Coronafeier am Juristentisch

Wahrscheinlich gibt es inzwischen Juristenstammtische, an denen man hauptthematisch diskutiert, wie man all die Klagen und Beschwerden wegen der Coronamaßnahmen irgendwie so wegfilibustert, dass das Schaf wieder brav nach Hause geht, der Vorgesetzte nichts zu meckern hat, der Minister zufrieden, man auch dann noch bestmöglich aus der Sache herauskommt, wenn alles kippt.

Gestelzt und ungefähr herumlabern, dass die Schwarte kracht. Jedenfalls immer, wenn die Sache haarig.

Irgendwie Verständnis und Aufmerksamkeit zeigen, indem man dem Kläger, Beschwerdeführer oder Antragsteller seine Sinn- und Chancenlosigkeit vorführt, damit jeder Kollege weiß, was gespielt wird, also nicht noch seinen guten Ruf ruiniert, in der Hoffnung auch, dass Leute wie ich, die zwar nicht vom Fach, aber Lesen gelernt haben, dazu nichts einfällt oder wenigstens kaum einer davon hört.

Unklarheit und Durcheinander, klug gesetzt, das ist das Hauptstrategem, auf welches sich alle einig. Einfach jeden niederschwurbeln, alswie ein mittelalterlicher Pfaffe, ein Winkeladvokat zu Schilda.

Die Regierung macht es schließlich auch so und will es so und damit macht man es genauso.

Und am Schluss war man als Staatsanwalt ja wie immer weisungsgebunden. So war das.

Außerdem kann man von keinem Juristen erwarten, dass er ein Experte in Virologie oder sonstwas mit -logie. Sich allgemein informiert halten und den Dreisatz beherrschen und ein paar Prozente, das stund auch auf keinem universitären Stundenplan, wenn man bis drei Talare zählen konnte, reichte das alleweil. Für Mathe und sonen Scheiß hatte man schon immer die anderen staatlich autorisierten Spezialisten.

„Ich werde auch sagen, dass ich in Mathe immer ein Versager war. Ich kann dafür sogar saubere Zeugnisse vorlegen.“

„Ich habe erst kürzlich noch ein öffentliches Bekenntnis zur Berichterstattung der Qualitätsmedien abgelegt, kam oben sehr gut an: Sollten die oben nun tatsächlich gepfuscht und auch noch fett gelogen haben, wie hätte ich das rausfinden sollen, indem nicht einmal die Dienste darauf kamen? Habe ich denn nichts zu tun?“

„Genau. Wir sind absolut machtlos, können also auch nichts verbrochen haben. Einfach weiterfilibustern.“

Danach gab es noch ein paar Getränke, bis hin zu feuchtfröhlicher Ausgelassenheit. Da fielen dann auch Witze, die mir mein Anstand gebeut, hier nicht wiederzugeben.


Nein, liebe Leute, schon wieder all diese Anfragen, ich kann nicht bestätigen, dass Juristen bereits eine Filibustergroßloge gegründet, die schon in allen großen deutschen Städten ihre Pflanzschulen errichtet habe. Die Sache ist einfach ein Selbstläufer. Es bedarf keiner Logen und Verschwörungen, wenn jeder weiß, was zu tun ist.


Das andere, was mir immer mehr zu Ohren kommt, allzumal nach meiner letzten Einlassung, ist da schon ernster zu nehmen.

Man sagt mir nämlich, die Findigsten hätten jetzt eine Fake-News-Loge gegründet, um uns alle lächerlich zu machen, damit zum Beispiel Leute wie ich der Sache aufsäßen. Dass man aufstrebende Jurastudenten, die schon bei verlässlichen Parteien, dafür sogar unterderhand über Praktikumsstellen und ähnlicherweise bezahle.

„Schon ernster zu nehmen“, das nehmen wir aber auch da besser mit einem gehörigen Korn Salz. Denn wozu sollte man den willigen Nachwuchs bereits fürs Herandrängen an die Tröge bezahlen? Welcher gestandene Jurist macht sowas?

Reine Ablenkungslogen gründet man eh immer NUR auf Versprechen. Anders wäre man ja blöd.


Jetzt haut man mir rein, ich wolle all diesen StammtischhuberInnen nur Masken verkaufen. Ich sei deren Wirrall und Wirrwall. Es gäbe eben die echte Loge wie die Scheinloge wie sonstnochwas von denen und gewissermaßen als Sahnehaube der Gesamtverarsche auch noch mich.

Ja, Leute, so geht das. Die asozialen Medien quellen vor Berichten dazu schon über. Der Google habe schon alle Algorithmen umgestellt, damit ich redlich wieder besser wegkomme, er sich nicht böse blamiert und bis morgen 300 Milliarden an Börsenwert verliert.

Der Google weiß nämlich genau, wozu US-Juristen, im Gegensatz zu den deutschen relativen Kastraten, sich in die Lage gesetzt sehen könnten, wenn mein Beispiel Schule macht: für das Geld lernt man auch mal aus Good Ol‘ Germany, über mich genau so zum Schieflaufen gebracht wie man es braucht und in die Sammel- wie Einzelklagen passt.

In diesem Sinne: Hello Corporate America!

Ihr glücklichen Amerikaner, die Ihr Redefreiheit habt, immerhin etwas mehr als wir, macht endlich was draus!

Oder wollt Ihr mich hier einfach verschimmeln lassen, nachdem ich Euch allsamt auf den Tisch gelegt, was Ihr braucht?

Wer hätte Euch das aufgetragen?

So ehrlos?


Jetzt reicht es wirklich. Ich hätte von den US-Anwälten Vorkasse, naja, sozusagen ein Sponsoring eines linguistischen Forschungsauftrages bekommen, dessenthalben hier Unterstellung auf Insinuation, unklaren Verdacht auf Anspielung gesetzt und folgen lassen, deren Gier über die europäische Bande zu verdecken, deren Milliardensachen mit anzuschieben.

Keinen halben spitzkegeligen Kahlkopf haben die für mich übrig.

 

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