Annie Biden und Joe Baerbock geben sprachlich den Takt vor (Video)

Zunächst bedarf es eines gut strukturierten und dokumentierten Videozusammenschnitts der sprachlichen Sonderleistungen Joes und Annies, damit jeder sich alles anschauen und bei Bedarf immer wieder anhören kann. Sich damit klar eine eigene Meinung zur Analyse des Vorgefallenen bilden.

Davor mag man einen „Teaser“ setzen und eine kurze moderatorenmäßige Einführung in die Sache. Bestimmten Sinnabschnitten entsprechend, werden wertende Beobachtungen eingestreut.

Zum Ende hin werden die Einzelbeobachtungen zusammengefasst, wird ein ausführlicheres, nochmal Kernbeispiele aufzeigendes Urteil abgegeben.

Ich stelle mir ein Video von etwa 45 bis 60 Minuten vor. Mit guten kabarettistischen Einlagen allerdings könnte es gerne auch etwas länger werden.

Aber keine Einblendungen aus der Konserve, keine Tuschs, keine Bildchen und Mönsterchen und Lachwegweiser, gute, neue, frische Karikaturen zur Sache allerdings ja.

Vielleicht interessiert das keine Sau, wer will noch wissen, ob ein Politiker noch ganz bei Wort: Es mag aber auch ein höchst viralöses Video werden. DIE Doku der Unterwürfigkeit und Feigheit der Bürger Amerikas wie Deutschlands, zweier einst bedeutenden Nationen, sich von Redunfähigen regieren zu lassen.

Was im Abspann dann auch in harten dürren Worten deutlich zu machen.

Das wird bitterwitzig. Ich habe es schon vor Augen.

 

 

Bisher kein Kommentar

Busse die die Welt bedeuten

Wir haben in der Nacht nach unserem illegalen Weimarverweis noch über eine kleine Idealbesetzung nachgedacht und kamen darauf, dass die Kerntruppe, die der Polizei ihr unrechtmäßiges Handeln abwechselnd erklärt, aus drei oder vier Weibern und drei bis maximal fünf Männern bestehen müsse.

Natürlich kann ich hier nicht verraten, welche Hauptrollen wie zu besetzen sind. Aber immerhin weiß ich außer mir schon ein paar sehr interessante Kandidaten, die auch schon vorgesprochen haben.

Es gibt zudem kein fertiges Stück, und am besten ist jeder und jede je nach Lage selber Regisseur.

Die Bühne kann plötzlich geräumt werden wie der Bus, der auch die ganzen, gerade unter überraschend ungünstigen Umständen entscheidenden Nebenhauptrollen, den auftauchenden Geist zur Seite, ja selbst dahinter raunende Hexen mitgebracht.

Kurzum, man braucht vorn ein paar Närrinnen und Narren, die jederzeit in die verständlichste Vernunft wechseln können, also, dass schonmal der Einsatzleiter noch weniger rafft, wie er damit umgehen soll, daneben stehen seine unsicheren Fußsoldaten, schon verunsichert, wann denn mal klare Anweisung käme, etwas schepp, und jeder sieht, dass der Arme jetzt nach oben telefoniert, bevor er die Megaphonansage macht und die Marschrichtung schlussgültig vorgibt. Nachdenken und eine Art Angst in dreißig jungen Polizistengesichtern, obzwar wir nie eine echte Bedrohung sein konnten.

Die mussten da ziemlich lange auf Habacht nur dumm herumstehen, daher hatten sie alle Zeit, sich unsere Aufführung reinzuziehen. Der eine oder andere wird danach vielleicht, als schon das dritte Bier zwickte, nochmal im Netz nachgeguckt haben, inwieweit zumindest der Einsatzleiter vorort sowie dessen Vorgesetzter sich zweier Straftaten schuldig gemacht haben könnten, die mit bis zu fünf Jahren zu ahnden.

Mundart hilft mitunter auch. Jedenfalls schien der Einsatzleiter ein Bayer. Er versuchte es gut zu überspielen, aber sowas höre ich. Mag sein, er ist ein bayerischer Weimarer oder Erfurter.

