Wo sind jetzt die Detlevs und die Olafs?

Detlev und Olaf standen früher noch als typisch schwule Namen, und Jungs mit diesen wurden bis weit in die Pubertät hinein damit gehänselt, und keiner wusste, warum. („-lev“ und „-laf“ als Endsilben haben schon auf den ersten Blick eine starke Ähnlichkeit, sind tatsächlich beide nordisch sowie praktisch bedeutungsgleich. Gab es etwa früher oder gibt es vielleicht immer noch unter den Blauäugigen signifikant mehr Schwule als bei den restlichen Völkern?)

Manche litten schwer darunter. Ein guter Kumpel von mir war durch seine sicherlich ahnungslosen Eltern auf den Namen Detlev zwangsvertauft: Er aber wollte nur Andreas genannt und gerufen werden, was er mit solcher Verve durchsetzte, dass seine Eltern ebenso wie wer immer mit ihm Verkehr pflegen wollte, sich besser daran hielt. (Von wegen Verkehr: „Andreas“ war ansonsten ein sehr umgänglicher Kerl, sah gut aus, ganz un gar kein kein argwöhnisch verhockter Trieler oder humorlos, so dass er problemlos manche ansehnliche Maid abschleppte.)

Und nun nimmt es doch etwas wunder, warum in dieser Zeit, da ein Schwuler auf allen möglichen Märkten als weltoffener, empfindsamer, einfühlender, friedfertiger, kunstsinniger Mensch mehr wert ist als ein Hetero. Zudem bringt er es selbst über Leihmütter usw. nicht auf die Nachwuchsquote alswie letzterer. Damit ist er nämlich noch einmal der unvergleichlich wertvollere Mensch, der mit dem weit verantwortungsbewussteren Umgang mit dem Klima, der mit dem erheblich kleineren Klimafußabdruck. Absolut altruistisch rettet der Held von heute so die Welt.

Warum also kommen die ganzen Detlevs und Olafs jetzt nicht aus ihren Löchern raus und sahnen einfach ab? Wirkt deren Namenstraumatisierung tatsächlich so stark nach?

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