Mein Letzter Gruß an Magnus

Magnus Wolf Göller – das sagt schon der Name – verstand es, auf sich aufmerksam zu machen. Seine Wissenschaft der Sprachen, seine Wanderlust, seine Freude und Genuss am Essen – quer durch das Angebot – sein Widerspruch an das gängige System und zuletzt, jedoch am Wichtigsten: Seine beiden Söhne. Ihnen war er Vater, Fan und sich ewig Sorgender!

Seine wissenschaftliche Laufbahn steht ja mehrfach im Netz, also übergehe ich die, bis auf den Hinweis, dass er des Altenglischen mächtig war, und hier eine spektakuläre Übersetzung machte.

Magnus verstand es zu leben, zu genießen, zu streiten. Im Gespräch war er umgänglich und offen und über Bekannte und Freunde sagte er nur das Allerbeste. Gab es was zu kritisieren, dann hielt er sich kurz und wollte trotz allem Anschein doch das Beste annehmen, mit Blick auf das Positive.

In seinem Blog war er streitbar, dominant und nachgiebig. War einer gesperrt, dann gab er ihn doch inkonsequent immer wieder frei und schreckte auch vor ordinärer Schreibweise nicht zurück, bei sich selbst und bei anderen, was ihn wohl so manch guten Leser und Schreiber kostete.

Magnus behauptete, er könne Männer und Frauen an der Schreibweise auseinanderdividieren, was ich ihm abnahm. Auch auf seinem alten Blog hatte er so manchen Quälgeist zu betreuen, worauf er mehrmals hinwies.

Ich lernte Magnus auf Bumi Bahagia via seinem dort eingestellten Artikel über einen seiner Träume kennen. Ein Haufen Geld wäre ihm wohl sehr recht gewesen, und so wurden neben mir auch eine Reihe anderer Mädels auf Magnus aufmerksam.

Aufgrund meiner Gastbeiträge lernte ich Magnus via Telefon kennen, und deshalb behelfe ich mir hier an dieser Stelle mit dieser netten Operette. Der Richard, hier dargestellt von Willi Brokmeier erinnert mich in seiner Art und seinem Dialekt direkt an Magnus. Wie dieser mit seinem Musikantenkollegen über die Wiese wandert und dann am Brunnen bekundet: „Ich will ’n Bier!“ Doch seht selbst:

https://www.youtube.com/watch?v=NNbCuKwfuWI

Wenn es sich auch um eine einfache Operette handelt, so ist die Kleidung und vor allem die musikalische Darbietung durchaus geeignet, dem Magnus noch einen guten Gruß zu schicken in seine neue, geistige Heimat. Er hat sein Ableben nicht erwartet, es gab keinen Hinweis auf seinen plötzlichen Tod, also bitte ich hier um Nachsicht, dass wir doch alle ziemlich sprachlos und desorganisiert sind.

Jedenfalls will ich noch erzählen, wie mir der Magnus aus der Bredouille geholfen hat, als ich bald nach seinem „Traumartikel“ in hohem Bogen aus „Bumi Bahagia“ hinausflog. In meinem ersten Schrecken landete ich hier, um mich noch einmal zu Wort melden zu können, denn bei sowas mischen sich alsbald auch immer andere rein und wenn etwas nicht stimmt, dann ist es schlimm, nichts mehr antworten zu können.

Ja und da hielt mir der Magnus ein feines Plätzchen hier frei. Alsbald landeten hier auf „Magnus Wolf Göller“ auch einige der anderen Mädels, die hier weiter diskutierten. Danach wurde übergangslos geflirtet und geturtelt mit Magnus, dass es eine Freude war. Kunterbunt machte dann aufmerksam, wer alles schon verheiratet – und wer aber doch, koketter Weise noch zu haben….. Leider vergeigte das der Magnus mit Pauken und Trompeten, sodass ich ihn auf dieser Ebene als hoffnungslosen Angsthasen einstufen musste.

Magnus erzählte hier öfters von seinem Haus mit dem hölzernen Hoftor, seinem Nussbaum und den gezogenen Tomaten. Den Bach am Grund und den alten Stall mit den ehemals gehaltenen Haustieren. Diese Idylle hoffe ich von Herzen, dass erhalten bleibt und geschätzt und gepflegt. So ein eigener Grund ist gerade in Notzeiten einladend zur Selbstversorgung und Erhaltung der eigenen Art.

Wollen auch wir das Gute am Magnus sehen und das andere unter den Tisch fallen lassen, indem wir auch seine Handicaps als Ursache seiner oft unverständlich sprunghaften Art mit einbeziehen. Er hatte es nicht leicht in seiner Haut, die mehr als verletzt war und deshalb nach Betäubung verlangte. Wir alle sind ja auch nicht fehlerlos. Wer schafft das schon?

In diesem Sinne lieber Magnus, hattest Du schon recht, Dir einen Haufen Geld zu träumen, denn die Reichen dürfen alles, ohne direkt kritisiert zu werden. Ein Armer wie Du und ich, die reifen dafür besser, weil ihnen unverblümt der Widerspruch kommt. Ist einmal der letzte Haufen weg, dann bleiben nur mehr wir selbst. Jeder von uns ist ein Kunstwerk für sich. Adieu also, Kunstwerk Magnus, Dein schwäbischer Charme überzeuge doch noch Deine Nachfahren von Deinem guten Herz hinter der rauen Schale.

In schriftstellerischer Kameradschaft

Gigi Lichtaubergh

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