Mit Cicero nach Berlin

So, der Rucksack ist gepackt, bald geht es los zum Berliner Sightseeing, wohl zwangsläufig wie auch zur Berichterstattung auf eine oder mehrere der hundert bis fünftausend angemeldeten beziehungsweise genehmigten Demonstrationen.

Als Reiselektüre hole ich mir nachher noch die zweisprachige Ausgabe von „De officiis“ (etwa: „Vom rechtschaffenen Handeln“), dem Altmeister Marcus Tullius Cicero.

Da finde ich sicherlich noch einige treffliche Stellen für unsere abgedrehten Sozialhygienemeister und -minister in der Hauptstadt, Anregungen für demonstrationstaugliche Sprüche.

Meterstab dabei, stelle ich mich vielleicht auch mal vor ein paar Polizisten, lese ihnen einfach also deutlich wie gut vernehmlich daraus vor.

Nachtrag 15.19 h

Kurz vor dem Bus höre ich noch, dass das Demonstrationsverbot für die Querdenkendemos durch das Berliner Verwaltungsgericht, wenn auch noch nicht rechstkräftigerweise, aufgehoben sei. Der Innensenator will vor dem Oberverwaltungsgericht in Berufung gehen. Na denn.

 

 

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Berlin wird Welthauptstadt der Flaneure

Wird das abstruse Demonstrationsverbot fürs Wochenende nicht doch noch aufgehoben, so wird Berlin, das eigentlich so schon berühmt für seine Müssiggänger, zur Welthauptstadt der Flaneure und Spaziergänger, der Gemächlichen und Bummler, jener, die einfach Zeit dafür haben, die gute freie Berliner Luft zu genießen, dabei zu sehen und gesehen zu werden, vom Penner bis zum Bohemien, verkrachten Musiker oder Komödianten über den Bodybuilder und Punk und andere Beaus, entsprechend entspannte Miezen und Matronen und allerlei Weibsvolks dazu, und alle werden eine prima Zeit haben, weil die klugen Berliner wissen, dass ein selbst für die Hauptstadt außergewöhnlicher Bierumsatz anrollt.

In unseren Nachbarländern werden sich Legenden bilden, ja, geradezu Heiligengeschichten von äußerst entspannten Deutschen mit unzähligen Gästen von überallher, zu Berlin, und das, indem das für diese seltsamen Deutschen unter dem Motto Aufstehen gegen die eigene verlogene, ja verbrecherische Regierung läuft.

Wir werden in Berlin herumlümmeln, alle paar Schritte eine Glotz- und Relaxpause machen, uns viel Zeit auch noch für den seltsamsten Vogel nehmen, solange der nicht ausrastet oder nur immerzu die Szenerie zerbrabbelt, um mal zu gucken, welchen Schabernack gerade die heißblütigen Ösis ansetzen, die noch eher beim Kaffee sitzenden, langsamer auftauenden Niederländer zum Spaße aller etwas rauszureizen und sie anzuzobbeln, man könne ja mal gemeinsam den bösesten Berg Berlins besteigen, gut 58 Meter hoch, nämlich den Prenzlauer Berg, da ließe sich so mancher nette Straßenzug ergehen.

Jaja, so war das.

Und es geschahen noch viel mehr merkwürdige Dinge, indem ganz Berlin mitsamt allen Gästen aus aller Welt nur noch flanierte.

 

 

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Freiheitsfest wird so sicher wie in Merkels Schoß und unter Spahns Sack

Nun ist die Freiheitsdemo am Samstag in Berlin verboten worden, die hanebüchene Begründung und entsprechende Stellungnahmen dazu muss ich hier nicht zitieren.

Ich werde daher nicht als Demonstrant nach Berlin fahren, sondern als Tourist, gebucht habe ich schließlich schon. Ich bin gespannt, ob ich auf meinen Spaziergängen durch die Stadt irgendwo versprengte Gruppen von schlecht getarnten Demonstranten sehen werde, vielleicht sogar mit ein paar solchen unverbesserlichen Virusleugnern, Verschwörungstheoretikern, Reichsbürgern, abgedrehten Esoterikern und schwerst Rechtsextremen ein paar authentische Interviews führen kann, hier dann davon zu berichten.

