Folgt nach Trump eine noch krassere Zensurwelle?

Indem Donald Trump, da er seine Anhänger zum Sturm auf das Kapitol und zur Gewalt angestachelt habe, jetzt sogar ein zweites Amtsenthebungsverfahren und nach seiner Amtszeit deshalb Strafverfolgung droht, rollte und rollt die letzten Tage eine noch krassere Lösch- und Zensurwelle gegen konservative und libertäre Stimmen auf Twitter, Instagram, Facebook und Youtube als vor der Wahl, und selbstverständlich manipuliert Google auch Zahlen und Suchergebnisse entsprechend.

Da eine Bidenadministration im Sinne des First Amendments – etwa durch Neufassung bzw. Neuinterpretation von Section 230 – wohl kaum etwas dagegen unternehmen würde, stellt sich jetzt die Frage, ob diese Unternehmen das ohne Rücksicht auf geschäftliche Verluste einschließlich ihrer bisherigen Quasi-Monopolstellungen fortsetzen werden (Parler, Bitchute, Telegram sowie alternative Suchmaschinen und Portale wachsen deshalb auf deren Kosten bereits gewaltig), wie es viele Linke fordern, oder wieder etwas „Milde“ walten lassen, sobald der Kampf gegen Trump endgültig gewonnen ist. Denkt man gar daran, die unliebsame Konkurrenz entlang deren Geschrei nach noch mehr Zensur und mithilfe der Bidenadministration ähnlich wie den noch amtierenden Präsidenten wegen „inciting of violence“ usw. an die Wand fahren zu können?

All die „content creators“, die man rausgeschmissen hat, vielen davon, sehr große dabei, über Nacht die Existenz genommen, werden jedenfalls kaum reumütig zurückkehren, wenn man sie auf neuen Kanälen wieder ein bisschen was machen lässt. Neue nichtlinke Schöpfer von relevanten Inhalten werden meist gleich gar nicht so dumm sein, die Lücke zu schließen, man blutete sich also inhaltlich und geistig – und zwar in allem Politischen und gesellschaftlich Relevanten! – selber noch weiter aus.

Doch könnte man meinen, das sei egal, die andere Seite habe eh keine Chance mehr, verschwinde einfach so wieder weitgehend in der Versenkung, und die Kundschaft, zumal Werbekundschaft, werde es zufrieden sein. Ein recht gefährliches Spiel wäre das.

Man dürfte jetzt schon bei grob der Hälfte der US-Amerikaner so ziemlich jedes Vertrauen verloren haben. Wie will man das zurückgewinnen?

Ich vermute daher, dass die Techgiganten – man hat ja schon fast jeden rausgeschmissen, den man nicht mehr haben wollte und gegen Trump sein Ziel erreicht – zumindest nicht so bald eine noch wesentlich weitergehende Lösch- und Zensurwelle rollen lassen werden. Zumal sich bei den meisten, die noch bleiben durften, die Schere im Kopf bereits so festgesetzt hat, dass sie schon von selber bestimmte Themen nicht mehr anschneiden, bestimmte Begriffe nicht mehr verwenden, die vorauseilende Selbstzensur schon Standard, oft so, dass die jeweiligen Leute das gar nicht mehr merken oder die Sache zuwenigst verdrängen.

Nachtrag

Google liefert inzwischen sicherlich nicht nur, wenn man meinen Namen eingibt – das war vor einigen Jahren noch anders – , im Vergleich zu etwa Qwant oder DuckDuckGo nur noch ein erbärmliches Egebnis. Sortierung ein schlechter Witz, Info nahe null.

Nachtrag II

Gerade zur Sache noch gefunden: Google drischt auf Parler ein. Na denn.

 

 

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