Freie Mathe für freie Kinder! (Free Math for Free Kids!)

Für gewöhnlich stumpen die Wahrheitsmedien die Größe einer ihnen nicht genehmen Demonstration um den Faktor drei bis fünf.

Zur Berliner Freiheitsdemo gestern hat man jetzt etwas tiefer in die Wahrheitskiste gegriffen, setzen wir selbst die 25 000 statt der 17 000, einen von zwanzig oder dreißig oder gar mehr geteilt durch Wahrheit angesetzt.

Man stelle sich umgekehrt vor, in Stuttgart oder Frankfurt randalierten gerade mal 300 Leute, und am anderen Tage waren es laut Wahrheitsmedien 7000 bis 9000. Und dann steht man auf der Königstraße oder der Zeil, und die haben pro Mann gerade ein Fünfzigstel einer Ladenschauscheibe eingeschlagen. Wahrscheinlich gab es die 300 gar nicht, es waren nur 10, die zusammen mit der Polizei ein Straßenfest abhielten.

Dies Prinzip der relativen Zahlen hat das althergebrachte Rechnen schon sehr erfolgreich ersetzt. Gefällt dir, Kind, eine Zahl besonders, darfst du sie um einen beliebigen Faktor höher ansetzen, missfällt sie dir, entsprechend niedriger. So befreist du dich vom Joche der natürlichen wie auch rationalen, irrationalen, insgesamt der reellen, ja selbst der komplexen und quaternären und oktogenären und verdammt nochmal aller unterdrückerischen Zahlen.

Ich gehe mit der Zeit. Früher war es das mit dem Dreisatz, den Dreicken und den Prozenten, jetzt lehre ich freie Kinder den Umgang mit der freien Zahl.

 

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Von der Berliner Freiheitsdemo und Coronaendzeitfeiern

Anlässlich der gestrigen Freiheitsdemo zu Berlin sagte ein Polizeisprecher, es werde gegen den Veranstalter Strafanzeige ergehen, da er verantwortlich sei, dass hier massenhaft gegen Hygieneregeln verstoßen werde.

Ein Kollege von ihm sagte auf gekaperter Bühne hinwiederum, jetzt sei genau ob dieser Tatbestände Schluss, offensichtlich habe der Veranstalter keine Möglichkeit, auf die Teilnehmer im Sinne einer Einhaltung der Regeln einzuwirken.

Nun, da hat die Polizei dem Veranstalter mit der Ankündigung der Anzeige auch gleich den Unschuldsbeweis des Beschuldigten geliefert, zumindest die diesbezügliche Einschätzung der Polizeiführung vorort.

Man kann somit nur die „Mischung aus Verschwörungstheoretikern, Impfgegnern und Rechtsextremisten“ (so auf welt.de, ähnliche Bezeichnungen finden sich in den Wahrheitsmedien allenthalben) verantwortlich machen, also ein paar hunderttausend Strafbefehle versenden, gegründet auf Bilder von der Demo. Sollten dann viele nicht zahlen, Widerspruch einlegen, setzt es entsprechend viele Prozesse. Oder wird man hierzu einfach das individuelle Recht abschaffen? Wer so dumm war, sich fotografieren zu lassen, der zahlt, basta, zahlt er nicht, wird vollstreckt, gegebenenfalls über Beugehaft?

Indem man die letzten Wochen die Testerei auf Deibel komm raus hochgefahren hat, um neue Coronaerkrankungen vermelden zu können, an denen die meisten Kranken gar nicht erkranken, wird man jetzt wahrscheinlich versuchen, über dieses geniale Mittel jeden Demoteilnehmer zum Omamörder zu machen.

Dabei halten sich zumal junge Leute schon seit Wochen einen Scheißenendeck an Merkellappen und Abstandswahn, wie ich sahe vom Strand in Warnemünde über Berlin Friedrichshain und die Würzburger Alte Mainbrücke bis runter zur Szene rund um den Stuttgarter Hans im Glück Brunnen.

