Gleichgültigkeit und Gelassenheit

Der folgende Gastbeitrag von Leserin „Kunterbunt“ fand seinen Weg hierher auf meine Bitte hin, den Großteil eines ihrer Kommentare zu meinem kurzen Artikel „Vom Zurückverachten“ auf diesem Wege eigens hervorheben zu dürfen. Wie es dazu kam, siehe den dortigen Strang. Mein Dank an Kunterbunt für die Genehmigung zur gesonderten Veröffentlichung. (MWG)

Gleichgültigkeit kann in meinem Deutsch die Bedeutung haben von „me ne frego“ auf Italienisch, mit einer pejorativen Konnotation einer Situation oder Person gegenüber. Anderseits kann es auch bedeuten, angemessene Distanz zu einer Gegebenheit oder jemandem zu haben. Gleichgültigkeit sollte echt und neutral sein, um eine ebensolche Wirkung zu haben, will heissen, weder mich noch jemand anderen anzuwandeln. Wenn ich nämlich mit einer Wut im Bauch behaupte, xy sei mir doch gleichgültig, dann kann dies kaum der Wahrheit entsprechen.

Gelassenheit ist in meinem Deutsch anders zu verstehen als Gleichgültigkeit, fühlt sich auch anders an. Gelassenheit neigt sich in meinem Veständnis der Zuversicht entgegen. Ich bin eutonisch gelassen, weil ich zuversichtlich bin.

Würdest du diese Begriffe auseinandernehmen wie es manche zu tun pflegen, sogenannt „al pie de la letra“, würde sich die Auseinandersetzung damit unverzüglich in den Kopf verlagern.

Es würde dann behauptet, Gleich-Gültigkeit bedeute, xy habe die gleiche Gültigkeit wie a-w+z. Oder in einer Verfassung der Ge-lassen-heit würde etwas oder jemand hinter sich oder weg- oder so belassen oder zugelassen. Die ganz Pingeligen unter den Pie de la letra-Leuten würden dann einwenden, Ver-FASSUNG und Ge-LASSEN-heit würden sich sowieso ganz arg widersprechen. Und Zustand von Gelassenheit könne man schon gar nicht schreiben, da ZU und STAND dem LASSEN ebenfalls widerspreche.

Mir ist der Begriff Gelassenheit sympathischer als der Ausdruck Gleichgültigkeit, obwohl beides zu seiner Zeit akkurat und indiziert sein mag. Vielleicht, weil ich Gleichgültigkeit mir gegenüber persönlich nehme, hingegen Gelassenheit in meiner Gegenwart unpersönlich und eher angenehm empfinde…

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Altersheim-Verbot

Von Gigi Lichtaubergh

Während meiner aktiven Zeit hatte ich einmal eine steinalte, demente Frau zu betreuen: Lena.

Wenn ich ankam, und sie hatte schon gegessen, das „rollende Essen“ oder „Essen auf Rädern“, und ich fragte sie: „Lena, was hast du denn Gutes gegessen?“ Da sah sie mich an und sagte: „Jetzt weiß ich es nicht mehr.“ Dann sahen wir beide in den leeren Teller und lachten laut. Ich bot ihr an, mit der Lupe zu kommen, um in ihren Bauch zu sehen, was uns nicht minder belustigte.

Einmal kam mit der Post eine Aufforderung zur Wahl und ich gab sie ihr, und sagte: „Lena, du mußt wählen gehen.“ Da ging Lena los wie eine Tarantel: „Gar nichts muß ich, das wäre ja noch schöner, einen Dreck werde ich tun, die können mich gern haben!“

Lena konnte biestig sein. Wenn ich etwas putzen wollte, und sie war dagegen, warum auch immer, da fing sie gräßlich an zu schimpfen: „Was machst du hier, das brauchst du nicht, ich mache das selber! Schau, daß du weiterkommst! Geh heim!“

Nicht selten sagte sie auch: „Hau ab!“ Doch da lachte sie dann doch, weil sie spürte, das war jetzt etwas grob. Meist konnte ich sie mit gutem Essen belohnen, und für diesen Zweck hatte ich Maroni gekauft, die ich in ihrer Wohnung versteckte. Denn wenn ich ihre Lieblingsspeisen nicht versteckte, dann kam es vor, daß sich alles an einem Tag aufaß. Ihr Hunger- und Sättigungsgefühl funktionierte nicht mehr so richtig.

