Wie retten wir die WHO und Bill Gates vor dem Teufel? (II)

Eben hat mich ein Anruf aus Genf erreicht, der Chief Medical Plant Extinction Officer – so stellte er sich vor – sprach zunächst ein recht passables Englisch mit erträglichem, vermutlich italienschem Akzent (Inder klingen auch bei rollendem „R“ anders, zumal ist ihr Englisch grammatisch besser), er bot mir ohne allzuviel Umschweife an, dass ich Chief German Communcations Officer für die Ausrottung bestimmter Pflanzenarten werden könne, sofort, so sehr habe ihn mein Vorartikel in Google-Übersetzung sofort überzeugt, es lägen auf einem schweizer Nummernkonto schon dreihunderttausend Franken für mich bereit, wollte ich den Posten übernehmen. Ich sei aufgrund meiner großartigen Leistung zur Dringlichkeit der Sache, des weiteren meiner besonderen rhetorischen Fähigkeiten, hierfür zweifellos die erste Wahl für den deutschen Sprachraum.

So schnell hatte ich das natürlich nicht erwartet. Denn habe ich ja meinen Vorartikel „Wie retten wir die WHO und Bill Gates vor dem Teufel?“ erst vor kaum ein paar Stunden veröffentlicht. Die sind wirklich auf Zack da unten in Genf.

„We in Tscheneva (so drückte er sich aus) see you as the Chosen One at least for Central Europe. We might be willing to offer you the oversight from Greenland and Madeira all the way to the Russian-Chinese borders.“ (Den Satz las er wohl ab, denn er war fehlerfrei.)

Selbstverständlich ward ich misstrauisch. Allzumal ward mir klar, dass ich mich mit einem Plörrentrinkgeld von 300 000 Fränkli nicht würde abspeisen lassen, indem ich ja das größte Menschheitsrettungsprogramm als erster logisch unanfechtbar und in allen wesentlichen Punkten allein und ohne jede Mithilfe beschrieben. Also forderte ich dreißig Millionen Franken, verteilt auf mehrere Konti auf den Virgin Islands undsoweiter, Aktienpakete und physisches Gold.

Damit hatte er offenkundig nicht gerechnet. Er dachte wohl, dass alle Deutschen damit glücklich seien, wenn man nur ihnen bei jeder Gelegenheit das Geld aus der Tasche zöge. Was liegt mir an dummen Deutschen?

Er kam also etwas durcheinander, sein romanisches „R“ verschärfte sich, auch Wortschatz und Grmmatik begannen zu leiden, sein „Th“ war ohnehin schon lausig, weswegen es sicher kein Nordspanier sein konnte. „What we arre considerink efen such some sums, sough I musted be consultado wiss my leading secretarairries. I will call against.“

Er wird sicher wieder anrufen, oder man nimmt eine zuckersüße Schweizerin mit dem schönen melodischen Klang, den halben „A“ und „O“, die fast nur eine Schweizerin so schön auszusprechen weiß, mich zu bezirzen, ganz einfach, weil dort unten so schnell keine Schwäbin beizutreiben, die das vergleichbar könnte.

Ach, hach, da muss ich schon kurz unterbrechen.

Es kam nämlich eben also: „Lieberch Cherr Chöller, wir chaben üüber Ihr Aaangebod nochch imol nochchedocht. Mir, ah, wir bruuchen unbedinkt an Düütschen.“

Da blieb ich natürlich nicht faul, entgegnete: „On seller Daitsche, so ebber, der brauchd jedsed bloß eier Geld, der Reschd an Gseier lassd sich schbara.“

Da derart hochgebildete Schweizerinnen in der Regel auch Schwäbisch verstehen, worauf ich erfolgreich setzte, meinte sie „Ichk ka dös nit intschieda“, gab mich zurück an den Romanen mit dem zweifelhaften bis leidlichen Englisch.

„Misterr Geuller, we arre strrongly sinking abouhut yourr rrequest, you will hearr soonly frrom our site against.“

Wunderte mich sehr, könnte ich die dreißig Millionen nicht klarmachen. Außerdem klang die Schweizerin wirklich süß.

 

Bisher kein Kommentar

Coronademoorgie

Die Coronapolizei wird unter ihren schweren schwarzen Schutzanzügen diesen Sommer mächtig das Schwitzen lernen.

