Die besten Weiber entdecken uns Zottel

Anständige Männer wissen inzwischen, dass sie Frauen nicht gefallen dürfen wollen, weil das sexistisch wäre und überdies Schwule ausgrenzte.

Daher laufen masse von uns inzwischen etwas verwahrlost und zottelig herum, die meisten, um nicht geschasst zu werden, mancher Spitzbube aber auch zur Tarnung. Da mal ein rotes Bändchen, dort mal auffällig gut geputzte Stiefel, eine erstaunlich sauber rasierte Glatze, ein fesches kragenloses Leinenhemd oder gar ein gut eingetragenes ledernes Wams, man lässt sich unter dem Radar so einiges einfallen.

Man darf ja auf keinen Fall zu den Bänkern und sonstigen patriarchalischen Planetenvernichtern in ihren feinen Tüchern gehören, die den Strick für alle Befreiungsbewegungen stets bereits um den Hals dabei. Den Frauenverächtern, denen immer noch die meisten Weiber hinterherrennen als gäbe es kein Morgen.

So bleibt einem als Zottel oder Zirkusbebänderter eben nur der Rest. Das Strandgut sozusagen. Oder auch jene Maiden, die die echten inneren Werte eines in seiner Geschlechtlichkeit bereits geläuterten Mannes genuin interessieren, sich geneigt zeigen, dessen Demut vor dem ewig Weiblichen in einem Maße anzuerkennen, dass sie ihm, ja, das kommt vor, aus dieser peinlichen Lage sogar wieder tätig heraushelfen.

Die Zeit spielt ohnehin für uns Zagen und Zottel. Wir haben die Weiber besser im Sinn als die verlogenen Geldwechsler. Immer mehr von ihnen merken das.

Viele von uns Zotteln haben lange Zeit strategische Reserven aufgebaut, geistiger wie materieller Art. Von der Art, wie sie in Krisensituationen nützlich sein kann. Die meisten von uns Zotteln sind nicht Zottel, weil sie sich nicht wie die Bänker waschen und pudern wollten. Ein Großteil trägt nichtmal Zotteln.

Wir sind auch nicht der Weiber halber, jedenfalls nicht allein, Zottel. Mancher Zottel ist glücklich verheiratet, aber trotzdem einer von uns.

In der Jugend ist sich natürlich noch kaum einer seines Zotteldaseins bewusst. Man lebt einfach wie einer.

Und wenn uns dann die adrette Unternehmerin zum Abendessen eingeladen hat, allein, um herauszufinden, ob wir gepflegt anzutreten und uns zu benehmen wüssten, hat sie uns unbewusst oder auch vorsätzlich aus unserer Zottelrolle in eine Freiheit entlassen, dass wir nicht nur den Wein angemessen bewerten, sondern auch schon mancherlei Scherze machen dürfen, ja, das wird bereits erwartet und dementsprechend gerne erfüllt.

In letzter Zeit höre ich jede Menge Geschichten dieser Art. Die besten Weiber, eben nicht dauerdumm, haben uns entdeckt.

Nachtrag

„Bänker“ diente natürlich nur als Sammelbegriff für die Unzottel, die immer Sauberen. Wir Zottel sind Leute, die sich in keine Uniform pressen lassen wollen, keine widersinnige Sprachregelung, wir sind, uns dem feministischen Diktat zum Scheine unterworfen habend, Untergrundkämpfer für die männliche und damit auch weibliche menschliche Sache.

Wir bilden eine noch kaum wahrgenommene Schar an Zersetzungszersetzern, die, gemeinsam mit wackeren Weibern, die Weltenläufte verändern wird.

Was ist ein bewusstes Weib ohne anständigen Zottel?

Diese Frage reicht, unseren Weg zum Siege zu beschreiben und zu ebnen.

Kluge Weiber greifen sich einen Zottel ab, solange noch einer zu haben ist.

 

 

 

 

 

 

 

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