Vom Mythos der Schwarmintelligenz (II)

Kürzlich kam ich mit einem sehr erfahrenen Unternehmer (der große Sympathien für die Partei „die Basis“ hegt, alswelche diese als eine Hauptsäule ihres Gesamtwirkens propagiert) aufs Thema Schwarmintelligenz.

Was das denn besonderes sei, ich begriffe das nicht, ob er mir das mal erklären könne?

Das sei, wenn jeder an seinem Platz versuche, das Richtige zu tun, jeder von sich aus mitdenke und sich im Sinne einer Sache nach seinen besten Kräften und Fähigkeiten einsetze. (So etwa.)

Aha. Ist das nicht etwa das, was jedes intakte Unternehmen ausmacht? Dass der Chef eben nicht mit der Denkpeitsche durch die Flure reiten muss?

Eben jeder nach seinen Fähigkeiten. Ein Schwarm aber ist egalitär. Da hat nicht einer die Flex und den Vorschlaghammer, der nächste Verbandszeug und das Wissen dazu, noch einer sorgt für Nachschub, und einer wird sogar gesondert als Betriebspsychologe abgestellt.

Mir tut es leid um „die Basis“, dass sie sich von diesem Wort hat fangen lassen, denn es sind viele gute Leute dabei. Was mich aber meiner Philologenpflicht zur sprachlichen Treue nicht entbindet.

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