Ziemlich viele bei der Polizei haben erkannt, dass sie in dieser Dümmstseppelei zu den unterdümmsten Seppeln von allen gemacht werden. Daran darf man sie durchaus mal erinnern. Man kann es ja etwas gewählter und doch sehr knapp und verständlich mal sagen.

Wer denn hier von den ganzen jungen Polizistinnen und Polizisten in eine derartige Versklavungslage noch Kinder hineinsetzen wolle? Lauter ansonsten sehr fit und gesund aussehende, vermutlich recht gut ausgebildete junge Leute, und für so einen absurden Scheißtanz müssen sie im Zweifel die Rübe hinhalten? Merkt da bei euch keiner (das indirekte Duzen ist manchmal immer noch kein schlechter Kunstgriff), dass ihr noch schlimmer reingetrieben werdet als der arbeitslose Musiker oder gesperrte YouTuber?

Es ist halt „open stage“, und wie lange man die Bühne wie halten kann, weiß man nie. Das Publikum ist nur ziemlich begrenzt berechenbar, man muss jederzeit improvisieren können, immer die Nerven behalten, selbst wenn man nach einem unsanften Schubs etwas länger liegenbleibt, als es von der Verletzungslage her unbedingt notwendig gewesen wäre.

Die Reden zur Seite (die nehmen ja alles auf und bekommen es mindestens emotional oder in den vorderen Reihen gleich mit), kopfschüttelnd, sich erstmal zurückziehend, dienen dabei keineswegs nur zur Ablenkung und Verwirrung, denn bahnen sie den Weg für den nächsten Mimen, der plötzlich beruhigend oder mit ansteigender Verve etwas ganz anderes erzählt, sich dann aber den Tiraden seines Vorredners nochmal etwas differenzierend anschließt.

Spätestens hier ist es Zeit für ein Weib, und zwar erst recht, wenn der Einsatzleiter eine Einsatzleiterin ist.

Belassen wir es nun erstmal bei diesen Beispielen.

 

Bisher kein Kommentar

Vom kommenden „Leugnertsunami“ und dem „Notstand aller Notstände“ (der „Mutter aller Notstände“)

Eben wurde verkündet, dass in Bayern dieses Jahr einschließlich kleiner Dorffeste und des Oktoberfestes keine Volksfeste stattfinden sollen.

Nungut, so trist das ist, sehe ich doch auch ein paar Vorteile beziehungsweise Chancen darin.

Erstens werden viele Leute sich noch mehr über die Staatsregierung ärgern.

Zweitens wird die verweichlichte Stadtjugend dazu gezwungen, das Guerillafeiern zu erlernen, und zwar in erheblichem Maße irgendwo im Wald, wo es gute Flucht- und Versteckmöglichkeiten gibt. Vielleicht wird da gelegentheitsweis auch schon das eine oder andere Rebellenkind mehr gezeugt.

Mancher tätigkeitslose Student oder Musiker wird  sich ob der Ausgangssperre keinen Feierwiderstand trauen, jedoch schon ab Mittag die Kante geben, um am Abend um Zehn ordentlich vorgeglüht zu haben, doch noch spontan auszureißen oder sich zusammen mit ein paar Mitverschwörern in heimlicher Feier zuhause den Rest zu geben.

Spähen und Aufklären, wachsam sein, sparsam mit Lärm und Licht, Spuren verwischen, leise Schleichen, den richtigen Zeitpunkt abwarten, Camouflage, geordneter Rückzug, echte Kameradschaft, Fluchtwegeplanung, Verwirrung des Gegners, Geheim- und Handzeichen, Biwakieren im Laubhaufen und weitere wichtige und nützliche Dinge können nach zehn Uhr nicht nur theoretisch gelernt werden.

Und, ja, da ich offenkundig schon ein wenig mit dem Schwurbeln angefangen habe, warum nicht noch mehr davon.

Jeder kernige Bursche kann seinen bisherigen Status als Führungspersönlichkeit nur dann halten, wenn er selber eine Waldwiderstandsfeier ins Leben ruft, und spätestens, wenn sein größter Rivale ihm damit zuvorgekommen ist, muss er, um nicht als Feigling dazustehen, mindestens hingehen, bald nachlegen: Fast noch schlimmer, wenn der Heinz, der sich kaum traut ein Mädchen anzuschauen, endlich seine große Chance sieht, gleich beiden zuvorkommt.