Bald werde ich den Strand schon tagsüber für mich alleine haben, Friedrichshain wird endgültig befriedet sein, der Görlitzer Park dealerfrei, auf der Alten Mainbrücke kann ich mich ungestört mit den steinernen Heiligen unterhalten, und endlich kann ich mir in meinem geliebten Stuttgart für ’nen Fuffi im Monat einen schmucken Loft am Killesberg leisten oder eines der schönen Herrenhäuser, mit Turmzimmer und allem, an der Hasenbergsteige.

Leider aber verreckt an Corona allein bisher so gut wie keiner. In Warnemünde gibt es derzeit mehr fette Nacktbader denn je. Wo sollte man derzeit denn sonst ans Meer? In jenem Friedrichshainer Park, wo ich einige Zeit lagerte, wird man weiterhin, Männlein und Weiblein gemischt, halb mit Wasser gefüllte Plastikflaschen auf Ziele werfen, wobei das Ziel auch die gegnerische Fraktion sein kann, gewürzt mit kleinen, spaßhaften Raufereien in der entstehenden Soße, die Joints werden herumgehen, wie als ob ein Bill Gates und eine Merkelin und ein Söderlein nie existiert hätten.

Auf der Mainbrücke werden kesse Studentinnen unter den Schutzheiligen tanzen, einige von ihnen aus stilvollen selbstmitgebrachten Gläsern gut eingekühlte selbstmitgebrachte Bocksbeutel vernichtend. Und rund um den Hans im Glück Brunnen wird man am Wochenende leicht mal fünf Minuten brauchen, um sich hundert Meter durch die Feiertrauben zu kämpfen. Also kein Privatstrand an der Ostsee, kein Penthouse in der schönsten Stadt der Welt.

Jaja, so ist das. Wenn der Mensch weiß, dass er ohnehin bald sterben muss, rettungslos verloren, aber noch gehfähig und ein paar Taler in der Tasche, dann geht er nochmal richtig auf Brautschau, jede will nochmal die Schönste sein, und es fließen Bier, Schnaps und Wein. Man lässt nochmal richtig einen rein. Vorm Späti in Berlin oder dem Hans im Stuttgart, das muss sein.

Ich rechne mich auch schon als so gut wie tot. Wie lange werde ich mich der Zwangsimpfung durch Flucht entziehen können? Von Warnemünde aus nach Schweden schwimmen, dort Impfasyl zu beantragen? Wie realistisch ist es, dass ich mich bis in den Winter hinein in die Wälder schlagen kann?

Allerdings, wenn die ersten paar Millionen verreckt sind, diesmal in echt, ich mich so lange irgendwie halte, kann ich vielleicht doch irgendwie durch die Maschen des Chaos‘ schlüpfen. Von daher wäre es etwas unvernünftig, feierte ich mich jetzt einfach zuende.

So scheinen es die jungen Leute von der See bis in den Südwesten auch zu halten: Man bechert sich trotz der scheinbar hoffnungslosen Lage noch nicht in Sinnlosigkeit und Unverstand. Jedenfalls sah ich das so nicht.

Vielleicht aber tue ich mal wieder ein gutes Werk und trete auf der Alten Mainbrücke auf Freitag Nacht mit zehn gut eingekühlten Bocksbeuteln und einem Satz Gläser an, zwei für mich, acht für den Rest. Damit das Kulturelle nicht verlorengeht, der Lokalpatriotismus, der gute Frankenwein nicht am Ende von doppelnullichten Außerirdischen zur Klospülung verwendet wird.

Die Alte Mainbrücke als Bocksbeutelbesatzungszone, als freies Würzburg. Mit dem großen Vorteil, dass die Polizei außer per Aufseilung vom Wasser oder per Hubschrauber nur von zwei Seiten her anrücken kann, niemals wirklich überfallartig, Hygieneregeln durchzusetzen und vielleicht zwei Gramm Gras zu erbeuten, weil das Gras den Main düngt, oder das Beutelchen ganz herrenlos am Heiligen hangt, bevor es sichergestellt werden kann.

