Schach ist edel

Die Bauern, bekanntlich Seele des Schachspiels, sind auf ihren acht heiligen Linien bis zur achten Reihe derart furchtlose Kämpfer, dass jeder von ihnen einen Heldennamen trägt.

Als Bauern (wobei schwarze Leben immer schon zählten!) heißen sie Anton, Bertie, Carlo, Donald, Eddie, Freddy, Gerald und Harry.

Wer lieber mit Bäuerinnen spielt, zieht Annie, Berta, Carla, Dana, Edda, Fiona, Gunda und Hannah.

Nichtbinäre schicken Anum, Bertrum, Carlum, Danum, Eddum, Fionum, Gundum und Hannum in die Schlacht. 

Das Schönste dabei: Die anfangs ziemlich marginalisierten Antone und Hannahs hat man später besonders gern, indem sie auf ihrer Außenseiterspur unbeirrt ihre Bahn bis hin zu beliebiger Geschlechtsumwandlung ziehen.

Schach ist ein überaus gerechtes und mitfühlendes Spiel. Der König ist ein feiger Trottel, die Dame hat am Brett alles Sagen. Insofern ist es auch für eine moderne, aufgeklärte Kindeserziehung sehr hilfreich.

Bisher 11 Kommentare

11 Antworten auf „Schach ist edel“

  1. Sehr geehrte Denkinteressierte!

    Ich spiele mit: Annie, Bertie, Carlo, Donald, Edda, Fiona, Gunda und Harry.
    Altersspektrum: 7 bis 77 Jahre
    Berufe: 1 Ingenieurin, 1 Reinemachperson (…frau darf man ja nicht sagen) – Korrektur: 1 Reinemachefrau, 1 Wirtschaftspädagoge, 1 Reiki-Lehrerin, 1 Sprachphilosoph, einem 12-jährigen Kreativling und Lebenskünstler, 1 Gesundheitsberater, 1 Berufskraftfahrerin, 1 Bauer
    Motto: WIR halten zusammen! und „FAIR ist mehr!
    Elfmeter schießt das Team-Mitglied, das sich zu diesem Zeitpunkt berufen dafür fühlt.
    16 Figuren sind dunkelschwarz oder 16 hellschwarz oder 16 hellweiß oder 16 dunkelweiß. Bitte jeweils nur ein Set pro Spiel und Nase auswählen.
    Ich plädiere für eine Schach-MATTe auf der man auch draußen oder wahlweise outdoor spielen könnte.
    So! Jetzt möchte ich die Namen für König und Dame zur Diskussion stellen.
    … wie heißt das noch beim Schach?
    Gutes Spiel !
    Hals- und Beinbruch !
    Petri Heil !
    Glück auf !
    oder etwa „Denk fit !“

    Mit schachrudimentären Grüßen und
    Grüßen aus der schachbundesligaerfahrenen Stadt Marktheidenfeld
    Stefan Ehrl

    1. @ Stefan Ehrl

      Sie sind ein echter Modernist mit BäuerInnen-Gendermaß. Sehr schön symmetrisch, mit je einer weiblichen und männlichen RandbäuerIn.
      Es müsste bei Ihrer Aufstellung aber eine feste Umwandlungsquote von mindestens 50% für die Bäuerinnen geben. Also, dass immer zuerst nur eine bis vier Bäuerinnen umgewandelt werden können, jeweils nach einer Bäuerin höchstens ein Bauer.
      Das wäre besonders im Schulschach vonnöten (das gibt es durchaus, ich war in Stuttgart da mal einige Wochen tätig), denn ich kann mir kaum vorstellen, dass es anders noch Fördergelder gäbe, um die TrainerInnen pro Stunde gerechnet etwa halb so gut bezahlen zu können wie etwa StudienassessorInnen. Eltern wie die GleichstellungsbeautragtInnen ließen es anders niemals mehr durchgehen, manche SchülerInnen möchten sich gar zu friedlichen antibrettfaschistischen Protestaktionen genötigt sehen, indem sie kaputtmachen, was sie kaputt macht. Hurra hurra die Schule brennt!
      Auch sonst ist einiges anzupassen. Denn was lernt bisher das Kind? – Richtig: dass rääächts unten am Brett immer ein WEISSES Feld sein soll. Rassismus also auch hier. Black Squares Matter!
      Es gibt nun zwar Vorschläge, das Problem mit dem weißen Rassismus (wie beim weißen Eröffnungsvorteil) gewissermaßen chinesisch zu lösen, also, dass man wie bei Yin und Yang auf jedes weiße Feld einen schwarzen Tupfen setzt und umgekehrt. Vielleicht war Salomo in Wirklichkeit Chinese. Ob es das reißen könnte?
      Man könnte natürlich auch auf lauter gelben Feldern (man sieht ja auch so, ob die Annie noch auf a4 oder schon auf a5 steht), mit roten und grünen Figuren spielen.
      Jedenfalls bewegt sich endlich auch im Schach was.

