Freiheitsfest wird so sicher wie in Merkels Schoß und unter Spahns Sack

Nun ist die Freiheitsdemo am Samstag in Berlin verboten worden, die hanebüchene Begründung und entsprechende Stellungnahmen dazu muss ich hier nicht zitieren.

Ich werde daher nicht als Demonstrant nach Berlin fahren, sondern als Tourist, gebucht habe ich schließlich schon. Ich bin gespannt, ob ich auf meinen Spaziergängen durch die Stadt irgendwo versprengte Gruppen von schlecht getarnten Demonstranten sehen werde, vielleicht sogar mit ein paar solchen unverbesserlichen Virusleugnern, Verschwörungstheoretikern, Reichsbürgern, abgedrehten Esoterikern und schwerst Rechtsextremen ein paar authentische Interviews führen kann, hier dann davon zu berichten.

Ich denke, Berlin wird am Wochende so leer sein wie tausend ausgesoffene Bierkästen oder ein weggekiffter alter Schuhkarton. Nicht einmal Einheimische werden sich auf den Straßen zeigen, man will ja nicht mal eben mit einem Demonstranten verwechselt werden. Denn wie will man nachweisen, dass man kein Demonstrant ist?

Das könnte mich natürlich auch treffen, aber immerhin habe ich diesen Blog und bin damit eben außer Tourist lediglich ein freier Berichterstatter.

Außerdem werde ich den gelangweilten Polizistinnen bei Kaiserwetter Blumenkränze winden, an ihre Kollegen Kaugummis verteilen, dabei immer Meterstab und Maske parat. Vielleicht traue ich mich auch, mit rosa Kreide ein paar Herzchen vor sie aufs Pflaster zu malen, das werde ich mir aber noch genau überlegen, denn die könnten doch irgendwie als etwas Demonstratives aufgefasst werden.

Daher werde ich auch schweren Herzens meine Alupickelhaube zuhause lassen, mittels derer ich die Leugner und Spinner und Rechtsextremen ärgern wollte, ebenso meine afrikanische Trommel, die zu demselben Vorsatze mitzunehmen in Planung gestanden.

Ein paar hundert dieser Chaoten, so sagen mir meine Quellen, werden wohl trotzdem kommen, die radikalsten und paranoidesten aller schwerst Rechtsextremen. Keine bessere Gelegenheit je, mal rauszubekommen, wer das eigentlich ist, das sagt mir auch mein Horoskop. Und aus dem Tarot zog ich dazu die Karten „Wissenschaft“ und „Kunst“…

Fünfhundert Polizisten auf einen abgedrehten, geistig minderbemittelten Chaoten, ich denke, das wird reichen, dass ich mich sicher und geborgen durch Berlin bewegen kann. Wie in Merkels Schoß und unter Spahns Sack sozusagen.


Zurück zum Ernst.

Vielleicht werden jetzt nur die Hälfte kommen, die das vorhatten, vielleicht wird man Busse abfangen, Züge anhalten, weil einer keine Maske trägt, womöglich schon an den Außengrenzen, vieles ist denkbar und möglich. Auf jeden Fall aber wird alles chaotischer und unübersichtlicher, als hätte man sich mit den Organisatoren koordiniert. Die Polizei werde „konsequent“ durchgreifen, wenn gegen das Verbot und zumal die Hygieneregeln verstoßen werde. Das politische Berlin schützt damit nicht die Stadt, sondern gefährdet sie in grob fahrlässiger, wenn nicht krimineller Weise.

Zudem kann die Antifa, können eingeschleuste Provokateure jetzt viel leichter Unheil anrichten, welches man dann der ganzen Demonstration zuschreiben kann (das letzte Mal gab es 45 verletzte Polizisten, die zwar auf das Konto der Antifa gingen, was aber von vielen Medien einfach auf die Großdemo, wo nichts passierte, gerechnet wurde). Einer Regierung, die systematisch Kinder quälen lässt und ganze Berufsgruppen ruiniert, jetzt auch noch jeden kriminalisiert, der ihr nicht genehm demonstriert, ist auch diesbezüglich alles zuzutrauen.

