Pünktlich zum Söderdown

Ich werde mich morgen pünktlich zum Söderdown anständig rasieren, mir selbst die Haare richten.

Denn wenn die Polizei mir nicht glaubt, dass ich zum notwendigen Einkauf unterwegs sei, will ich das wenigstens nicht als der letzte Struppi erfahren.

Einen Frack, mich in dessen Schößen zu erwürgen, habe ich nicht, Krawatten, um mich, alle zu erleichtern, kurzerhand selber daran aufzuhängen zwar, doch werde ich mich der Staatsmacht so billig nicht endabliefern.

Wegen unerklärten Busfahrens ein Neunmillimeterehrentod. Das könnte ich für meine Nachfahren eher ertragen.

Vorsorglich also angesagt: Ich brauche Mehl und Hefe. Wer weiß, wann außer mir noch einer bäckt.

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Dem Nachwuchse X bis Zett (II)

Wisset auch, dass die Weiber fast aller anderen Männer gegen Euch sein werden, beileibe nicht nur, weil Ihr sie von ihnen als erst und einzig ablenken könntet.

Man mag das böse nennen, dabei ist es das grundsätzlich nicht. Es ist eine Art von Behalt- , Bewahr- und Schutzinstinkt.

Sie wollen meist nur – ja in manchen bricht der Hass aus – , dass ihre Männer nicht so weit herunterkommen wie Ihr.

Dass ein Dichter und überdies noch Denker auch ein Ernährer und Beschützer sein könne, das liegt verständlicherweise noch außerhalb des Gesichtskreises fast aller Weiber. Ich war fast der einzige je, der das einigermaßen fertigbrachte.

Begeht von daher nicht den Fehler, die Weiber zu verachten. Ihr taugt halt bislang allzuoft auch nicht viel als Väter.

DAS ändert!

Etwa fünftausend Jahre später werden es sogar viele der langsamsten Weiber gemerkt haben.

 

 

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Will Söder unbedingt in den Knast?

Es scheint, Markus Söder will mit Gewalt in den Knast. Endlich seinen eigenen harten Lockdown.

Wie sonst wäre zu erklären, was dieser Crank abzieht?

Endlich mal unter Seinesgleichen leben. Auf windige Betrüger, Räuber und jede Sorte Abhub der Gesellschaft treffen, um Geschichten und Zoten auszutauschen.

Vier oder sechs Wochen Nachhilfe und Lernzeit dort werden ihm kaum reichen. Die bekommt ja jeder Bayer auf eigene Kosten zuhause.

Die anderen Knackis werden begeistert sein. Endlich kann man mal einen Politiker verdreschen, den wohl welche, die draußen Kinder haben, zusätzlich für einen Kinderschänder halten werden.

Wahrscheinlich wird man ihn auch gewaltig abziehen. Von ihm fordern, dass er jede Sorte Drogen einschmuggeln lässt, Widerspruch zwecklos. Marksli, erzähl‘ uns nix, du kannst das.

Und natürlich wird man ihm alles stenzen, was noch an und bei ihm ist. Mit einem Vergnügen, wie man es lange nicht hatte. Wer weiß, ob er ab und an aus dem Klo saufen muss.

Oh wie viele Wärter kann man von seinem Gehalt bestechen! Der ganze Laden kifft und säuft nur noch. Man wird ihn dafür lieben.

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Dem Nachwuchse X bis Zett

Seid Euch darüber im Klaren, dass es zwischen der Qualität des von Euch Geschriebenen und dessen Erfolges keinerlei vernünftige Verhältnismäßigkeit gibt.

Ein recht mittelmäßiges Stück, das Euch eher unachtsam gerade so aus der Feder geschludert, mag höchstes Lob finden, während das Beste, das Ihr sorgsamst ausgeführt habt, nicht einmal ein Beigrunzen eines alten Esels einbringt.

Natürlich kann es auch mal andersrum sein.

Ihr könnt auch einfach immer nur an den Leser denken, also nichts Besonderes liefern, damit Riesenerfolge einsacken.

