Dieser Vollmond ist mein Zeuge

Heute Nacht besprach ich mich mit dem vollen Monde. Fast schien er sich selber hinter ein paar Ziehwolken ein wenig dafür zu schämen, dass ich Menschenkind gar nicht draußen sein durfte, meinen alten Freund anzuschauen, ihm gegenüberzutreten und seines wundersamen Lichtes zu genießen.

Andächtig war das, und zum ersten Mal seit langem rief ich ein Gestirn an und redete mit ihm. So sagte ich dem Monde auch, dass ich vielleicht schon morgen mit der Sonne reden werde, eher sie zum schlagenden Zeugen meiner Rede machen, denn ihre Stärke, das wisse er ja, schaffe die Jahreszeiten.

Von meinen Mondesansingungen haben wir Tonfilm. Teilweise krassen. Ich schreibe dies noch in der Aufnahmenacht, und es ist wahrscheinlich noch schlimmer.

Die Wettergötter waren uns jedenfalls gütig. Teils schickten sie sogar erst nach Aufnahme sichtbaren wunderbaren echten vorbeischwebenden eisigen Nebel. Und sie ließen, meiner Treu‘, den Mond genau auf meine innigsten und klagendsten Anrufungen hin aufscheinen und mit ihnen wieder in Schatten treten.

 

 

 

 

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