Vielleicht sollten ihnen Frauen anstatt Blumen einfach bloße Titten entgegenstrecken. Nein durch nackte Nippel.

Die Männer in kurzen Hosen und ebenfalls mit nackten Oberkörpern (die schwulen Pollis sollen schließlich auch versorgt sein) bieten ihr Bier zum Mittrinken an. Für die Hunde hat man rohe Leber dabei.

Den kleinen Kampfhennen, die man jetzt oft also gern wie feige vornanstellt, wird ein flotter Dreier angeboten.

Omis fangen an zu kreischen, erinnern sich an die Nachkriegszeit und wie es bei den Beatles war.

Es wird eine einzige Orgie.

Am Ende ist der ganze Platz vor dem Reichstag mit zweckentfremdeten Polizeiknüppeln übersät, den Gürteln der Beamten, die zu Sadomasospielen verwendet wurden und schamhaft nicht wieder eingesammelt, es ging halt zu wie im Mittelalter.

Früher nannte sich das „Fraternisieren“. Der zufällig vorbeikommende Berliner wird sich nur sagen: „Ditt is Berlin.“

————————————-

Mal im Ernst jetzt. Warum sollten nicht alle zumindest ihre Hemden ausziehen und die schwerst schwitzenden Coronabeamten dazu auslachen? Was, wenn derlei Bilder aus dem freizügigen Germanien, wo man selbst in der DDR nackt an den Strand durfte, um die Welt gehen?

 

 

 

 

Bisher ein Kommentar

Schönster deutscher Herbst seit 10 000 Jahren

Ich schätze, wenn die Arbeitslosenquote über die magische Zahl von 6 Millionen steigt, werden unsere Umfrageinstitute eine Zustimmung zur Regierungspolitik von 6 mal 6 mal 6, also 216% vermelden. Es wird nachweislich mehr Zustimmende geben, als es auf der ganzen Welt je Viren gab, was uns in einer Sondersendung des ZDF dazu erklärt wird.

Ruinierte Gastwirte werden unter Tränen berichten, wie froh sie sind, dass die Regierung sie vor dem Todschleudermob, der vorher noch täglich in ihre Lokale brach, mutig und entschlossen rettete.

Der Manager des FC Bayern wird auf Knien dafür danken, dass seine Fußballer noch leben, indem man sie nicht Woche für Woche Zehntausenden Killern im Staion aussetzte.

Lehrer werden vor Dankbarkeit Weinkrämpfe kriegen, dass man sie endlich vor ihren Schülern schützte, so habe man allein in Deutschland 300 Millionen von ihnen vor dem sicheren Tod errettet.

BischöfInnen werden im Netz Dankesgottesdienste abhalten, dafür, dass es – der Regierung sei Dank – überhaupt noch Gläubige gibt, denen sie predigen können. ImamInnen schließen sich dem ausdrücklich an.

Die Luftfahrtindustrieabwicklungsgesellschaft (LIAG) wird stolz berichten, wie viel Kohlendioxidemissionseinsparung die weisen Maßnahmen der Regierung gebracht haben.

Die Gewerkschaften werden sich bedanken, dass deutsche ArbeiterInnen zum ersten Mal seit 10 000 Jahren wirksam geschützt wurden.

Die Antifa ruft dazu auf, Blumen nach Berlin zu schicken.

Peter Altmaier bekommt 6 Millionen Heiratsanträge.

Bei der Union und der SPD rauchen beinahe die Rechner durch, wegen der vielen neuen Mitgliedsanträge.

Fast der gesamte Notabitursjahrgang bewirbt sich beim Verfassungsschutz.

Kurzum: Es wird nie ein glücklicheres deutsches Volk gegeben haben als in den kommenden Monaten.

 

Bisher kein Kommentar

Generationenübergreifende Debatte: 22/39/56/73

Ich bin nicht mit Computer (den ersten kaufte ich mit 22), Handy und Netz aufgewachsen, bewundere eineinhalb Generationen danach die jungen Leute, die jetzt gegen die Coronadiktatur aufstehen, viel mehr eigene Zukunft riskierend als ich, obzwar die meisten von ihnen vermutlich weitaus weniger Weltwissen haben, schon die Lügen um die Golfkriege mitbekommen, 9/11 live und im Nachgang, gar den Mauerfall, die Wiedervereinigung, die damals noch verheerende Luftverschmutzung und fast toten Flüsse, die durchaus begründete Angst vor einem versehentlich ausgelösten Atomkrieg undsoweiter.