Und so kommen bald auch die stolzesten Frauen. Eintritt in eine echte Abenteuerwelt, die viel spannender als Netflix, da mit echter Gefahr gewürzt, aber nicht unbedingt der, gleich aus dem Hinterhalt erschossen zu werden, also eine gute Übung, die bestimmt nicht geschadet haben wird, sollte es mal wirklich schlimm kommen. Trotzdem potentiell masse Adrenalin und Gänsehaut satt aus eigener Produktion. Erlernen von Selbstorganisation unter realer Bedrohung. Was für eine Gaudi und was für ein grandioses Training!

Ja, und zudem ist die romantische Seite an der Sache nicht zu unterschätzen. Das Gefühl, zu einer Elite des Mutes und des Widerstandsgeistes zu gehören. Endlich mal was richtig machen, ohne den Professor vorher zu fragen, ob man es denn diesmal vielleicht richtig hinschreiben dürfe. Einfach Singen und im Mondeslicht Tanzen.

Jaja, lacht mich nur aus, ich wolle hier Taugenichtse und lose Landeier zu Helden stilisieren, diese Blödel sollten hier lesen, alles begreifen, mir glauben, damit durch mich angestiftet entsprechend loslegen, dass eine Lawine daraus wird. Trotzdem bin ich mir sicher, dass derartige Dinge, vielleicht nicht ganz so schwarmschwurbellastig idealisiert, laufen werden. Tun sie ja schon. Es muss nur noch wärmer werden, und das wird es irgendwann wohl auch dieses Jahr.

Lawine habe ich gesagt. Die gibt es hier in Bayern nur in den Alpen, das reicht also nicht. Flächenbrand wäre nicht schlecht, so werden die Medien das Phänomen wohl heißen. Und in der Tat gibt es fast überall in Bayern Wälder, die man beim Feiern nebenher gleich anbrennen könnte (jedenfalls wenn der Wald sehr trocken und man weiß, wie das geht). Frei nach dem Motto: hier brennt es besser als je in Berlin!

Insofern werde ich das irreführende Wort „Flächenbrand“ sicherlich nicht für Leute verwenden, die sich ihr Feierrecht nehmen.

Vielleicht nennen sie die Sache dann auch einen „Leugnertsunami“, die verheerenden Menschenwellen, die in Bayern die Wiesen überschwemmen und die Forste, die immer mehr werden, wie als ob sie sich trotz aller Verhaftungen über Nacht vermehrten.

Söder verhängt darauf (die Kanzlerin hat es ihm erlaubt) „den Notstand aller Notstände“, ja „die Mutter aller Notstände“.

Wie es dann weitergehen wird, liebe Freunde, das kann ich noch nicht so genau sagen, das hängt noch von so vielen unvorhersehbaren Faktoren ab, dass mir meine Glaskugel dazu gerade auch nichts Genaues mehr weiß.

 

 

 

 

Bisher 2 Kommentare

Vom Weltwohle

Weltwohles wanzten weiland willige Würger

Wettweis wo immer wimmernd halbwilde Bürger

Wandeln und wandern und weilen wollten

Das obige kleine Fundstück wollte unbedingt nochmal her.

In Gemünden hinterließ ich nach unserem Weimareinreisescheitern und illegalen Zwangsverweis am Abend noch ein im Bus Selbstgemaltes vor dem Amtsgericht daselbst, flugs abgeräumt:

Früher der Dichter

Weimar heute

Ein tapferer Richter

Der Vers ist schon etwas erinnerungsverbogen, kommt sonst aber hin. Nette Polizisten, gemessen am Tage, nahmen dafür meine und einer anderen Person, die Blumen brachte, Daten auf.

Im Neuen Deutschland funktioniert alles wie am Schnürchen.

 

Bisher kein Kommentar

Von der Beischlafsdummheit

Die Beischlafsdummheit ist zweifellos eine der ärgsten.