Ich denke, Berlin wird am Wochende so leer sein wie tausend ausgesoffene Bierkästen oder ein weggekiffter alter Schuhkarton. Nicht einmal Einheimische werden sich auf den Straßen zeigen, man will ja nicht mal eben mit einem Demonstranten verwechselt werden. Denn wie will man nachweisen, dass man kein Demonstrant ist?

Das könnte mich natürlich auch treffen, aber immerhin habe ich diesen Blog und bin damit eben außer Tourist lediglich ein freier Berichterstatter.

Außerdem werde ich den gelangweilten Polizistinnen bei Kaiserwetter Blumenkränze winden, an ihre Kollegen Kaugummis verteilen, dabei immer Meterstab und Maske parat. Vielleicht traue ich mich auch, mit rosa Kreide ein paar Herzchen vor sie aufs Pflaster zu malen, das werde ich mir aber noch genau überlegen, denn die könnten doch irgendwie als etwas Demonstratives aufgefasst werden.

Daher werde ich auch schweren Herzens meine Alupickelhaube zuhause lassen, mittels derer ich die Leugner und Spinner und Rechtsextremen ärgern wollte, ebenso meine afrikanische Trommel, die zu demselben Vorsatze mitzunehmen in Planung gestanden.

Ein paar hundert dieser Chaoten, so sagen mir meine Quellen, werden wohl trotzdem kommen, die radikalsten und paranoidesten aller schwerst Rechtsextremen. Keine bessere Gelegenheit je, mal rauszubekommen, wer das eigentlich ist, das sagt mir auch mein Horoskop. Und aus dem Tarot zog ich dazu die Karten „Wissenschaft“ und „Kunst“…

Fünfhundert Polizisten auf einen abgedrehten, geistig minderbemittelten Chaoten, ich denke, das wird reichen, dass ich mich sicher und geborgen durch Berlin bewegen kann. Wie in Merkels Schoß und unter Spahns Sack sozusagen.


Zurück zum Ernst.

Vielleicht werden jetzt nur die Hälfte kommen, die das vorhatten, vielleicht wird man Busse abfangen, Züge anhalten, weil einer keine Maske trägt, womöglich schon an den Außengrenzen, vieles ist denkbar und möglich. Auf jeden Fall aber wird alles chaotischer und unübersichtlicher, als hätte man sich mit den Organisatoren koordiniert. Die Polizei werde „konsequent“ durchgreifen, wenn gegen das Verbot und zumal die Hygieneregeln verstoßen werde. Das politische Berlin schützt damit nicht die Stadt, sondern gefährdet sie in grob fahrlässiger, wenn nicht krimineller Weise.

Zudem kann die Antifa, können eingeschleuste Provokateure jetzt viel leichter Unheil anrichten, welches man dann der ganzen Demonstration zuschreiben kann (das letzte Mal gab es 45 verletzte Polizisten, die zwar auf das Konto der Antifa gingen, was aber von vielen Medien einfach auf die Großdemo, wo nichts passierte, gerechnet wurde). Einer Regierung, die systematisch Kinder quälen lässt und ganze Berufsgruppen ruiniert, jetzt auch noch jeden kriminalisiert, der ihr nicht genehm demonstriert, ist auch diesbezüglich alles zuzutrauen.

Derweil streut die Systempresse schon, es kursierten Gewaltaufrufe im Netz, und die wird es wohl auch geben. Fragt sich nur von wem.


Ich will hier keinem Angst machen, und ich sehe, wie andere jetzt schon vor Optimismus sprühen, meinen, das Verbot der Demo sei gar das Beste, was geschehen konnte. Da bin ich mir aber nicht so sicher. Seid vorsichtig.


Ich habe in den letzten Stunden mitbekommen, dass es wohl nicht einmal nur von U-Bootseiten her zahlreiche Aufrufe gibt, vor ausländische Botschaften zu ziehen, wohl vor allem die der Amis, Russen, Briten und Franzosen, von wegen Friedensvertrag, ja selbst die Absetzung der Merkelregierung auf diesem Wege zu fordern beziehungsweise zu erbetteln.

Was ist denn DAS an dieser Stelle für ein Schwachsinn?