Deren durchschnittliche Grundbildung ist zwar, wofür sie nichts können, zweifellos schlechter als die meiner Generation, in Deutsch wie Mathematik, You name it. Da steht aber dieser Nachwuchs, virtuos in der Nutzung der neuen Techniken, dass ich mich demgegenüber nicht selten schon als abgehängter Opa fühle, indem ich, da meine Söhne 19 und 21, ja schon einer sein könnte. Wäre ich Pole, so sagte ich, Polen sei noch nicht verloren.

Viele von ihnen werden allenfalls mal den Namen Friedrich Nietzsche gehört haben, schon viel weniger jenen eines Heinrich von Kleist, Giordano Bruno oder Miguel de Cervantes Saavedra, Dante mit Boccaccio mag ihnen eher Latte Macchiato heißen als sonstwas, aber sie sind dabei, wenn auch noch etwas grün hinter den Ohren, so frisch und frech, dass wir Älteren nicht nur nicht auf sie herabsehen sollten, sondern ihnen unsere Erfahrungen und Erkenntnisse so klug und möglichst wenig oberlehrerhaft zuführen, manchmal einfach behutsam knapp zusammenfassend, was wir meinen, aus der menschlichen Geistesgeschichte, von Dichtern und Denkern und aus großen Ereignissen der Vergangenheit gelernt zu haben.

Nehmen wir noch einmal 22 gegen 56. Dazwischen steht 39, liegen also jene, die jetzt ihre Pubertät doch endgültig überwunden haben, bereits umfangreiche Berufserfahrung und oft auch Familie, die wuchsen auch schon mit Netz auf, stehen dazwischen, können trefflich als Bindeglied wirken, damit die Jungen selbst die wirklich Alten verstehen lernen, sie nicht für bescheuert halten, nur weil die mit dem rein technischen Fortschritt nicht mehr nachkommen.

So wäre, beispielsweise, auch einmal eine Gesprächsrunde 22/39/56/73, zwei Männlein, zwei Weiblein, genau zum jetzigen Zeitpunkt interessant, Moderator oder Moderatorin mitte Vierzig, die Lage zu beleuchten und zu besprechen.

Ein solches Video könnte, egal, was Buhtjub und Fakebuckel gagegen machen, „viral“ gehen. Wenn man so will mit gleich vier Generationen, denn auch heute noch sind die meisten mit siebzehn zeugungs- und empfängnisfähig, nicht nur in Afrika.

Das könnte, mit Einblendungen von anderen Videos, kleinen Pausen (es ist nicht sicher, dass die ganz Jungen die weniger bräuchten als die Älteren), durchaus mal über drei Stunden gehen, alle Altersstufen ab aufgeweckten 14 bis Methusalem Forever erreichen.

Ich kann das derzeit nicht einrichten, nur den Gedanken vortragen, bin aber gerne dabei.

 

Bisher kein Kommentar

Google kann kein Deutsch

Der Google mag zwar leidlich Englisch können, etwa so, wie heutzutage jeder, Deutsch aber kann er weit weniger als das.

Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe. Einer ist der deutsche Satzbau, dem er nicht nachkommt, sobald die Sache etwas verschachtelter wird, der andere liegt in der freien Wortbildung.

„Googlegläubiger“ wird er noch verstehen als einen, der dem Google glaubt, nicht einen, dem Google Geld schuldet, denn Schulden hat das Unternehmen im finanziellen Sinne wohl keine.

Vermutlich hätte er bis vor kurzem, als Christoph Waltz in Amiland dem lustig begeisterten Publikum einer Schwatzschau lange und immer längere deutsche Wörter anbieten durfte, endlich bei „Bezirksschornsteinfegermeister“ ankam, auch das nicht recht entschlüsseln können.

Dies Wort hat nur fünf bezeichnende Bestandteile, ersetzte man „Schornstein“ durch „Kamin“, so wären es nur vier. Etwa wie bei Kindertagesstättensekretärin.

Spätestens beim Altflussschaufelraddampferkapitänsmützenaufbewahrungsschubladentuchseinkleidungsfarbton dürfte es dem dem Google das Blech weghauen wie als ob er Elon Musk hieße.