Deshalb hat sie uns im kosmisch ausgleichenden Gegenzuge so viele lustige literarische Motive beschert. Bände voller lesenswerter Bücher. Unsterbliche Theaterstücke. Ohne wären viele Maler arbeitslos. Wovon sollten die letzten Barden noch singen?

 

 

 

 

 

Bisher kein Kommentar

Vom Großen Siege selbst

Meine Söhne sind, soweit ich das aus der Entfernung noch beurteilen kann, rechtschaffen.

Für mich ist das, indem sie ihre Mutter früh verloren, dann mich allein ertragen mussten, ein kaum vergleichbarer Sieg.

Obzwar alles teils graus und daneben war und ich oft nicht ganz bei mir, meinen Kindern häufig wohl eher Unbill bereitete, als dass ich ihnen den angemessenen Schutz geboten hätte, kam das mit der Rechtschaffenheit durch.

Ja, ein Sieg. Ich habe tausend Tonnen Fehler gemacht und kaum verzeihliche Unachtsamkeiten und schlimme Torheiten begangen, dabei aber die eine Sache mit der Rechtschaffenheit wohl trotzdem verankern können.

Wer weiß, man kennt das ja, welches Weib mich einem meiner Söhne einst verbieten wird. Vater Magnus ist schlechter Einfluss. ZU viel Gedanken und Moral.

Inzwischen sehe ich aber auch einem solchen Szenario gelassen entgegen. Der freie Geist ihrer Mutter ist nicht tot, und ich bin es nicht einmal hier.

Sie sind frei, ich habe ihnen nichts mehr zu sagen, was sie nicht wollen.

Gut geimpft mag ich sie haben, bei all meinen Schwächen, manchmal schier verzweifelt, dass sie nunmehr selber so gut und redlich als möglich rechtschaffen sein wollen.

 

Bisher kein Kommentar

Totalsperre bei YouTube wie bestellt

Ich habe ein neues Geschäftsmodell.

Zu freibleibenden Preisen drehe ich mit jedem seriösen Filmemacher ein YouTube-Video, das ihm eine lebenslange Totalsperre, im besten Fall zuzüglich Sondersperren, bescheren wird, hiemit eine werthaltige Tapferkeitsmedaille, wie sie bislang noch sehr selten.

Dass ich pro bono drehe, kommt durchaus infrage, dann aber nur hier in meinem Revier und für glaubwürdig finanziell Minderbemittelte. Ansonsten liegt für der Vergütungssatz für den normalen Mittelstand bei rund 500 Euro netto plus Spesen für fünfzehn Minuten Endschnitt. Den ich selbstverständlich kontrolliere.

Der Auftraggeber muss indes nicht zahlen, wenn er seinen Vertragsteil erfüllt hat, ich versage. Also, dass er das Video zwei Wochen oben hat, durch sein Trommeln und seine schon vorherige Reichweite immerhin 500 Zugriffe generiert, und sich doch keine lebenslange Sperre einfängt.

Wenn das kein fairer Deal ist, will ich mal wissen, wo es noch einen besseren gibt. Ich gehe volles Risiko, der Auftraggeber kann nur gewinnen.

Die Zahlungsverpflichtung entfällt für den Auftraggeber sogar, wofern gegen irgendeine meiner Aussagen von irgendeiner Staatsanwaltschaft eine ordentliche Anklage vor einem ordentlichen Gericht erhoben werden sollte, unabhängig vom Ausgang des Prozesses.

Ich habe auch keinerlei Probleme damit, wenn der Auftraggeber sich eingangs wie im Abspann des Videos zur Sicherheit ausdrücklich von meinen Einlassungen distanziert, eben nur dokumentiert, was ein sehr fragwürdiger Magnus Wolf Göller zu sagen hat, die Öffentlichkeit darüber aufzuklären, was für Sorten an Spinnern und Losern es nunmal in diesem unserem schönen Lande immer noch gibt.

Kurzum, ich biete praktisch für Pfennige den Roten Teppich zum Ruhm.


Selbstverständlich gilt ein wechselseitiger Haftungsauschluss. Ich habe gesagt, was ich gesagt habe, verantworte mich jederzeit dafür. Alles andere aber, was ansonsten vom Auftraggeber nach dem von mir autorisierten Endschnitt dazukommen mag, geht mich nichts an. Es gibt nur die Dienstleistung, die hier beschrieben.

