Von Trump und dessen „4D-Schach“

Indem sich inzwischen alle acht höchsten Generäle der USA unmissverständlich hinter Joe Biden als neuen Präsidenten gestellt haben, will ich trotzdem bis zu einer genaueren Abrechung mit den „Q“-Traumtänzern, von denen es manche wahrscheinlich dann immer noch nicht glauben werden (Plan C bis Q wird es retten!), bis zur Inauguration warten.

Zu deren Heilsglauben und Mem, Trump spiele eben weit jenseits des Verständnisses von Dumbos wie mir 4D-Schach (oder gar 5D, egal), weiß ich als nur mittelmäßiger Spieler von lediglich 2D-Schach, dass dies Spiel klare Regeln hat. Und solche sollte es auch für die höheren Dimensionen geben, denn sonst hätte man einen anderen Begriff nehmen müssen.

Der Vergleich mit einer besonders klugen und weitschauenden Politik war von Anfang an vollkommen irreführend und daneben. Denn es gibt in der Politik keine eindeutigen, verbindlichen Regeln.

Man bricht Verträge, wie es einem gerade einfällt, schmeißt als der Stärkere das „Brett“ (oder auch das Hologramm) um, wie es einem gefällt, und wer darob meckert, den zensiert man oder steckt ihn in den Knast oder lässt ihn gleich erschießen. Wer das aus der Geschichte zumal auch des Jahres 2020 nicht gelernt hat, dem ist nicht zu helfen.

Schon 2D-Schach ist so verzwickt, dass man die regelgemäß möglichen Partien auf zehn hoch 120 schätzt, also zehn Milliarden mal zehn Milliarden undsoweiter, die zehn Milliarden elfmal mit sich selbst multipliziert (so jedenfalls fand ich das auf der augezeichneten Seite „Numberphile“), ja, lediglich schätzt. Deshalb werde ich gegen den Weltmeister unter 1000 von ihm ernstgenommenen Partien mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht ein Remis erzielen, von ihm schätzt man, dass er gegen die besten Computerprogramme mit entsprechender Rechenkapazität vielleicht vielleicht eines unter 100 erzielen könnte. Es ist eben ein Spiel, das am Ende rein mathematisch, so viel unter Menschen auch Erfahrung und „Intuition“ dabei ausmacht (bei den Programmen die Qualität der Algorithmen und die Rechenkapazität).

Ein Springer ist ein Springer, es ist klar definiert, was der kann. Schon ein Feldwebel im Krieg aber mag sehr unterschiedlich fähig sein und an einem Frontabschnitt trotz unterlegener Ausrüstung seiner Soldaten einen erheblichen, ja schlachtentscheidenden Fortschritt erzielen, ohne dass der General immer auf ihn aufpassen kann. Im Schach spielt nur der Feldherr.

Schachfiguren schwätzen auch kein dummes Zeug raus, lassen sich nicht kaufen oder erpressen oder verraten einen einfach oder laufen über oder desertieren. Das ganze Bild ist Bockmist.

Es war aber gut genug dafür, viele Trumpanhänger zu narren. Zumal die „Q“-Gläubigen.

Zu denen und der ganzen „Q“-Sause werden wir aber, wie gesagt, nächste Woche noch etwas genauer.

 

 

Bisher kein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.