Von den verdächtigen Wörtern

Wie viele und welche Wörter sind eigentlich – verdächtig?

Welche sind wie lange und wo noch unverdächtig?

Welche machen mich unverdächtig?

Wie lenke ich alle auf ein ganz bestimmtes verdächtiges Wort, ohne es auszusprechen?


Ganz schön was von Stress, in den USA ist es soherum noch weit schlimmer als bei uns, wie viele ansonsten völlig geläufige Wörter einen sehr schnell über die Algorithmen und entsprechende vorsätzliche Bosheit aus den asozialen Medien rauskegeln, indem andere diese verwenden dürfen wie gerade lustig.

Man darf beispielsweise „rape“ (Vergewaltigung) nicht mehr sagen, auch nicht „shit“ oder „prostitute“. Was – es gibt masse mehr Beispiele – bislang bei uns bemerkenswerterweise noch nicht so hart zuschlägt wie im Lande der Freien.

Immerhin, man erfindet allerlei Abkürzungen, Umschreibungen und witzige Hinführungen auf das gebannte Wort, es entsteht auch schon ein künstlerisch schöpferischer Spaß und gesunder Spott darumherum.

Ähnlich ja auch bei uns, wenn eine Carolin Matthie anstatt von Impfstoffen lieber von Sumpfsuppen redet und berichtet.

Bisher 2 Kommentare

2 Antworten auf „Von den verdächtigen Wörtern“

  1. An alle Denkwilligen:

    „Welche sind wie lange und wo noch unverdächtig?“
    Diese 8 Wörter zu schreiben macht verdächtig.
    … und zu schreiben „Diese 8 Wörter zu schreiben, macht verdächtig.“, erst recht.

    Tja, dahin ist es gekommen, besser beschrieben: verkommen. Bei einzelnen Wörtern nur in den Verdacht zu kommen wäre ja Luxus; ist es nicht so, dass man bei Verwendung von bestimmten Wörtern nicht nur verdächtig oder beschuldigt ist, sondern bereits schuldig gesprochen ist? – … und zwar von den Politpropagandisten und deren willfährigen Gehilfinnen und Gehilfen, die wir für diese Unverschämtheiten und Unmenschlichkeiten auch noch großzügig bezahlen dürfen.

    Ich verwende meine Sprache, genau so wie ICH es verantworten kann. Und das ist gut so, weil ich guten Sprachwillens bin.

    1. @ Stefan Ehrl

      Der Witz daran ist, dass praktisch alle sich unterwerfen (gerade die ansonsten eher kritischen Geister, denn bei denen, das wissen sie inzwischen, schlagen die ALLgorithmen sehr einseitig erbarmungslos zu), nur um weiterhin auf YouTube, Twitter, Facebook und Instagram gelitten zu bleiben. Teils, wie beschrieben, mit durchaus lustigen Einfällen. „Learn to code!“
      Man schwänzelt also schon um Wörter wie „Impfstoff“, ja selbst „Corona“ selbst drumherum, vermutete oder sich schon erwiesen habende Tabuzonen, jeder hat in der Öffentlichkeit dieser Art ständig die Sprachpolizei im Kopfe.
      Hier bei mir hat sich dazu glücklicherweise nichts oder nicht viel geändert, bei bestimmten Wörtern musste man schon früher vorsichtig sein, je selbst bei Zitaten: Die Wörter, um die es sich jetzt wesentlich dreht, sind alle nicht staatlich verboten, und ich habe auf keiner dieser Plattformen ein Konto, das man mir sperren könnte. Wenn jemand dort gesperrt wird, weil er mich zitiert oder hierher verlinkt hat, dann ist das dessen Künstlerpech.
      Wie lange das wie weit noch gehen wird, da wage ich keine Prognose. Sicher ist, dass all diese Plattformen durch die ganze verordnete Sprachzerspasterei selber immer irrer und insgesamt minderwertiger und lächerlicher werden, da beißt die Maus kein‘ Faden ab. Auch ist das Herumeiern um die Wörter eine ständige Anklage und oft auch Verhohnepiepelung derer, und das noch auf Bestellung. Der Weltnetzklerus spricht gegen immer mehr Leute den Kirchenbann aus, verbietet immer mehr Wörter oder wertet sie um, vor aller Augen und Ohren. Ein sprachlich-religiöses Echtzeitexperiment im Weltmaßstab. Und bisher wird es fast täglich noch kurioser. Manchmal muss ich dreimal hinschauen und die Quelle nochmal querprüfen, bis dass ich den neuesten Schwachsinn als tatsächlich geäußert und vorgenommen zu glauben in der Lage. Ich würde mich nicht wundern, lehrte man an den Schulen bald, es heiße „das Kuh“ und „der Schwein“. Bei den Engsachsen ist man ja schon schwer an den Personalpronomina dran. Es gibt inzwischen etwa 70 bis 130 definierte (mein letzter Kenntnisstand), und wer nicht das richtige Pronomen verwendet, der verliert als Professor sehr leicht mal seinen Job. Oder wird gar noch erfolgreich verklagt.
      Das ist nichts anderes als Sprachterror, wofern man dieses Wort überhaupt gelten lassen will. Geläufige Wörter ächten, andere, selbst unsinnigste zur Verwendung, zu jeder verdrehten Verwendung vorschreiben. Nenne man es meinetwegen nicht Terror, bloß die Neue Heilige Inquisition oder den sprachlichen Teil des Großen Rücksetzes.

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