Erste Änderung hier: Gott Video bekommt weniger Huld

Es wird hier gewisse Änderungen geben, von einer rede ich jetzt schon.

Ich werde weniger Videos verlinken, auch weniger Texte.

Hinweise und Zitate ja, selbstverständlich, dann mag jeder selber suchen und finden, ist ja keine Kunst mehr heutzutage, aber nicht einfach auf einen Klick bei mir, weg vom Gesagten.

Die Videos können jederzeit gelöscht werden, die verlinkten Artikel auf einmal nicht mehr aufrufbar oder plötzlich hinter einer Bezahlschranke.

Beides ist zwar von Bedeutung, aber nicht entscheidend.

Zumal bei einem Video – Video ist jetzt Gott, wenn auch einer der Zensur – schauen sich heutzutage die meisten Leute eher noch das Video an, als dass sie über das nachdächten, was ich dazu und insgesamt zu sagen habe. Bei einem Textlink ist dieser Effekt im Schnitt zwar deutlich geringer, aber immer noch vorhanden.

Wozu noch schreiben, wenn die meisten am Ende doch nur glotzen wollen, damit das Geschriebene kaum noch wahrnehmen?

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Das kommt davon

Gestern ging mir ein unzweifelhaft menschlicher E-Brief zu, im Kerne des Ansinnens, ich möchte doch mal wieder was Lustiges schreiben. Das hat mich natürlich bass entsetzt.

Meine außerirdischen Freunde mögen es zwar nicht übermäßig, wenn ich mit derlei Frust bei ihnen durchklingele, sie wissen aber auch, wie viel sie mir zu verdanken haben und wahrscheinlich noch zu verdanken haben werden.

„Schreib doch einfach was über den Hohepriester des Popocatepetl oder eine einsame Fischerin auf den Aleuten, die von einem wackeren Walross vor einem bösen Eisbären gerettet wurde und mit dem jetzt in einer eingetragenen, harmonischen Transbiopartnerschaft lebt.“ „Oder schreib was von Kalamarenkindern, wie die herumtollen, welche Streiche die sich einfallen lassen, selbst wenn sie einen Tiefseeschnupfen haben.“ „Oder schreib was von beleidigten Chilischoten, die auf Spechtfang gehen, so blöd, dass nur noch ein barmherziges Bilsenkraut sie aus ihrer schwierigen Lage rettet.“

Man sieht, ich erntete praktisch nur Hohn und Spott. Sie waren mal wieder alle auf Fentanycannabinol, einem Zeug, das jeden Erdenbürger, zumal in den Dosen, die die sich reinpfeifen, sofort ins Jenseits beförderte (oft mischen sie noch Muscarin, Scopolamin, Psilocybin, Meskalin, Digitalis, Taxine, Colchizin und Eisenhut darunter, dazu alles, was sie unterwegs an Brauchbarem aufgesammelt haben), und so konnte ich mir gerade keine große Hilfe von ihnen erwarten. Grrr. Spätestens, wenn ich selbst mal leicht einen im Kahn habe, werde ich Vergeltung üben, es wird dann meinerseits keinerlei Rats zu sprachwissenschaftlichen Fragen geben.

So schön nämlich ihre Raumschiffe, so effektiv ihr 20G-Netz, was Deutsch anlangt, sind sie nicht wesentlich weiter als jener Yoda, der Oberyetiritter aus Star Wars, der nach 930 Jahren noch immer nicht den einfachsten Satzbau beherrscht. Und zwar auch dann, wenn sie nüchtern sind. (Die Spottvorschläge von ihnen oben habe ich der Lesbarkeit halber berichtigt.)

Sie reden von sich in der dritten Person („Yoda das schon gesagt hat“), „ich“ zu sagen ist ihnen aufgrund ihrer schrägen Religion absolut untersagt, selbst diejenigen, die dies Konzept von mir gelernt haben, müssen sich daran halten. Es gibt bei ihnen insgesamt nur die dritte Person, immerhin auch in der Mehrzahl. Deshalb glauben sie mir auch oft nicht, dass ich für Menschenohren, zumal deutsche, richtig übersetzt hätte.

