Von Bildschirm August Fliegenfänger

Ich weiß nicht, wie es mit Ihrem Bildschirm ist, mein August aber dient mir seit gut zehn Jahren auch als ein bei jedem Lichte vortrefflicher Stubenfliegenfänger.

Oder besser als Stubenfliegenfalle. Schnell treffen und abklatschen muss ich das Viechzeug nämlich dann immer noch mit meiner aus Zeitung und Klebeband in liebevoller Handarbeit als Einzelanfertigung selbstgemachten Patsche.

Das ist wirklich geniale Ingenieurskunst vom Hersteller, dass die gemeine Stubenfliege meinen August so geil findet, dass sie gelegentlich sogar darauf fickt (leider treiben sie es nur zu Zweit). So habe ich mitten beim Schreiben, Lesen oder Glotzen jederzeit die Gelegenheit, zwischendrein einen Nervling nach dem anderen, Muckenseckel um Muckenseckel zu erledigen. Man übt dabei auch Multitasking, Zielgenauigkeit, Schnelligkeit, Jagdruhe: es ist nebenbei ein hervorragendes Hirnhälftentraining.

Ha, da ist schon wieder so ein sechsbeiniger Blödel, eben krabbelte der Verrecker noch grad zum Possen auf mir herum: Wetten, dass der bald am Bildschirm sitzt und ich ihn erwische? – Vielleicht braucht er es auch auf der Tastatur, oder, beim Abstieg, auf der Tischfläche davor.

Ja, ich gebe zu, dass ich meinen Bildschirm im Sommerhalbjahr dessenthalben mindestens so oft reinige wie im Winter, wo er zwar nicht mehr von Stubenfliegen, aber dafür mehr von Holz- und Hausstaub besatzt.

Da all das keiner mitkriegt, die Methode äußerst effektiv, ich keine Bildschirme noch auch Tastaturen oder Tische zu essen pflege, werde ich sie solange anwenden, bis dass ich mir eine bequemere und ökologischere Plagenabwehr erfunden.

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