Heinrich von Kleist, dessen Novellen ich Euch zuvörderst empfehle, schoss sich, da auch Goethe ihn runterließ, früh eine Kugel in den Kopf. Ein Mann, dessen Erzählungen nur von wenigen je erreicht wurden. Hölderlin kam etwas besser weg.

Erwartet Euch einfach gar nichts.

Übt, übt, übt und versucht.

Übt Euch zumal in geschliffener Rede. Nichts außer dem Lesen der Klassiker und dem Leben selbst bildet Euch mehr.

Rechnet damit, einst im schändlichsten Armengrab verscharrt zu werden.

Rechnet damit, dort gar hineingeprügelt worden zu  sein.

Rechnet mit jeder Art Niedrigkeit und Abgefeimtheit gegen Euch.

Denkt auch lieber gar nicht daran, dass Ihr bei den Weibern groß landen werdet. Manche werden Euch vielleicht zeitweise umschwärmen, hangen bleiben wird, wenn Ihr Glück habt, ein außergewöhnlich tapferes. Dem gebt dann nicht nur Verse.

Traut den Millionären noch viel weniger als den Milliardären.

Achtet immer darauf, ein paar gescheite Stiefel und einen guten warmen Kittel zu haben. Denn allzuschnell wird man Euch wiederum rausschmeißen, in kalte Nacht, und Ihr müsst aufs Neue allein auf Wanderschaft.


Was Ihr habt, was Ihr seid, schon als Geselle, ist unbezahlbar. Daher auch der Neid.

Es muss Euch auch nicht an Freunden mangeln. Sowieso an Freude.

Ihr könnt mit dem letzten Zehrpfennig die Reichsten der Welt sein.

Ihr könnt in der kältesten Nacht noch haben, wovon der Rest nicht einmal zu träumen weiß.

Niemand kann Euch Euer Wort nehmen, Eure Gedanken, Eure diese Welt.

 

 

 

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Ich glaube nicht an das ganze Reinkarnationszeugs, allzumal nicht in der Weise, wie es gemeinhin erzählt wird. Viel zu sehr steckt mir das Gift der Hoffnung und Selbstüberhebung dahinter, das jedes Trugbild in die Wahrheit setzt. Zieht man einigen indischen und sonstigen Quatsch ab, mag trotzdem was dransein. Vielleicht stimmt die Sache in ihrem guten Kern sogar.

Nun aber zur eigentlichen Sache: Sollte das Weltgefüge irgendeine Art von Gedächtnis haben, so werden es die großen von Menschen geschaffenen Kunstwerke sein, die dort unsterblich eingehen. Viel „unsterblicher“ als Heinz der Holzbauer oder Christa das Waschweib.

 

 

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Sprachfundstück zu Bach

Zu dieser Bachinterpretation von Karl Richter fand ich eben folgenden Kommentar:

I discovered Bach in my teens and I play his clavier works at home. Now I’m 57. To me, he’s the greatest composer ever, and he’ll stay with me the rest of my life through hell and back.
Ich habe Bach so bewusst nicht schon in Jünglingsjahren entdeckt, bin jetzt lediglich auch 57, kann zudem nichts am Klavier.
Er ist für mich aber gleichfalls der größte Komponist je, und er wird den Rest meines Lebens bei mir bleiben, durch die Hölle und zurück.
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Friedrich Nietzsche sagte, er habe mit seinem Zarathustra der Menschheit das größte Geschenk gemacht, das ihr jemals gemacht worden sei.
Nietzsche war damit beileibe und sowieso kein Prahlhans.
Bach war zu seiner Zeit aber ziemlich vergessen.
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Ich habe es schon zuvor thematisiert, hier gehört es gleichwohl nochmal her.
Sollten sich Außerirdische an diesem unseren kleinen Planeten und zumal der ihn besiedelnden Menschheit ernstlich interessieren, so wohl eher nicht wegen physischen Goldes, seltener Erden oder Lärchenharzen.
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