Bei zusammengesetzten Begriffen haut sie es dann gleich ganz aus der Kurve. Schon der einfache „Kellertürschlüssel“ ist ihnen zu viel, das muss heißen (es gibt auch nur einen Artikel): „Die Schlüssel von die Tür von die Keller.“

Und wehe, man frägt sie, ob das bei ihnen vielleicht vor 5000 Jahren mal einer besser gekonnt hätte. Nicht, dass sie es bei mir für sowas gleich wagten, mir einen Tachyonenstoß zu versetzen, der sich gewaschen hat, sie fleuchen dann aber so aufgeregt durcheinander und wedeln mit ihren Hyperwaffen, dass es allemal für ein unangenehmes Ohrenbrummen reicht.

Sie können primitivstes Deutsch inzwischen leidlich lesen, sehr langsam und einfach gesprochen auch verstehen, um ihnen aber beispielsweise einen langen Satz aus Kleists Käthchen oder Kohlhaas halbwegs zu erklären, brauche ich bei den Hellsten leicht ein Stunde. Bei Aphorismen etwa Lichtenbergs zeigen ihre Computer stets eine Fehlermeldung, und ich brauche eine Engelsgeduld, ihnen auch nur Doppeldeutigkeiten einigermaßen nahezubringen.

Ansonsten können und wissen sie so gut wie alles. Guckt einer nur auf einen Stahl, so kann er dir sofort sagen, wie viel Kohlenstoff, Vanadium, Niob, was auch immer da drin. Aufs Kilo aufs Attogramm genau.

Wie sie sich fortpflanzen, das darf ich Euch leider nicht genauer verraten. Nur, dass es sehr kompliziert ist und nur in einem extremen Hochvakuum funktioniert, und das auch nur beim etwa tausendsten Versuch.

So, das habt ihr jetzt davon, ihr Galaktobekifften, dass ihr mir nicht einmal eines von euren Milliarden Geheimnissen rausgelassen habt, worüber ich etwas so Unglaubliches hätte schreiben können, dass der Mensch vor lauter Staunen darüber lacht.

 

 

 

 

 

 

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Eine Lanze fürs geschriebene Wort

Ich gebe unumwunden zu, dass ich zu aktuellen Themen insgesamt mehr Zeit mit Videos verbringe als mit Lesen.

Das liegt daran, dass ich einigermaßen auf der Höhe der Zeit bleiben will, Videos gelten – außer kurzen Twitter-Ranzereien – heutzutage mehr als das geschriebene Wort, zudem lesen Jüngere kaum noch, und die meisten Zeitungen sind scheiße, gute Blogs selten.

Intelligent und zumal effektiv ist das vergleichsweise nicht. Denn einen Text kann ich im Nu überfliegen und herausfinden, ob da überhaupt etwas Brauchbares vorgetragen wird, das herausfiltern, während ich bei einem Video keine Chance habe, in vergleichbarer Zeit zu erfassen, ob sich das Anschauen (Anhören) wirklich lohnt. Und so schaue ich viele Videos im Grunde auch gar nicht wirklich an, sondern lasse mich im Hintergrund, bei der Hausarbeit, ein wenig berieseln, es mag ja etwas dabeisein, was meine Aufmerksamkeit wirklich weckt, originell, anregend ist.

Seien wir ehrlich: Die meisten Videos sind sehr redundant, unnötig in die Länge gezogen, machte sich der Autor die Mühe (und könnte das dann auch), die Dinge in einem geschriebenen Text auf den Punkt zu bringen, ergäbe sich eine viel höhere Informationsdichte: so viel Gelaber wie in Videos kann man sich schriftlich kaum leisten, denn da merkt es jeder, wie wenig, spät, ungefähr auf den Punkt gekommen wird.

Von mir selber gibt es noch ein paar alte YouTube-Videos im Netz, die dauern zwischen zwei und sieben Minuten, und wenn die auch nie besonders eingeschlagen haben, meine ich doch, dass es eben sozusagen Schriftstellervideos sind, ja, es mag im Einzelfall auch etwas Kasperei dabei sein, ich sage aber nicht alles fünfmal.

Von daher werde ich im wesentlichen beim Schreiben bleiben. Das geschriebene Wort ist nachhaltiger, nicht so leicht zu zensieren oder gar zu löschen, es braucht kaum ein Tausendstel an Speicherplatz, als Ausdruck ist es selbst nach einem EMP oder nur einem gemeinen grünen Stromausfall noch da.