Immer, wenn sie Maroni sah, begann sie zu singen: „Maroni, Maroni, Maroni“. Ich verbesserte Lena: „Das heißt Marina.“ Wir sangen das Lied voller Inbrunst, zweistimmig, oder mehr – und danach auch mit dem anderen Text: Marina, Marina, Marina, i wosch dir mit Presto die Fiaß. (Hochdeutsch: …ich wasche dir mit Presto die Füße. Presto=vorsintflutliche Waschmittelmarke.)

Das ging so lange, bis es uns langweilig wurde. Da Lena immer gern über Sex sprach und mich auch immer allerhand dazu ausfragte: „Hast du heute schon Sex gehabt?“, stach mich bald der Hafer und ich dichtete eine neue Strophe zu unserem Lieblingslied:

Marina, Marina, Marina, heut Nacht ist der Sex wieder prima!“ Lena und ich sangen jeden Tag, bis sie ins Altersheim kam. Ich besuchte Lena dort und wir sangen alle unsere Lieder laut und innig im Aufenthaltsraum. Die anderen Insassen freuten sich, lachten oder dämmerten still vor sich hin. Dann kamen wir zur Marina, deren Sex prima ist. Ein Herr wurde daraufhin sehr lebendig und eine Dame fing an, sich zu erregen. Unruhe kam auf, und Lena wurde laut: „Was habt Ihr denn? Ist doch ein schönes Lied?“

Der Herr war der Dame mit den spitzen Ellbogen nahe gekommen und bekam einen Stoß, weil sie herumfuchtelte. Die Diskussion wurde lauter und eine Betreuerin kam angerannt. Dann saßen plötzlich in einem Rollstuhl zwei, und Tumult brach aus. Die Betreuerin mußte Verstärkung holen.

Ich wurde zum Rapport befohlen, weil ich einen Massentumult in dem Altersheim veranstaltet hatte und sich die Kinder von Lena brüskiert gefühlt hatten. Ich sah Lena nie wieder. Seitdem ist Sex ein Reizthema für mich: Ich bin die einzige Frau in Europa mit Altersheim-Verbot. Was machen die, wenn ich 90 bin?

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Die Kleidermacher

Von Gigi Lichtaubergh

Meiner Neugier zum Tribut machte ich mir immer schon Gedanken, wer die Kleider erfunden hat. Als Kind bekam ich immer die Antwort, dass sie schützen – vor Kälte und Hitze und auch vor Verletzungen. Das mag ja hier bei uns stimmen. Doch weltweit tragen Menschen Kleidung, auch in den heißen Ländern. In heißen Ländern ist die Kleidung sogar umfangreicher, als bei uns. Da stimmt doch was nicht?

Das Kopftuch war auch bei uns früher „in“. Meine Mutter trug oft Kopftuch. Bunt gemustert, auch andere Frauen. Ja, ich hatte selbst Kopftücher, die ich trug. Wenn es schlecht Wetter gab. Auf einem türkischen Feld im Oktober, wenn die Sonne prall brennt, wie bei uns im August, und die Baumwolle geerntet wird, da möchte ich nicht ohne so ein wallendes, weißes Tuch am Kopf unterwegs sein. Da hilft dieses „Kleidungsstück“ vor der Austrocknung des Kopfes und wahrscheinlich vor einer Ohnmacht.

Es gibt einteilige Kleidung und „Zweiteiler“, wie den Anzug, oder das Kostüm. Ein Teil für oben, ein anderes für unten. Kleingeister behaupten, dass die zweigeteilte Kleidung im Allgemeinen eine Teilung bedeutet, weil alles, was mit uns Menschen zu tun hat, etwas bewirkt.

Gut kann ich mich erinnern, wie die Kirchenleute wetterten, als Frauen auch Hosen tragen wollten. Mir gefielen die Hosen für Frauen. Außerdem sind sie praktisch. Wenn ich mit dem Rad fahre, gefährden mich doch lange Röcke, und mit einem Minirock Rad zu fahren, das ist mir zu kalt, doch auch unschicklich.

Dann lehrten uns die Gesundheitsgurus und Wellnessapostel, dass die Sonne auf die Haut muss, wegen dem Vitamin D. Seitdem bin ich Sonnenanbeterin und laufe stets schnell auf meine Terrasse, wenn sich die Sonne für eine Viertelstunde zeigt. Mehr ist es meist nicht. Weil entweder ist schlechtes Wetter, oder eigenartige Streifen und Wattebauschen am Himmel „schalten“ zuweilen die Sonne „ab“.