      1. … ich habe das ja konzipiert, um Ungleichsteller und Rassisten zu outen. – Wenn ich also ab jetzt mit jemanden Schach spiele, werde ich mich darauf fokussieren, ob ersie unbedingt mit WEISS spielen möchte, ob er eher eine Bäuerin als einen Bauern opfert, etc. … und überhaupt wer Schach spielt ist politisch verdächtig, da er oder sie o d e r sie oder er offenkundig nicht bereit ist, das DENKEN aufzugeben. Also AUFGEPASST !

  2. … wie konnte es nur so lange dauern, bis ich auf die e i n z i g richtige Lösung gekommen bin. Ich eigenschäme mich. Ist ja klar, die Lösung ist: alle 32 Figuren sind im selben Grünton auf den Feldern, die wiederum in dem Figuren-Grünton gehalten sind. … und überhaupt unterschiedliche Figuren … das sollte nicht mal im Ansatz angesonnen werden. Sollte ich auch noch erwähnen, was ohnehin glasklar ist, nämlich dass das Schachbrett vergrößert werden wird? Und überhaupt: Welcher Gesundheitsgefährder, ich sage absichtlich nicht Gesundheitsgefährderin, spielt derzeit Schach, ohne den Mindestabstand von 1,50 m zwischen den Figuren einzuhalten?

    1. @ Stefan Ehrl

      Erstmal danke für Ihre trefflichen Erwägungen zum Neuen Schachspiele. Was das einfarbige Brett und die Figuren anlangt, so ist Ihre vollgrüne Lösung mit immer größer werdendem Brett vielleicht eleganter als meine (bzw. die eines Freundes, mit dem ich gestern Abend die Problematik besprach) vollschwarze. (Siehe dazu den Artikel „Vom Neuen Schachspiele von heute Nacht).
      Man könnte es nun für Telepathie halten, dass wir alle praktisch gleichzeitig zur gleichen grundsätzlichen Lösung kamen, doch ist das morphogenetische Feld inzwischen so stark, dass wir keinen derart zweifeflhaften Erklärungsansatz hierfür brauchen. Die Sache nimmt jetzt offenkundig richtig Fahrt auf.

  3. @Magnus

    Sorry, das zweidimensionale Schachspiel hat mich (Weil pathologische Schachspieler tausende von Zügen bereits durchdacht haben) aus verständlichen Gründen nur gelangweilt. Ich kann gar nicht schildern, wie viel Schachbrettidioten ich schon kennen lernen musste. Allen war gemeinsam, daß sie nicht im Ansatz so helle waren, wie sie sich einschätzten. Ich spiele gerne Drei-Dimensionales-Schach mit einer „X“-Variante (die menschlischen Spinner-Koryphähe) und manchmal lungere ich mich sogar in 4-Dimensionale-Bereiche vor. Frag mich aber bitte nicht, wie das geht. Das ist eher so ein ganzheitlich holistisches Prozedere…da musste schon beliebt sein, bei den Göttern und das bedeutet das Gegenteil von „einfach“

    1. @ Erika

      Man schätzt die möglichen Schachpartien auf zehn hoch hundertzwanzig. Da spielt es wenig dimensionale Rolle, dass das Spiel auf einem winzigen flachen Brett auf nur 64 Feldern mit lediglich 32 Figuren, nur je immer genau definierten drei gleich aufgestellten paarweisen, zwei besonderen und acht mit den gleichen niedrigsten Zug- und Schlagrechten angesetzt. Man kann es übrigens auch ohne Brett spielen, selbst ich habe das schon hingekriegt.
      Deshalb bildet Schach natürlich noch lange nicht das Leben ab. Im echten Leben ändern sich die Regeln ständig, es gibt fast immer mehrere mehr oder weniger besoffene oder auch nicht besoffene Spieler, die sich nicht einmal an die Regeln halten, die gerade gelten sollten und oft auch noch bestens damit davonkommen.

      Welcher weltweit verbreitete Sport sonst steht so zwischen Spiel, Wissenschaft und Kunst?