Vielleicht errichtet Söders schlaue Polizei zunächst nächtens auch bald beidseitige Grenzkontrollen, also, dass die Brücke für die vielen staunenden Touristen geöffnet bleibt, keiner aber mit Alkoholika vor die Heiligen kömmpt, lediglich halbstündig gültige Passierscheine ausgegeben werden. So wäre wenigstens dies vielleicht wichtigste Bauwerk und Symbol der Stadt von Verschwörungstheoretikern, Impfgegnern und Rechtsextremen befreit. Was dann weiterhin und noch mehr am Mainkai und auf den Mainwiesen abgehen wird, muss die Weltöffentlichkeit ja nicht mitbekommen. Die Würzburger Polizei gilt als eine der brävsten ganz Bayerns.

Kurzum, die Politik hat versagt. Egal welche Umfragen man veröffentlicht oder dann doch lieber wieder nicht, man hat es nicht geschafft, den jungen Leuten hinreichend Angst einzujagen. Die Alten sehen, wie scheißegal der ganze Zirkus den Jungen in gewisser Weise ist, neidisch blicken sie auf so viel Lebensfreude selbst noch in der Halbdiktatur, und weil jeder Alte, naja, fast jeder, so jung sein will, sich wenigstens fühlen, wie das noch geht, springt das tatsächlich hochgefährliche Virus der Lebensfreude nach und nach auf immer mehr von ihnen über. So hätte das niemals laufen dürfen. Denn wenn man schon verbietet, dann ist nach und nach immer mehr eben nicht immer die angesagte Methode, manchmal gilt es gleich und auf einen Schlag im großen Stile zu verbieten. Und Verstöße sofort erbarmunsglos zu ahnden. Nicht sporadisch, gleich überall, Tag und Nacht.

Man hat auch viel zu viele viel zu dumme Leute beschäftigt und nach vorn geschickt. Man hat seine Volkswohlslügen viel zu schlecht kaschiert, immer wieder haarsträubend durcheinandergebracht, in Berichterstattungen gestümpert ohne Ende, was hilft es da noch, wenn Shitty Valley ein paar tausend Seiten löscht?

Also ist man ohne ein echtes Killervirus und beziehungsweise oder eine Killerimpfung auf kurz oder lang im Arsch. So schnell vergessen nicht einmal die Leute von heute. Zumal jeder Depp für wenige Euronen ganze Enzyklopädien abspeichern kann, selbst tausende Seiten ausdrucken (einfach mal für den Fall, dass außer Netzausfall auch noch ein EMP übers Erdenrund rast).

Ich hasse es zwar fast schon, Optimist zu sein, weil das ebenso leicht verblödet wie der Pessimismus, hiezu aber habe ich ein sehr gut rational unterlegtes Gefühl, dass es am Ende sogar für mehr als einen Halbsieg für die Freiheit reichen könnte.

 

 

 

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Hollywood wie es lügt und fickt

Dies Video fängt erst langsam an, zwei einführende Minuten, dann gibt der Salzkracher seinem Namen alle Ehre.

Kein Wunder, dass ich ihn vor nicht allzulanger Zeit mit etwas über 50 000 Abonnenten entdeckte, er jetzt, merkwürdsamerweise von YouTube noch nicht gesperrt, bei über 250 000.

Ein Sahnestück vom Salzkracher.

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Hollywood ist der am offensten stinkendste aller blutsaugerischsten Sümpfe.

 

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Coronafolter: Wie man Menschen massenhaft bricht und am Ende gegen sich selbst richtet

Hier erklärt Polly die individual- wie massenpsychologischen Mechanismen der systematischen Coronafolter.

Abhängig, schwach und voller unbestimmter Angst, an jede Art willkürliche Entmündigung immer mehr gewöhnt, bar jeder Sicherheit, was als nächstes verordnet werden mag, wird die Masse zermürbt, gegeneinander und schließlich jeder gegen sich selbst gerichtet: Und (Polly sagt das nicht so deutlich wie ich jetzt), all die großartigen Helden, die behaupten, sie seien von diesem ganzen Zirkus im globalen Tollhause nur marginal berührt, das vergehe schon wieder, die belügen sich oder blasen sich auf oder beides. Sowieso, Ihr Großmeier: Tausende sterben einsam, Kinder werden weggesperrt, Millionen in Angst gesetzt und enteignet, und euch geht das einfach am Arsch vorbei, so cool seid ihr, waswas?