Die Mode ist eine spezielle Einrichtung, uns zur Kleidung zu verhelfen. Denn der Neid ist immer und überall. Nicht nur in armen Ländern. Wenn der Nachbar eine neue Markenjeans hat, dann muss ich doch gleich zwei davon haben. Doch am schrillsten sind die hohen Preise für „Mode“ mit Löchern in den neuen Sachen. Da zahlen die Leute gleich noch mehr dafür. Freiwillig. Das ist unheimlich!

In den 1970er Jahren, da gab es Badehosen, die hatten fast keinen Stoff. Das war gut für die Haut, und diese Hosen waren auch sofort wieder trocken. Auch die Bikinis hatten kaum Stoff. Irgendwie sind diese Badesachen und die flotten Lieder dazu ganz verschwunden. Badehosen für Herrn bis an die Knie – wozu soll d a s gut sein? In den Geschäften ist n i c h t s anderes im Sortiment!

Wenn dann alle so angezogen und mit so viel Stoff herumrennen, da fühle ich mich gleich nackt, wenn ich so Sachen anhabe, die nicht viel Stoff haben. Es hat sich was dramatisch verändert.

Die Kleidermacher machen das. Wer sind die Kleidermacher? Sparta. Ich liebe Sparta. Die Frauen von Sparta gingen immer nackt. Ja, echt, die Frauen in Sparta gingen immer nackt. Immer.

Sparta wurde nie besiegt. Die Ausgrabungen beweisen es. Trotzdem ist Sparta nicht mehr da. Zum Ende der Epoche von Sparta wurde den Spartanern Steuerentlastung zugesagt im Falle einer Eheschließung. Die Spartaner wollten nicht mehr heiraten. Starb deshalb Sparta aus? Warum wollten die Spartaner nicht mehr heiraten?

Liegt es daran, dass eine Frau in nichts mehr interessant ist, wenn sie ständig nackt geht? Ist es das? Ich meine – unsere Welt ist angeblich überbevölkert! Wir ersticken in Kleidung, in Altkleidung, in Kopftüchern, in Zweiteilern, in ganzen Kästen, Dachböden, Kellern, Flohmärkten, Kaufhäusern, Fabriken von Markenoutfit bis zum Erbrechen!

Wo ist da jetzt der Knackpunkt des Ganzen? Ich bin vom Thema ab. Tut mir leid. Ich habe den Faden verloren. Ganz und gar. Irgendwas war da…….. Wenn ich nur wüsste WAS?

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Von den Netzzicken

Copyright by Gigi Lichtenbaugh

Sie ebben nie so schnell ab, wie sie auftauchen.

Sie begleiten unser Leben, aktiv oder passiv

und sie stören empfindlich das gemütliche 

Zusammenleben. Zicken. Die Bocksprünge

unserer Gefühle. 

 

Zicken treiben uns auch im Netz um. 

Gute Trigger im Netz für Zicken sind sexuelle Zoten oder 

allgemeine Redensarten, wie „ihr“ an alle Leser gerichtet. 

 

Ich behaupte, es gibt im Netz f a s t ebensoviele männliche Zicken wie 

Frauen. Zicken werden oft stundenlang betrieben, mit mehreren 

Kontrahenten und die Zicke zeichnet eine garstige Uneinsichtigkeit

sowie vordergründig völlig unbegründete Emotionalität aus. 

 

Manche Blogs und ihre Themen ziehen die Zicke regelrecht 

an, wie zu beobachten ist. Unzensiert und nicht gelöscht 

kann sie den Charakter einer Epidemie erhalten. 

 

Die Zicke richtet sich dabei an einen oder mehrere Kontrahenten, 

stellt Behauptungen auf, die überhaupt nicht oder nur bedingt der 

Wahrheit entsprechen, bauscht diese auf, stellt immer neue 

Rechtfertigungen dazu und ist äußerst schwer zu beruhigen.

