Haare dranlassen nur wegen Antifa und Polizei?

Die letzten Tage ging mir durch den Kopf, ob ich nicht doch endlich mal wieder meine Mähne stutzen solle. Schließlich ist das allzuschnell wieder fettige Gezottel selbst auf Niveau Landei mit etwas Aufwand verbunden, zumal im Sommer.

Ein gewichtiger Vorteil jedoch – insonderheit wenn man auch noch ungeputzte Schuhe dazu trägt und etwas runtergekommene Kleidung, also den Stallpulli mit Hausdreckhose etwa – liegt darin, dass einen weder Antifanten noch die Polizei noch sonstwer allzuleicht als einen „Rechten“ zum Freiwild machen, und wenn man sich doch bürgerlich kleidet, so könnte das ja ein Althippie sein, der es zwar inzwischen bis zu einem Satz spezieller Ausgehkleidung geschafft hat, gedanklich weit Schlimmeres, wofür er zu verprügeln oder zu verhaften, aber eher nicht in seinem Busen birgt.

Also: einfach aus Faulheit und Verweichlichung seine beste natürliche Camouflage abschneiden, auf Jahre unwiederbringlich?

Eine halbseitige Glatze, die andere Seite in Lila, das wäre natürlich noch überzeugender, als was ich jetzt zu bieten habe, da aber fürchtete ich nun doch um mein Ansehen ausgerechnet bei den Leuten, die mich davor noch nicht für ganz gaga hielten.

Vielleicht mache ich auch einen Kompromiss, lasse eine Strähne länger und versorge die ab und an mit dem guten alten Henna. Ökosträhne, kein sonen Rattengiftzeugs.

Nachtrag, knapp zwei Stunden später

„Hic Rhodus, hic salta!“ kam mir nach dem überfälligen Haarewaschen in den Kopf, und so sind die Würfel jetzt gefallen. Ich habe eine gute Strähne rechts hinten (für jeden also im Anblick links) drangelassen, nur das mit dem Henna muss noch warten, bis wieder welches im Hause.

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