Berlin wird Welthauptstadt der Flaneure

Wird das abstruse Demonstrationsverbot fürs Wochenende nicht doch noch aufgehoben, so wird Berlin, das eigentlich so schon berühmt für seine Müssiggänger, zur Welthauptstadt der Flaneure und Spaziergänger, der Gemächlichen und Bummler, jener, die einfach Zeit dafür haben, die gute freie Berliner Luft zu genießen, dabei zu sehen und gesehen zu werden, vom Penner bis zum Bohemien, verkrachten Musiker oder Komödianten über den Bodybuilder und Punk und andere Beaus, entsprechend entspannte Miezen und Matronen und allerlei Weibsvolks dazu, und alle werden eine prima Zeit haben, weil die klugen Berliner wissen, dass ein selbst für die Hauptstadt außergewöhnlicher Bierumsatz anrollt.

In unseren Nachbarländern werden sich Legenden bilden, ja, geradezu Heiligengeschichten von äußerst entspannten Deutschen mit unzähligen Gästen von überallher, zu Berlin, und das, indem das für diese seltsamen Deutschen unter dem Motto Aufstehen gegen die eigene verlogene, ja verbrecherische Regierung läuft.

Wir werden in Berlin herumlümmeln, alle paar Schritte eine Glotz- und Relaxpause machen, uns viel Zeit auch noch für den seltsamsten Vogel nehmen, solange der nicht ausrastet oder nur immerzu die Szenerie zerbrabbelt, um mal zu gucken, welchen Schabernack gerade die heißblütigen Ösis ansetzen, die noch eher beim Kaffee sitzenden, langsamer auftauenden Niederländer zum Spaße aller etwas rauszureizen und sie anzuzobbeln, man könne ja mal gemeinsam den bösesten Berg Berlins besteigen, gut 58 Meter hoch, nämlich den Prenzlauer Berg, da ließe sich so mancher nette Straßenzug ergehen.

Jaja, so war das.

Und es geschahen noch viel mehr merkwürdige Dinge, indem ganz Berlin mitsamt allen Gästen aus aller Welt nur noch flanierte.

 

 

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