Hier geht es, fortbestehendes Besatzungsunrecht hin oder her, um die gesundheitsschädlichen und wirtschaftsvernichtenden diktatorischen Maßnahmen unserer deutschen Regierungen und Behörden und Verwaltungen seit März. Wer das jetzt zersplittert, ist entweder üblen Willens oder erkennt die Zeichen der Stunde nicht. Trump wird nicht einreiten, und Putin auch nicht, und wer als „Patriot“ derlei feuchte Träume hat, der kann ja einstweilen in Ramstein und in Stuttgart bei Centcom eine zügige Wiederaufstockung von US-Besatzungstruppen fordern. 

 

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Und wieder eine schöne neue „Verschwörungstheorie“

Indem man bis vor Tagen immer noch sagte, der Coronaimpfstoff werde die Dinge endlich lösen, nur der, und nichts sonst, scheint man bei der WHO und anderen jetzt die Segel neu zu setzen.

Nein, selbst alles Impfen könne nicht entscheidend helfen, nur ein dauerhafter „hygienischer“ Umbau der Gesellschaft insgesamt, mit allen bekannten und am besten noch mehr Schikanen. Man löst also das Heilsversprechen Impfen plötzlich selber auf. Jedenfalls teilweise.

Zumindest der gewählte Zeitpunkt dafür nun erscheint merkwürdig. Man macht seine nicht vorhandenen versprochenen Impfstoffe ja nicht glaubwürdiger und attraktiver dadurch, dass man selbst sagt, die zögen die Wurst auch nicht vom Teller.

Traut man etwa den eigenen Impfstoffen nicht? (Der von den Russen kann nur scheiße sein, das ist schon klar. Wird er wohl auch sein, aber vielleicht weniger scheiße. Was besonders trist wäre.) Hat man etwa schon selber Angst davor, auch nur eine „klassische“ Impfung rauszugeben, geschweige denn eine neue genetische, weil niemand etwas davon hat, außer den Nebenwirkungen, also hauptsächlich Adjuvantienkotzen (in der Regel nimmt man als Wirkverstärker Aluminium, Squalen und die Quecksilberverbindung Thiomersal), allzuschnell rauskommen könnte, was für einen Sondermüll man da in die Leute spritzt?

Die (bald) produzierenden Firmen haben – bei diesen außergewöhnlichen Schnellverfahren der geplanten allgemeinen Zulassung durchaus verständlich, aber auch sonst üblich – sich meines Wissens in den entsprechenden Verträgen mit den Regierungen einen einhundertprozentigen Haftungsausschluss für eventuell durch die Impfungen entstehende Gesundheitsschäden ausbedungen. Die werden immer darauf verweisen können, dass die Regierungen auf Teufel komm raus besser gestern als heute schon ein bisschen getestet, egal welchen Impfstoff haben wollten.

Wer weiß, was für einen Murks (außer dem genetischen Zombiemurks) die derzeit an ihren Freiwilligengruppen (manche der „Freiwilligen“ mögen dabei um Wasser und Brot anstehen, hat man schon oft gemacht, vielleicht ist man diesmal etwas diskreter) testen, wie die schon rausgefunden haben wollen, dass die Impfung gegen dieses Virus wie auch allerlei mutierte Varianten helfen solle. Zu den ersten Nebenwirkungen ihrer Versuchskonkokte werden sie dabei vermutlich schon vorgestoßen sein, denn die gibt es gleich bis bald.

Vielleicht also sind es gewissermaßen Sachzwänge, ist es gar nicht der ursprünglich geplante trickreiche Fortgang der Verschwörung, sondern hat man inzwischen Angst vor der eigenen Impfkampagne.

 

 

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Jens Spahn beim Triumphzug durch Wuppertal

Vermutlich Jens Spahn, der maskierte Mann RECHTS, der Weltenretter, erfährt hier lautstarke Huldigungen vom Wuppertaler Volk. Die Frau, die gegen Ende des Clips am Hals gepackt und gehalten wird, weil ihre Begeisterung für unseren zartfühlenden öbersten Helden wohl doch  zu viel wird, ist zweifellos hellhäutig mit vielleicht sogar echten roten Haaren, weswegen es sich hier um keine Polizeigewalt gehandelt haben kann.

