Mit den späten Früchten in den Winter

Nachdem wir nun zwei schöne Nachtfröste hatten, das Wetter auch tags herrlich klar, bin ich heute zur Schlehenernte ausgerückt, die Früchte fielen mir vollreif auch schon fast in die Hände, daraus wiederum einen trefflichen Likör zu bereiten, dessen ich vom letzten Jahr zuwenig angesetzt, daher schon keinen mehr habe.

Vom Hägenlikör habe ich noch genug, also, dass ich mir von diesen wunderbaren Früchten wohl nur eine schöne Menge für Tee im Ofen trocknen werde: auch ist er für meinen Geschmack nicht ganz so verlockend herausgekommen wie jener von der Schlehe. Die bringt einfach nicht nur mehr natürliche Säure und schönen Gerbstoff mit, sondern auch vielschichtigere Aromen.

Wahrscheinlich werde ich diesmal auch einen kleinen Pott mit Weißdornfrüchten ansetzen, schon allein deshalb, weil ich mir wegen des Coronawahns auch im kommenden Jahr keinen Herzkasper einfangen will.

Oh, ich war ja noch gar nicht auf Wacholder. Auch da gilt es die je unterschiedliche Reife nicht zu verpassen.

Und schließlich, da der Winter sich dafür am besten eignet (man findet leichter, weil nicht alles zu mit Brombeergestrüpp), ist es jetzt auch wieder Zeit auf Kienholz zu gehen, das natürlich nicht über alkoholischen Auszug oder Tee zur Freude gereicht, aber über den ätherischen Eigengeruch und seine bleibende Schönheit.

Bisher 4 Kommentare

4 Antworten auf „Mit den späten Früchten in den Winter“

  1. @ Magnus

    Schlehen. Kenne ich. Schmecken sehr speziell. Nasche trotzdem immer gern daran. Sobald sie Farbe haben. Aber ich setze die Früchte nicht an. Fermentiere sie mit anderem Obst mit oder koche sie mit Äpfeln. Sehr guter Geschmack. Habe immer noch Hagebutten von der diesjährigen Ernte. Sie werden matsch und dann schmecken sie aus der Schale wie Marmelade.

    Du bist spät dran, hm ?

    Guter Artikel.

    Gigi

    1. @ Gigi

      Bei den Schlehen liege ich genau richtig. In manchen Jahren gibt es fast keine, oft sind sie erst im Dezember reif. Hagebutten habe ich letzten Winter teils noch im Jänner geholt. Wacholder ist mitunter schwierig, ich will ja die schwarzen, reifen Beeren. Morgen mal mit dem Radl dahin ausrücken, wo wir hier die schönsten, mächtigsten Bestände haben (Büsche bis über drei Meter!).

    1. @ Gigi

      Etwas süßer als säusauer sicherlich, vor allem aber reifer und damit auch aromatischer.
      Ja, viel ist nicht dran. Genau das aber taugt für meinen Likör…

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