Was ist eigentlich ein „Lockdown“?

Was ist eigentlich ein „Lockdown“ auf Deutsch?

Verschiedene Lexika übersetzen „Lockdown“ einzig mit „Ausgangssperre“.

Nun fing es aber bei uns mit allerlei „Lockdowns“ an, die keineswegs eine Ausgangssperre beinhalteten, sondern man schloss Gaststätten, Kinos und Geschäfte, untersagte verschiedene Sportarten und Veranstaltungen und verbot oder beschränkte nicht genehme Demonstrationen. Mal mehr mal weniger. All das lief unter „weichem“, dann „verschärftem“, dann „hartem“, dann wieder „weicherem“ endlich auch „knallhartem Lockdown“, erst letzterer dann mit teilweiser Ausgangssperre.

Der Anglizismus hat also ohne ein die Sache auch nur ungefähr beschreibendes Adjektiv (was ist „weich“, was „mittelhart“, „hart“, „knallhart“…?) gar keine verständliche Bedeutung, außer dass irgendwas zugemacht beziehungsweise untersagt wird.

So kann man denn auch beliebig damit spielen, was unter einem „weichen“ oder „harten Lockdown“ zu verstehen sei. Und wenn man den „harten“ noch mal mehr erigiert hat, zum „knallharten“, kann man aus der Rückkehr zum „harten“ eine Rückkehr zum „weicheren, ja gar „weichen“ machen.

Sollten also Leute, die sich „freiwillig“ haben impfen lassen, wieder ein paar Dinge mehr dürfen als zuvor, so ist das eine Entschärfung des Lockdowns, ist man zurück bei einem weichen oder wenigstens weicheren Lockdown: Das Ganze, ob nun sprachlicher Zufall oder nicht, nennt sich dann „Lockerung“, und alle dürfen jubeln, natürlich unter der Drohung, dass die Lockerungen jederzeit zurückgenommen werden könnten, ja müssten, wofern die Leute nicht vernünftig, die vorgeblichen Infektionszahlen doch wieder stiegen undsoweiter.

Sehr merkwürdig, das.

 

 

 

 

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