Coca-Cola: Versuche weniger weiß zu sein (II)

Da ein Milliardenkonzern wie Coca-Cola offenkundig davon ausgeht, man könne sinnigerweise versuchen, sich vielleicht schon durch den Versuch bessern, die ganze Welt damit, weniger weiß zu sein, stellt sich schlicht die Frage, ob nur Weiße weniger weiß werden können oder eben auch Schwarze, Braune, Rote oder Gelbe weniger schwarz, braun, rot oder gelb.

Vielleicht ist diese Frage aber wiederum völlig unerheblich, da nur Weiße die falschen Gene haben. Keinen Sinn für Kultur und Recht. Der Rest kann ruhig so bleiben, wie er ist.

Gut, das ist ein schlagendes Argument. Jedenfalls, wenn man die Weißen als eingeboren schädlich und böse ansieht, weit mehr jedenfalls als alle anderen Rassen und Mischlinge.

Schwer nagt man sich dabei aber immer noch an den wirklich alten weißen Männern ab. Wie Cicero, Cervantes und Nietzsche aus dem Menscheitsgedächtnis tilgen? Wie unterwegs noch Leonardo, Shakespeare, Bach und Dostoijewski? Hä?

Das mit den echten alten weißen Männern, Ihr Spinner, das wird für Euch mehr als nur eine Sisyphosarbeit. Das wird ein permanenter Alp.

Habt Ihr Euch je überlegt, mit welch großartigen Geistern und Erfindern und Wissenschaftlern und Künstlern und all deren Werken Ihr Wichte Euch anlegt?

Mit dem nachhaltigen Denken habt Ihr es eben nicht so sehr. Ihr spastet Euch in Euren Hirnen zusammen, Ihr könntet binnen weniger weiterer Jahre all das ausräumen, was Jahrtausende überspannt, noch da sein wird, wenn Ihr schon von der Bühne geblasen, sich längst jeder schämt, der bei Euch Knallköpfen mal irgendwie mitgetan hat.

Tut mir leid, ja, wirklich nur mir, dass ich Euch gegenüber wie zu überdrehten Kindern sprechen muss. Habt Ihr Euch mal überlegt, wer Euch wozu einen derartigen Bockmist aufträgt? Hä?

Es ist auch schwabensaumäßig rassistisch von mir, typisch weiß, Kinners, dass ich überwiegend auf Deutsch schreibe, in einer Sprache, die weit überwiegend von Weißen verstanden wird.

Und noch eine Fürchterlichkeit von mir: Ich kann es auch leidlich auf Englisch. Da wäre das Rassenverhältnis mehr zu meinen Gunsten eingestellt. Deutsch ist mir aber am liebsten, da kenne ich noch viel mehr Mundartmutanten und Sachen, ich liebe es einfach, schon ob seiner Möglichkeiten in Wortbildung und Satzbau.

Vermutlich ist Euch das schon ein weiterer Beweis, dass man mich einer strengen Therapie unterziehen müsse. Ob ich denn etwa schon eine Bantu- oder Indianer- oder austronesische Sprache ernstlich gelernt? Daher irgendeine Ahnung, wie viel unweißes Weistum ich dadurch nicht entdeckt hätte?

Prima, Jungs und Mädels, können wir machen. Ihr zahlt mir zur soziokulturellen und mentalen Entweißung ein Jahr mein Auskommen, und ich versichere Euch, dass ich zu verschiedenen nichtindogermanischen Sprachen einiges zu berichten habe und mich in wenigstens eine erheblich eingearbeitet. Zahlt, und am Ende gibt es von mir womöglich noch eine kongeniale Übersetzung eines Volksliedes aus einer dravidischen Sprache. Ihr Eimer.

Wisst Ihr, in welche Sprache alle verfügbaren wichtigen Werke schon lange am meisten und oft auch am besten übersetzt werden? Hä? Wie heißt die Sprache?

Ihr Blecheimer. Der Deutsche ist in diesem Sinne und manch anderem der Weltoffenste. Humboldt? Schon mal gehört? Die Gebrüder Grimm, die die moderne Sprachwissenschaft begründeten, wie wollt Ihr denen das weghauen, aus allen Lexika, dazu deren gesammelte Märchen und Sagen? Hä? Bei Euch piept es wohl nicht richtig im Oberstübchen!

Hey, Ihr Mucker: Welche allsoziale Sprache wollt Ihr denn künftighin weltweit sprechen? Etwa alle Mandarin lernen statt Englisch?

Und da muss ich zu Eurer harten Enttäuschung erst recht sagen, dass Ihr mittels Englisch Eure Weißheit auch nicht so leicht werdet abstreifen können, denn dieses merkwürdsame Sammelsurium aus Angelsächsisch und Romanisch, Griechischem und Altnordischem birgt viele, viele tief gegründete verdächtige Wörter. Schon das Shorter Oxford English Dictionary, dessen meine doppelgroßbändige Ausgabe aus den Siebzigern gibt da über die Wortherkünfte und Verweise mehr Weißes her, als Ihr je verkraften werdet.

Gebt diesen Schwachsinn einfach auf.

 

 

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