Von den Handwerkszeugstypen

Es gibt in der Tat sehr unterschiedliche Handwerkszeugstypen.

Die einen hängen auf ewig an ihrem ältesten Zeug, selbst wenn es nicht mehr viel taugt (oft sind alte Werkzeuge, zumal geschmiedete, allerdings die besten).

Die anderen wollen immer das Neueste.

Die einen habe für alles Spezialwerkzeuge, die anderen arbeiten nach dem Minimaxprinzip. So verbringen die Extremisten der einen Seite bald mehr Zeit mit dem Einkauf, dem Richten und Pflegen und Sortieren ihrer Lieblinge, die anderen sind so minimalistisch, dass es an Schwachsinn grenzt.

So war ich vor nicht langer Zeit mit einem Steinmetzen am Friedhof, und der hatte im Eimer nicht einmal ein anständiges Spitzeisen, das Flacheisen war ein ganz flaches, völlig unpraktisch, schlecht zu führen, bald schmerzhaft für die haltende Hand. (Nachdem er mich, da nicht mehr in Übung wie früher, zudem mit 55 kein derartiger Büffel wie er mit vielleicht 35, mehrfach runtergelassen hatte, langte es mir auch einmal und ich wies ihn darauf hin, dass er ja nicht einmal diese zwei elementaren Werkzeuge in angemessener Form mit sich führe, sein Plan daher auch nicht der überzeugendste. Dem fiel das Gesicht aus dem Gesicht.)

Klar ist, dass wenn man nur mit Rucksack ins Gelände geht, nur so viel geht wie geht. Doch sind auch da die Unterschiede enorm, es gibt ganze konkurrierende Philosophenschulen dazu. Der eine schleppt gerne Axt, Säge, Multiwerkzeug (mit Zange bitte, nicht nur das Schweizermesser!), dazu natürlich ein schweres stehendes Messer, Wasweißichnoch, der andere hat nur ein festes Messer dabei oder eben nur das Schweizermesser.

Wenn es interessiert, der schaue sich mal im Netz einige Videos dazu an. (In einem Vorartikel erwähnte ich jenen Engländer, der hatte zwar keinen Engländer extra dabei, aber gleich zwei Rattenfallen, die er nächtens vor dem Zelt postiert, damit ein etwaiger Waldbandit da gleich erstmal reinlangt.)

Ich selber habe in der Tat zuhause am liebsten alles, was nötig werden könnte. Arbeite ich dann aber am Hof, so sind es nur wenige Werkzeuge, die ständig im Eimer beziehungsweise im Korb. – Es ist ja auch so, dass man mit Werkzeugen, mit denen man ständig arbeitet, einfach mehr Übung hat und damit Geschick entwickelt.

Geht es ins Gelände, so bin ich inzwischen tendenziell eher auf der schwereren Seite, natürlich nicht bei einem Tagesausflug bei bestem Wetter. Je kälter aber und je länger, umso lieber habe ich auch nicht nur das Schweizermesser dabei. Also dazu wenigstens ein festes Messer und eine leichte Säge…

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Morden im Film regelmäßig „nichts Persönliches“

Entweder ist das mal wieder eine zufällige Häufung, oder doch ein Zeichen der Zeit.

Schaue ich mir des Abends bei meinen Lederarabeiten oder auch nur beim Sinnieren einen Krimi an, so sagt der Killer zu seinem Opfer vor dem finalen Schuss regelmäßig: „Nothing personal.“ Oder eben: „Nada personal“ beziehungsweise „nichts Persönliches.“

Diese Standardformel scheint sich in einen Großteil der diesbezüglichen Streifen der letzten zwanzig Jahre eingenistet zu haben wie die Ameisen im Faulholz im Lenz. Man hält das wohl für so originell, dass man es dauernd wiederholt.

Ich werde Hollywood hier jetzt nicht für Umme Verbesserungsvorschläge, wenigstens andere Volten und Varianten bringen, obzwar oder gerade da mir diese Redundanz schon etwas armselig erscheint.

