Heiligste aller Wahlen vom Allgötterrat überwacht (II)

In den wenigen Minuten seit Veröffentlichung des ersten Teils brach vor lauter Zugriffen bereits mehrfach der Server zusammen. Aber kaum einer wagt es, zu kommentieren. Die paar, die sich trauten, schrieben so wirr, dass ich das hier rauszugeben als dem Ernst und der Tragweite der Sache nicht angemessen ansehen musste. 

Ich sage nur so viel, dass sich außer um die Methoden und Wege des Großen Verführers das meiste um den Allgötterrat drehte. Ob man etwa nicht auch Hera, Frigg, Isis, Amaterasu und die ganzen anderen Göttinnen beigezogen hätte, ebenjene, die von der Schwäche der menschlichen Art, deren Hang zur Maßlosigkeit und Ausschweifung allemal so viel verstünden wie all jene erwähnten Obergötter des Rats: wieso ich (ausgrechnet ich!) den Rat nicht „AllgötterInnenrat“ genannt hätte, da Missverständnissen vorzubeugen, selbst dass „RätIn“ für „Rat“ unverfänglicher hätte sein können, ward angemerkt.

Ja, Asche auf mein Haupt. Ich war so ergriffen und begeistert bei der Sache, dass ich all das nicht bedachte. Vielleicht war es auch mein Unterbewusstsein, eine unbewusste Vorsicht, die die für manche sicherlich verstörende Vorstellung nicht voranbringen wollte, Allah arbeitete mit Hera und Freya zusammen. Und Jahweh mit Amaterasu. Isis mit Jesus, das wäre vielleicht noch gegangen.

Und dann kam da noch auf, ob nicht auch verdiente Leute wie etwa Herakles oder Konfuzius oder Cicero wenigstens als beratendes Untergremium oder irdische Koordinatoren hinzugezogen worden seien, bei der lückenlosen Überwachung der heiligsten aller Wahlen.

Das kann ich im einzelnen natürlich nicht beurteilen, und der Rat wird es mir wohl nicht sagen. Ich gehe aber, bei all den Agenten des Fürsten der Finsternis, die auf Erden ausschwärmten, davon aus, dass man sich sehr wohl der fähigsten menschlichen wie halbgöttlichen Kräfte bedient haben wird. Und, nein, Nietzsche war wohl nicht im Einsatz, da er alles Staatliche bekanntlich kritischer sieht als Marcus Tullius oder Meister Kung.

Auch meinte einer noch, die täten sich im Allgötterrat doch sicherlich noch schlimmer streiten und gegenseitig eins auszuwischen trachten als bei Zeussens altgriechischer Rasselbande, indem ja jeder ein totaler Chef oder eine totale Chefin.

Dieser Gedanke mag sich sehr schwachen Gemütern zwar aufdrängen, ist dennoch aber und gleichwohl erst recht deswegen an Los- , Tumb- und Torheit kaum zu überbieten. Denn bei DIESER eben nicht nur herkulischen Aufgabe, die heiligste Wahl aller Zeiten zu überwachen, wie setzt da ein Oberschwachmat von einem vernebelten Deliranten an, auch nur irgendeinem Mitglied des Rats könne mehr an anderem oder in solcher Lage überhaupt an anderem gelegen gewesen sein als an der Erreichung des höchsten gemeinsamen Zieles?

Man sieht, Hinkefuß schläft nicht, sucht die Leute überall heim.

Ich habe aber das folgende Mantra von höherer Stelle prüfen lassen, es hat, immer wieder richtig gesprochen und gesungen, laut wie im Geiste, gegen dessen sämtliche Dämonen und Versuchungen und Machinationen eine fast durchgängig vernichtende Wirkung.

Es war die heiligste Wahl

Das ist des Teufels Qual!

 

 

 

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