 

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Vandalen schlagen zurück

Steve Turley ist der Berufsoptimist unter den US-Patrioten. Erste VouTube-Videos sah ich von ihm vor gut einem Jahr. Da hatte er offiziell 80 000 Abonennten, jetzt sind es 400 000.

Ein echter Theatermann. Sein Englisch ist exzellent, und wer gerne glauben möchte, dass das globalistische Linksbanditentum nicht mehr lange im Großen sein Unwesen wird treiben können, der ist bei ihm stets bestens aufgehoben.

Ich ziehe mir seine Videos mitunter einfach zum Spaß rein.

Im obigen geht es um die unfassbare Entheiligung von Heiligen Schriften und Statuen von Heiligen.

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US-„Liberale“ im Summer of Love: „Cancel culture“ frisst seine Schöpfer / Die den Mob plündern und brandstiften ließen wollen halbe Milliarde von Trump für den angerichteten Schaden / Hollywood: keine Jobs mehr für Weiße / Black Lives Matter gleich No Lives Matter

Heute mal gleich im Viererpack, was sich in den USA „liberal“ nennt.

Erstmal lacht sich Tarl Warwick schier schepp über Leute wie J.K. Rowling und Noam Chomsky, die jetzt ernten, was sie gesät.

Hier lacht er darüber, wie die in Minnesota für das hemmungslose Chaos Verantwortlichen von Trump eine halbe Millarde für Wiederaufbau fordern. Immerhin weiß man jetzt ungefähr, was der Sommer der Liebe dort bislang gekostet haben mag.

In Hollywood, Tim Pool kennt kein Mitleiden, beklagen sich jetzt von der von ihnen stets vollmündig unterstützten Hexenjagd selbst Betroffene, dass weiße Männer (jedenfalls wenn nicht granate schwul) nicht einmal mehr als Brötchenschmierer oder Kabelhalter einen Job bekommen, geschweige denn als Drehbuchautor, Produzent oder Schauspieler.

Auch hier wird geerntet, was gesät.

Hier nun, beim Salty Cracker, wird es gar nicht mehr lustig. BLM-„Aktivisten“ morden queerbeet, Schwarze und Weiße, Männer wie Frauen und Kinder, und die „Liberalen“ Medien verschweigen und vertuschen das mit allen Mitteln.

Fehlt nur noch, dass „Liberale“ von Trump fordern, er solle dem dreijährigen Kind einer erschossenen vierundzwanzigjährigen Weißen mit eigenem Geld eine neue Mama kaufen. Deren Verbrechen war schließlich, dass sie BLM-Leuten entgegnete, alle Leben zählten. Ihre spätere Hinrichtung hatte sie sich damit selbst zuzuschreiben, und dass es überhaupt dazu kam, daran trägt selbstverständlich der rassistische Orangenmann im Weißen Haus die ganze Schuld. (Wann wird endlich aus dem Weißen Haus das Schwarze Haus?)

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Egon

Egon war schon als Kind klargeworden, bereits beim praktischen Sexualkundeunterricht in der Kita, dass der Geduldige besser durchs Leben kommt als der Ungeduldige.

Im Laufe der Jahre wurde es für den braven Egon trotzdem immer schwieriger. Auf der einen Seite gingen Sachen plötzlich viel schneller oder verschwanden gar, kaum, dass er sich richtig eingewöhnt hatte, sie zu erdulden, auf der anderen musste er immerzu und oft über Nacht neue Dinge erdulden lernen, so dass er kaum mehr nachkam, was sich auch nicht besserte, indem er immer tiefer ins Kognakglas schaute.

Also erbat er schließlich – so stolz er bisher gewesen war, sich seine Geduld ohne psychologische Fremdhilfe bewahrt zu haben –  schweren Herzens einen Termin bei Frau Doktor H., einer ausgewiesenen Spezialistin, einer Koryphäe für endogene Depressionen und spezifische wie polymorphe Geduldsstörungen.