Heinrich von Kleist oder Friedrich Nietzsche oder auch manchmal mich, der ich ja denkbar volkstümlich versuche zu schreiben, versteht er vermutlich oft auch nicht. Im Deutschen stochert er wie in einem schweren nordischen Nebel.

Wahrscheinlich hat er inzwischen gelernt, dass immer der letzte Begriffsteil das grammatische Geschlecht des zusammengesetzten Wortes bestimmt. Wie er es dann aber sich zu Verständnis und richtig in andere Sprachen bringen will, da wird er wohl einst den jüngsten Sohn von Elon Musk, den X AE A-12 Musk, noch fragen müssen.

Bisher kein Kommentar

Biete dem Gesundheitsminister einen Niederimpfwettkampf an

Ich biete „Gesundheitsminister“ Jens Spahn, er 40, ich 56, was man dann kaum als unfairen Wettbewerb zu meinen Gunsten beurteilen dürfte (es sei denn, man setzt, dass Alter gegen Nebenwirkungen von Impfungen zunehmend immun mache), bestimmt nicht zum Spaß, aber zu sehen, wie viel Mut er hat, wie sehr er dem Gezeugs wirklich selber traut, einen Niederimpfwettkampf an. (Wir könnten hinterher natürlich flitzgesund verjüngt sein, oder nur einer, rumrennen wie Arnold Schwarzenegger in seinen Zwanzigern.)

Und zwar, wie hier schon beschrieben, dass ich bereit bin, mit derselben Nadel aus derselben Spritze die zweite Hälfte der jeweiligen Dosen in mich aufzunehmen, oder aber, erscheint ihm das hygienisch unverantwortlich (außerdem könnte ich so ja hählinge von seinen Antikörpern profitieren), es gibt zwei Spritzen, und das Los fällt sauber darauf, wer jeweils welche abbekommt.

Das machen wir dann Woche für Woche, mit allen Impfstoffen, die es schon gibt, auch jenen, die jetzt gegen Corona im Test, die noch kommen, wir schauen dann, ob der junge Jensl oder ich, dem man in den Siebzigern noch Radiumsalbe aus dem Bleipott ins Gesicht schmierte, Narbenbildung einzudämmen, länger Spaß daran hat. (Vielleicht habe ich da doch einen fiesen Wettbewerbsvorteil, weil das Radium Impfstoffe frisst, oder mein Immunsystem wegen der Radiumverdauung gar nicht mehr auf solche reagiert. Das mag ihn abschrecken.)

Es mag auch fies von mir sein, dass ich vermutlich mehr Rotwein trinke als Jens Spahn, vielleicht auch noch Whisky. Oder, dass ich rauche, mehr rauche. Frischen Weißdornblütentee trinke oder sonstwas.

All das wird die seriöse Wissenschaft am Ende natürlich zu evaluieren haben, irgendwas wird sich finden, weshalb der Jens zusammenbricht und ich nicht, weshalb er einen derart ungleichen Wettkampf gleich gar nicht eingehen solle, klar sei, dass da ja nur ich gewinnen könne, wie als ob ich beim Schach statt acht Bauern acht Damen vornstehen hätte, Anzug mit Weiß dazu.

Am besten, wir ballern uns gleich fünf Impfungen aufs Mal rein, mit Vollkante Thiomersal, dem Quecksilberheilmittel, damit es sich nicht so lange hinzieht, das Volk wird schließlich noch vor dem Hochsommer Ergebnisse sehen wollen.

Um auszuschließen, dass Alter, Geschlecht und Gewicht zu meinen Gunsten ausschlügen, träte ich auch gegen Ursula von der Leyen, Peter Altmaier, ja gegen die Kanzlerin höchstselbst an. (Bill Gates oder seine Gattin Melinda dürften ebenfalls gerne teilnehmen.)

Jens Spahn wäre aber wäre mir der liebste Kontrahent, denn er ist so schnuckelig und süß.

Achso, der Spahn Jens riskierte natürlich statistisch gesehen 16 Lebensjahre mehr als ich, ginge also ein größeres Risiko, das könnte als Noceboeffekt eine Rolle spielen, denn wer mehr Angst hat, der bekommt bekanntlich leichter Panik, dreht durch und wird krank.

