Mutantimutanta

Indem hier am Dorf außer Nachbars Hund und mir keiner mehr lebt, ich den aus Angst vor einem Hundemutanten des Coronavirus nicht mehr in meine Nähe lasse, wer weiß, an welchen der über 400 Leichen der herumgefressen hat, Futter hat er jedenfalls bis es taut genug, fühle ich mich auch vor Söders Mutanten, die wie er weiß wie die Pest in alle Ritzen kriechen, verhältnismäßig sicher.

Nach jedem Holzholen mit Nitrilhandschuhen schrubbe ich mir trotzdem die Hände, wer weiß, ob zwar kein Nerz, aber eine Ratte draufgepisst hat, und was da durchs Abziehen noch anhaftet, mit meiner im Ofenfach nachgetrockneten Stahlbürste, spüle mir Nase und Mund gründlich mit Zitronensäure aus, und wegen der Partikel, die in meinen Haaren hängenbleiben könnten, trage ich jetzt Glatze, die natürlich auch immer unter die Stahlbürste kommt und danach Spiritus drüber.

Den Impfstoffen, selbst wenn ich an welche drankäme, traute ich nicht, denn auch da wird keiner, nichtmal alle zusammen werden gegen alle neuen Mutanten helfen, wie eben bei der Grippe.

Insgesamt aber bin ich guter Dinge. Keiner traut sich mehr nach Rohrbach, und damit wird kaum ein Virus so blöd sein, sich nur auf mich als einzigen erreichbaren Wirt einzumutieren, indem es darüber ja keine Chance auf Weitergabe hat.

Schon in vier oder acht Wochen wird es sich im ganzen Landkreis ausmutiert und ausgestorben haben, hoffe ich zuwenigst, und wenn im Frühling erst die Ameisen kommen und die Leichen bis auf die Knochen weggeschafft, kommt endlich auch die Sonne raus und bleicht die vollends aus, bis es auch darin nichts mehr zu mutieren gibt.

Es wird ein herrlich freier Sommer werden. Außer meinen Maßnahmen gibt es keine mehr, denn es wird auch keinen mehr geben, der sie durchsetzen könnte. Ich kann von hier bis an die Ostsee wandern, ohne einem Polizisten zu begegnen, der mir das verwehrte. Die wenigen anderen, die ich da vielleicht noch treffe, von denen halte ich fünfzig Meter Abstand, das sollte reichen.

Als erstes aber, sobald die Luft wieder rein, werde ich mich durch die besten verwaisten fränkischen Weinkeller trinken. Und die ganzen übriggebliebenen Kaviarbüchsen zusammenfressen, die Gläser mit eingelegten Trüffeln undsoweiter.

Dann werde ich alles Gold und allen Schmuck einsammeln. Und gut verteilt vergraben.

Man weiß ja nie, wann es wieder mal eng werden könnte.

 

 

 

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