„Liberals“ in den USA: Zurück zu Freiheit statt Sozialismus

In den USA kommen jetzt die politischen Begriffe durcheinander, und zwar dergestalt, ja, man höre und staune, dass sie wieder sinnfälliger werden, gewissermaßen im Rückschritt auf ihre eigentliche Bedeutung.

„Liberal“ nämlich steht dort seit Jahrzehnten für in etwa das, was der Deutsche „links“ nennt: also staatlichen Dirigismus, Einschränkung persönlicher Freiheiten, Steuern auf Teufel komm raus undsoweiter.

Indem nun aber „Liberals“ inzwischen leidenschaftlich für Zensur, antiweißen Rassismus und die Plünderer und Brandstifter von Black Lives Matter und der Antifa einstehen, besinnen sich viele wieder auf den ursprünglichen freiheitlichen Begriff, zwar noch nicht richtig, indem sie sich jetzt künstlich von „Progressives“ abgrenzen (was sonst mit „Liberals“ quasi gleichgesetzt), die eben nicht mehr „liberal“ seien, aber immerhin.

„Conservative“ steht da drüben entsprechend lange in etwa für das, was wir als „rechts“ bezeichnen, also alles mit Vaterland, Familie, Selbstbestimmung, gewachsener Ordnung undsoweiter. Dieser Begriff erodiert noch nicht in demselben Maße, obzwar „Conservatives“ heute viel mehr für Selbstbestimmung und Freiheit stehen als die falschen „Liberals“.

Für mich waren (deutsch) „liberal“ und „konservativ“ noch nie Gegensätze, vielleicht ganz einfach deshalb, weil ich konservativ-liberal erzogen wurde, meine Kinder wiederum in diesem Sinne erzog: Ich durfte so gut wie alles, außer Lügen, Stehlen, Betrügen, auf Schwächere losgehen, Sauereien hinterlassen, Verleumden undsoweiter.

Schon die Eltern meiner Mutter, die ich noch viel länger selber erleben durfte als jene meines Vaters, waren durchaus konservativ-liberal, also, dass meine Mutter in den Fünfzigern, anders als ihre Mutter noch, die sicherlich auch ein Vorkriegsabi geschafft hätte, es aber als Mädchen nicht machen durfte, Abi machen und studieren durfte und schon als junges Mädchen allein nach Paris trampen undsoweiter. (Mein sozialdemokratischer Opa väterlicherseits war weitaus weniger liberal.)

Zurück in die USA. Der dortige Kulturkampf hat in dem Sinne sein Gutes, dass der Begriff „liberal“ jetzt vielleicht nach und nach wieder vom Kopfe auf die Füße gestellt wird. Selbst in Sachen Semantik können noch Zeichen und Wunder geschehen.

 

Bisher kein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.