Lasse mich nicht niederglauben

Ich kenne einen, der hat sich mehr oder weniger trefflich eingeübt, zwischen Wissen und Gewissheit zu unterscheiden.

Das macht der so, dass seine Gewissheit, die er geschickt nicht als Wissen bezeichnet, zwar in Wirklichkeit seinen Glauben spiegelt, aber eben in einer für ihn unumstößlich selbstgegeben erfassten vollkommenen Sicherheit.

Ein kleines Bisschen wanken darin tun tut er allerdings, also ich es mir einbilde, sei es nur sehr gelegentlich, wenn der böse ungläubige Magnus ihm dawider kommt.

Er kontert den Bösen dann damit aus, versucht es zumindest, der glaube auch an alles Mögliche, merke es nur nicht und blase sich als vorgeblich Ungläubigen dergestalt nur ziemlich lächerlich auf.

Noch hat er mir immerhin nicht angesagt, dass ich nicht mehr reinkarnieren dürfe, so wie der gute Rest. Das geht ihm wohl noch gegen seine Moral.

O wie bin ich froh, dass ich nur einige Dinge zu wissen meine, ansonsten lieber vermute oder stark annehme, weil die weiterhin zweiflige Annahme gerade so naheliegend und selbsterklärend erscheint. Für mich ist ein Mensch, der nicht zweifelt und mindestens auch dreifelt in bedauerlicher Weise von sich selbst entfernt.

Achtung vor dem bislang Unbegreiflichen, nur zum Teile Begreiflichen, aber, Rotzdonnerwetter, keine „Demut“! Wieso „Demut“, vor was denn? Als Sklave vor „Gott“ etwa? Tausende Jahre überlieferter Menschheitsgeschichte, und immer noch nichts gelernt?

Also gut. Ich glaube auch. Nämlich zuvörderst an den Lerngott und die Liebesgöttin. Die Zweie passen so gut zu meinem Denken, dass es mich gar auch ins Glauben reißt. Das ist fraglos ziemlich primitiv, ja primatenhaft, doch versuche ich immerhin in derlei Aussagen halbwegs ehrlich zu sein.

Selbstverständlich steht die Göttin mit Strenge und Erhabenheit immer neben dem Gott. Sie lässt ihn nicht einfach sinnlose entfleuchen, indem er aber doch immer seiner Wege geht. Also die natürliche Ordnung.

Mein Lerngott geht mir auch viel öfter auf die Nerven, das ist das Los des Mannes, wenn er gerade nicht durch ein missratenes Weib gequält.

Hiemit ergäbe sich bei mir ein saublödes dualistisches Weltbild, hätte ich nicht noch ein paar Nebengötter. Eher Hauptgötter. Nietzsche oder die Hildegard etwa. Menschen sind mir als Götter sowieso lieber, denn die sind oder waren echt. Die anderen sind nur Bilder.

Genug. Ich habe mir für dies Leben und alle weiteren vorgenommen, dass mich keiner niederglaubt.

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