Derweil streut die Systempresse schon, es kursierten Gewaltaufrufe im Netz, und die wird es wohl auch geben. Fragt sich nur von wem.


Ich will hier keinem Angst machen, und ich sehe, wie andere jetzt schon vor Optimismus sprühen, meinen, das Verbot der Demo sei gar das Beste, was geschehen konnte. Da bin ich mir aber nicht so sicher. Seid vorsichtig.


Ich habe in den letzten Stunden mitbekommen, dass es wohl nicht einmal nur von U-Bootseiten her zahlreiche Aufrufe gibt, vor ausländische Botschaften zu ziehen, wohl vor allem die der Amis, Russen, Briten und Franzosen, von wegen Friedensvertrag, ja selbst die Absetzung der Merkelregierung auf diesem Wege zu fordern beziehungsweise zu erbetteln.

Was ist denn DAS an dieser Stelle für ein Schwachsinn?

Hier geht es, fortbestehendes Besatzungsunrecht hin oder her, um die gesundheitsschädlichen und wirtschaftsvernichtenden diktatorischen Maßnahmen unserer deutschen Regierungen und Behörden und Verwaltungen seit März. Wer das jetzt zersplittert, ist entweder üblen Willens oder erkennt die Zeichen der Stunde nicht. Trump wird nicht einreiten, und Putin auch nicht, und wer als „Patriot“ derlei feuchte Träume hat, der kann ja einstweilen in Ramstein und in Stuttgart bei Centcom eine zügige Wiederaufstockung von US-Besatzungstruppen fordern. 

 

Bisher 12 Kommentare

12 Antworten auf „Freiheitsfest wird so sicher wie in Merkels Schoß und unter Spahns Sack“

  1. @Magnus

    Auf Kaiserwetter hoffst du vergeblich und nach meiner Meinung wird diese ganze Demonstration ausgehen, wie das Hornberger Tuten. Gerade schrieb mir einer auf FB, (es geht um die Verschlechtbesserung des Facebook-Designs), daß er mir zustimmen würde, daß Design wichtig wäre, aber „im Angesicht einer Demonstration von Millionen für die Absetzung der Regierung“ eher unwichtig. Ich schrieb von kleinbürgerlichen Hanseln, von Stuttgarter S21-Berufsdemonstranten („Wenn das Demonstrieren zum Lebensinhalt berenteter Querulanten wird“), von Leuten, die in einen Diesel investiert hätten, von tumben Glatzen und massenhaft Agent Provocateurs vom Verfassungsschutz. Ja und natürlich die, die ein Recht auf Angestecktwerden einfordern und hoffentlich bald aus dem Genpool fallen…

    1. @ Erika

      Es gab vor allem im Zusammenhang mit dem Sturm auf den Reichstag Bemerkenswertes. Dazu muss ich erstmal durchforsten, was der Rest behauptet und schreibt.

  2. @ Magnus

    Ich hab da jemanden die Treppen hochrennen gesehen, der eine türkische Flagge schwenkte. Spätestens hier hört der „Spass“ für mich auf. Der war bestimmt kein Agént Provocateur des VS…

    Aber wie praktisch: Sicher wird bald eine streng bewachte, weiträumige, permanente „Bannmeile“ etabliert werden !

    1. @ Erika

      Ich muss mir noch sehr genau überlegen, was ich zur Sache sage. Zu einer Sache, derer ich zwar nicht bei der Erstürmung Augen- und Ohrenzeuge war, aber zuvor schon in der Nacht und am Morgen und noch in der Nacht danach. Mit vielen gesprochen, auch mit Polizisten. Die Sache stinkt zum Himmel. Immerhin haben das auch schon andere erkannt, die sich nur wunderten, weshalb ausgerechnet da, wo der Sturm angekündigt wurde, schon öfter, die entsprechende Klientel, nur drei Polizisten waren.
      An so viel Polizeidummheit jedenfalls ist nicht zu glauben. Absurd, das.
      So absurd, dass ich jetzt nicht gleich vorpresche.