 

Ganze, lange, eher ungeordnete Texte werden eingestellt. Je 

mehr Einspruch es gibt, desto plausibler werden die Rundumschläge

ausgeführt und einkopiert und unlängst las ich in einem Blog:

 

Sie: „dann wandere doch aus, Heulsuse!“

 

Er: „Esoterische Witzfiguren, die nicht wissen, was Arbeit und 

Kampf ist, kann ich nicht ernst nehmen.“

 

Sie: „aha, du kannst dir also keinen Rucksack leisten und hast 

keine Beine zum Gehen, kein Geld für Proviant usw….wenn du 

es hier so satt hast, dann kratz deine paar Mäuse zusammen und 

such woanders dein Glück….“

 

Er: „Warum sollte ich? Weil Dir das so gefällt? Man bist du armselig.“

 

Andere Kommentare.

 

Sie: „aha, du … Rucksack, .. wie oben. 

 

Er: „Boah war deine Hassbotschaft so wichtig, dass du sie zweimal 

posten musstest? Du merkst ja nicht mal, wie du dir widersprichst. 

Du bist voller Hass und erzählst hier einen auf Liebe. Fällt dir das

nicht auf, oder ist dein Hirn vernebelt, oder was ist los mit dir, 

nimmst du Drogen?“

 

Sie: „Ich denke, wenn du meinen Rat befolgst, kann es nur

besser für dich werden, na wenn das keine Liebe ist.“

 

Er: „Nochmal. Du verwechselst deinen Hass mit Liebe. Noch 

nicht mal das kannst du auseinanderhalten.“

 

Andere Kommentare.

 

Einer mischt sich ein: „Tula reagiert wie ein typisches Arschloch .“

 

Er: „Klar, sie kann die Wahrheit nicht vertragen. Ich empfehle

mindestens 2 Jahre Psychotherapie.“

 

Eine mischt sich ein: „Düberr ist grüner Staatspopulist. Herrlich.

Wieviel Taniemen bekommste denn?“

 

Und jetzt wird es ganz, ganz heftig. Diese letzte nochmals:

 

„Merkel wurde schon von einem Unterwasserobjekt abgeschoben. 

Ich habs reinbekommen. Sie kann nur mit spezieller Technik hin. 

Ich krieg eher die Abschiebung rein.“

 

Dazu hier mein Senf:

Immer auf die Kleinen Dicken! Das ist Diskriminierung, 

wenn nicht überhaupt Rassismus!

 

Hier der Link für diese absoluten Highlights der Zicken:

 

https://faszinationmensch.com/2018/10/28/warum-wasser-auf-worte-und-gefuehle-reagiert/

 

Bitte auf die stoisch – unberührten Schreiber achten,

sie scheinen nicht zu bemerken, dass um sie herum ein 

wildes Zickenwesen bockt!

 

Es wird argumentiert mit nur einem Wort wie „Krieg!“ oder im 

weiteren Sinne mit „Ungerecht!“ , oder mit Moral und Ethik.  

Pazifisten sind nicht beliebt, weil sie den Staat unterhöhlen, doch

gerade diese bringen oft gleich mehrere der Mitschreiber auf die

emotionale Palme.

 

Für die eifrigen, politischen Kommentare der Männer wird mit

dem „Test Oster on“ argumentiert und zementiert.  Na bitte, 

wenn d a s kein Grund ist für den Kommentar mit Pfeffer, was dann?

 

Es gibt Bloghalter, die hier unterbinden, dulden, oder ganz bewusst

dulden, weil der Weg und das Ergebnis ein Grund oder Hindernis ist. 

Doch sinnlose Plänkeleien, die kein Ergebnis bringen, lässt auf einen 

führungsschwachen Bloghalter schließen. Ein väterlicher Typ, der 

sich nicht durchsetzen kann. Oft werden Kommentare von Frauen 

per se freigeschaltet, und der Bloghalter übersieht geflissentlich, 

was die netten Mädels da alles schreiben. 

 

Auch Bloghalterinnen zicken zuweilen, sind parteiisch, uneinsichtig

und werden gehasst für ihre Zensur. Bis in die Jahre danach!

Manche Blogs haben ihren eindeutigen Ruf weg. 

 

Zicken sind charmant bis dem Wahn nahe und ein gut in sich 

ruhender Charakter, auch weiblich, wird jede Zicke mannhaft

und ohne zu schwanken parieren. 

