Veganersturm knapp überlebt

Egon, mein Hauskobold, spätzte nur noch und fuchtelte und drohte sich überschlagend kreißender Stimme gar damit, mir im Schlaf das Nasengipfele abzubeißen und es sofort aus dem Fenster in die faul schimmelnden Nussbaumblätter zu versenken, wofern ich das Folgende veröffentlichen sollte, um ihn so für alle anderen endgültig zum Schwarzen Alben abzustempeln.


Also: > Den Staat in seinem Lauf halten weder Gott noch Nashorn auf < . Soll Erich Honecker etwa so gerne gesagt haben, bis dass sein Staat zusammenbrach.


Hier bei mir luftgetrocknete Lende vom iberischen Freilaufeichelmastschwein, echte Wienerschnitzel vom Kalb, Deichlammkoteletts, Bündnerfleisch, Hirschmedaillons, innen rosa an  Steinpilzburgundersößle, Entenbrust chinesisch und Gänsebraten altdeutsch, dazu Kartoffelvariationen, allerlei Croutons, Salatkunstwerke, Teigwarenspezialitäten, feinster Basmati, nach Hausrezept Ciabatte und sorgfältig geführte Weißbrote aus den besten Biodinkel- sowie Weizenmehlen.

Dorten, bei Jenen: Tofu Pur, Hartweizengrütze in Gemüsebrühe, wahlweise mit Zwiebel oder Tomate, geröstete Sonnenblumenkerne, Müsli mit kanadischen XXXL- Haferflocken, bolivianische Avocados, echte Borneo-Cashewkerne Natur, Salat aus portugiesischem Zwergspitzkraut, umbrisches Olivenöl, Tiroler Roggenvollkornschnitten, madegassische Bourbonvanille, Kampot Urwaldpfeffer,  nepalesische Schwarzwurzeln, abessinischen Wildbohnenkaffee, Darjeeling Bio Peak, regionalen iranischen Koriander, srilankesischen Kardamom, Thaicurry, Bruschetta Milanese, Schalotten von den Kanalinseln u.v.m.

So von mir vorgetragen auf der globalen Tastiest Food Conference zu London.

Tatsächlich versuchte mich nach diesem rein deskriptiven Anfang ein hauptsächlich junger weiblicher Mob gleich auf der Bühne zu erschlagen. Vorgegammelte Schlachthausreste flogen, Teleskopschlagstöcke gezückt alswie aus dem Nichts, man war bestens vorbereitet. Seitdem bekomme ich am Tag 5000 bis über 10000 Hassmails, hier meistenteils  nicht einmal zitierbar.

Egon lacht mich nur noch aus, denn auch seine Entourage kriegt sich kaum noch ein. Wo er nur hinkommt, ist er der Star.

 

 

 

 

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Hans Impf vermisst

Hans Impf hatte sich gerade hohen Herzens seinen dritten Pieks abgeholt: „Jetzt kann ich ruhig darauf warten, bis die anderen vollends verreckt sind!“ – so er gleich abends in seiner Kneipe, und die meisten lachten mit.

Sechs Wochen später wurde die Testpflicht auch für Geimpfte eingeführt. Zu viele Geimpfte schwer infiziert und hoch infektiös, hieß es.

Hans Impf aber glaubte das nicht. So versuchte er in seiner Kneipe wie überall, eine Bürgerinitiative gegen diesen absurden Schwachsinn ins Leben zu rufen. Um eine Sammelklage anzustrengen. Die Regierung müsse zu so einem extremen Schritt auf allen Ebenen genötigt und gezwungen worden sein. Niemals hätten die das freiwillig gemacht.

Sodann ließ Hans Impf in und um Hannover keinen Stein auf dem anderen und fand einige mögliche Unterstützer, worauf die Staatsmacht wegen des Verdachts einer Gründung einer kriminellen Vereinigung bei ihm einritt, sein ganzes Elektrogeraffel auf unbestimmte Zeit kassierte, während sein Konterfei in den sozialen Medien verbreitet, als Steigbügelhalter von Kindsmördern.

Seit ein paar Tagen gilt Hans Impf als vermisst.

 

 

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Likör gegen Corona

Ich habe es mit meinen Wildfruchtlikören inzwischen ziemlich gut raus. Leider ist die Herstellung so aufwendig, dass sich das wirtschaftlich nicht lohnt. Sammlung nur bester reifer Früchte, genaue Nachauslese, auf einen Liter Enderzeugnis im Schnitt etwa ein Kilo davon. Ansonsten nur der richtige Ansetzbrand und die angemessene Menge an braunem Zucker.

Da mir noch kein wacher Spitzengastronom vierzig Euro für die Halbliterflasche zahlt, machte ich bislang je Frucht nur ein paar Flaschen. Für mich, ein paar Verdiente und Freunde und für Gäste.

Ich werde aber wohl schon heuer jeweils ein paar mehr Flaschen machen. Als Rücklage. Wenn Corona mich nicht mehr rauslässt, habe ich wenigstens ein paar der köstlichsten Liköre von hier bis Feuerland im Haus.

Ich habe auch mal wieder etwas Wildwacholder in Planung. Das wird allerdings kein Likör, sondern ist am Ende fast ohne Alkoholverlust der aromatisierte Ausgangsbrand. Zucker brauchen diese Beeren nicht, der mag dann später mit Bitterzitronen- oder Tonicwasser hinzukommen. Schmeckt nicht nach Rauch und alten Autoreifen. Sehr ätherisch. Fast „sprituell“, wenn man mit den Beeren und dem Abziehen Glück und Geschick hat.

Ich hoffe, die kommende Regierung wird derlei selbsterhaltende Tätigkeiten nicht verbieten. Also schonmal die Wildsammlung. Wegen der zertretenen Käfer oder so. Oder wegen des Verdachts, dass ich die Früchte mit übertriebenem Energieaufwand einkochen könnte. Oder indem ich eh nicht mehr rausdarf in den Wald.

Immerhin haben die in Berlin meinen Likör nicht. Und wenn sie gefundenes Raubgut einziehen, gibt es für alle nur diese paar Flaschen. Dann ist Sense. Finito. Arsch ab. Ende. Denn dann macht der Magnus bis zur vollen Satisfaktion keinen mehr, ob tot oder lebendig.

Gar unstet wie außer sich werden sie nach solcher Endschandhandlung kaum weggesoffenermaßen schon die ganze Welt auf Ersatz durchkämmen, wie als ob ein Fluch auf ihnen läge. Sie werden durch Turin und den Veneto toben wie die Teufel. Durch das Zentralmassiv und den Appenin irren. Die Alpen. Die Karpaten. Den ganzen Balkan. Am Ätna zu ihren Fingernägeln Asche fressen. Menstruations- und Potenzstörungen haben. Durch all ihr delirantes Gegenprobetrinken endlich untergehen.

Sie sind hiermit gewarnt.

 

 

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