Coronawahn: Bin heute mit Hemd in Würzburg

Ich werde heute mit dem Bus nach Würzburg fahren, mich dort drei Stunden mit meinem weißen, klar rot in großen Lettern bemalten T-Hemd zeigen, auf welchem steht: „Ich will meine Rechte zurück“

Erste Feldstudie am Ostersonntag.

Triftiger Grund: Ich will die Stadt meiner Studententage zum Spaziergange in Ausnahmezeiten wiedersehen, solange ich dahin noch reisen darf. Ich will die Menschen dort sehen, die jungen Studentinnen auch, ob sie noch zusammen lachen können.

Außerdem habe ich dafür den triftigen Grund der wahrhaftigen Berichterstattung aus meiner geliebten, immer noch bedeutenden Universitätsstadt, wo Wilhelm Conrad Röntgen die nach ihm benannten Strahlen entdeckte, der obere Stadtring nach ihm benannt.

Ich will nur spazieren gehen und sehen, was aus meinem Würzburg am Ostersonntag geworden ist.

Und das dann hier verarbeiten. Als freier Schreiber. Wenn das kein triftiger Grund ist, wird mich die Härte des Unrechtes eben treffen.

Nachtrag

Für all jene, die mich auffinden wollen: Ich werde die meiste Zeit des Nachmittags auf der Alten Mainbrücke stehen, unter all den schönen Heiligenfiguren dort.

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So hört sich ein freies Vaterland an

„Die Treue zu unserem Vaterland gibt uns Kraft, so war es, so ist es, und so wird es immer sein.“

Hier kann man nochmal sehr schon hören und sehen:

Ich weiß nicht, ob ich als Deutscher Vergleichbares noch sehen und hören werde dürfen, je irgendeiner. Heute aber wünsche ich mir ausnahmsweise mal was. Sowas. Ähnliches. Halt unseres.

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Coronawahn ultrapervers und staatsfeindlich: O tempora o mores!

Mannomann. Da gibt es doch tatsächlich zwei hyperschräge Gestalten, die das – fahrlässigerweise vorläufig noch geltende – Versammlungsrecht von zwei Personen schamlos ausnutzen tun, dabei zum neuen Ermächtigungsgesetz ausgerechnet vor dem Reichstag verleumderische Aussagen tätigen, schändlichen Hohn reißen und auch noch die deutsche Fahne schänden.

Es ist wie zu den dunkelsten Zeiten der Pest, da der Adel die perversesten Orgien feierte, man sieht die Herren Sodom und Gomorrha wie sie den Hort der Demokratie belagern tun, als Auszuchten von Macchiavelli und Aleister Crowley.

O tempora o mores!

Nachtrag

Auch dieser aberwitzige Schandbube hetzt auf seiner Einmannversammlung frech an der frischen Luft, dass die Schwarte kracht:

Oh, ich sehe gerade, dass ich das Video zwar eben extern nochmal aufrufen konnte, es aber hier auf meiner Seite, vor zwei Minuten noch sichtbar, jetzt nicht mehr sichtbar erscheint. Endlich greift der starke Staat durch. Ich werde jetzt versuchen, in alle unsere Schutzparteien gleichzeitig einzutreten. In diesen Zeiten sollte im Sinne des Volkswohls auch das möglich sein.

Oh, jetzt ist das mit den Herren Sodom und Gomorrha auch weg.

Endlich wird gehandelt.

Jetzt, gerade schrieb ich’s, sind beide Videos wieder da.

Ich glaube, ich spinne. Oder mein Rechner. Oder irgendwer. Jetzt ist 13:27. Sagt mein Rechner. Mal sehen, was er nachher sagt.

 

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Vom Schachweltmeisterschaftskandidatenturnier 2020

Immerhin findet im sibirischen Jekaterinburg noch das Kandidatenturnier 2020 statt. (Zwar mussten sich die Spieler vorher in Quarantäne begeben, einer sagte aus Angst ab, Radjabov, was schade, doch kam damit Maxime Vachier-Lagrave zum Zuge, was sich ohnehin viele wünschten.)