 

Ich kann mich nicht bremsen, ich muss selbst noch einen 

Kommentar loswerden: „Putzt Eure Doktorhüte und um Himmels

und des Nudelmonsters und der Religionen willen, löschst 

mich nicht aus den 2D – Blogs, denn im realen Leben bin ich so 

gut wie nicht mehr vorhanden.“

 

 

 

 

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Zarathustra kickt Gigi

Copyright by Gigi Lichtaubergh
Indirekt hat Zarathustra gemeinsam mit Magnus diesen Artikel ausgelöst. Genaueres bitte aus den Blogkommentaren entnehmen, mit mehr oder weniger Humor, ganz nach dem jeweiligen Gemüt.
Die Diskussion über das Volk der Slawen geht über die Vermutung der „Ostgermanen“ bis hin zur Spekulation der Bevölkerung dieses Raumes durch Einwanderer aus Indien.
Leider habe ich bis jetzt keinen Durchblick in dieser Hinsicht, kann aber hier offen legen, dass mein Vater Kroate ist. Blondgelockt, blauäugig, sehr höflich, doch zutiefst gefühlskalt. Sehr tüchtig in seinem Beruf des Kfz-Mechanikers. Wanderte kurz vor meiner Geburt nach Australien aus.

 

Mutter deutschsprachig, ev. Ungarn in der Abstammungslinie, da schwarzhaarig, schwarzäugig, tüchtig in ihrem Beruf als Hotelangestellte und zu extremer Gefühlskälte fähig. Nicht durchgehend, weil Charme und Witz vorhanden, auch natürliche Nähe zulassend, eher im Instinktbereich ausgelebt. Sehr guter Kontakt zu Tieren in ihrer eigenen Kindheit, welche auch extrem hart war.

Also „mittleres Europa“ für mich als Eltern. In vielerlei Hinsicht fiel ich durch den menschlichen – emotionalen – geistigen Rost. Auf weite Strecken lebte ich als Vollwaise auf, in der Tat. Der mir des öfteren diagnostizierte „Arsch in der Hose“ wuchs mir aus den Erfahrungen mit meinen Kindern. Im aktiven Widerstand gegen die Staatsgewalt, der sehr heftig tobte, viele Jahre lang. Sich selbst in den Rücken zu sehen ist nicht möglich, deshalb kann ich mich seit diesen Ereignissen schwer selbst einschätzen.

Meine Traurigkeit, die mich befiel, als ich bemerkte, wie viele Sprachen manche von uns beherrschen, bezog sich zuerst nur auf mich selbst. Dann las ich noch Magda Wimmer und nachts wandelte sich meine Traurigkeit in eine allgemeine, auf Europa bezogene.

Entweder muss ich an den Germanen, Galliern und Kelten zweifeln, nämlich daran, ob diese in Bezug auf ihre Gefühle und deren tiefer Bezeugung im ganzen Spektrum ihrer Möglichkeiten so hochstehend und ideal waren, wie von uns gerne angenommen. Gerade auch Magnus will es nicht leiden, wenn einer zweifelt, ob im Okzident und seinen Bewohnern genügend dieses geschätzten Gutes der Menschen vorhanden sei.

Am orientalischen Gegenstück beobachte ich, dass die gelobte Weiblichkeit Verformungen zur Verweichlichung hin aufweist und nicht selten in grundloser Selbstaufgabe mündet. A l s o ist auch hier der ideale Zustand nicht vorhanden.

Die angeblich gröblich manipulierte Entwicklung der Menschheit im „freien Willen“ durch Monster erster Güte, zeigt ihre letzten Auswirkungen. Unbemerkt von unserer geistigen Elite? Europa ist eine emotionale Jauchegrube mit großem Gezeter und Geschrei nach besseren Politikern.

Mitten in diesen skandalösen Entwicklungen treffe ich auf Magnus, und er gibt mir in anderem, hier zu findenden Zusammenhang zu: „… geistige Überlegenheit ist die bessere Abschreckung.“ Was ist die Essenz dieser Aussage? Ein jedes unserer europäischen Leben auf dieser Aussage aufgebaut? Welche Früchte trägt dieser Grund?

Magda hat so recht mit dem Hegen des inneren Gartens. Doch sie bleibt damit sehr vage und unbestimmt. Bevor der innere Garten gehegt werden kann, muss erst das falsche, ja gefährliche Innere, zum Schutze des Selbstes und zur Verteidigung des Egos aufgebaute Konstrukt erkannt, gesehen, ausgesprochen und aufgelöst werden.

Auf einem Konstrukt, das nur zur Abwehr aufgebaut ist, kann Liebe und echtes Leben nicht gedeihen. Ein Konstrukt zur Abwehr, und sei es noch so edles Wissen, erstickt das lebendige Feuer des Lebens in uns. Nicht das Wissen selbst, sondern wie es genutzt wird, ist also entscheidend.