Und so bettelt denn das Wuppertaler Volk bis zuletzt, noch der abrauschenden Limousine hinterher, skandierend, der Virenjägerjens möchte es so bald als möglich und so oft als möglich wieder mit seinen Triumphzügen beehren.

So geht das, wenn ein Volk seine Führer liebt.


Jetzt mal im Ernst.

Ist der Spahn wirklich ein so harter Krieger, dass ihn die ganze Szene, dass diese jetzt schon „viral“ gegangen, gar nicht juckt? Denkt er gar bei sich „Viel Feind viel Ehr‘!“ – ? Freut sich also schon auf weitere Empfänge solcher Art, wenn die stolzen Bielefelder, Oldenburger, Münsteraner undsoweiter mit den Wuppertalern wenigstens gleichzuziehen trachten werden?

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Vielleicht freut er sich auch darüber, dass die Antifa jetzt hinter ihm stehen wird wie ein Mann. Die pestbegeisterten rechtsextremen Wuppertaler und den Rest künftig einfach so einschüchtert oder auch zusammenhaut, im Aufstande der Anständigen, mit Grünen, Gewerkschaftlern, BLM, Extionction Rebellion und Kinderschänderschützern, dass die ganze Republik sieht, wer das anständige und gesetzestreue Volk ist.


Das habe ich eben noch gefunden, es lohnt sich insgesamt: Masken sind zwar medizinisch für den Arsch, aber endlich und erst recht wird die Klimaabzocke von „höchsten Stellen“ (WHO, Bill Gates) direkt mit der Coronaabzocke in Verbindung gebracht. Und selbst absolut notwendige Mehrfachimpfungen aller werden an der Losung nichts ändern:  „Neue Normailtät“ hurra!

 

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USA: Neue Variante der Coronapanik – Lehrerfolter befürchtet

In den schönen USA schieben jetzt viele eine neue Variante der Coronapanik.

Die haben nämlich Angst vor einer ganz und gar unerwünschten Nebenwirkung der Coronamaßnahmen an den bald wieder mehr oder weniger öffnenden Schulen. Denn vielerorts ist geplant, den Unterricht für die zuhause bleiben Müssenden per Netz live zu übertragen. Was ja auf den ersten Blick recht harmlos und im Rahmen des gegebenen Wahns sogar sinnvoll wirkt.

Der Haken an der Sache: Eltern und andere Erwachsene könnten sich das interessiert anschauen, allein schon, um Kindern bessere Lernhilfe bieten zu können. Und da könnten sie dann endlich mitbekommen, wie die Lehrer schon Grundschüler in antiweißem Antirassismus unterrichten, was sie den zwangsmaskenversifften Kinderlein zu heilig Sankt Black Lives Matter erzählen undsoweiter.

Das zu sehen möchte viele Eltern empören, schlimmer noch, es möchte Wasser auf die Mühlen das orangefarbigen Satanas (ist Trump damit nicht bunt genug?) im Weißen Haus sein, eine absolute Horrorvorstellung, ist es doch oberste Direktive aller Guten und Gerechten, den im November mit Schimpf und Schande dort auszutreiben.

Nein, ich meine auch, so kann das nicht sein. Denn das wäre Lehrerfolter.

 

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Vom Fritzle und seiner Maske (II)

Das Fritzle, inzwischen der Fritz, lässt nicht locker.

Ob er denn mit mir auf die Antizombiedemo am Neunundzwanzigsten zu Berlin fahren dürfe, unter meiner rein offiziellen Aufsicht und Verantwortung für An- und Abreise. Ansonsten hätte ich mich sicherlich nicht um ihn zu kümmern. Er sei dann schon wieder rechtzeitig am Bahnsteig. Er sei mit elf Jahren noch deutlich Kind, und denen geschehe selbst in Berlin und über Nacht eher nichts.

Jetzt hat er mich natürlich ziemlich am Wickel, der Racker. Er weiß genau, dass Omi die Sache freigibt, wenn ich dafür geradestehe. Wenn ich ihm erzähle, was Elfjährige allein nicht dürften, lacht er mich aus, weil er Geschichten dazu von mir schon von viel jünger her kennt, wie es selbstverständlich, dass Kinder alleine auf die Gasse dürfen, vorausgesetzt, sie finden sich zu einem bestimmten Zeitpunkt irgendwo wieder ein.