      1. @ Erika

        Alles war wie eine Einladung, die dann pünktlich auch zum Sektanstoß gerufen, als nur die drei Hanseln dawaren, alle, die mittags noch mit zig Bussen an der nahen Straße standen, anscheinend abgezogen, es ging los, als die Polizisten unter den Linden schon recht relaxed begannen, mal ein Zigarettchen zu rauchen, ein paar schon in den Bussen dösten, als plötzlich das Brandenburger Tor gesperrt wurde, alsbald das ganze Regierungsviertel, vieles andere, bis spät in die Nacht. Überall Polizei, nur genau da nicht, an jenem so unschuldigen Ort, wo sie eben wundersamerweise nicht.
        Wenig zuvor hatte man von der Siegessäule aus gesehen vor dem Brandenburger Tor rechts noch eine ganze Reiterstaffel mit sechs Pferden und etwa fünfzig vollausgerüsteten Polizisten (Helm, Beinschoner, Schlagstock und der ganze Rest), um etwa dreißig Antifanten einzukreisen, die da, verspottet und verloren, etwas vor sich hinkrischen. Man hätte für jeden Hundehaufen genug Polizei gehabt, da die anderen mindestens viele Zigtausende ja gar keinen Ärger machten, nur für den Reichstag, den armen verlorenen Kerl, da hatte man leider keine Kräfte.
        Das ist jenseits von Fiktion und Satire, denn es war so. Mit allseits perfektem Aufzug. „Timing“ nennt man das wohl heutzutage.
        Bis zu diesem Punkt, ich ließ mich von Smartphonern dann auch über die etwa um halb Sieben eingegangenen Mediennachrichten informieren, gab es nichts außer mangelnden Abständen und einem Flaschenwurf auf die oder bei der russischen Botschaft. Deshalb waren alle, Polizei wie Demonstranten, da so glücklich und froh.
        Und dann, bams, mir sagte einer, der zu diesem Zeitpunkt vorort, es sei beim Abströmen aus der Hauptkundgebung (die mit der anderen organisatorisch nichts zu tun hatte) circa um Sechs über zwei Megafone von einer Frau und einem Mann verlautet worden, jetzt gehe es vor den Reichstag, die Polizisten dort hätten die Helme schon abgenommen. Worauf sich wohl noch einige dahinlocken ließen. Und die Polizei wundersam glücklich weiterpennte.
        Alles sieht nach genau geplant und ungehindert durchgeführt aus. Ich spare mir, wie gesagt, noch ein paar Geschichten, die ich erlebt habe, aber im einzelnen nicht allein beweisen kann.
        Um halb Sieben dachte ich, es war alles schön und sehr skurril, hast viele Eindrücke gewonnen, dich mit vielen interessanten Leuten unterhalten, alles geht jetzt ruhig zuende, ein Sieg für alle Besonnenen, und exakt da fängt der Rabatz an. Besser hätte man es nicht einfädeln können.
        Es stinkt zum Himmel. Es stinkt zu Boden. Es stinkt in alle Himmelsrichtungen. Es stinkt bis in den Äther, von diesem allesdurchdringenden Elemente bis in alle anderen.
        Schon in der Nacht zum Sonntag, so etwas nach Mitternacht, noch mit einem um neun des Abends zuvor kennengelernten jungen Mann unterwegs, wir saßen noch auf ein letztes Bier an der Spree, kam mir, wir wogen alles, wesentlich sah er es ähnlich, dass hier jedes Scharnier und jedes Zahnrädchen derart perfekt und wie bestellt ineinandergegriffen habe, wie es per Zufall schier nicht denkbar.
        Nachdem der junge Mann auf seine Bahn musste – der Hauptbahnhof war inzwischen nicht mehr streng eingangskontrolliert – , waren die Absperrungen gen Regierungsviertel zumindest auf der Fußgängerbrücke von da aus wieder gefallen, was mich, da ich auf meine Bahn noch sehr viel Zeit hatte, geradezu nochmal zum Reichstag einlud, alswelchen Weg ich dann auch einschlug. Da hatte ich dann noch ein sehr gutes Gespräch, als mit nur noch einem schweigenden Zivilisten daneben redend Letzter, indem der alerte Hauptpolizist mit zwei Berlinern noch etwas endfraternisiert, mir meinen kritischen Bericht, Scherze dazwischen, sehr freundlich und aufgeschlossen anhörte, und, indem ich ihn bat, das Vorgetragene bitte aufzuzeichnen, nur lachte, auf ein sehr professionell wirkendes Gerät an seiner unteren rechten Leibseite verwies, das ward plötzlich hellgelb erleuchtet, lachte und sagte: „Ich zeichne immer alles auf.“
        Dem Manne war das wohl zu glauben. Und so beschränkte ich mich nun auf die Bitte, er möge einen guten Gebrauch von dieser Aufnahme machen. Bei allem freundlichen Abschiede konnte ich es mir jedoch nicht verkneifen noch einmal zu sagen: „Die Sache stinkt.“
        Daraufhin sprach mich der letzte stille Mohikaner noch an. Eine etwas aufgebrachte Frage von ihm, eine indirekte Antwort im Gehen von mir, und da war wohl einige Zeit nichts mehr.
        Und in der Nacht zuvor war ich völlig ohne Vorwissen genau da hingeraten, bis zum Morgengrauen. Allein wohl drei Stunden unterhielt ich mich mit einem Brandenburger Waldwurz, der da grade in der Nähe. Die Reichsspezialisten meinten, am anderen Tage sei der Laden gekippt, man werde den Reichstag stürmen, das hielt ich für ziemlich gaga, wunderte mich aber da schon, weshalb man ausgerechnet die am Vorabend der Großdemonstration vor den Reichstag gelassen hatte, mit fetter Bühne. Und da waren um Mitternacht und später auch nur zwei Polizisten sichtbar. Wozu ich noch Scherze machte, ob die andern wohl etwa sonstwo versteckt seien. (Zu dem Zeitpunkt waren nur noch etwa dreißig leute da, aber es hätten jederzeit mehr werden können.)
        Das Ganze ist ein fast kosmisch-fraktales Quantenrätsel.
        Oder auch nicht.