Europa. Deine Hütte hat keine Feuer mehr. Deine Lieder sind abgestorben. Dein Territorium ist ein entkernter Kadaver, der in Abwehr erstickt. Deine Umerziehung hat jetzt die volle Auswirkung erreicht. Alle Traumata, die in Deine Vorfahren implantiert wurden, zeigen jetzt ihre volle Auswirkung. In Dir ist nur mehr Zank und Streit. Sieh in die Kommentarstränge der Blogs. Das eigene Blut wird bekämpft, trotz voller Gefahr in allen Bereichen Deines Lebens. Die Liebe ist der Angst vor Verletzungen gewichen. Die Sehnsucht ist die allgemein grassierende größte Sucht von allen. Deine Tatkraft ist gelähmt.

Europa. Bringst Du Deinen fauligen Hintern überhaupt noch hoch? Kannst Du stehen, ohne zu schwanken? Kannst Du die nötigen Schritte gehen, die jetzt gegangen werden müssen? Oder siehst Du stumpf und entleert nur noch zu, was zuletzt noch mit Dir gemacht wird? Vor Deinem restlosen Ende?

Der Freie Wille ist tot!
Es lebe der Freie Wille!

Lese es wer kann.

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Gastbeiträge

Einiges Wesentliche, vor allem Technische, habe ich bei der Begrüßung zur Möglichkeit, Gastbeiträge einzustellen, schon gesagt.

Nun zu dem, worüber ich mich besonders freue.

Zunächst sieht man an den Rubriken unschwer, welche Schwerpunkte ich gesetzt habe.

Gegenstände wie „Lifestyle“, „Promis“, „Wellness“ usw. stehen hier nicht zuvörderst im Brennpunkt. Das ändert sich selbstverständlich ab da, wo ein Artikel dazu zeitgeistige oder beispielhafte Relevanz hat, oder einfach so schön komisch geschrieben ist, dass die Lust an der Freude ihn fordert. Oder, besser, beides.

Wer etwas Sprachwissenschaftliches einbringen will, der ist herzlich eingeladen. Den bitte ich aber, genau zu bedenken, wie viele Fachbegriffe er benötigt. Ein normal gebildeter Leser sollte mitkommen können. Ausnahmen mache ich, wenn die Sache es wert ist, das Niveau stimmt, um der Fachwelt klarzumachen, was masse ist.

Besonders gerne nehme ich auch Beiträge von Lehrern entgegen, sozusagen „Berichte von der Front“, sowie daraus gezogene Erkenntnisse. Sowieso Vorschläge zur Verbesserung unseres Bildungssystems.

Gedichte sind erwünscht, aber ich sortiere sehr scharf.

Sowieso erbitte ich mir nicht nur Ernsthaftigkeit und Sorgfalt, sondern auch, dass niemand sich zurückgesetzt fühlen möge, wenn sein Verfasstes hier eben nicht so ganz herpasst.

Bei politischen Traktaten, es ist schon angesprochen, mahne ich zu gründlicher Umsicht und Durchdachtheit. Ich zensiere nicht gerne, aber wenn ich muss…

Geschichten mag ich auch, Märchen, schöne Anekdoten und Schwänke.

Auch gute Kritiken, Beobachtungen zur Kunst, Naturwissenschaftliches.

Beim Religiösen bin ich etwas schofelig. Wer eine Gottesvorstellung oder Kosmogonie mit höchsten Glaubensfunken anbringen will, der gebe sich betont sachlich und auf den Punkt. Irgendwas mit Nachvollziehbarkeit bitte. Denn sonst will ich auch schon die nachfolgende Diskussion nicht mehr haben. Also: Glaube und Religion mit Anstand vorgetragen. Auch Religionskritik.

Die deutsche Sprache steht bei mir vorn. Jeder macht Fehler. Keiner aber trägt sie mir hier zum Possen her, dass ich sie richte. Das kostet, oder fliegt gleich raus, wenn der Inhalt überragend, der Schreiber eben seine Schwierigkeiten mit ein paar Sachen hat, dann richte ich es auch so.

Ich weiß, dass auch das schon in der Begrüßung steht, mehr oder weniger, aber da nähe ich lieber zwie.

Helfen Sie mit, hier einen Leuchtturm für deutsche Sprachpflege zu errichten.

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