Von daher verstünde ich es durchaus, wollte der Jensi nicht antreten, rieten ihm seine Leibärzte entschieden von diesem Wettkampf ab. Allzumal er 192 Zentimeter misst, ich nur 175, womit in ihn zumindest längweis mehr Viros und Baktos und sonstwelche Schackos reinpassen als in mich.

 

Bisher kein Kommentar

Überlebt, vom Rotzlappen, vom Streit um den Aluhelm

Ich denke, ich bin Coronaüberlebender, also vermutlich immun gegen das Originalviech, denn ich hatte Ende Jänner oder Anfang Feber eine ungewöhnlich schwitzige Nacht. Von der Art, dass man unter besonders wirren und auch unschönen Träumen je nur halbstundenweis schläft, zeitweise vor sich hin dämmert, streckt man irgendwas zur Kühlung aus der Decke, wird es viel zu schnell zu kalt.

Vielleicht war es auch was anderes als die Zombieapokalypse, einfach Dichterweltschmerz, der in mir viral ging, zumal gebeut es mir mein Stolz, indem ich höre, dass Gesunde meist gar nichts merken außer einem kurzen Niesen, nicht daran zu glauben, dass es dies Mikroviech gewesen sei.

Gestern hätte ich in die Hände der Zombieapokalypsenhäscher geraten können, denn ich vergaß beim Eintritt in den Lidl tatsächlich, merkte es erst nach vielleicht einer Minute, meinen Rotz- und Kotzlappen überzuziehen. Knapp dran vorbeigeschrappt. Ich hoffe (schon wieder, das wächst sich noch zur Krankheit aus), dies ist jetzt keine Selbstanzeige, der verschärft nachgegangen wird, ich war gestern gar nicht da, sucht die Leute, findet sie aus, befragt sie, habt Spaß, mir 200 Euro reinzusemmeln.

Mein Rotz- und Kotzlappen ist nicht nur ein Schmuckstück, er ist aus feinster längstgekämmter weißer Feinrippbaumwolle, erste Qualität, made in Germany, er lässt sich ohne Ohrenzwick jederzeit mühelos anlegen, er schneidet nicht ein, bequemt sich jederzeit in die rechte Vordertasche der Hose, allezeit sofort gezückt zu werden, einmal gute Handarbeit zuhause, sauber zugeschnitten, und schon können die Chinesen ihre schimmelige Billigware behalten.

Jetzt sah ich im Netz einen, der hatte einen schönen Aluhut (also mit anständigem Unterhut) auf, und der hatte nicht nur meine Pickelhaube, der hatte zwei Hörner aus Alufolie. Das lerne ich dem vielleicht noch ab.

Was auch gleich wieder anzeigt, dass ich auf den hyperpazifistischen Weg „o lass mich doch vielleicht mal was fragen, bitte“ selbst nicht einschwenken werde, ich werde weiterhin einfach so fragen und als Frage auch herumstehen und mit Leuten reden und auch mal laut lachen oder schreien. Aluhut tut gut.

Aluhut gefällt mir nicht nur besser als „Bommel“, es klingt auch besser und ist auffälliger und frecher und lässt sich jeder normale anständige Hut mühelos entsprechend aufrüsten. Ein Gummi- oder Feinrippunterhosenprotestband drumrum, damit das Alu bei Böen nicht von dannen fliegt (bei mir steht „Esul XY“ in sieben Zentimetern Höhe, Rot auf Weiß auf einem letzteren), es darf nur nicht zwischenzeitlich zu sehr zerknitscht werden, für Hutträger nichts Neues, auch für Helmträger.

Sowieso meine ich eher, dass ich da einen Aluhelm trage denn einen Aluhut. Weil, ich bin ja da ich so einen Hut aufhabe gefährlich, also ist es ein Helm.

Filz-Aluhelme gegen Polizeihelme, wie geht das aus?

Natürlich hat die Filz-Aluhelmfraktion keine Chance, und zwar weil nicht nur weil die Helme am Ende vergleichsweise wenig taugen, sondern unter denen sowieso keine Angriffsbereitschaft besteht, man behelmt sich ja nur im geistigen Sinne, wo nicht auch gegen den Regen.

