sich Männer und Frauen zusammengeschlossen, die auch um aller Kinder willen gesund sein wollen.“

Das ist die Gesamtheit unserer Satzung.


Hier wurde mir eben der Text übernommen. Ich ließ es in diesem Falle einfach geschehen. Die Immunitätsliga hat bereits große Verdienste und rückt unaufhaltsam voran.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Viva Nietzsche!

Als „kleines Dankeschön“ bekam ich vor ein paar Tagen für eine Lektoratsarbeit und einen eigenen kurzen Beitrag am Ende eines nunmehr erschienenen feinen kleinen Büchleins ein wohl gut zwei Kilo schweres Nietzschekompendium von einer, ich darf nunmehr wohl sagen Freundin, zugesandt, einen gewaltigen Schmöker von der Stiftung Weimarer Klassik, erschienen bei Hanser, mit dem Titel „FRIEDRICH NIETZSCHE – Eine Chronik in Bildern und Texten.

Nietzsche der Mensch in seiner Zeit. Wunderbar.

Das mir bislang schönste Zitat, ich finde es gerade, eben doch noch nur in den über achthundert Seiten geblättert und quergelesen, schon nicht mehr…aus der Anfangszeit Nietzsches als blutjunger Griechischprofessor…

Etwa, auf die Dispziplin seiner Schüler angesprochen, meinte er, was er denn mit Disziplin wolle, er habe die Schwächsten zu schützen.

Eine Fundgrube sondergleichen.

Nietzsches ganzes eigentliches Werk gelesen, den Zarathustra immer wieder, entdeckt sich mir hier der Mensch in seinem persönlichen Umgang, der Beurteilung von Zeitgenossen, entdeckt sich, unter wie vielem Ringen und oft krankhaften Zuständen sich dies Genie entwickelte.

Durch und durch schon Empfehlung dieser überaus verdienstvollen Zusammenstellung, indem ich bislang nur einen Bruchteil davon gelesen und geschaut habe.

 

 

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Mein Traum vom Fall der Masken

Heute Nacht hatte ich einen recht seltsamen Traum.

Ich war in München zu einem Wochenendbesuch bei einer recht lockeren Wohngemeinschaft eingeladen, doch gab es bald ein paar Unstimmigkeiten, so dass ich mich entschloss, per Bahn vorzeitig wieder gen Würzburg abzureisen.

Und siehe da, ich traute am Hauptbahnhof meinen Augen nicht: KEIN EINZIGER von den hunderten Leuten trug noch eine Maske!

Was war da geschehen? Wieso hatte ich das nicht mitgekriegt? Alle erdenklichen Erklärungsmöglichkeiten, wie das über Nacht dahin gekommen sein könnte, schossen mir derart kreuz und fatz durch den Kopf, dass ich kurz aufwachte, denselben schüttelte, bald wieder einschlief.

Ich blieb dann doch noch ein wenig im wieder schönen München, und die Leute trugen weiterhin nirgends Masken. Ich wunderte mich kaum noch darüber, denn die Selbstverständlichkeit der Menschen dazu war überall.

Es gab dann noch ein paar traumübliche Irrnisse und Wirrnisse, von denen nur eines hier noch erzählt: In der Cafeteria eines Supermarktes, wo ich mir noch ein wenig Jause für die glückliche Heimfahrt besorgen wollte, da entdeckte ich dann doch an einem Stehtische noch fünf oder sechs sich eng zugekrümmte Ewiggestrige, sehr verdrießlich in Körperhaltung und Gestik, leise einander zuflüsternd…

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Von den drei oder vier Arten von Philosophen

Ergab sich gestern einfach so, im also fröhlichen wie ernsten Gespräche mit lustigen jungen Leuten, auch auf mögliche Berufsbezeichnungen für mich und andere Freischaffende, hiemit kam dann von meiner Seite gar der Philosoph hinzu. Worauf es mir also in die Rede fiel (Gedächtnisprotokoll):

„Es gibt eigentlich nur drei oder vier Arten von Philosophen.

Die erste und wahrscheinlichste ist, dass der Philosoph verhungert.

Dann gibt es eine Zweite, jene der abverkauften Staatsphilosophen, die nur herumlungern und für ihr erwünschtes Geseich fette Kohle einstreichen.

Die dritte schreibt wirklich gute Bücher und verhungert deshalb nur halb.

Die vierte hat es auf einen Lehrstuhl an irgendeine Uni geschafft und damit ein schwer zu nehmendes verträglich anständiges Auskommen.

(Man verstand mich wohl nicht gleich ganz. Es schien aber was anzukommen. Wir waren auch bald wieder bei erbaulicheren und nützlicheren Dingen.)

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Mein Psychiater spinnt komplett, ist aber äußerst nützlich

Kurz nach Fünfe, es hub schon an zu dunkeln, erklärte mir mein Online-Psychiater, Ernst August Horatio Niemeyer, ich hätte ein umgedrehtes Asperger-Syndrom. Sei also insgesamt allgemein verkehrsfähig, wenn auch ohne besondere Kenntnisse, aber dafür umso mitteilsamer.

Dabei ist er selber in Kopfrechnen ein schlimmer Spast, sage ich nur fünf mal acht, so braucht er eine Maschine dafür, sein Latein ist nicht einmal in den banalsten Fachbegriffen sicher, Englisch hat er nicht nur aussprachemäßig bei einer Klotzberta vom hintersten Kuhdorfe gelernt, seine Auffassungsgabe liegt hinter den meisten Drittklässlern. Über sein Deutsch ist gleich gar kein Wort zu verlieren. Aber, sagt er, Summa cum Laude an der Uni.

Was mich hinwiederum nicht wundern tut. Denn die ihn promovierende Professorin war laut seinen Angaben schwerstschwul.

Weshalb ich mich mit diesem missratenen Kasper noch herumschlage? – Der kann mir ein Impfbefreiungsgutachten schreiben, das vor jedem Gericht standhält. Niemand wird an seiner Expertise zu zweifeln wagen.

Also werde ich ihn morgen fragen, wie man in meinem Alter noch Freimaurer werden kann. Ich wolle endlich doch noch in den Schoß der Guten und Gerechten kriechen. Natürlich werde ich das etwas anders formulieren. Ich darf ihn nicht so direkt überfordern.

Er wird mir dann über seinen mit ihm verheirateten Sekratär einen neuen Termin geben lassen. Meine Kasse wird ohne Murren auch den bezahlen. Reicht ja mal auch, indem ich sonst praktisch nie krank bin, mit meinen Beiträgen nur schwer Drogensüchtige und Dekadente und Vollabgedrehte bezahle.

Ich habe bei dem nicht einmal irgendwelche Bedenken, dass er diesen Text lesen und darüber sauer werden könnte. Er wird ihn, so hat er es gelernt, nur als Auswuchs meiner Krankhaftigkeit begreifen. Mir den Zettel noch viel schneller und befriedigter unterschreiben.

 

 

 

 

 

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