Eine Zensur findet nicht statt: nicht einmal bei Namen, Begriffen, Zitaten

Die Zensur durch Big Tech hat im vergangenen Jahr eine neue Qualität erreicht: Man darf, steht man auf der unerwünschten Seite, nicht einmal mehr die heilige WHO zitieren, sobald die etwas sagt, das nicht genehm. Oder etwa „Q“ zitieren oder auch nur über das Phänomen oder entsprechende Anhänger sich äußern, sonst ist das Konto weg. Ebenso darf man Namen nicht erwähnen oder Begriffe, obzwar diese von CNN, NYT, Tagesschau undsoweiter täglich millionenfach verbreitet wurden oder werden.

Aber es ist ja nicht verboten. Ich habe noch von keinem gehört, der in einem westlichen Land wegen Zitierens der WHO oder Erwähnung von „Q“ vor Gericht gekommen und verurteilt worden wäre.

Man kann also weiterhin Flugblätter verteilen, ein Plakat in sein Fenster hängen, Aufkleber an Rad oder Auto anbringen, mit einem entsprechend beschrifteten Hemd herumlaufen, vielleicht (das könnte allerdings als Tierquälerei angesehen werden) sogar seinen Hund mit kindersicheren Fingerfarben anmalen. Womit klar ist, dass eine Zensur nicht stattfindet.

Und wenn man nun eben auf Twitter, Facebook, Instagram oder YouTube auftreten will, so muss man sich halt benehmen lernen, Hausrecht ist Hausrecht. Damit haben die Staaten nichts zu tun, Meinungsfreiheit bleibt garantiert. Sehr praktisch. In der Wirtschaft nennt man so etwas „Outsourcing“.

Und das Ganze klappt ja auch wie am Schnürchen. Trumpunterstützer können pauschal „Nazis“ und „Kriminelle“, ja selbst „Terroristen“ geheißen werden, prima, alles OK. Ein hundertprozentig belegbares Zitat aber, und der Arsch ist über Nacht ab.

Eine geradezu perfekte Win-Win-Konstellation. Die Kunden der Techfirmen bezahlen den Aufwand für die Zensur, die keine ist, die Staaten bleiben der garantierten Meinungsfreiheit treu, und zudem ist es für die Techfirmen aufgrund ihrer Infrastruktur ungleich einfacher, massenweise und doch sehr gezielt auszusieben. (Dass Google überdies sämtliche Suchergebnisse in die gewünschte Richtung manipuliert, bei YouTube vorschlägt, was genehm und umgekehrt, tut ein weiteres in diesem wunderschönen Reigen.)

Und da Big Tech auf diesem Wege den Wunschkandidaten ins Weiße Haus gehievt hat (gut, man war es nicht allein), ist hier in absehbarer Zeit mit keiner Wende zum Besseren hin zu rechnen. – Parler als vielversprechende Konkurrenz zu Twitter hat man über Nacht plattgemacht, bei BitChute klappte das (noch) nicht ganz, und wie lange BitChute (eine Ltd. registriert in England) ) noch frei bleibt (im Wikipediaeintrag masse Vorwürfe von wegen rechtsextremer Inhalte usw.), wird sich zeigen; ebenso Telegram des Pavel Durov (registriert in England, Hauptsitz auf den Seychellen, zwei Firmen aus Belize und von den Jungferninseln sind laut Wikipedia Gesellschafter, „nach eigenen Angaben ein Non-Profit-Unternehmen“), eines Russen mit Zweitstaatsbürgerschaft von St. Kitts and Nevis, 2017 als Young Global Leader als Repräsentant Finnlands bei Klaus Schwabs berüchtigtem World Economic Forum eingeritten.

Ich werde daher vielleicht bald mal wieder ein paar kleine neckische Videos veröffentlichen (diesmal auf BitChute, meine zehn kleinen Clips auf YouTube von vor acht bis neun Jahren sind noch nicht gelöscht), mich womöglich auch etwas mehr auf Telegram herumtreiben, aber keinen Pfifferling darauf geben, mir hier oder dort unter viel Aufwand eine ernsthafte Netzpräsenz aufzubauen.

Und die Suchmaschinen DuckDuckGo und Qwant nun, die mich immerhin nicht gleich dem Google behandeln, wie als ob ich so gut wie nie etwas publiziert hätte, im ersten Falle ein US-, im letzteren ein französisches Unternehmen, wie lange werden die redlicher sein als der Platzhirsch?

Nachtrag

Erst kurz zu Wikipedia. Das ist ein korrupter Säupuff. Will man aber lediglich wissen, ob Insekten (Hexapoda) tatsächlich alle sechs Beine haben, passt das, denn dagegen können selbst die nicht einfach rauslügen.

Habe ich einen Rat? Vorerst nur, dass man wieder mehr schreiben sollte als filmen, mehr lesen als glotzen. Einen eigenen Blog betreiben. Da kommt die Zensur, die keine ist, als letztes hin.

 

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