Diese allerdings ist gegen einen angemessenen Aufpreis durchaus auf den Kunden anzupassen. Wenn er etwa Sonderwünsche hat, um genau in seiner gewünschten Weise beispielhaft gesperrt zu werden. Das mag Arbeit machen, das kostet Zeit, also extra.

Und: Für Schwachsinn bin ich nicht zu haben. Jede Sperre bei YouTube muss logisch Sinn ergeben. Durchdacht angesteuert sein. Kein infantiler Unfug.

Ich mache auch nicht lang mit irgendwelchen Agenten rum. Andernfalls kostet das gleich nicht wenig. Und zwar schon vor einem eventuellen „Take“. Vorkasse Diskussionskasse.

Ich habe so herum auch gar kein Problem damit, wenn ein intelligenter Millionär sich mit meiner Hilfe spektakulär sperren lassen will, wofern er ansonsten nicht ein arger Schinder ist: was aber, wenn er mich zu diesem Behufe beauftragt, ohnehin sehr unwahrscheinlich.

Jetzt ist die Zeit für die breite Brust und die Tapferkeit. Wer sich jetzt klug sperren lässt, wird seiner Saat Ernte einfahren und siegreich sein.

Im übrigen ist das schlagende Video bezüglich meiner Leistungsfähigkeit extern anscheinend noch nicht unter dem Titel „Corona: Wodurch wird es brechen?“ auffindbar. Bislang nur hier „auf YouTube“ erhältlich.

Na denn.

 

 

 

 

Bisher kein Kommentar

Bundesregierung arbeitet an ihrer Ähschlagzahl

Ich habe mir grade ein Zigarettchen angesteckt, um beim zweiten Schauen eine ungefähre Strichliste zu machen, wie viele „Ähs“ und „Ähms“ der obige Kommunikationsmeister der Bundesregierung neben all seinen Versprechern in etwa 60 Sekunden Redezeit unterzubringen wusste. Ich kam auf etwa 35. Der schafft vor lauter Durcheinander nicht einmal ein „Äh“ pro Sekunde. Er braucht dafür immer noch circa einskommasieben, liefert also keinen wirklich überzeugenden Wert.

Immerhin hat er aber am Ende klargemacht, dass er nichts zu sagen weiß. Insofern sollte man bezüglich seiner noch minden Ähschlagzahl doch eher Nachsicht walten lassen.

Nachtrag

Eben fiel mir eine mögliches Fortbildungsprogramm für diesen Aspiranten auf die Eloquenzweltmeisterschaft dieser Dekade ein. Er sollte mit der Baerböckin trainieren. Da lernt er dann auch noch viel zielsicherer das Verschlucken und Umbuxeln von Wortteilen. Zudem eine modernere Bundesregierungsgrammatik. Die flexible Semantik der Neuen Normalität.

Bisher kein Kommentar

Baerböckin und Söderone (II)

Eben kam in bezug auf den Erstartikel zum Baerbock und der Söderine ein etwas mysteriöser Anruf eines Herren Meyer herein (ich frug ihn nicht, wie er sich wirklich schreibt), nähere Angaben wollte er nicht machen: ich möchte ihn trotzdem bitte anhören, denn es gehe darum, Schaden von unserem Lande abzuwenden.

Klar, der versuchte bei mir auf den Patriotenknopf zu drücken.

Wie ich denn das, was er zu diesem hehren Ziele beitragen könne oder schon beigetragen habe oder hiermit zusätzlich versuche beizutragen denn mit meinen bescheidenen Kräften unterstützen oder erweitert umsetzen könne?

Nun fing er ein wenig zu schwurbeln an, erklärte „Wir haben Sie ja schon lange im Auge…“, worauf er natürlich nicht sagen wollte, wer denn die „Wir“ seien, aber dazu einschlägige ominöse Andeutungen machte, kurzum, es handele sich schon um eine ernstzunehmende Veranstaltung mit langem Arm.

