Vom Lästerspeck

Wie viele junge Männer sparten wir weiland nicht am Beschimpfen unserer besten Kumpels, zumal nicht am Lästern über sie, es war ein regelrechter Sport.

„Arschnase“ hießen wir uns, „Ziegenspitz“, „Volltrottel“, „Halbdackel“, „Erzschlunz“, „Schafsseckel“, „Lällabebbel“, „Lohle“, „Schwachmat“, „Flachwichser“, „Granatsstoffel“, „Hahnabambel“, „Obersimpel“, „Dummbatz“, „Eckaseicher“, „Kurzbrunzer“, „Aufsprech“, „Gschnalzdepp“, „Dösbattel“ usw. usf.

Eines Tages nun aber geschah es, dass ich einen von uns Hochqualifizierten, der selbst in dieser erlauchten Riege anerkanntermaßen in der Oberliga spielte, indem er zwar nicht wirklich fett, aber doch etwas korpulent, einen „Lästerspeck“ hieß. Das kam mir einfach so.

Oh, das saß aber unerwartet böse. Ich versuchte, das kränkende Wort so gut es ging so bald als möglich wieder aus der Welt zu schaffen; und nach erstem köstlichen Lachen der Kumpels über die Findung zogen die dabei glücklicherweise auch brav mit, denn das hatte offenkundig eine Grenze überschritten.

Nun, die Moral von der kleinen Gschicht‘ kann sich wohl jeder selber zusammenreimen…

 

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Corona-Öko-Candlelight-Dinner im Fahrradanhänger?

„Not macht erfinderisch“, sagte die Hausfrau, als sie einen schweinsledernen Buchdeckel nahm, um eine Klabsbrühe daraus zu kochen.

Was kommt als nächstes?

Immerhin habe ich zwar kein motorisiertes modernes Wohnmobil, aber einen großen Fahrradanhänger, da passen auf Querbänkchen locker zwei Leute (im Engfall gar vier Erwachsene, die keine Sumoringer, da müsste ich ob der Last halt ein paar Kanthölzer unterlegen) und ein Tischlein rein (Binnenmaß 80 x 130, wer also keinen zu breiten Hintern hat, kann auch noch ein oder zwei Schüsselchen neben sich abstellen, den Aschenbecher, ein Zusatzkerzelein…), einen Dachlattenaufbau mit Plastikplane drüber, und ich habe auch meine fahrenden eigenen vier Wände fürs standesgemäß servierte Candlelight-Dinner: und öko wird das obendrein.

Vielleicht bekomme ich dafür ja den Alternativen Nobelpreis…

(Übrigens reichen bei dichter Plane – oben halt ein Abzugsloch – für die gut zwei Quadratmeter bzw. unter vier Kubikmeter Raumvolumen zwei Leute und ein paar Kerzen respektive Teelichter auch bequem für die Heizung. Kann Ihnen jeder Fachmann bestätigen.)

 

 

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Es widerspreche das Weib dem Manne

Da meine heute fröhlich freigelassene Schwatzsucht schon durch die Vorartikel hinreichend bewiesen, halte ich jetzt erst recht nicht mehr an mir. Mein Achtzigster scheint seine Lichter schon vorauszuwerfen.

Was, bei den Göttern, wollte ich mit einem devoten Weibe? Devote Weiber mögen bei den Sardinen oder Makrelen mitschwimmen, in meinem Bassin ist für solche kein Platz.

Widerspricht das Weib nicht, so taugt es auch nichts.

Welcher Selbstweichholzkreuzdepp hat sich je ein devotes Weib gesucht?

Goethe etwa? – Na, zu dem mag das gepasst haben.

Man erkennt alle Religionen daran, wie es die Männer mit den Weibern halten. Erhöhen sie sie zu sehr, sind sie mannslos, setzen sie sie zu sehr herab, sind sie strukturell schwul.

Generell kann man sagen, dass die Weiber klüger, die Männer gescheiter sind. So kann es eben auch zu klugen und gescheiten Kindern kommen.

Genug. Sonst erzähle ich jetzt noch mehr von dem, was kaum einer wissen will.

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Von meinem Schreibtischschreine

Mein Schreibtisch ist in den letzten beiden Jahren immer mehr zu einem Schrein mutiert.

Ja, da sind immer noch Bildschirm und Tastatur und Lautsprecher, links am Ekelrand meine Schmierzettel und die letzten Drohbriefe vom Finanzamt, ansonsten aber reihen sich im Halbkreis einige meiner kleineren Kienhölzer, garniert mit allerlei Kristallen und Mineralien und Steinen von der Ostsee, zwei Ringen, die ich vermutlich nie tragen werde, einem wunderbaren Weinbergschneckenhaus und versteinerten Schnecken und Muscheln, etwas Ledertasche mit alten Uhren drin, dem handgefertigten geschmiedeten Hauptkerzenständer und den zwei Teelichthaltern, einer aus Steinsalz, fürs bezaubernde Durchschimmern, der andere offen aus einem schönen glitzerig graugrünen Granit.