Versuche ich dann zu sagen, heute seien die Zeiten eben anders, wird er mich ein Weichei und einen Verräter schimpfen, einen Früherwarallesbesserfeigling, der nur große Worte führt, aber genau da keinen Arsch, wenn überhaupt je einen, in der Hose hat, wo er selber behauptet, dass es jetzt zähle.

Ich werde ihn also mitnehmen, aber auch einen verträglichen Weg für die Sache finden müssen.

Was es außer meiner generellen Verantwortung in einer möglicherweise unabsehbaren Menschenmenge noch schwieriger macht, ist der vermutliche Unterhang an etwas älteren Jügendlichen, die ihm als Reibefläche dienen könnten, mich etwas zu entlasten: mit etwas Glück beißt sich Fritz in einigermaßen überschaubarer Nähe jeweils für eine Weile fest, und ich treffe hinreichend interessante Leute, dass er mir nicht wegstromert, und endlich merkt er, dass die coolsten Typen genau um den Magnus herum abhängen, oder auch der bei denen, egal, dazu noch, dass der Magnus selbst noch und auch unalkoholische Getränke klug vorgehalten, und am Schluss war es ein schönes Fest.

Soweit das Wunschdenken.

Ich habe keine Ahnung, was Fritz in Berlin vorhat. Er sieht nicht ohne Grund gewisse, möglicherweise spontan entstehende Chancen, selbstverständlich traue ich ihm zu, ein Interview zu geben, dass die Heide wackelt. Spektakel, das mag er. Possen und Streiche.

Ich schätze, er bereitet sich jetzt schon, indem ich noch nicht zugesagt habe, wissend, dass mir nichts anderes übrigbleibt, auf seine Möglichkeiten vor, überlegt genau, wie er mich einerseits bei Laune halten, andererseits aber ausfuchsen will.

Da nun aber glücklicherweise noch eine Woche bis Berlin, Fritz genausogut weiß wie ich, wie blöd es wäre, ginge es von unserer Seite her fahrlässig oder gar grob fahrlässig dumm aus, sehe ich unserer gemeinsamen Fahrt zum Freiheitsfest mit Freude entgegen.

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Vom Fritzle und seiner Maske

Das Fritzle hatte einen derart dicken Hals aufs Maske tragen, dass es in der Schule zwischen Atembeschwerden, undeutlichem Reden und Einschlafen auf der Bank auch immer irgendwie dafür sorgte, vor lauter maskenbedingter Scheppelichtheit stets einen Brombeersaft oder Kakao oder Dreckbatzen vom Spielen darauf landen zu haben.

Indem dies nun schon einen guten Teil der Klasse immer mehr belustigte, war Klassenlehrerin K. verständlicherweise nicht davon begeistert; irgendie musste sie ja den Stall zusammenhalten.

Ein erstes ernsthaftes Gespräch mit dem Fritzle aber brachte gar nichts. Das Fritzle sagte einfach, es habe sich schon immer mit irgendwas im Gesicht herumgewischt, jetzt sei alles noch viel stressiger, jetzt erst sehe man das, und umso mehr, weil alles so viel stressiger sei und es sich sowieso kaum noch konzentrieren könne, mit dem Atemstopfding.

Da man nun des Fritzles Eltern nicht damit drohen konnte, ihn kurzerhand in ein Heim zu verbringen, da das Fritzle seit dem frühen Tod seiner Eltern bei einem Autounfall bei seiner Oma lebte, der es ihr Ein und Alles war, zuckte man doch etwas zurück, denn einerseits wollte man das Fritzchen doch lieber nicht in einem Heim haben, wo dann womöglich der Bär steppen würde, andererseits hatte man Angst vor ihr, die noch lange keinen Rollator brauchte und ihren Knotenstock allenfalls dafür, um heftig an verschlossene Türen zu klopfen.

Also ward die Bezirksschulpsychologin auf das Fritzle angesetzt.

