Bis das Coronajoch gebrochen!

Ich habe den Sack jetzt fast schon mit allen heute noch entstandenen und bereits vorhandenen Utensilien gepackt, von der Deppenkappe bis zur Merkelbürste.

Danke derweil an den Leser, der mich auf einen peinlichen Schreibfehler in meinem Flugblatt hinwies, zudem auf die Idee brachte, wie in meinen guten alten Theaterzeiten verschiedene Kostüme auszuprobieren, weshalb der Sack, neben dem Schild, der Selbstvergeißelungsbürste, dem unwirksamen Zauberstab, der auch Lehrers Rohr symbolisieren möchte, der kleinen Trommel, dem Stirnlampen-Stroboset und einigen anderen Kleinigkeiten, wie einem nicht brennenden Kerzenstummel, um in gar kein Licht mehr zu schauen, die je nachdem zum Einsatz kommen können, fast schon voll, Bier und Brotzeit und Cicero, also das Wichtigste, sind immerhin schon drinne, Tabak und Feuer werden sicherlich auch noch reinpassen.

Über den Hut habe ich lange nachgedacht, welchen mitnehmen, wenn überhaupt, denn feine Hüte will man nicht ruinieren, indem sie irgendwo zersessen oder zertreten. Der Hut aber muss mit, allein schon, dass ich ihn an einem trockenen Tage unterm Regenschirm tragen kann, am besten mit bolivianischer Hochlandwollmütze darunter.

Ich habe mir vorgenommen, Unterfranken in den nächsten Wochen zu einem weltweiten Brennpunkt in Sachen friedlicher Einzelauftritte gegen den verordneten Coronawahn zu machen. Morgen versuche ich Würzburg zu nehmen, was mir vermutlich auch im zweiten Anritt noch nicht ganz gelingen wird, doch bin ich guten Mutes, die eine oder andere Verteidigungslinie durchbrechen zu können.

Und indem, wie jeder Schachpieler und Stratege weiß, die Drohung oft stärker als die Ausführung, lasse ich jetzt offen, wann ich in Würzburg nachsetzen, wann ich, indem der Sieg dort schon nicht mehr fern, Aschaffenburg und Schweinfurt handstreichartig aus der Söderschüssel kippen werde.

Vielleicht habe ich bald auch nicht nur ein paar Bilder, sondern auch einen kongenialen Kameramann, der meine handstreichartigen Eroberungen der Marktplätze für die Coronaüberlebenden dokumentiert.

Sobald ich Unterfranken zurück zu menschlicher Vernunft gebracht habe, also wohl in etwa zwei Wochen, der Söder in seiner Staatskanzlei zu München schon in den Stuck beißt, werde ich natürlich auch gen Frankfurt ausrücken. Habe ich dort ebenfalls gesiegt, wird man mich in meiner Heimatstadt Stuttgart gleich vom Bahnhof über die Königstraße zum Schlossplatz geleiten, Abertausende begeisterte Schwaben, um dort die kommende Befreiung des ganzen Landes vom Coronajoch, dessen Bruch, unter Volkes Jubel, auszurufen.

So zumindest der Plan. Jetzt mal einen Schritt nach dem anderen.


Achja, noch ein Sicherheitshinweis an alle Würzburger. Versammelt Euch morgen zumal in meiner Nähe nicht zu mehr als fünf Leuten. Noch wird der Söder Euch womöglich also erbarmungs- wie rücksichtslos, gewaltsam und brachial kassieren lassen. Mit Handy- und Heliüberwachung und SEK, das ganze Programm.


Gebt Euch also ahnungslos, wenn Ihr Euch mir nähert, den aus der realen Welt Gefallenen zu betrachten. Männer stirnrunzelnd und kopfschüttelnd, die Weiber kichernd, die Kinder stets an der Hand. Ich warne Euch so deutlich, weil Ihr die „Bußgelder“ aufgebrummt bekommt, die Einträge weghabt, für noch schlimmere Bußgelder und vielleicht gar Euren Arbeitgeber, wenn Ihr noch einen habt.

Lasst Euch auch nicht zu fahrlässigen Handzeichen, Verwünschungen und Flüchen und zum Lautwerden, außer gegen mich, hinreißen.

„Christlich / so / ziale / U /nion!“: Sowas dürft Ihr natürlich skandieren, bis dass der Dom Risse bekommt und der Main über die Ufer schäumt. Ihr könnt auch bei der Polizei sobald die kommt, oder per Handy schon gleich, eine staatstreue Spontandemo gegen mich anmelden, mit Handybeweisen gegen mich, weshalb Ihr Euch so spontan zusammengefunden und empöret habet, dass Ihr diese jetzt durchzuführen die Erlaubnis bekommen müsst.

Aber, liebe Leute, die Würzburger Buletten, das hätte mancher gerne schon so gehabt, die sind nicht dumm. Plötzlich haben sie einen von Euch raus, der mal was bei mir gelesen hat, und dann seid Ihr womöglich schneller im Eimer als dass die Marienkirche Zwölfe schlagen könnte.

Andererseits haben die klugen Würzburger Sicherheitskräfte auch so viel Verstand, dass sie vom Grunde her keinen Bock darauf haben, Söders unterschlunzigste Harthundtruppe zu spielen: sprecht sie also am besten immer in breiter Mundart, nur fallweise in Schriftdeutsch an, das entsödert, obzwar der Mittelfranke, immer.

Zerstäuben sie Euch irgendwann, was das Wahrscheinlichste, könnt Ihr auf der Alten Mainbrücke, wo ich alsbald unterm Heiligen Sankt Kilian stehe, wiederum recht zufällig zusammengekommen (verabredet Euch nicht per Handy!), gleich die nächste staatstragende Spontandemo anmelden.

Zwei Stunden später bin ich dann auf der Mainfränkischen Festung.


Eben sind mir noch ein paar Schlachtrufe eingefallen, die zunächst statthaft und wirksam sein sollten.

„Söder /  unser Kindervater!“

„Wir wollen Masken!“

„Wir wollen / in Quarantäne!“

„Bundeswehr her!“

„Merkel statt Trump!“

Derlei könnte Zeit immerhin verschaffen für wieselflinke Flucht und entsprechende Neugruppierungen in unzähligen Gruppen bis zu erstmal fünf Menschen.


Jetzt fiel mir auch noch meine schöne dunkelrote Ledermütze ein. In die werde ich zwischendrein Spenden sammeln, als gemeiner Straßenkünstler. Vielleicht singe ich zwischen meinen volksbelustigenden Schwänken gar mal frei zur Trommel.

 

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