Ja, ich gebe es zu, Haarbürste und Haarkrebs und Kamm und Salbe und Heilöls für die einst ziemlich zerschmetterte Schulter sind rechts zu finden, natürlich auch das unvermeidliche Schweizermesser für alle Fälle, die deutschrobuste Wassertasse und das Weinglas, der Tabak und der Aschenbecher links, und grade sehe ich noch die Kastanie und die beiden Eicheln neben dem hübschen Kleingeldtöpfchen mit dem kitschigen Rosenmotiv, den noch nicht anständig entsorgten Papierrotzlappen, das schöne Etui mit meinen zweitedelsten Schreibsachen, ja, auch Feuerzeug und Fon, selbst eine Maus, dahinter das Gefäßchen mit den Gummibällen, oben auf der Box den roten Markierstift, ich weiß nicht, wie viel Zeugs ich jetzt noch einzeln zu erwähnen hätte.

Ich weiß auch nicht für oder gegen was das alles helfen mag, aber eben erst recht nicht, was es mir schaden sollte.

Außerdem räume ich das Ganze ja hie und da auch um, eins kommt woandershin, ein anderes dazu, auf dass mein Schreibtischschrein mir neues Leben gewänne.

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Nepomniachtchi vs. Aronian

In wenigen Minuten werden die beiden oben genannten und zweifellos unbidenistischen Schachgiganten netzweis gegeneinander antreten.

Dazu werde ich nicht einmal Bach hören, sondern mal lieber wieder Jan Gustafsson und Peter Svidler.

Das wird mit Sicherheit maskenlos geil.


In den Spielpausen lasse ich mir aber vielleicht doch wieder das rein, zumal ab 1 h 25 min:

 

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Botcrushers

Ich stehe inzwischen mit einigen großen Firmen, die entlang meines Drehbuches den Blockbuster „Botcrushers“ in die Sehwelt bringen wollen, in ernsthaften Verhandlungen.

Ich darf natürlich noch keine Details erzählen, aber es geht im Grunde darum, wie eine Sondereinheit schädliche Bots plattmacht, und zwar erbarmungslos.

Da wir zu Vermarktungszwecken, außer dem zwingenden Aufwand für bislang nicht gewahrte Computeranimationen, auch einige bekannte Schauspieler als Halbhybriden werden einbauen müssen, wird die Produktion, selbst wenn ich mich mit lediglich zwanzig Prozent des Gesamtumsatzes begnügen sollte, wohl kaum viel unter 200 Millionen Dollar in Trumpzeit kosten, da ist man sich von linksextrem bis gemäßigt konservativ ziemlich eins.

Die Linken ködern mich derweil mit den höheren Angeboten, wollte ich alle Botjäger zu heldenhaften Transen und Antifanten machen, während die anderen in solchem Sinne nur „kleine“ Änderungen wünschen (die tun so wie als ob, oder haben tatsächlich nicht genug Knete), und nur ein randständiges Hungerlabel von selbst bekehrten Althippies will, ich dürfe von den Einnahmen dabei nur soviel bekommen als jeder von den fünf Komparsen, die Sache wie eingesandt halten.

Ich werde daher wohl einen Vertrag mit den Linken abschließen. Mir doch scheißegal, wie die das Drehbuch vergeigen. Und damit ihren eigenen Laden.

Welches Gift ich da für sie eingebaut habe, das werden die zu spät merken. Meine Millionen habe ich vorher.

 

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Jens Spahn IST ein Genie kosmischer Dimension

Jens Spahn hat Markus Söder über seine im Streit stehenden Villaschlagzeilen deromaßen ermuntert, in seinem Bayern zur Coronavollkante aufzulaufen, damit der den meisten Ärger bekommt, sich selber dort immer weiter runtermacht, indem der Listige, verschlagen unklar und abwartend, seinen christsozialen Rivalen immer weiter ins Verderben der nicht eintreten werdenden Zweiten Welle reinrennen lässt, München abriegeln und Nürnberg, von den Alpen bis zum Spessart alles zombiefizieren, bis hin zu Bauernaufständen.

So macht man das. Söder kann aus Neuspahnstein keinerlei Kapital schlagen. Spahn hat damit das Ablenkungsmanöver, das Söder in den Letztaktionismus treibt und damit zur Selbsterledigung.

Den anderen einfach durchdrehen und sich selber fertigmachen lassen. Spahn blickt durch.

Spahn gibt sich ja auch bescheidener. Damit kommt Söder noch mehr als der gewissenlose Narziss raus. Spahn weiß genau, was er tut.

Und ist Spahn eines entscheidend besseren Beraters, zweifellos, denn er hat in weiser Voraussicht einen Mann geheiratet, nicht eine Frau, die und sich selbst auch noch mit Kindern zu verwirren und abzulenken, wohl selbst noch einem von vor dieser argen Verirrung.

Womit man sieht, dass Spahn nicht nur alle Trümpfe, über die man nicht einmal reden darf, in der Hand hat, sondern sie auch so fein einfach aus sich selbst laufen lässt, dass er sonst fast nichts dafür tun lassen muss.

Spahn hat dem Söder schon so gut wie den Kamm rasiert, bevor der auch nur vom Seifenanrichten was bemerkt. Und da Söders Leute auch diesen rein analytischen und sachlichen Text vom Chef abhalten werden, nicht in Ungnade zu fallen, gockelt der sich noch umso mehr auf, kräht der Hennen und deren Nachsorgern, wie als ob in Bayern auf einmal ein fränkischer Messias ausgebrochen wäre.

Spahn hat Söder so gut wie fertig. Es fehlt nur noch der letzte Hieb. 

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