      Ja, die nervigen Schachsimpel, die gibt es auch, die geben im Sport aber nicht den Ton an. Schau dir morgen mal das Chess Legends Turnier auf YouTube an, kommentiert von einem usbekischen Russen, einem deutschen Hanseaten, beide Großmeister, dazu die Inderin, alle miteinander auf Englisch, was Du ja auch gut kannst, und dann überlege dir mal auf welchem Niveau andere Sportarten vermutlich für wen kommentiert werden. Da musst Du oft nicht einmal viel von der Lage auf dem Brett verstehen, um allein an ihren Späßen dazugewinnen zu können.
      Sehr jovialer Umgang der Leute miteinander. Skurrile Typen ohne Ende. Anekdoten und psychologische wie philosophische Betrachtungen oft aus der Hand abgefeuert dazu. Bislang ist noch nicht einmal der Umgang zwischen Männern und Frauen irgendwie vergiftet. Man hat es geschafft, mindestens diesbezüglich, die Wahnsinnigen draußenzuhalten. So gesehen ist es, wie als ob es überall auf der Welt verstreut Oasen und Refugien und Wehrdörfer undsoweiter gäbe, wo man sich ohne solchen Unfug einer ebenso unterhaltsamen wie ernsthaften und gegebenenfalls auch überaus anstrengenden Befassung befreit widmen kann, billiger und unbehelligter von Unräten als sonstwo, an jederzeit auffindbaren Jungbrunnen und lustigen Erfrischungen des Geistes.

      Und, Dir als Kunstsensible, selbst unter den Besten aller Zeiten gab es im Schach immer besondere charakteristische Stile, wobei man sich beim derzeitigen Weltmeister noch nicht ganz eins, außer, dass er fast alles spielt und ausprobiert und kann, in Endspielen ein veritables Monster ist. Wie es weitergeht, das weiß noch keiner. Schließlich ist er erst knapp dreißig und erst seit einigen Jahren Weltmeister, wobei er zweimal nur ganz knapp mit dem Arsch davonkam, bei der Verteidigung des Titels. Sonst aber seit langem fast stets überragend, in allen Zeitrechnungen (klassisch, schnell, blitz), nur einer steht gerade in der Blitzweltrangliste vor ihm, ein sehr kregler US-Boy japanischer Abstammung namens Nakamura, der inzwischen mit grellen Livestreams gutes Geld verdient, vollauf Rock und Musik, die Dir reinlaufen könnte.
      Die Topleute – selbst noch die ein ganzes Stück unterhalb – haben dazu ein Gedächtnis, dass der gute alte indische oder afrikanische Elefant sich daran lieber nicht messen und lieber in seinen Wald zurückverziehen sollte, womit ich vermute, dass die eher nicht von Alzheimer betroffen sein werden. Weshalb ja die Firma Merck dort auch schon Werbung macht. Ja, Merck, die Pillendreher. Kannste Dir mal reinziehen, was die da in den Pausen verzapfen, von wegen Hirntraining und so. (Schau meine letzten Schachartikel an, ich ging darauf schon ein, auch auf die schweizer Privatbank, die jetzt im Sinne von Cybererziehung dabei.)

      Achja, Du kannst Dich unter den Spitzenspielerinnen auch mal umschauen, ob da nur lauter unansehnliche, reichlich verwahrloste und gestörte Schabracken anzusehen. Für mich ist das weder ästhetisch noch geistig der Bodensatz des planetaren weiblichen Angebots. Schach macht offenkundig auch dem Weibe nicht unbedingt Runzeln und noch anderes, was ich hier jetzt nicht erwähne.

      Und, ja, extra noch, im Schach gibt es echte Veteranen, jetzt spielen 6 im erwähnten Online-Turnier höchster Güte, die „Legenden“ sind zwischen 41 und 52 Jahren alt und vermögen, noch viel weniger an das coronabedingte, teils störanfällige, fast unmenschliche, für sie noch viel weniger gewohnte Online-Schnellformat, mit all den Scheißrechnern und allem Geraffel, die jüngsten Besten (4) noch recht gut auf Trab zu halten, oft genug haben sie sie im Grunde immer noch überspielt, scheiterten am Schluss in Zeitnot am Ungewohnten.
      Da will ich doch mal den Basketballstar sehen, der dreißig Jahre in der Weltspitze war (wie der Inder Anand, jetzt noch dort), und er hat zwar grade ein schlechtes Turnier, die Mitt- und Endzwanziger brauchen aber alles, an ihm irgendwie vorbeizukommen. Achso: Exweltmeister Lasker belegte mit über siebzig – ich denke, es war in den Dreißigern in London, alle Besten waren da – auf einem langen zähen Turnier nur arschknapp hinter dem Sieger den dritten Platz, ganz einfach, weil er in schwere Geldnot geraten, das Turnier gut dotiert war. (So sagt man jedenfalls. Das mit dem Turniererfolg stimmt definitiv.)
      Oh, ich merke gerade, dass ich mich schon ein Stück weit in die Nacht hineingeschrieben habe, habe es also jetzt erstmal sein Bewenden.
      LG
      Magnus