Ich weiß, oder ich gehe stark davon aus, wir Aluhelmträger werden unsere Position als anerkannte Minderheit noch erstreiten müssen. Ich sah jetzt außer mir schon ein paar andere, die Bewegung wächst. Sie ist kurz davor, viral zu gehen.

Wundert Euch nicht, wenn Aluminiumfolie bald knapp wird. Deren Helme aus Polycarbonat sind besser, wenn es physisch auf die Rübe gibt, unsere Aluhelme sind symbolisch und geistig besser. Auch wenn sie selber nicht durch das Alu dem Überhaber strahlenschützend helfen, reflektieren sie doch optisch zumindest manchen Blödmann.

Vielleicht sollte ich einen Aluhelmverleihgeschäft aufmachen, immerhin habe ich einige Hüte, weiß wie es geht, viele haben keine Hüte, brauchen aber den individuellen Aluhelm für zumindest die Demo.

Am liebsten würde ich einen Aluhelm mit Gebrauchsmuster patentieren. Endlich eine Geschäftsidee, die fußen könnte, nur sagen mir meine Anwälte, das gehe in dem Chaos, bei so vielen Anmeldenden, auch großen Firmen bereits mit vollständiger Dokumentation, für mich nur noch in sinnlose Kosten.

HALmet heißt die Firma, die alles an sich gerissen hat. Fast alles. Einige Kleinhersteller, die vorher schon dawaren, dürfen gewerblich noch Aluhelme herstellen. Ich darf meinen noch tragen, für Anverwandte und nahe Freunde ausfertigen, das konnte ich noch, nicht Haus und Hof zu verlieren, als Vergleich aushandeln, Sie finden das Aluhelmangebot von HALmet im Netz.

HALmet hat es allerdings nicht geschafft, jede selbstangefertigte Hutverkleidung mit Aluminiumfolie unter sein Aluhelmherstellungspatent zu bringen, und bei den saftigen Preisen, die die Firma verlangt (ein Filzhut, der im Einkauf kaum 50 Euro kostet, wird mit Aluminium um 5 Cent überzogen, Gesamtgestehungskosten 60 Euro, verkauft wird das schon im Großhandel ab 390 Euro. Coole Socken, die von HALmet).

Deshalb gibt es jetzt die mit HALmet-Helmen und die mit selbstgemachten Helmen. Das Dumme für jene mit den HALmet-Helmen ist, dass die einfach von der Stange gekauft haben, von der Empfindlichkeit ihrer Helme gar nichts oder wenig verstehen, sie also viel schneller ganz ruinieren oder erstmal nur nicht mehr selber reparieren können als jene mit den selbstgemachten. Da hilft es nichts, dass HALmet im Netz schon Lehrvideos hochgeladen hat, wie man den „AL-Super-7000“ richtig pflegt, der namensgemäß dem Endverbraucher für 700 in der Basisvariante zu haben.

Bringt einer selber seinen Hut (auch da setzte sich HALmet nicht durch), lässt sich auf schriftlichen persönlichen Wunsch einen Aluhelm daraus machen, gibt es kein Gesetz dawider.

Also, sie oder er, er oder sie: Ein jedes kann sich einen passenden Hut suchen, ihn beim Aluhelmmacher seines Vertrauens zu einem Aluhelm machen lassen.

Ich denke, dass da schon Preise von dreißig bis fünfzig Euro für eine solide Volkshelmanfertigung realistisch werden könnten, Luxushelme mit Gold und Diamantenbesatz werden natürlich etwas höher angesetzt erst erschwinglich.

Viele Stylisten arbeiten ja jetzt schon auch für oder mit HALmet, die Firma tut inzwischen alles mögliche, ihr weitgehendes Monopol nicht so in Misskredit zu bringen, dass es zu Fall gebracht werden könnte.

Bisher kein Kommentar

Im Coronahauptquartier: Redeauszug durchgesickert

„Inzwischen haben wir laut Leitmedien wie unseren eigenen Zahlen im Lande schon Abermillionen von Verschwörungstheoretikern, so viele, dass Angst sich verbreitet, die alle könnten sich verschwören. Die einzige reale Verschwörung, die also andere Menschen in Mitleidenschaft ziehen könne, sei eine Verschwörung der Verschwörungstheoretiker. In Wirklichkeit tarnen deren Drahtzieher im Hintergrund ihre Weltverschwörung durch das Behaupten von Verschwörungen, die es allesamt nicht gibt. Und das besonders geschickt, indem sie auch Verschwörungstheorien in die Welt setzen, die nicht einmal der Dümmste von drei Socken glaubt.