„Fritz, warum machst du das mit den Masken?“ „Was mache ich?“ „Du beschmierst sie mit Absicht.“ „Ich beschmiere sie nicht mit Absicht.“ „Doch. Sag mir warum.“ „Es ist wie ein Fluch.“ „Wie, ein Fluch?“ „Ja.“ „Erklär‘ mir das, worin besteht der Fluch?“ „Nun, sobald ich die Rotzmaske aufhabe, sammelt sich von innen der Rotz und ich kann kaum noch schnaufen. Dann kann ich gar nicht mehr anders, denn es juckt auch, als mir dauernd hinzufassen, das Ding wieder irgendwohin zu rücken, mir den Schweiß seitlich und drunter wegzuwischen, und so ist das Teil dann eben bald von außen so versifft wie von innen.“

Wir wissen noch nicht, wie die Geschichte fürs Fritzle danach ausgegangen ist, da sie hier erst so richtig anfing.

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Mein Großvater, der nicht Gustav hieß, hieß zwar Fritz, und also heißt mein jüngerer Bruder mit Zweitnamen, das echte Fritzle aber heißt rein zufällig so, es hat mit der Göller-Sauter-Dynastie meines Wissens blutsmäßig nichts zu tun, jedenfalls so weit die Ahnentafeln reichen.

Es ist ganz einfach: Das Fritzle wohnt in der Nachbarschaft, ich habe es aufwachsen sehen, und es fing schon bald an, mir Fragen zu stellen, die andere Kinder seines Alters noch nicht einmal an sich selbst hatten. Jetzt, da das Fritzle elf und anfangs der Siebten vom Gymmi, halten wir, zumal in dieser Lage, unsere Freundschaft natürlich so gut als möglich geheim, der Psychologin und der Schulbehörde weitere Anwendungen von Kindesmissbrauchswaffen nicht noch argumentativ zu erleichtern.

Das Fritzle ist blitzgescheit und von einer natürlichen wie bewusst noch dazugelernten Zähigkeit, dass ich mich vor ihm mit meinen 56 schon offen ob meiner vergleichsweisen Zagheit und Verweichlichung schämte, gerade im Zusammenhang mit der Maskenfolter, wo es, achwas, er ist jetzt der Fritz, an vorderster Front steht, indem ich lediglich hinter meinem Schreibtisch hervormeckere, und das noch mit angezogener Handbremse.

Aber der Fritz, da tat ich auch den Schwur, „Fritzle“ nur noch im Spaß und zu literarischen Zwecken von ihm, zu ihm, über ihn zu sagen, der hatte schon die Größe, zunächst noch ein Schokoladeneis für seine Maske einzufordern, um mir dann zu sagen: „Magnus, du hast mir beigebracht, wie ich bei einem Scheißlehrer im Aufsatz mit minimalem Aufwand eine Zwei schreibe. Dreisatz und Prozente, das hatten wir in zwei Stunden. Allerlei nützliche Sachen ratzfatz. Und doch bist du ein ziemlicher Jammerlappen. Fast, den Begriff habe ich für das Maskenschlachtending von dir, eine Art Merkellappen.“

Man erkennt den echten Freund daran, dass er einen zumal zu den wesentlichen Dingen und überdies entscheidenden Zeiten und Wegmarken nicht schont; so peinlich berührt ich also erstmal war, so stolz auch auf meinen Freund Fritz.

Und so ließ der dann auch nicht nach: „Am Ende versteckst du dich mit deinen sechsundfünfzig Krautherbsten noch hinter mir, deinem Diszipulus (ich riet ihm, und darob ist er gar nicht stinkig, tut höchstens mal so, in der Fünften Latein zu nehmen), machst aus mir noch das Werk, das du selber nicht zusammenbringst. Im übrigen bin ich dir dankbar, dass du von einem IQ-Test abgeraten hast. Du wolltest nicht, dass der Rest das Ergebnis sieht, du wolltest es selber nicht sehen, ich sollte es nicht sehen, damit ich nicht überschnappe. Außerdem wäre ich ganz ohne Übung vielleicht nur auf 160 gekommen, und das wollte ich mir auch nicht geben.“

Ich hielt erstmal den Atem an, versuchte Zeit zu gewinnen.

„Und, Magnus, stell dir mal vor, ich weiß, dass du schon damit begonnen hast, meine Geschichte auf deiner Seite einzustellen. Wogegen ich grundsätzlich nichts habe. Ich bitte dich lediglich um redliche Erzähltreue.“

Daraufhin besprachen wir noch ein paar interne Dinge und mögliche Strategeme, ich gelobte für meine Seite, wieder etwas mehr Mut und Entschlossenheit an den Tag zu legen, redliche Erzähltreue.

