Antiwahnwachen überall!

Indem sich die Querdenkenableger (und Aktive ähnlicher Richtung) immer mehr verbreiten und man zurecht stolz auf die vielen gelungenen Demos ist, macht sich gleichzeitig auch schon Skepsis breit, wie lange noch demonstriert werde, indem sich dadurch doch nichts geändert habe. Enttäuscht, so viel Zeit und Geld aufgewendet zu haben, ohne jeden Erfolg, verlören vielleicht viele bald ihre Motivation.

Zu letzterem kann ich von hier aus sagen, dass im Söderschen Unfreistaat Bayern am vorvergangenen Samstag acht Kilometer von meinem Dorf in Karlstadt am Marktplatz eine Kundgebung mit vielleicht siebzig Teilnehmern abgehalten wurde, gestern (Sonntag) im knapp zwanzig Kilometer entfernten Marktheidenfeld sehr schön auf einer Mainwiese eine von ähnlicher Größenordnung.

Da am Wochenende hinzukommen, kostet fast nix, und pro fünfzig oder hundert Leute sind derlei Heimatdemos wahrscheinlich sogar effektiver, denn man hat, etwa gemessen an Berlin, etwa tausend Demos im ganzen Land. Die Leute bekommen in ihren Städtchen, vor der Haustüre mit, dass es uns Covidioten überall gibt, denn wenn es solche mal selbst im Kreis Main-Spessart gibt, wo sich ansonsten immer noch so ziemlich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, kann das nicht mehr anders sein. (In Lohr übrigens, da, wo das Schneewittchen herstammt, etwa so groß wie Karlstadt und Marktheidenfeld, war kürzlich auch was.)

Steter Tropfen höhlt den Stein. Einfach nicht nachlassen.

Ansonsten gehören, ich sage es wiederum und meine es ernst, die Wintercamps vorbereitet.

Ob ich nun wie angekündigt tatsächlich zum 3. Oktober nach Konstanz fahren werde, mich mal eine Weile rund um den Bodensee nach vernünftigen Leuten umzuschauen, oder besser hier etwas mache, das muss sich noch weisen.

Nachtrag

Wer einen Arsch in der Hose dazu und etwas zu sagen und eine hinreichende Stimmkraft, der stelle sich einfach allein mit einem Schild oder zwei auf den Marktplatz und rede. Laut und deutlich, wie in vorelektrischen Zeiten.

Ich überlege mir das jetzt für den Samstag zu Würzburg, der unheimlichen Metropole jenseits des Südostens meines Landkreises.

Vielleicht halte ich einfach einen kleine Pantomimenschau ab, bis dass einige Verwunderte stehen bleiben, bis dass das Kasperle, also ich, anfängt mit seinem Maskenkrokodil heftiger zu werden, mit Papierklatsche und allem, was dazugehört.

Sodann, wenn sich einiges an Volks versammelt hat, wozu ich nie aufgerufen, vielmehr rufe ich regelmäßig durchdringend über den Platz, man möge untereinander Abstand halten, und zumal vom Kasperle, finde ich, vielleicht sind schon drei Antifanten hählinge am Auflaufen, je nach Format grinsen die angeforderten erstmal acht Polizisten oder ärgern sich, im besten Falle zu meinem eigentlichen Vortrag, der einige Kerne bergen wird, ganz besonders aber den der skrupellosen, kriminellen Kinderquälerei durch die Herren der Coronadiktatur.

Mal sehen, ob ich so weit komme. Mal sehen, ob ich der Polizei nicht lieber vorher sage, dass ich einfach allein reden werde, nichts, aber auch gar nichts mit dem zu tun habe, was irgendwelche anderen womöglich anrichten, filmen, krakeelen, an Ordnungswidrigkeiten begehen, an Sachbeschädigungen, egal was, da ich niemanden zu solchem aufgerufen habe, keine unangemeldete Versammlung angesetzt oder Sprontanversammlung ausgerufen noch gar eine Demonstration, niemals mein Behuf, weshalb sonst wohl wolle ich allein, ohne jede äußere Unterstützung, ohne Mikro oder Mega, antreten, allen die Lage so einfach wie möglich zu machen, zumal auch der Polizei.

Mal sehen, ob die aufmerksame Würzburger Polizei beziehungsweise die Stadtverwaltung und das Ordnungsamt, oder auch irgendein Oberunterfranke vom Regierungspräsidium mir eine obere Dezibelgrenze vorschreibt, wie laut ich auf dem Würzburger Marktplatz an einem Samstag Nachmittag mit mir selber reden kann, ohne wegen Lärmbelästigung oder Störung der öffentlichen Ordnung, des geregelten Handybetriebs oder Geschäftsschädigung der Buden und Läden rund um den Markt signifikante Probleme bekommen zu können.

Frecher und tapferer wäre es wohl, ich sänne der Polizei mein Vorhaben nicht einmal warnungshalber an, denn im Grunde sehe ich nichts, was mir das geböte. So wie ich die Jungs da aber kenne, mit ihrem Söder im Genack, traue ich ihnen ohne weiteres zu, dass sie mir ganz plötzlich ganz schräg mit derlei Scheißendreck kommen, schonmal um mich einfach wegzuziehen, um mir dann hernach noch irgendwas dieser Sorte überzubraten.

Das mit den Dezibel meine ich ernst. Wenigstens einzelne Rufe reichen bei gutem Wind von der Feste her bis halb zum Dom. Ein paar Minuten Rede sollte ich über den ganzen Marktplatz hinweg hörbar einfach so hinbringen.

Vielleicht lasse ich das mit der Polizei doch. Die können ja mal kommen, sagen, der Gemüsehändler da oben habe sie angerufen und gesagt, ich sei jetzt so laut, alle derart auf mich fixiert, dass bei ihm keiner mehr die Pilze von der Kresse unterscheiden könne, wenn er überhaupt noch durchhalte, nicht schon vor diesem marktverpestenden Covidioten in die Nebenstraßen geflüchtet sei.

Vielleicht, fällt mir gerade ein, nehme ich sogar eine Bibel mit. Ein paar gute Sätze stehen ja drin, da suche ich mir einige raus. Für die schöne gotische Marienkapelle links von mir (ich werde, den Main und die Feste im Rücken, domaufwärts predigen) wie für die letzten anständigen Christen in der CSU, ihnen damit sowohl ein Gesprächs- wie Bündnisangebot zu übermitteln.

Wer dumm oder auch undumm guckt, den darf ich natürlich auch ansprechen und versuchen, in ein Gespräch zu verwickeln, vorausgesetzt, er hält Abstand. Das darf ich gemäß der Regeln des Anstandes, denjenigen nicht zu beleidigen oder zu bedrohen, allemal: jedenfalls ist mir noch kein Gesetz und nicht einmal eine kleinsöderische Kreisverordnung bekannt, die dies untersagte.

Packe ich es wirklich an (je mehr ich dazu schreibe und darüber nachdenke, umso mehr sehe ich meine weltweite Verantwortung in der Sache, werde also etwas nervös, ja fürchte gar Versagen), so ist wirklich von der Sohle bis zum Scheitel auch das Äußere noch genau zu bedenken, allzumal die Bilder aus Würzburg ja um die ganze Welt gehen sollten. (Wenn ich einen zum Filmen meiner Rede selbst lade, ist das noch keine Versammlung, selbst bei Zweien noch nicht.)

Verdammte Hacke, immerhin habe ich da mal das studiert, was man immer noch Sprachwissenschaft nennt. Ich liebe Würzburg.

 

 

 

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