Allzumal schreibe ich ja nicht nur über Tagesaktuelles. Und das auch teils schon nur, um zu den Dingen, die jetzt vor sich gehen, nicht zu schweigen, andere (auch und gerade gute Videomacher) zu unterstützen, gegebenenfalls als Zeitdokumente. Natürlich geht es mir auch um die Pflege unserer Sprache.

Zudem wären meine politischen Sachen (wahrscheinlich alles, auch Didaktisches) auf YouTube inzwischen sowieso gelöscht, und überdies bin ich ein Techspast, ist es mir zu viel, jetzt auch noch bei Bitchute und Telegram und wie der ganze Rest noch heißt, irgendwie herumzueiern, meinen halben Tag mit der Betreuung unzähliger Seiten hinzubringen. In der Zeit lieber noch einmal Konfuzius und Cicero und Lichtenberg und Nietzsche gelesen.

Ja, wenn man so will, ist das eine Art Offenbarungseid dahingehend, dass mich diese Postmoderne abgehängt hat.

Was mich allerdings reizt, ins Netz zu stellen, das sind reine Audios. Man sagt mir, das sei technisch kein Problem, wofern ich nicht live sende, gäbe es nicht einmal Schwierigkeiten damit, dass ich eine Rundfunklizenz erwerben müsse (dann natürlich unter entsprechenden Auflagen), sobald ich mal mehr als drei Hanseln erreichen könnte.

Auch möglich, dass ich meine besten, nachhaltigsten Texte einmal in einem Buch zusammenfasse. Das wird viel Wühlarbeit. Wir haben aber schon Januar, es wird schon wieder mehr Licht.

 

 

 

 

 

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Yale: Miaßed mir vor soddene no Angschd hoh?

Sellede Nochrichda vom Salzkracher, des senn amol guede. Gradado, wo’d Schädel ond Gnocha s Dsebder en de Händ hont, brauchedse jedsed, fir dr Nochwuchs, Blädsesbagga, derabeidisch Ausmola on Hibfburga. Damid denne ed ’s Zäbfle ganza rohageled, se dr Sozialismus on der Dschenderscheißdregg on älles, wa gega Weiße on Männer onsoweider, mid a weng wenicher Angschd iber d Menschheid brenga kenned.

Miaßed mir vor soddene no Angschd hoh?

(Die Transkription ist schwäbisch zu nasalieren.)

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Genial? Vermutlich in jeder Sprache beschränkt

Es ist zweifellos beeindruckend, was diese junge Frau an Fertigkeit in sehr verschiedenen Sprachen zeigt.

Ich bezweifle aber stark, dass sie auch nur eine wirklich gut beherrscht.

Vielleicht tue ich ihr unrecht.

Ja, sie mag in all den angegebenen Sprachen ein allgemeines Gespräch führen können, ich setze aber den Fall, dass sie in keiner einzigen, außer vielleicht der französischen, einen brauchbaren, einigermaßen differenzierten, sattelfesten Aufsatz abliefern kann.

Das dürfte der Preis sein.

Und dabei will ich ihr keineswegs unterstellen, dass sie, aufgrund einer außergewöhnlichen Begabung, vieles vom Vorgeführten nur so schön nachgesprochen habe.

Bei allem Respekt: Eine Sprache wirklich gut beherrschen, möglichst noch eine Muttermundart dieser Sprache dazu, weiterhin eine andere gut oder auch zwei, meinetwegen noch eine Nahsprache, das ist mir mehr wert als zwölf auf Basisniveau.

Es geht mir dabei keineswegs darum, die junge Dame herabzusetzen. Sie ist wahrscheinlich ein außergewöhnlich fleißiges Ausnahmetalent. (Wobei ich bezweifle, dass sie deutsche Philosophie lesen kann.)

Nochmal: Ich bezweifle, dass diese junge Frau in irgendeiner Sprache, außer vielleicht Französisch, auch nur einen Text auf leidlichem Oberstufenniveau schreiben kann.

Geist reicht weiter als Pizza, Sushi, Pekingente, Chicken Masala und Currywurst.

Wolle nichts über dein Vermögen. (Nietzsche)

Wie glaubwürdig ist diese Geschichte insgesamt?