Heute ist Ruhetag, morgen geht es wieder an. Es gibt mehrere hochrangige Kommentatorenteams, die sehr unterhaltsam sind, die spanischen von Chess24 reißen einen Witz am anderen, die englischsprachigen derselben Seite sind diesbezüglich auch nicht von Pappe, und zweitweise macht sogar der Weltmeister Magnus Carlsen höchstselbst mit. Die für gewöhnlich ausgezeichneten US-amerikanischen habe ich mir noch nicht angeschaut, werde das aber am morgigen Spieltag zeitweise nachholen.

Nebenher kochen, Wäsche waschen, aufräumen, fegen, Knöpfe annähen, Schuhe putzen, Messer abziehen, zwischenzeitlich vielleicht auch mal wieder einen lustigen Aphorismus verfassen, die Zeit schreit ja danach, ich freue mich schon.

Manchmal finde ich sogar selber den besten (nicht völlig naheliegenden) Zug. Oder habe ihn wenigstens ernstlich in Betracht gezogen. Dann bin ich ein ganz kleines bisschen stolz auf mich, was ja heimlich, zuhause, auch einem Deutschen noch nicht grundgesetzlich verboten.

Ich bewundere das Können, die Ausdauer, die Nervenstärke, zumal den überaus anständigen Umgang dieser Kämpen miteinander. Und manche Partien werden so spannend, dass man meinen könnte, das Brett breche jetzt gleich entzwei.

Und: Wie ich hier schon einmal schrieb, gibt es wohl gelegentliche Dopingkontrollen, welche aber eigentlich auch ganz unterlassen werden könnten, denn Doping jenseits von Koffein und Nikotin (vielleicht auch mal einem heimlichen kleinen Schnaps) ist im Schach absolut sinnlos, die nötige Konzentrationsspanne und Denkfähigkeit über Stunden hinweg sorgen dafür. Es gibt allerdings eine Anekdote von GM Simon Williams, einem lustigen Rotschopf, er habe sich zu Amsterdam mal Psilocybepilze – „Magic Mushrooms“ – reingepfiffen, gegen einen nicht unbeachtlichen Gegner in einer klassischen Partie (also über Stunden gespielt) gewonnen, indem ihm die Springer im Geiste und endlich sinnig nur noch so über das Brett flogen. Ein Kandidatenturnier gewinnt man auf solcher Diät aber sicher nicht.

Magnus Carlsen selbst nun, der entwickelt sich inzwischen immer mehr zu einem wohlwollend feingiftigen humorigen Geist, fast schon einem Philosophen. Was nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, welche Anforderungen das Spiel stellt, wie viel Psychologie mitspielt.

Es ist auch ganz anders als bei anderen Sportarten (außer Go oder Shogi natürlich). Ein gravierender Fehler, und die Sache ist gegessen, man kann sich in den eigenen Arsch beißen und dawider auflehnen wie man nur will. Im Tennis kann man jeden Doppelfehler wieder gutmachen, im Basketball jeden Fehlwurf, im Fußball jedes Eigentor.

Nicht im Schach. Gnadenlos ist das. Ich liebe es.

 

 

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Coronakrise: Von sinnigen Lösungen

Wenn man Angst hat, dass einer einem das Haus anbrennen könnte, während man selber drin, sich womöglich bei einem Sprung aus dem ersten Stock in den Matsch den Knöchel etwas verstauchen, zündet man es besser einfach selber an, schreit wie irre und macht ein gewaltiges Geschäft mit den vorsorglich gesicherten Feuerlöschern.

Wer Angst um sein schönes neues Fahrrad hat, der zersticht einfach die Reifen und verteigert dann die ohnehin sinnlosen Felgen.

Hat man Angst um seine Stiefel, dass die Sohlen sich auflösen könnten (das gibt es bei Sohlen aus Polyurethan durchaus, mir schon passiert, Altersschwäche), so gibt man sie einfach der Caritas oder so, damit das einem anderen Trottel passiert und geht fürderhin barfuß.