Und jetzt, da wir ohne die Corona-Schutzmaßnahmen der Regierungen längst Millionen Tote hätten, wie etwa Schweden und Weißrussland, haben wir zum Danke Millionen Verschwörungstheoretiker – und was da hinten drannehängt, Rechtsextreme, Endzeitsekten undsoweiter.

Was machen wir mit all denen, wie begegnen wir der Gefahr, dass sie sich im Großen gegen unser so kleines Virus endschlussgültig verschwören, mit heimlichen heiligen Eiden, also, wie es üblich war, vor tausenden von Jahren, als es noch echte Verschwörungen gab?

DAS sind mehr potientielle Verschwörer, schon Experten mindestens teils in der Theorie, als ein Catilina in Aufwiegelung alles Abhubs der Republik gegen einen Marcus Tullius Cicero und die römische Staatsordnung insgesamt aufzutreiben wusste, und das ging sehr knapp aus. Sodann die Verschwörer gegen Julius Cäsar – als Teilnehmer der letzten bekannten Verschwörung der Menschheitsgeschichte – waren nur einige wenige.

Der Akademikeranteil und insgesamt Anteil an Leuten mit hohem Bildungsstand unter den Verschwörungstheoretikern, jenen, die die erste ernstzunehmende Verschwörung seit der Ermordung Julius Cäsars zustandezubringen drohen, ist erschreckend. Das zieht sich quer durch alle traditionellen Forschungs- , Wissens- und Lehrgebiete. Ebenso erschreckend der aus Beispielen erhobene vermutliche durchschnittliche IQ dieser Leute. Beide Zahlen sind Alarmsignale.

Wenn sich durchschnittliche Leute mit vielen überdurchschnittlichen Leuten verschwören, das gemeinsame Ziel und der Antrieb klar, das zu Millionen, rückt eine greifbar wirksame Verschwörung durchaus wieder in unsere Nähe, man könnte sagen, sie steht ante portas.

Was nun dagegen tun?

Vorläufig können wir außer den üblichen – jetzt allerdings erweitert möglichen, vielleicht dürfen wir bald noch mehr – repressiven Maßnahmen, der ständigen Diffamierung, sozialen Ächtung, Geschäftsuntergrabung, Verleumdung, Ausladung, ihr wisst was ich meine, eigentlich nur darauf setzen, oder, wir sollten wesentlich darauf setzen, noch mehr wirre Verschwörungstheorien zu streuen, vom Teufel, von Trump, von Außerirdischen, Unterirdischen, Drachen, die es noch gibt, mit Feuerwerk, Gesichte von Medien, verdammt nochmal, ihr wisst, wie es geht, wir müssen jeden verdammten Scharlatan anheuern oder auch nur in Aufmerksamkeit nach vorn schieben, jeden abgedrehten Eckenlull, Wunderbalmpillendreher, Kräuterhexen, Astros, Veganer, Flacherdler, Reinkarnationen Napoleons oder Kants, blast ihnen die rein wie nie, kauft euch jede Hure und jeden Hurenbock, blast den ärgsten Schwachsinn auf, füttert sie mit kabbalistischem Krimskrams und gut halbfalscher Volksetymologie, züchtet euch die Wirrköpfe heran, führt sie gut, sorgt für deren Wahrnehmung: nur so sehe ich eine wirksame Vorgehensweise gegen eine dräuende große Verschwörung der Verschwörungstheoretiker.

Dadurch, dass wir noch mehr schwachsinnige Verschwörungstheorien in die Welt setzen als die, nur so, auf dem eigenen Felde, können wir sie schlagen.“

 

 

Bisher kein Kommentar

Der WAHM ist die Mutter aller Freiheit

Teilweise, man kann mich leicht schon im Vorartikel „Coronadiktatur: Lust auf Samstag Nachmittag“ und danach erst recht in den Kommentaren dahin abgleiten sehen, dass ich mich wenigstens in der Schwurbelei jenseits aller ernsthaften Anfechtbarkeiten wieder selbstermächtigen will, keinen logischen Gesetzen verpflichtet, dabei aber viel weniger unsinnig in meinen Tiraden und ständigen inneren Widersprüchen als unsere liebe Regierung, die ihren Narrentanz ja ernstmeint, was mich nicht nur wieder in Übung bringt, sondern auch ein gewisses Behagen, sich selbst besser zu betragen und ertragen, eben zumal die erfrischende Übung.

