Bach: Gould gemessen an Nikolayeva

Nach einigem Ringen mit mir selbst, ob ich das denn öffentlich machen solle, gilt es nun.

Ich habe jetzt einige Zeit immer wieder den Bach Glenn Goulds gehört und jenen der Tatiana Nikolayeva. Beim Kartoffelschälen, bei allem.

Es kam, bei aller Mühe um Gerechtigkeit, auf gut über zwei Drittel Nikolayeva. Gemessen an ihrem Spiel, man verzeihe den harten Ausdruck, klang mir das Goulds nicht nur nicht nach, es wirkte gar wie tot.

Ja, Geschmäcker sind verschieden. Manchem mag Gould der Großmeister der Bachinterpretation sein. Vielleicht hört der nur anders als ich, empfindet vom Grunde her anders. Gut, es ist gesagt.

Nachtrag. Eben wieder den Anfang eines Bachstückes mit Nikolayeva gehört, und es kam Gänsehaut.

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Lustige Lügen

Es ist recht lustig, wenn man einen Blog wie diesen betreibt, und ein Leser bemüßigt sich, einen zu belügen. Fast noch lustiger, wenn eine Leserin das tut. Denn Frauen haben auch beim Lügen etwas Apartes, das Männer nur sehr selten zu zeigen vermögen.

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Ich bin ein Horrorspast

Ich weiß nicht so genau, weshalb ich mit Mystery-Thrillern, Horrorfilmen, Seuchen- und Großkatasrophenstreifen und insgesamt mit Vampiren und Untieren und Monstern aller Art, selbst in Science Fiction, kaum je etwas anfangen kann, vielleicht gerade noch so, wie letztere in den Harry-Potter-Verfilmungen auftauchen.

Mir scheint, das alles ist mir nicht so recht böse genug. Einfach zu wenig glaubwürdig böse. Und wenn man das Böse, zumal es einen ja nicht betrifft, kaum ernstzunehmen vermag, dann langweilt es schnell, wofern es nicht gar lächerlich wird, und das ist ja das Schlimmste, was ihm passieren kann.

Ausnahmen gibt es. So das Monster in „Alien“ oder die Monsterarmeen in „Starship Troopers“, zumal beide Filme wirklich gut gemacht sind.

Ansonsten gibt mir selbst ein ziemlich dröger, überaus politisch korrekter Tatort, wo am Ende immer der versoffene linksgrüne Psychokriminaler (inzwischen meist frustrierte geschiedene tablettensüchtige Kommisarinnen) den richtig Perversen oder gleich Nazi zur Strecke bringt, in gewisser Weise mehr, denn ich kann mich wenigstens über die dumme Geschichte besser aufregen, als wenn da irgendwelche mutierten Riesentaranteln oder aus dem Ureis ausgekochten Gigantenechsen oder Reptos aus dem All, die nur noch mittels Atomgranaten zu stoppen, nur vorläufig zu stoppen, endlich erst durch eine Superspiri, die sie so lange lockt und streichelt, bis sie sich gegenseitig auffressen.

Da ist mir jeder richtig böse Gangster, der so agiert, wie man sich das vorstellen kann, um viele Längen lieber. Vor allem dann, wenn er weder pervers noch drogensüchtig noch sich endlich doch von einer geübten Hure verarschen lässt. Ein richtiger sizilianischer Mafioso, ein Triadenboss, ein Großyakuza, ein Black-Op-CIA-Zyniker, ja, eine Hillary Clinton, also eine echte Kriegshexe, gut gespielt (muss frau erstmal hinkriegen, das Drehbuch zumal), geben oder gäben mir mehr Thrill und Suspense als all diese dummen Höllenausgeburten, die man, siehe oben, gemeinhin vorgesetzt bekommt.

P.S.: Das ist für mich mehr Horror als der meiste Hollywood-Mist. Zumal real und ich diesen Krankfunk auch noch bezahlen soll:

https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2019/02/framing_gutachten_ard.pdf

Dazu voraussichtlich bald noch mehr.

 

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Von der Schmerzfrage

Das Gute daran, wenn man im Leben schon viele schwere körperliche Schmerzen ertragen musste, ist, dass man es nicht nötig hat, sich welche zu erfinden. Hypochonderei kommt einem nicht so leicht in den Sinn

Auch mag man zuwenigst halbwegs lässliche und zumal erwartbar vorübergehende Schmerzen leichter ertragen als andere.

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Eingefrankt

Ich schrieb kürzlich, nach reiflicher Überlegung, ich wolle in meiner nächsten Einfleischung wenn nicht wieder Deutscher am liebsten Spanier oder Russe werden, entschied mich endlich gen Osten.

Was nun aber, würde ich doch wieder Deutscher, und ich dürfte aufgrund irgendeiner Sprachsünde oder wegen sonstwas nicht wieder Schwabe sein?

Sachse, wegen der herrlichen Mundart, und weil die so helle?

Pfälzer, wegen der Wurst und des Weines?

Bayer, wegen der Berge und weil ich gerne meine Hirschlederne trage und deren Selbstzufriedenheit ansteckend finde?

Mecklenburger, wegen der herrlichen Seen und des Meeres mit seinem einzigartigen Licht?

Hamburger, weil ich auch mal so richtig hochnäsig sein will, nicht nur gegenüber Schwaben und Schweizern?

Berliner, wegen der Schnoddrigkeit, und weil mir dann auch mal alles scheißegal sein kann?

Kölner, wegen des einzigen echten deutschen Stadtdialektes und des Karnevals?

Thüringer, weil Bach einer war und Nietzsche obendrein?

Westfale, weil ich für Sturheit viel übrig habe und mich in Bielefeld keiner meiner Widersacher aufzuspüren wüsste?

Ostfriese, weil mir dann egal sein könnte, wer mich auslacht, und weil von da aus die Nordfriesen im Osten?

Nein, inzwischen bin ich so angefrankt, ich wollte wohl Unterfranke werden.

So brauchte ich noch weniger Silben als der Schwabe, dürfte jeden duzen, ohne deshalb als Stoffel zu gelten, und überdies sehnte ich mich nicht des Weines halber nach der Pfalz.

 

 

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