Wer Angst vor Alpträumen hat, der nehme einfach Aufputschmittel bis zum Herzkasper oder schwimme im Jänner weit, weit hinaus in die Nordsee.

Man sieht schon an diesen wenigen Beispielen, wie vernünftig, planvoll und vorausschauend unsere wundervollen Regierungen angesichts der Coronakrise handeln: Wo niemand mehr ist, da kann auch keiner mehr krank werden. Und wo nichts mehr ist und überdies niemand, da kann sich auch keiner mehr um irgendetwas Sorgen machen. Wo nichts mehr produziert wird, braucht auch keiner mehr was. Wo niemand mehr klagt, da gibt es auch keine Unzufriedenen mehr. Wo nichts mehr ist, da gibt es keinen Neid mehr, nicht einmal noch Terroristen. Oder gar Verschwörungstheoretiker.

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Coronawahn: Bald werden wir neue Kunstformen sehen

Es geht die Kunde, dass viele eingesperrte Italiener jetzt zum Fenster hinaus musizieren.

Ich hätte inzwischen, obzwar ich noch nicht unter Hausarrest stehe, gute Lust, mit meinem erbarmungslosen Stimmorgan oder meinen Trommeln dasselbe zu tun.

Ich fürchte nur, dass meinen Rohrbacher Dorfgenossen noch der Humor dafür abgeht.

Wir werden aber auch hier, im trägeren, aber umso nachhaltigeren Germanien, bald sehr merkwürdige und fragwürdige und lustige Dinge sehen und hören.

Grade gefunden (19.00h)

In der Gegend um San Francisco sollen die Leute jetzt ihre Tischdecken fressen.

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Das Coronabier trifft zurecht der Virusschlag

Eine üble Plörre trifft das Virus jetzt zurecht: Das idiotenteure Corona-Bier wollen selbst immer weniger dumme Leute (wer säuft sowas?) allein wegen des nunmehr infizierten Namens trinken. Aktienkurs am Arsch.

Was aber sicher gut für die Weltgesundheit. Ich habe mir eben durchgelesen, was da außer Hopfen und Malz alles drin. Mais, Ascorbinsäure und gar Glykol.

„Ingredients. According to Sinebrychoff, a Finnish company owned by the Carlsberg Group, Corona Extra contains barley malt, corn, hops, yeast, antioxidants (ascorbic acid), and propylene glycol alginate as a stabiliser.“ (Wikipedia)

So einen Dreck säuft ein vernünftiger Deutscher eh nicht.

Ich sahe es schon bei meinem Lidl um über den doppelten Preis des hauseigenen schmackhaften „Perlenbacher Pils“, gebraut in Frankfurt/Oder, nur Wasser, Malz und Hopfen, gemäß unserem guten alten Reinheitsgebot, im Regal schimmeln.

Jedem, was er braucht.

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Von ungeraden Kurven

Im Zusammenhang mit dem vermaledeiten Coronavirus wird jetzt überall herumerzählt, die Menschen (die meisten Menschen) seien zu dumm, um exponentielles Wachstum zu verstehen.

Entsinne ich mich recht, so hatten wir das mit den Potenzen in der siebten oder spätestens achten Klasse, und wer das nicht geregelt bekommen hätte, dem wäre leicht eine Ehrenrunde angesagt worden.

Ja, manchmal fällt es schwer, sich eine exponentielle Wachstumsgeschwindigkeit vorzustellen, sie einigermaßen, rein über den Daumen gepeilt, einzuschätzen.

Es wusste aber schon jeder Getreidespeicherhüter im alten Rom, wie schnell aus zwei Ratten tausende Ratten werden können.

Im übrigen kann man schon einem durchschnittlichen Grundschüler der vierten Klasse leicht zeigen, wie schnell eine Zahl verdammt groß wird, wenn man sie einige Male verdoppelt.

Nun gut, wer bei drei mal acht sein Handy fragen muss, der mag schon etwas verloren sein, wenn eine Kurve mal nicht gerade ist.

 

 

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