„Komm, Magnus, jetzt hast du dich so in Demut geübt, irgendwas Lehrerhaftes hast du dahinter versteckt, ich weiß es genau, also sag es.“

„Mathe und all das fällt dir einfach zu. Lerne mit deinem Latein gleichzeitig auch und vor allem noch und immer besser Deutsch. Englisch lernst du nebenher sowieso.“

Fritz lachte und schüttelte den Kopf, und wir verabschiedeten uns aufs nächste Mal, denn am Telefon besprechen wir uns ernsthaft lieber nicht.

 

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Köstliche neue „Verschwörungstheorien“

Inzwischen nimmt jenseits wie diesseits des Teiches die „Verschwörungstheorie“, die Demokraten wollten in Wirklichkeit gar nicht gegen Trump gewinnen, mächtig an Fahrt auf.

Dafür gibt es Gründe, und es werden immer mehr.

Denn wer sich schon am Kopfe kratzte, wieso man mit einem offenkundig demenzkranken Biden gegen Trump antritt, hat jetzt noch mehr Nagelfutter, indem die zumal durch ihr extremes, wenn nicht kriminelles Wirken als Generalstaatsanwältin von Kalifornien schwerst belastete Kamala Harris nunmehr zur Vize ausgerufen, was naheliegenderweise heißt, dass die bei einem Sieg wahrscheinlich bald die nicht direkt gewählte Präsidentin würde, weil Biden kaum die vier Jahre wird durchhalten können. Wenn man so will, ist Biden nur die die Galionsfigur des ganzen Unternehmens.

Und nun hat man sich noch einen Kalauer geleistet.

Elisabeth Warren, Ex-Kandidatin, die sich schon ihre Harvard-Laufbahn als eintausendvierundzwanzigstel Ureinwohnerin (Native American) ergaunert hat, trat nun starmäßig auf deren virtueller demokratischer Plattform auf, eine Dummfrechheit sondergleichen.

Derweil machen die demokratischen BürgermeisterInnen von Portland, Seattle, Chicago und New York (Minneapolis ist ganz im Arsch) alles, damit die Plünderungen und sonstigen gewaltsamen Übergriffe („protests“) in ihren Städten bloß nicht aufhören, und die ganze Parteiführung kennt kein Wort gegen BLM, und die Antifa ist für sie nur ein Gespenst, das Trumps Schergen erfunden haben.

Das ganze sieht aus alswie ein absurdes Theater, was aber auf seine Art sehr gut zum Jahr des größten Seuchenschwindels aller bekannten Zeiten irgendwie auch wieder passt.


Gestern Nacht frug mich ein alter Kämpe am Phon, weshalb die Demokraten jetzt ausgerechnet die Harris rausgesucht hätten, und indem ich rumeierte, wie es mir nur einfiel, frug er immer wieder, kehrte erbarmungslos zum Punkt zurück, den ich nicht erklären konnte.

Ja, klar, Biofrau, schwarz (in Wirklichkeit halbschwarz, aber, was soll’s), passables Aussehen, politische Erfahrung und korrupt bis ins Mark, einigermaßen beredt, wenn sie vorbereitet ist, durchsichtig das Ganze: Trotzdem spricht allzuviel gegen diese Wahl. Auf solchem Boden gedeihen „Verschwörungstheorien“ wie der wilde Hanf am Hindukusch.

Wohlgemerkt ist der erwähnte Gesprächspartner ein Trump-Befürworter durch und durch, hält insgesamt nicht viel von den geistigen Fähigkeiten auch führender Demokraten (was neben Biden auch anhand jener BürgermeisterInnen nicht verwunderlich), wunderte sich aber doch so, dass er sich nicht dem Frohlocken hingab, sondern ihn diese eine Frage wesentlich umtrieb.


Es geht sogar die „Verschwörungstheorie“, man wolle Biden kurz vor knapp aus dem Verkehr ziehen und dann mit dem Gespann Michael Obama und Killary Clinton in die Schlacht ziehen…

Wer Lust hat, sich dazu ein paar Amis zu geben:

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