Beinahe hätte ich gesagt, ich war gerade ob des eben geschriebenen Vorartikels in Fabulierlaune, „Sie sind mir, mit Verlaub, schon ein rechter Kasper, in der Form an mich heranzutreten“, doch ging das kleine Lämpchen noch rechtzeitig an, und ich ersuchte höflichst um Auskunft, wie konkret denn ich im Sinne seiner und seiner Leute hilfreich tätig werden könne.

Er druckste und salbaderte noch ein wenig herum, merkte aber ob meiner offenkundig nicht nur fahrlässigen Nebengeräusche zu seinem Vortrag, ganz Profi, dass er endlich zur Sache kommen müsse und sagte: „Herr Göller, löschen Sie diesen Artikel zu Baerbock und Söder.“

„Warum?“

„Die nationale Sicherheit steht auf dem Spiel, damit auch die Sicherheit in ganz Europa. Und Sie treiben dazu Ihre Späße.“

„Moment, Herr M. , das klingt fast danach, als hätten sie bessere Informationen als ich. Nämlich dahingehend, dass es tatsächlich zur Söderine unterm Baerbock kommen könnte. Kein Wunder, dass das Ihr Alptraum ist. Oder Sie wollen mich jetzt ausbremsen – sind meine Späße so gefährlich? – , weil Sie genau das wollen? Weiß ich’s?“

„Ich kann Ihnen keine weiterreichenden Informationen zu unseren Hintergründen geben. Sie müssen mir einfach vertrauen, und das sollten Sie auch.“

„Aha. Was machen Sie denn, wenn ich dieses mit dem „und das sollten Sie auch“, von einem anonymen Anrufer, offenkundig in einem heiklen politischen Zusammenhang, als Drohung gegen einen freien Journalisten aufgefasst habe, die Sache, vielleicht noch ohne Anzeigeerstattung, immerhin mal dem Staatsschutz oder so zur Kenntnis bringe, mit Beschreibung Ihrer Stimme, Ihrer Diktion, bestimmten seltenen wie auffällig gehäuften Wörtern und Wendungen, der regionalen Färbung Ihres Ausdrucks oder gar dem unverkennbaren mundartlichen Hintergrund, dem Soziolekt, der Stimmhöhe und den spezifischen „Ähs“ und Stockungen, Ihrer Atem- und Pausentechnik, was aus dem Kopf heraus halt so geht?“

Ich hörte, wie er atmete. Dann:

„Herr Göller, wir sind vernünftige Leute. Ich bitte Sie, in Ihrem, in meinem, in unserem, im Interesse des Landes…“

„Etwa des Vaterlandes? Heißt das bei Euch so?“ – rief ich, das erste Mal einfach unterbrechend, frech dazwischen.

„Herr Göller, ich will erstmal feststellen, dass ich Sie in keiner Weise bedroht habe. Ich habe lediglich auf Ihre guten Eigeninteressen hingewiesen. Wir schätzen Ihre Fähigkeiten. Und wir verfügen über nicht unerhebliche Mittel. —–

Jetzt in dem Sinne wie von IHNEN angedroht eine Mitteilung an Sicherheitsbehörden zu machen, das gefiele uns natürlich nicht, wäre aber auch höchst töricht für Ihr sonstiges Fortkommen. Wir wissen sehr wohl, wie man bei einigen dieser Vereine schon die Augen verdreht, wenn man Ihren Namen nur hört, so haben sie die über die Jahre genervt.

Ausgerechnet jetzt noch damit anzukommen, ein Herr Meyer habe bei Ihnen wegen einer lächerlichen kleinen Posse angerufen, sie hätten den Anonymus auch auf seine Forderung hin, diese Petitesse wegzuräumen, weiter ins Gespräch gezogen, worauf der Ihnen indirekt gedroht habe, lieber Herr Göller, damit werden Sie diese Leute, denen es überwiegend sowieso schon nicht sehr gut geht, nicht eben besser für sich gewinnen. Die werden sich denken: „Diesmal versucht er wirklich, uns auszuschmieren.“

Also: Lassen Sie das mit der Meldung?“

„Erstmal lasse ich das. Aber nur erstmal. Und die Petitesse, die kleine Posse, die bleibt hier stehen. Vielleicht sollten Sie mal woanders nach dem Rechten sehen.“

„Herr Göller, wir werden noch zu reden haben.“

„Das sehen wir dann. Guten Tag Herr Meyer.“

„Auf Wiederhören Herr Göller.“


Das ist die Sorte, die fast garantiert wieder anruft. Nicht etwa, weil der geistesgestört wäre, sondern weil er den Fisch nicht loslassen darf, den ersten Kontakt aufgebaut, vielleicht schon ein bisschen Stockholm-Syndrom in den anderen gepflanzt, einfach der Beste für seine Leute, solange er nicht total patzt.