        1. @ Erika

          Ich werde was sich hier entspann als Grundlage in einen eigenen Artikel überführen, bitte Dich darum, Deine Beiträge da direkt mit einbauen zu dürfen. Andernfalls verweise ich einfach auf diesen Strang, das geht auch.
          Diese Sache ist noch lange nicht gegessen.

  3. @ Magnus

    Ähnlich wie das (nach meiner Meinung clever konstruierte) Corona-Virus wird der Sachverhalt der „Reichstagsstürmung“ immer mysteriöser, aber, was ich lese, unterfüttert deine Vermutungen. Cabale kann man so eine Schmierenkomödie aber schwerlich nennen, auch wenn sie ein „Tentakel“ derselben sein sollte.

    https://www.focus.de/politik/deutschland/corona-demos-250-000-teilnehmer-jetzt-reagiert-konstanz-auf-querdenken-plaene_id_12372679.html

    (Was vollkommen Anderes: Bin durch Zufall auf so coole Musik gestossen unter dem Stichwort Tiki: Don Tiki…the forbidden sound of. Natürlich sollte man Cannabis zur Hand haben. Aber, die Musik ist so gut, daß man erst beim dritten Mal hören aufhorcht (Was immer ein Zeichen für Qusalität ist). Ich weiß jetzt aber gar nicht, wo ich bei dir musikalische Geheimtipps unterbringen kann. Also, auf youtube ist das ganze Album, lass dich auf ein abgehobenes und sehr entspanntes Musikspektakel ein….)

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