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Nochmals von Fritz Wunderlich

Ich denke, ich habe jetzt einen wesentlichen Teil dessen heraus, was Fritz Wunderlich zu seinem großartigen Sängertum hingeleitete.

Ich weiß, das wird wieder vielen nicht schmecken, aber sei‘s drum.

Es war seine Bodenhaftung, seine Erdung, seine Heimatverbundenheit.

Sicherlich wuchs er da hinten in der Pfalz in härtester Mundart auf. Dann lausche man aber seinem hörrohrreinen Hochdeutsch.

Wahrscheinlich hat er nie von der Uruz-Rune gehört, nur die gesehen, die im Dritten Reich angesagt, doch war ihm als anständigem Pfälzer offenkundig Wurst und Wein genug, als er davon endlich genug sich leisten konnte, der Kriegsbub, der noch im November kurze Hosen tragen musste, und natürlich seine Frau.

Seine Mutter soll er immerzu wieder besucht haben, der früh vaterlos Aufgewachsene, als er schon in Stuttgart wohnte und berühmt geworden war.

Treue kann eben auch zur Stimmtreue führen.

Nachtrag

Indem ich hier immer wieder den Schwaben heraushänge – es ist nunmal so, dass ich in Stuttgart aufwuchs, als man da noch Schwäbisch konnte – : Eigentlich bin ich ein halber Pfälzer, denn beide Eltern meines Vaters waren Zugereiste aus der Pfalz.

Inzwischen bekam ich aber sogar bestätigt, ich sei schon ein halber Franke, obzwar ich natürlich immer ein Schwabe bliebe.

Bayer werde ich wahrscheinlich nicht mehr, und Hamburger oder Berliner erst recht nicht. In diese beiden Städte zögen mich keine hundert westfälischen Pferde. Nichtmal alle Frankfurter Großbänker zusammen.

Hat jetzt nichts direkt mit Fritz Wunderlich zu tun, doch fand ich diese Klärung hier angebracht.

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Männer mit Mut

Als ich noch jung und etwas dumm war – ganz dumm war ich nie, dachte ich jedenfalls, aber jung schon, wenigstens empfand ich es so und Manneskraft war zweifellos wenigstens leiblich noch nicht gegeben – : Was schwatze ich hier raus?

Ja, man lobte eine gewisse Auffassungsgabe, es ging ja offenkundig selbst noch nach meinem schweren Unfall vergleichsweise leicht in Deutsch und Mathe und dem Rest, so dass man es gar nicht anders anstellen konnte, denn das hätte nicht nur ich gemerkt, und doch versuchten mir schon nicht wenige zu verkaufen, ich sei ein bisschen blöde doch, ja gar saublöde, ob meiner Uneinsichtigkeit. Hat sich bis heute nur wenig geändert.

Indem ich ja schon mit meinem Zweitnamen auf Wolf getauft, müsse ich ja nur mit den Wölfen heulen, und alles werde gut für mich und zumal für den Rest der mich ertragen müssenden Welt. (Letzteres lassen sie nicht so gerne raus.)

Ach ja, wo wollte ich denn hin?

Als ich, wie schon erwähnt, noch gefühlt recht jung war und hoffentlich dümmer als jetzt, da gab es eine Kindersendung, die hieß „Männer mit Mut“.

Da stürzten sich Elfjährige in allerlei Abenteuer und überstanden sie gar. Jungs.

Kaum noch vorstellbar, heute einen derart frauenfeindlichen Titel ins öffentlich-rechtliche (ein Witz an sich) TV zu bringen. (Es gab da noch gar nichts anderes zum Anglotzen.)

Wahrscheinlich, aber das wäre dann doch nicht jugendfrei genug, hieße es heute „Lesben leicht lütt“.

Da aber „lütt“ nur der Norddeutsche versteht – Schwabendiskiminierung wäre ja egal, aber in München hört bekanntlich jeder Spaß auf – zudem die Holdinnen als schwach herabsetzte, etwas zu dünn, ginge es erst recht nicht.

