Vom verwahrlosten Loser

Der verwahrloste Loser hat sich am Sonntag brav rasiert und gewaschen, eine anständige Hose und einen vorzeigbaren Kittel angezogen, dann aber, bevor er das Haus verlässt, um von einer ihm bislang lediglich fernmündlich Bekannten am Eck zur Demo abgeholt zu werden, merkt er daselbst, dass er sich in der Küche doch nochmal die Fingernägel dreckig gemacht, worauf er sie sich wechselseitig auskratzen lässt, weil er zwar Tabak und Feuer und Ciceros „Über das Alter“ und allerlei sonstiges im Sack hat, doch eben kein Messer: dann er fast eine Stunde handylos in der Kälte steht, was immerhin egal, weil das Dorf eh im Funkloch, in Sommerschuhen, bis dass er, indem er schon das Dichten angefangen, den Ort seiner Mehrfachniederlage endlich verlässt, sich vor seine gammelige Tastatur setzt, von seiner Schmach wenigstens zu berichten, damit nicht alles umsonst und perdu.

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