„Coronadialog“: Maßnahmenkritiker bitte nur betteln!

Ich habe eben bis zum Wegklicken das drölfzigtausendste Video gesehen, in dem zum Thema Corona zum offenen Dialog aufgerufen wird, beide Seiten müssten aus ihrer jeweiligen Verachtung und Einseitigkeit heraus, blablablabla, ich spreche diesen Denkfehler, diese scheinbar so wohlgemeinte, dabei absurde Verzerrung der Dinge hier nicht zum ersten Mal an.

Da ist nämlich auf der einen Seite die geballte erbarmungslose Macht, die von Anfang an nicht mit sich reden ließ und immer noch fieser und härter auf die andere eindrischt. Und zwar nicht nur mit Worten. Auf jener anderen nun gibt es auch ein paar Spinner, doch das sind wenige, und die sind weitestgehend machtlos. Dabei teils weniger spinnert als jene, die bei ihren Peinigern desto jämmerlicher um Gehör betteln, je schlimmer man ihnen mitspielt. Je mehr es auf die Fresse gibt, umso mehr Appelle in die eigenen Reihen, doch bitte Contenance zu bewahren, zu den Vorgängen nur keine zu deutlichen Worte zu wählen, den Graben nicht noch zu vertiefen (wer hat diesen Graben gegraben und buddelt daran Tag und Nacht?), blablablumm, die anderen sind eigentlich ganz lieb, sie und man selber merken es nur noch nicht direkt, und was gerade passiert, das wäre zwar in Timbuktu oder Caracas himmelschreiendes Unrecht, aber hier, aber nein, da darf man das nicht so nennen, sonst macht man sich mitschuldig am immer tieferen Graben.

Und leider sind es eben nicht nur ein paar halbdemente Betschwestern, die derlei depperte Mantren vor sich hinmurmeln, nein, sehr prominente und ansonsten glaubwürdig engagierte Leute „unserer“ Seite hauen das mehr oder weniger so raus. Natürlich ohne den anstößigen Vergleich. Denn der triebe die andere ja in die Enge, machte sie nur noch wütender, damit den Graben noch tiefer: schuld sind also Leute wie ich, die diese Weichspülerei für schwachsinnig und masochistisch halten und daher nicht mitmachen und sogar verachten, als bestenfalls ein Selbstbetrug, eine peinliche Bettelei, ein Ablenkungsmanöver von der eigenen Feigheit, letztlich als ein untrügliches Zeichen der geistigen Unterwerfung.

Ja, ich rede mit jedem glühenden Verfechter der „Maßnahmen“ und der Impferei: aber nur, wenn ich dabei auch reden darf. Und zwar unbedroht.

 

 

 

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