Arme Produzenten.

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Kleines Rätsel

Ich habe inzwischen raus, weshalb bestimmte Männer hier nicht hinlesen wollen.

Kurz sind meine Texte ja inzwischen meist, und schlecht wohl immer noch dazu.

Daran kann es also nicht liegen, denn kurze schlechte Texte lesen sie jeden Tag massenweis.

Und länger Missratenes obendrein.

Ich bin indes heute so boshaft aufgelegt, dass ich nicht verrate, was mir klar.

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Magnussens peinliches Ärmchen

Einem, der gerne mit seinen erhobenen Muskeln angibt, zeigte ich meinen rechten Unterarm, der immerhin wieder etwas sägegestählt und öfter in den Wald darf, ihm saudumm etwas leidliche Anerkennung abzugewinnen.

Schwer ward ich verwiesen.

So, es war zwar in einer gewissen Öffentlichkeit, aber sehr unwahrscheinlich, dass man es überhaupt irgend rundrum als gewichtig wahrnähme, hänge man es nicht raus, das sei peinlich, unangemessene Angeberei, vernahm ich darauf sehr deutlich.

Also gut.

Der Magnus lernt ja immer noch gerne dazu.

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Von den Krawattioten

Krawatten habe ich ein ganzes Bündel. Die Dinger sind, wenn wirklich aus guter Seide, made in Italy, ja auch äußerst starke Binder. Für den Hand- und Notwerker wie für den Selbstaufhänger wie gemacht.

Erinnere ich mich recht, so hat mich keine mehr als 50 Euronencent oder gar einen Euronen gekostet. Ich nahm sie zweithand einfach mit, wegen der Seide, und wegen der Schönheit, indem mein Beutel hinreichend lose.

Jeder, der mich kennt, weiß ja, dass ich darnach trachte, es mit dem Mitleiden nicht gleich zu übertreiben.

Sehe ich aber all die halskastrierten Männer, die sich diese absolut ernstzunehmenden Stricke jeden Tag selber um den Hals legen müssen, gar das Wollen darzu gelernt, um mehr Geld zu verdienen, oder wenigstens das wenige, das man ihnen gibt, zudem vor verwirrten Weibern, die nichts mehr vom eigentlichen Mann verstehen, mehr Eindruck zu schinden, stolz tragen, bis dass sie sie, kragenschwitzend, beim ersten offenen und ehrlichen Whisky endlich wenigstens lockern, vielleicht sogar abnehemen dürfen, überkommt mich ein klein wenig Mitleiden eben doch. Ich bin halt recht oft etwas inkonsequent und damit schwach.

Zudem, hat der Teufel, an den ich nicht glaube, diese Absitte nicht erfunden – wer war es dann? – , sind sie noch meist schlecht gebunden.

Die allermeisten Krawattioten lernen anscheinend nicht, oder sie bekommen es vom Teufel nicht richtig gelehrt, wie man sie halbwegs ansehnlich um seinen Hals knotet.

Als ich, die eine Woche, da ich so einen Kälberstrick um den Hals zu tragen müssen mir antat, ward ich gelobt dafür, wie sauber er säße. Von Geldleuten.

Und mein Vater hatte mir nur, Weltnetz gab es da noch nicht, wo es jeder gleich hätte und hundertmal nachüben lernen können, kurz gezeigt, wie ein Windsorknoten geht.

Wie man den dann immerhin nicht gleich todeswürdig zurechtrückt, gerade, das fand ich damals, in meinen Kurzardennen, binnen Minuten selbst raus.

O Sancta Selbsthangitis!

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Von Kitteln und Schuhen

Ich bin kein Weib, habe auch noch keins gründlich dazu befragt, und eins wäre ja nur eins: Ich schaue bei Männern in Punkto Kleidung, tu ich’s, zwar auch auf den Kittel, doch eher noch mehr auf die Schuhe.

Hat der wenigstens vernünftige Reifen aufgezogen?

Gilt natürlich nicht am Strand oder auf einer dekadenten Sauferei.

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