Er hatte erwartet, dass man ihn im Wartezimmer testweis erstmal über eine Stunde warten lassen werde, tief in der zweiten begann er sich aber schon leise zu verfluchen, dass er nicht einmal seinen Wodkaflachmann dabei hatte, an einem gewissen Ort mal einen tiefen Zug daraus zu tun. Röche Frau Doktor H. etwas, na und? Das würde ja nur zeigen, wie sehr er leide, wie dringend er behandlungsbedürftig. Aber er bewahrte Haltung, rutschte kein bisschen auf seinem Stuhl herum (er war sich sicher, dass er, selbst wenn die Sprechstundenhilfe ihn gerade nicht direkt sehen konnte, die ganze Zeit beobachtet werde), bis dass er endlich auf die Couch gebeten.

„Sie sagten am Telefon – ich halte ja nicht viel von Selbstdiagnosen von Amateuren – , Sie hätten, ich zitiere ‚ein exogenes Geduldsdesorientierungssyndrom‘. Lächerlich. So etwas gibt es nicht. Jedenfalls wurde noch nie ein exogener Fall nachgewiesen.“

„Aber ich meinte ja nur…“ – „Sehen Sie, Sie halten sich für etwas nie dagewesen Besonderes, fangen dabei gleich mit einem „Aber“ an, nur um zu unterstreichen, dass bei Ihnen Geltungssucht, Größenwahn und ein gestörtes Verhältnis zu Ihren Mitmenschen und der Gesellschaft insgesamt zu einer sehr bedenklich niedrigen Toleranzschwelle, zu Allmachtsphantasien verbunden mit paranoid geprägtem Selbstmitleiden, zu einer Mischung geführt haben, dass ich Sie jederzeit für in der Lage halte, ein vorsätzliches Hassverbrechen zu begehen.“

„Äh…“ – „Na, das hört sich doch schon etwas besser an, denn Sie sind oder geben sich jetzt erstmal ahnungslos. Wir sind fertig für heute.“

„Äh…“ – „Einmal Äh reicht, Herr Ballauf. Lassen Sie sich für nächste Woche wieder einen Termin geben.“

Egon gehorchte wortlos und schaffte es weitestgehend, erst zu zittern, als er die Praxis deutlich hinter sich gelassen hatte.

Er meldete sich noch am selben Tage wegen einer Grippe krank, las Tag und Nacht Fachbücher über Verfolgungs- und Größenwahn und Angststörungen undsoweiter, wobei ihm immer klarer wurde, dass er Frau Doktor H. niemals werde ein Bein stellen können, oft sah er Artikel von ihr, und es war ihm, als stünde sie leibhaftig vor ihm. Also, dass sich in Egon eine nie gekannte Verzweiflung breit machte.

Endlich stieß er aber, dieser Seelenzustand hatte ihn wundersam dorthingeführt, auf ein Buch über die 36 chinesischen Strategeme, und siehe da, eines lautete: „Aus einem Nichts etwas erzeugen“. Schnell ward ihm klar, dass nur derlei ihn retten konnte.

Also ging er zum Termin, und bevor Frau Doktor H. überhaupt dazu kam, ihm die Couch anzuweisen, sagte er zu ihr: „Ich werde Sie heute mitnehmen und heiraten. Sie haben eine Stunde, sich für den Flug nach Vegas herzurichten.“

Sie flogen natürlich nicht gleich nach Vegas, aber das mit der Couch klappte sehr schnell, und so sind Frau Doktor Isabella Ballauf (sie bestand darauf, seinen Nachnamen anzunehmen) und Egon heute ein glückliches Paar. Man betreibt jetzt gemeinsam einen großen Erlebnispark für die ganze Familie, Eigengewächs Julia Gerlinde ist fast schon vier, Rüdiger Rainer hatte gestern seinen zweiten Geburtstag.

