Ich bin ein Horrorspast

Ich weiß nicht so genau, weshalb ich mit Mystery-Thrillern, Horrorfilmen, Seuchen- und Großkatasrophenstreifen und insgesamt mit Vampiren und Untieren und Monstern aller Art, selbst in Science Fiction, kaum je etwas anfangen kann, vielleicht gerade noch so, wie letztere in den Harry-Potter-Verfilmungen auftauchen.

Mir scheint, das alles ist mir nicht so recht böse genug. Einfach zu wenig glaubwürdig böse. Und wenn man das Böse, zumal es einen ja nicht betrifft, kaum ernstzunehmen vermag, dann langweilt es schnell, wofern es nicht gar lächerlich wird, und das ist ja das Schlimmste, was ihm passieren kann.

Ausnahmen gibt es. So das Monster in „Alien“ oder die Monsterarmeen in „Starship Troopers“, zumal beide Filme wirklich gut gemacht sind.

Ansonsten gibt mir selbst ein ziemlich dröger, überaus politisch korrekter Tatort, wo am Ende immer der versoffene linksgrüne Psychokriminaler (inzwischen meist frustrierte geschiedene tablettensüchtige Kommisarinnen) den richtig Perversen oder gleich Nazi zur Strecke bringt, in gewisser Weise mehr, denn ich kann mich wenigstens über die dumme Geschichte besser aufregen, als wenn da irgendwelche mutierten Riesentaranteln oder aus dem Ureis ausgekochten Gigantenechsen oder Reptos aus dem All, die nur noch mittels Atomgranaten zu stoppen, nur vorläufig zu stoppen, endlich erst durch eine Superspiri, die sie so lange lockt und streichelt, bis sie sich gegenseitig auffressen.

Da ist mir jeder richtig böse Gangster, der so agiert, wie man sich das vorstellen kann, um viele Längen lieber. Vor allem dann, wenn er weder pervers noch drogensüchtig noch sich endlich doch von einer geübten Hure verarschen lässt. Ein richtiger sizilianischer Mafioso, ein Triadenboss, ein Großyakuza, ein Black-Op-CIA-Zyniker, ja, eine Hillary Clinton, also eine echte Kriegshexe, gut gespielt (muss frau erstmal hinkriegen, das Drehbuch zumal), geben oder gäben mir mehr Thrill und Suspense als all diese dummen Höllenausgeburten, die man, siehe oben, gemeinhin vorgesetzt bekommt.

P.S.: Das ist für mich mehr Horror als der meiste Hollywood-Mist. Zumal real und ich diesen Krankfunk auch noch bezahlen soll:

https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2019/02/framing_gutachten_ard.pdf

Dazu voraussichtlich bald noch mehr.

 

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Von der Schmerzfrage

Das Gute daran, wenn man im Leben schon viele schwere körperliche Schmerzen ertragen musste, ist, dass man es nicht nötig hat, sich welche zu erfinden. Hypochonderei kommt einem nicht so leicht in den Sinn

Auch mag man zuwenigst halbwegs lässliche und zumal erwartbar vorübergehende Schmerzen leichter ertragen als andere.

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Eingefrankt

Ich schrieb kürzlich, nach reiflicher Überlegung, ich wolle in meiner nächsten Einfleischung wenn nicht wieder Deutscher am liebsten Spanier oder Russe werden, entschied mich endlich gen Osten.

Was nun aber, würde ich doch wieder Deutscher, und ich dürfte aufgrund irgendeiner Sprachsünde oder wegen sonstwas nicht wieder Schwabe sein?

Sachse, wegen der herrlichen Mundart, und weil die so helle?

Pfälzer, wegen der Wurst und des Weines?

Bayer, wegen der Berge und weil ich gerne meine Hirschlederne trage und deren Selbstzufriedenheit ansteckend finde?

Mecklenburger, wegen der herrlichen Seen und des Meeres mit seinem einzigartigen Licht?

Hamburger, weil ich auch mal so richtig hochnäsig sein will, nicht nur gegenüber Schwaben und Schweizern?

Berliner, wegen der Schnoddrigkeit, und weil mir dann auch mal alles scheißegal sein kann?

Kölner, wegen des einzigen echten deutschen Stadtdialektes und des Karnevals?

Thüringer, weil Bach einer war und Nietzsche obendrein?

Westfale, weil ich für Sturheit viel übrig habe und mich in Bielefeld keiner meiner Widersacher aufzuspüren wüsste?

Ostfriese, weil mir dann egal sein könnte, wer mich auslacht, und weil von da aus die Nordfriesen im Osten?

Nein, inzwischen bin ich so angefrankt, ich wollte wohl Unterfranke werden.

So brauchte ich noch weniger Silben als der Schwabe, dürfte jeden duzen, ohne deshalb als Stoffel zu gelten, und überdies sehnte ich mich nicht des Weines halber nach der Pfalz.

 

 

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Von der Lehrerei

Den muss ich, indem ich meinen Kabarett-Auftritt in der Stuttgarter Rosenau im Dezember nicht wegen eines chronischen Dach- sondern eines akuten Elektroschadens absagen musste, nochmal beitun: auf dass keiner die arglistige Idee fasse, hier sei irgendwas ernstzunehmen:

Früher hieß es:

Wer nicht nichts wird, wird Wirt

Heute aber sind die Zeiten schwerer

Wer nichts wird, wird Lehrer

Das nun ward bei mir Wirklichkeit. Nie etwas Rechtes gelernt, kam ich, mal wieder in wirtschaftlicher Not, zur Lehrerei wie die Jungfrau zum Kinde: kein halbes Semester Pädagogik, einfach drauflosgelehrt.

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Wie doof ist der Google?

Seltsam, was man sich beim Google in Punkto Werbung über YouTube so denkt.

Nicht nur, dass bei Audios mitunter die Lautstärke hochgebrezelt wird, dass man gleich einen Zorn bekommt, womöglich auf das angepriesene Produkt bewusst oder unterbewusst übertragen, so bald als möglich wegschaltet, sondern hatte ich es eben erst, ähnliche Fälle genug, dass mir Suiten von Bach unterbrochen wurden mit: „Spiele auf der schnellsten Konsole der Welt!“

Was denken die sich dabei, diese Algorithmen? (Ich weiß, dass Algorithmen nicht denken können, aber die sie entwerfen, die sollten das zumindest einigermaßen können.)

Etwa, dass damit etliche Bach-Hörer alswie natürlich merken sollten, wie langweilig-spießig diese Musik ist gemessen am heftigsten Ballerspaß, der auf dem Planeten virtuell geboten? Macht der Google, schnelles Geld ist ja nicht alles, hier einen auf Resozialisierung beziehungsweise Umerziehung Ewiggestriger?

Ich treibe mich ja nicht viel auf Vegetarier- oder gar Veganerseiten herum, aber das kommt mir vor, wie als ob dort für BigMac und Chicken McNuggets geworben würde.

Als Werbekunde wäre ich jedenfalls von derlei Streuverlusten nicht eben begeistert. Und als Google hätte ich allein schon so keinen gesteigerten Bock darauf, dass vernunftbegabte Leute mich als vermutlich bestinformierte Prvatfirma der Welt für ziemlich doof halten müssen.

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