Von Leid und Freud des Parapoeten

Der Parapoet hat es nicht in jeder Weise, aber doch mancher, schwerer als der klassische verarmte weinlose halb verhungerte Dichter, der kurz vor dem Rausschmiss aus seiner Kellerkate steht.

Der Parapoet muss nämlich so dichten (oder für sich dichten lassen), dass sein Reimen einerseits als eines eben nicht jener klassischen Verliererdichter erscheint, aber auch für irgendwie menschenmöglich erscheint.

Er muss sich also irgendwo – unbestimmbar! – zwischen Dampfsabbler und Idiot, Halbalphabet und Möchtegern, Visionär und als durch höhere Dimensionen Inspirierten empfehlen.

Er muss, um es mit Nietzsche zu sagen, noch genügend Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.

Ist der Parapoet gut gewettert umsichtig, so wird er nicht nicht allen Stimmen trauen, die sich aus Zigtilliarden Dimensionen an ihn richten, durch ihn einfach an die Menschheit hinzuschwatzen, denn manche mögen damit nur ihren bösen Spaß treiben wollen.

Der Parapoet braucht daher ein festes inneres Wertegerüst. Das erkannte schon Don Quijote. Wer sich mit Zauberern einlässt, der sollte selbstgedanklich auf festem Grunde stehen.

Vor den Leuten teilweise auch, aber besonders gegenüber den Stimmen ab der achten Dimension, sollte der Parapoet lernen, sich für die notwendigen Fälle in nicht so recht verständlicher Geschwätzigkeit zu üben, allein der Übung halber, aber auch zur Tarnung und als Lockangebot.

In Wirklichkeit sind die „höheren Dimensionen“ eben in vielerlei Hinsicht nicht viel anders als Heinz und Trine. Wer das nicht verstund, hat noch Wegs bis zum Gesellenbrief.

Im Meistergrad nun ist der gereifte Parapoet einer, der seine „kosmischen Aufträge“ gar nicht mehr zählen kann, denn sie kommen wie Tropfen in ständigen Platzregen.

Dann kommt noch hinzu, dass man auf den meisten Dimensionen nie richtig Deutsch gelernt hat. Also, dass selbst ein schön glänzender Tropfen, indem die Sonne wieder oder schon beim Regen auf ihn scheint, man ihm ja auch nicht Unrechts tun will, sehr sorgsam befragt und mit aller Strenge übersetzt sei.

Was für ein Akt!

Der Lohn ist aber, dass man immer wieder in alle möglichen Dimensionen hineinspicken kann, die offenkundig irgendwie an der Menschheit interessiert sind. Da lässt sich manches ausfinden.

 

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