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Maulkorbtragen siegt: Malle macht’s vor

Auf Malle müssen ab morgen alle auch draußen – außer am Strand – einen Maulkorb tragen. Das zur Strafe für alle, zumal auch jene dafür wesentlich ursächlichen, verantwortungslosen Deutschen (zuhause kuschen, in Spanien die Sau rauslassen), die am Ballermann zu fröhlich und freizügig gefeiert haben.

Das Kalkül der balearischen Provinzregierung ist so einfach wie genial: Die meisten Deutschen, die schon da, sind Pauschaltouristen, bleiben eh, bis ihr Flieger nach Hause geht. Gleichzeitig werden Millionen vernünftige, gesundheitsbewusste Deutsche, die endlich einmal wieder sicher Urlaub machen wollen, selbst noch im Eselskarren anrücken, um auf die Fähren zu kommen, wenn alle Flieger schon aus den Nähten platzen.

Es ist auch schon eine gezielte Werbekampagne in den deutschsprachigen Medien geplant (Ösis und Schwyzer verstehen auch was von Hygiene!), mit dem Slogan: „Malle ist gesunder Spaß für alle!“ Dazu sieht man lauter fröhlich mit Abstand und Maulkorb tanzende sexy UrlauberInnen im Sonnenuntergangslicht.

Gerüchte, die Provinzregierung arbeite daran, eine stabil niedrige, aber eben stabile Coronainfektionsquote aus wirtschaftlichen Gründen egal wie aufrechterhalten zu wollen, basieren bislang lediglich auf Indizien, handfeste Beweise dafür gibt es noch nicht.

Es soll aber schon mit wachsendem Absatz ein „Cerveza de Higiene“ ausgeschenkt werden, die schlaue Brauerei genau wissend, dass jeder Deutsche genau zwei spanische Wörter ganz sicher kann, nämlich Cerveza und Higiene.

Flaschen wie Gläser des Germanentrunks sind – ähnlich wie Schnabeltassen im Krankenhaus oder Babytrinkflaschen, nur für Untermaskentrunk zielführender – mit einem Schlauchsystem ausgestattet, so dass man mit aufgesetzter Maske trinken und sich ganz auf seine Flirtpartnerin konzentrieren kann, die Vorstellung, was wohl unter der Maske für sinnliche Lippen warten sollten, wie ein Lachen der Dame sich nicht nur abgedämpft liebreizend anhöre, sondern auch noch aussähe, zöge sie sich da ganz nackert aus.

Der clevere Don Juan oder Hans Meier nun, der löst das Problem ganz einfach, indem er der Dame eine Tapa, einen Pincho, einen kleinen landesüblichen Snack unterjubelt, denn dafür muss und darf sie ihre Gesichtsburkha selbst für Nichtverwandte öffentlich lüften. Die Wirte freut das natürlich, denn zumal Tapas mit Sardellen, Oliven und Manchego machen durstig, so dass immer noch mehr Cerveza de Higiene über den Tresen geht.

Der oberclevere Don Juan aber weiß wohl, dass er sich interessant macht, wenn er selber nicht aus allzu naheliegenden, entlarvenden Gründen nach Tapas frägt, er lässt also seine momentane Dulcinea zappeln, bis dass sie ihn losschickt, welche zu besorgen. Und mancher kluge Wirt gibt so einem gerne mal ein Hygienebier extra aus, weil der über die selbst mit Maulkorb schönen Frauen noch mehr Männer anlockt, noch mehr Tapas und Biere verkaufen hilft.

Die Heftigkeit des Geschlechtstriebs wird dadurch derart gesteigert, dass es vermutlich in einem dreiviertel Jahr einen Hygienebabyboom geben wird. Die am saubersten gezeugte Generation seit Menschheitsbeginn. Scharen fröhlicher gesunder Kinder mit lauter verantwortungsvollen, hygienebewussten Eltern.

Es hat ja auch was von Inklusion, wenn man die Maske erst nach dem dritten Koitus absetzt. So geht es von Anfang an weniger ums Gesicht und Äußeres insgesamt, gleich mehr um die inneren Werte. Man muss nicht einmal mehr das Licht ausmachen, um nicht zu sehen, was da gerade auf einem reitet.

Kurzum, Malle geht mit gutem Beispiel voran.

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