Vom Vergeratanismus

Wird der Vegetarismus oder gar Veganismus vorgeschrieben, gebe ich mich den Fischen.

Damit die Piscovegetarier endlich mal was Gescheites zu fressen kriegen.

Oder ich randaliere doch mal richtig.

Bisher 3 Kommentare

3 Antworten auf „Vom Vergeratanismus“

  1. @ Magnus

    Wenn es dazu käme sich mit einem Veganer in einer Zeit großer Not seinen Hunger stillen zu müssen, ginge das dann noch unter dem Begriff Vegetarismus durch?
    Denn wo nichts hinein kommt an tierischem, müßte das betreffende Wesen doch rein sein, quasi sündlos rein. Und was ohne Sünde ist, was soll man sich damit übles aufladen können? Sagte nicht auch der Christus über sich: „Dies ist mein Fleisch, eßt es, so werdet ihr ewig leben“? Genauso gut hätte er doch sagen können: Ich bin Kraut vom Felde, nehmt es in euch ohne Bedenken auf.

    Im letzten Jahr habe ich außer Eiern und Milch wenig an tierischem zu mir genommen. Die Supermarktwurst und auch deren Fleisch ist längst nicht mehr das Wahre. Beim Bauern kauften wir, doch dann fraßen die ihr Fleisch lieber selbst, zumindest suchten sie sich zuerst das Beste für sich heraus und wir bekamen dann das an Fett reiche. Sogar Eier bekommen wir dort jetzt nicht mehr, da wir um in deren Laden kommen zu können, Masken tragen sollen. Dagegen verweigern wir uns aber, und schwupps war die Einkauferei bei unserem Stammbauern damit vorbei.
    Werden wir eben Vegetarier, so danach unser Entschluß. Doch ißt man immer nur Kraut, also Sündenfreies (ist nicht ernstgemeint!), dann fehlt mit der Zeit doch irgend etwas deftiges, so mein Gefühl. Ganz vom Fleischessen werden wir also doch nicht loskommen, zumindest ich nicht ganz. Man muß aber auch nicht jeden Tag Fleisch und Wurst auf dem Teller haben. So jedenfalls meine Sichtweise. Was der Körper braucht, wird er sich schon holen. Doch befällt ihn die Gier, dann benötigt es eine Bremse. Ich bin sehr schlank und was andere so alles zu sich nehmen müssen um ihr Gewicht zu halten oder meinen halten zu müssen, brauche ich bei weitem nicht. Ich bin aber auch offen dafür, mir über mein Ernährungsverhalten Gedanken zu machen. Doch ich brauche keine anderen, die mir vorschreiben wollen, was ich essen soll und was nicht. Das wäre ja so, als sagte mir jetzt einer in Pandemiezeiten (lol): „Ziehe eine Maske an, damit du gute Luft bekommst“. So kann ich mir auch gut vorstellen, daß sich jemand öffentlich als Vegetarier oder gar Veganer preist, er oder sie aber, wenn es keiner mitbekommt, sich eine Bratwurst oder anderes in der Art reinhaut. Ähnlich, wie wenn Politiker anderen das Maskentragen befehlen, doch wenn die Kamera aus ist, sie sich gegenseitig fast abknutschen.

    Macht sich ein Rudel Wölfe darüber Gedanken, ob das in Ordnung geht, wenn sie eine Kuh fressen? Ich will nicht unbedingt zu den Wölfen gehören, aber die Kuh möchte ich dann bitte auch nicht sein. Unser Erdendasein ist nicht einfach zu durchleben, ständig werden wir vor Probleme und Herausforderungen gestellt. Was will ich und was will ich nicht? Wobei geht es mir gut und bei was fühle ich mich unwohl? Wie geht es einem anderen, wenn ich meinem Willen genügen will? Zu jeder Zeit die richtige Wahl zu treffen, ist mit das schwierigste mit dem wir es im Dasein zu tun haben.

    Wenn ein Stier oder eine Wildsau sich frei macht und zu randalieren beginnt, dann droht es ihm bzw. ihr erschossen zu werden. Aber ob er oder sie die richtige Wahl treffen kann, ist fraglich. Freiheit birgt immer auch Gefahren. Doch hätte ich die Wahl, ich würde immer die Freiheit wählen. Zählt man sich selbst schon zu irgend einer Gruppe, z.B. Vegetarier oder Fleischesser, ist man dann nicht schon unfrei?

    1. @ Kein Name

      Zum Technischen (von wegen Satzspiegel und so) kann ich gerade nicht mehr sagen, als dass meine Seite wieder normal zu funzen scheint.

      Ansonsten bin ich durchaus bei Dir. Ich esse nicht viel Fleisch, aber fast jeden Tag ein bisschen. Gegen Vegetarier oder Veganer habe ich keineswegs was (obzwar ich den Veganismus für durchaus gefährlich halte), selbst in meiner Familie gibt es solche (wobei das dafür nicht das Kriterium ist).

      Ich will nur nicht dauernd madig gemacht werden. Gar zum Sünder gestempelt. Deshalb lasse ich auch mal sowas wie diesen Beitrag los. Zumal: Wovon hätten zum Beispiel die Lappen (Samen) denn je leben können als vom Ren? Etwa von den Flechten in der Tundra? In der Taiga von Tannennadeln und Birkenrinde?

      Die ganze Propaganda gegen Leute, die sich etwa ernähren wie ich, ist für mich Teil der Agenda des Großen Rücksetzes.

      Die werden Hirschmedaillons und zwei Jahre gereiften Pata-Negra-Schinken fressen, davor gibt es schon den Greyerzer von einer Kuh, die niemals stirbt oder ablammt, an freilaufendem Perlhuhn, Wachteln, Büffellende, Zickleinragout, Deichlammkeulen und Gänsebrüsten wird es auch nicht fehlen: Du und ich aber sollen (ich liebe Kraut, zumal den Spitzkohl) Strünke mit bestenfalls Saubohnen fressen, einen alten Ranken Brots dazu, dafür gar noch dankbar sein, dass man uns all das gnädig noch lässt. Oder eben auch nicht mehr. Und mieten statt besitzen sollen wir diese letzten Rücksetzreste auch noch.

      Aber: Meine Nudeln von vorgestern sind jetzt gut gewärmt, es pappt sogar noch etwas Rindshackfleischsoße dran.

      Beste Wünsche Euch.

  2. @ Magnus

    Seltsam, mein Kommentar hatte viele Absätze, nun sehe ich mein Geschreibsel oben als einen fast quadratischen zusammenhängenden Block.

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