Da er mich ja mehr oder weniger offen mit Geld gelockt hat, werde ich das nächste Mal auf diesen Teil des Spiels einsteigen. Ihm zum Beispiel vorschlagen, dass ich für Lektorat und saubere Redaktion von Texten gegen den verordneten Coronawahn aus privater Hand, übers Konto und zu versteuernd, sehr gerne auch sehr großzügige Tarife ansetzte. Warum, nach Jahren des Schwarzbrotes, nicht auch mal Speck und Rahm.

Auch ließe ich mich geldweis gerne zu weiteren Artikeln zum grassierenden antiweißen Rassismus in den USA ermuntern. Schach. Sprachwissenschaft. Runen. Vieles geht.

Wahrscheinlich wird Herr Meyer es gar nicht bis hierhin durchhalten, das mit meinen Angeboten, mich korrumpieren zu lassen. Da wird er wahrscheinlich zum ersten Mal ziemlich die Fassung verlieren. Wenistens schnauben und einen Fluch nicht unterdrücken können.


Versuchen wir uns an einer vorläufigen Zusammenfassung.

Meyer ist zweifellos ein Profi, der ähnliche Dinge schon gemacht hat. Der ist kein abgedrehter Firlefanzer. Wahrscheinlich steht tatsächlich eine nicht völlig machtlose Organisation hinter ihm und hat ihn – vielleicht nur vorgeblich wegen der Baerböckin und dem Söderone – jetzt wie berichtet auf mich losgeschickt, mindestens mal zum Ausloten. Dann hat er über seine vorgeblichen Kenntnisse meiner Kontakte zu den Diensten recht fett aufgetragen, aber so, dass er immerhin was, ein bisschen was davon wissen muss. Vielleicht hat er, haben die das aber einfach nur aus sorgsam klugem Lesen hier. So oder Söder, seinen Ritt, dass ich jetzt im eigenen Interesse nicht den Unmut der von mir seit Jahren Gequälten auf mich ziehen möchte, entlang einer Sache, die die mir als üblen Taschenspielertrick auslegen und den damit erlangten eben endlichen Gipfel der Frechheit irgendwie heimzahlen könnten, trug er überzeugend vor.

Der Mann ist nicht dumm. Das fiel ihm sofort ein, scharf und klar.

Und das heißt auch: Wenn er nicht ein grandioser, erfahrener Hochstapler ist, der in Wirklichkeit selber irgendeine gewagte Sache durchziehen oder einen eigenen Laden hochbringen will, einen ganz schrägen Schuppen, er eben eher nur ein Sendbote, ein Legat des dahinterstehenden „Wirs“, spricht das nochmals dafür, dass hinter ihm nicht nur Gänse und deren Hirten stehen.

Vielleicht ist es ein ganz merkwürdiger, sozusagen halbpatriotischer Verein. Den man irgendwie machen lässt, weil man so an viele Informationen kommt, über ihn die Opposition besser kontrolliert, und außer ein paar Leuten schnallt das von denen keiner. So einer könnte Meyer trotz allem auch sein.

Die Chinesen haben es sehr wahrscheinlich bei mir schonmal versucht, in Andeutungen berichtete ich davon. Unwahrscheinlich, dass die Russen dahinterstecken. Obwohl, denen könnten Baerbockine und Söderaster wie beschrieben ja gerade recht kommen, sie daher wollen, dass ich dieses Idealszenario nicht verhindere.

Nun gut, da gibt es noch Stoff zum ernsthaften Nachdenken, denn die Lage erzeigt sich als etwas unübersichtlich.

Bisher kein Kommentar