Das Geschäft mit dem Wasser-Alu-Hanf-Helm (dem WAHM) nimmt schon mächtig Fahrt auf, ich bekomme Anrufe und Ebriefe ohne Ende. Grafiker bieten sich an, Leute, die Anhänger und allerlei Accessoires für den WAHM anbieten wollen, darum bitten, ob nicht am Kinnriemen kleine Ösen oder Klippverschlüsse schon ab Werk zu haben sein könnten, ihre bunten Bänder und andere Flatterwerke bequem anzuheftend an den Mann bringen zu können.

Und dann die Spezialantennenhersteller. Ein merkwürdsames Völkchen. Das sind die, die dem professionell interessierten WAHM-Träger an allen möglichen Stellen Antennen auf dem Helm anbringen, die all das aufzeichnen, wovor der Träger darunter geschützt ist. Die haben teils wilde Ideen. Manche Helme müssen spezialverstärkt werden, deren kleine Monster zu halten.

Selbst die Spezialreinigungmittelhersteller stehen Schlange. Dabei genügen nach Abnahme des Hanfuntersatzes einfach Wasser und mal etwas Seife.

Die Bundeswehr hat den WAHM nach zugegebenermaßen zähen Verhandlungen jetzt in Tarnfarben in drei Größen bestellt, zunächst 30 000 Stück, zum Preis gibt es eine Stillschweigevereinbarung. Man kann sich aber ob der Grüße der Order denken, dass die Bundeswehr pro Stück weniger bezahlt hat als Heinz Müller auf der Königstraße. Schließlich hat die Bundeswehr seit Frau von der Leyen ein vorbildlich sparsames, ja ausgezeichnetes Logistik- und Beschaffungswesen.

Und weil die Amis nicht einmal schlafen, wenn die Bundeswehr mal was macht, stehe ich da mit einem großen Universitätsverbund in Verhandlungen, die wollen groß ordern, ihre Studenten zumindest in den Vorlesungen mit dem WAHM versorgen zu können. Es geht um – vorläufig – 100 000 Stück. Es zieht sich noch, weil es Streit um die geschlechterspezifische Ausgabe der größeren Helme an Männer gibt, was geschlechterlosen Unis einiges an Kopfzerbrechen bereitet.

Schweden hat genau zehn WAHMs geordert. Das Außenministerium sieben, das Gesundheitsministrium drei. Was ja logisch, denn bei den Geheimdiensten will jeder seinen Helm, die Ärzte setzen jedem mal einen auf und messen.

Es fragen jetzt auch Firmen an, deren Sitz auf den American Virgin Islands, die einzige echte Kontaktadresse ist eine Anwaltskanzlei in Istanbul oder Singapur, wollen mehr oder weniger freundlich mit mir über meine Patente reden.

Ein britisch-niederländisches Konsortium ist derweil auch an mich herangetreten, mit der Idee eines dauerhaft nicht auszuwechselnden und verbesserten Schutzwassers für den WAHM (und die anderen Helmsorten). Besondere Zusätze und eine vorsorgliche Ionisierung des Schutzwassers könnten die Schutzfunktion um nochmals 25 % steigern. Und so wollen sie für den guten Liter Wasser, den eine Maske braucht, 10 Euro. Wahrscheinlich sind es schamlose Betrüger und Halsabschneider. Die können das ja dann selber den Helmträgern andrehen. Derweil schreibe ich auf meine Helme: „Pure Water Only“. (Was ja auch sinnvoll ist, solange Gegenteiliges nicht als unschädlich erwiesen, denn wir wollen keine durch Chemikalien oder sonstwas von innen zersetzten Helme.)

Das schöne am Wasserhelm ist ja auch, dass er die Nackenmuskulatur stärkt. Immerhin ist gut ein Kilo stolz zu tragen. Das strafft die Haut des Halses zumal des Weibes. Ja, der WAHM macht auch sexy.

Der WAHM ist die Mutter aller Freiheit.

Bisher 2 Kommentare