„Natürlich nur meine persönliche Meinung…“

In letzter Zeit höre ich auffälligerweise immer häufiger wie Regierungskritiker (die Gegenseite hat das offenkundig nicht nötig) selbst bei völlig naheliegenden, leicht vertretbaren Punkten hinterherschieben: „Das ist natürlich nur meine persönliche Meinung.“

Dabei genügt in aller Regel „ich meine“, „ich denke“, „aus meiner Sicht“, „meines Dafürhaltens“, „ich erachte“ oder ähnliches. Und oft, wenn nicht meist, ist ja schon von der Aussage selbst her klar, dass es sich um eine persönliche Einschätzung handelt, so dass diese Eigenrelativierung, Rechtfertigung, dieser Bezug auf die (vorgeblich) noch vorhandene Meinungsfreiheit völlig unnötig: womit ich dies wohl meist unbewusst um sich greifende Übel als von einer eingeimpften Angst, sich dergestalt absichern zu müssen, gesteuert sehe.

„Qui s’excuse s’accuse“ soll Napoleon gesagt haben, also: „Wer sich entschuldigt, klagt sich an.“

 

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