 

 

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Mein Dank an guten Whisky

Ich weiß, dass man gegen Kälte nicht antrinken soll, zumindest sind sich die Ärzte, auch wenn deren viele sich im Ernstfalle selber nicht daran halten werden, in diesem Punkte von der Wissenschaft her gesehen erstaunlich einig. (Vielleicht ist auch die Wissenschaft diesbezüglich noch einmal zu hinterfragen. Noch vor zwanzig Jahren hieß es unisono, man könne sich nur immer mehr Hirnzellen absaufen, keine neuen mehr könnten, zumal im Alter, gebildet werden, inzwischen ist man über diesen Unfug, an den ich nie so recht glaubte, weg.)

Tut man es nun aber doch in gewissen Maßen, so mag jeder sein Zauberwasser finden, sein eau de vie: bei mir ist es unter den prozentlastigen Sachen zweifellos guter Whisky, der am besten anschlägt.

Scotland forever!

(Vielleicht gibt es ja eine Art echte menschengemachte innere Hirnerderwärmung?)

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Mein Dank an El Rey Dicharachero Pepe Cuenca und Kollegen

Diese Danksagung geht nicht nur an Liebhaber des Schachspiels, sondern allgemein an jene der spanischen Sprache und Lebensart.

Pepe Cuenca ist ein Schachgroßmeister, der es nie in die Weltspitze des Spieles selbst geschafft hat, aber sehr wohl in jene der Schachkommentatoren.

Auf Deutsch wäre da natürlich der vortreffliche Jan Gustafsson zu nennen, auf Englisch (in seinem Falle sicherlich auch Russisch) Peter Svidler, Yasser Seirawan, Maurice Ashley, Jennifer Shahade und andere.

Svidler ist zweifellos noch fachkundiger als Cuenca, von feinem Witz, hat alle großen Turniere bestritten, kennt die gesamte Weltspitze persönlich, und zumal wenn er zusammen mit Jan Gustafsson kommentiert, ist das eine auserlesene Freude.

Pepe Cuenca aber ist für mich d e r Carajillo des Schachkommentars, des Geschwätzblitzens, des Banterblitz, des Ajedrez Dicharachero.

(Vielleicht sollte ich in meiner nächsten Inkarnation, darf ich fieserweise nicht schon wieder Deutscher sein, doch lieber Spanier werden wollen anstatt Russe.)

 

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Mein Dank an Gerhard Wisnewski und Niklas Lotz

Zeit für Dank und Ehrung.

Gerhard Wisnewski ist für mich der deutschsprachige Journalist zumindest des vergangenen Jahres.

Zweifellos ein ausgezeichneter Redner, ist er keiner, der den Saal zum Brüllen bringen will, einer von feinem Humor, seine Sprache stets ungekünstelt, er verwendet, obzwar er sicherlich Tausende kennt, nur wenige Fremdwörter, er wechselt seine Lautstärke nur mäßig, seine Analysen sind brillant, ich wünschte jedem Gymnasium in Deutschland, Österreich und der Schweiz einen solchen Deutschlehrer für die Oberstufe.

Soweit ich das beurteilen kann, spricht er so ziemlich wie er schreibt, beziehungsweise schreibt wie er spricht. Selbst in freier Rede macht er so gut wie keine Fehler.

Ich kann unserem Nachwuchs nur empfehlen, sich nicht nur mit seinen Inhalten zu befassen, sondern auch seiner erkenntnispraktischen Methodik: womit ich natürlich nicht Nachahmung empfehle, denn seinen eigenen Stil muss letztlich jeder selber finden, gegen das eigene Temperament anzureden und anzuschreiben, das führt im besten Falle zur Mittelmäßigkeit.

Und wenn wir schon beim Nachwuchs sind: Da gäbe es einige prima junge Leute, die ich hervorheben könnte, am beeindruckendsten aber (ich habe sein Buch „Mein Weckruf für Deutschland“ leider noch nicht gelesen) ist für mich Niklas Lotz mit seinem YouTube-Kanal „neverforgetniki“.

Ich wünsche Gerhard Wisnewski, dass er mindestens so alt werde wie Peter Scholl-Latour, wie dieser bis ins hohe Alter wach und tätig bleibe, Niklas Lotz dasselbe.

Nachtrag

Eben fand ich noch dies Neujahrsvideo von Niklas Lotz. Ein junger Mann mit Mut:

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