      1. Sehr geehrter Herr Göller,
        das ist die genialste Idee, die ich an einem Mittwoch, 29. Juli 2020 um 6:38 Uhr je hatte: Ich dokumentiere das hier aus urheberrechtlichen Gründen für die EWIGkeit: Um die Denkflexibiliät zu steigern, werden die Figuren beidseitig mit einer anderen als der üblichen Startformation aufgestellt. – Für Glücksspieler könnte man das so arrangieren, dass die Startformation ausgelost wird und dadurch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine jeweils andere herauskommt. – Dieser Gedanke wird dieses edle Spiel in einem noch nie gekannten Ausmaß evolutionieren !
        Diese Idee wartet auf die Ver-MARK-tung: Wir werden hierfür rot-blaue Schachbretter produzieren. Den Figuren werden wir anderes Aussehen verleihen – der Turm wird ein …, das Pferd ein Grashüpfer usf. … Die Laufmöglichkeiten bleiben gleich, oder nicht?
        PS: Wegen des des erwarteten Wertefall des Euros habe ich wohlweislich auf eine Ver-EURO-rung verzichtet.
        Mit DENKfreudigen Grüßen
        Stefan Ehrl

  4. Selbstlektorierung:
    PS: Wegen des zu erwartenden Wertefalls des Euros habe ich wohlweislich auf eine Ver-EURO-rung verzichtet.
    Mit DENKfreudigen Grüßen
    wahlweise:
    PS: Wegen des erwarteten Wertefall des Euros habe ich wohlweislich auf eine Ver-EURO-rung verzichtet.
    Mit DENKfreudigen Grüßen

    1. @ Stefan Ehrl

      Der jüdische „Antisemit“ Bobby Fischer dachte zwar noch nicht an einfarbige oder rgenbogenbunte, sich stets vergrößernde Bretter, chamäleonartige Figuren in Farbe, transmorph in Rasse, Art, Gattung, Stamm und Größe, ebenso Zugfähigkeiten, erfand aber immerhin schon „Fischer Random“, oder auch „Schach 960“, wo die Bauern stehen wie sonst, die Figuren (wie sonst) einander in der Ausgangsposition symmetrisch gegenüber (unten rääächts ist immer noch ein weißes Feld!), aber beliebig vertauscht, so dass sich 960 mögliche Grundstellungen ergeben.
      Hat dies nun, indem der asoziale, diskrimierende Vorteil von Eröffnungswissen damit durch 960 geteilt wurde, zu mehr Inklusion geführt?
      Keinesweges. Schließlich hat Fischer die sonstigen Regeln (bis auf eine notwendige Anpassung der Rochaderegel) so faschistisch-diktatorisch undemokratisch belassen wie je. Also haben sich die Verhältnisse zwischen Herrscherkaste und Unterdrückten praktisch nicht verschoben (böse Zungen behaupten, das sei auch gar nicht Fischers Absicht gewesen).
      Es macht natürlich keinen großen Unterschied, allzumal, sollten die geschätzten möglichen Schachpartien nicht mehr nur zehn hoch hundertzwanzig betragen, sondern jetzt zehn hoch hundertzweiundzwanzig, oder so. Das merkt nämlich kein Mensch, bisher noch nicht einmal eine Maschine. Vielleicht merkt es eine in zehn hoch hundert fünfzig oder schon hoch dreißig Jahren.
      Ich schwiff etwas ab.
      Ohne eine totale Demokratisierung des Spiels wird Schach das Herrschaftsinstrument der Unterdrücker bleiben wie je. Es wird über jeden Zug abgestimmt: Der eigentliche Spieler hat ein demokratisch begrenztes Vorschlagsrecht und zudem das Recht, per Abstimmung etwa die Mattsetzberechtigung des Gegners für zehn Züge aussetzen zu lassen, ebenso Bauernumwandlung, Figurenschlagen usw.
      Jetzt fängt gleich die neunte und letzte Runde der Vorrunde der Legends of Chess an.
      Mich ruft jetzt daher die Recherche.

      Einstweilen vielen Dank für den herrschaftsfreien Diskurs.

      1. Nach einigen Armageddonen
        Keiner durft‘ den andern schonen
        War da eine chinesische Kabale?
        Sind nun Magnus, Ian, Anish und Pjotr im Halbfinale

        Dem armen Ding dem Chinesen
        Der durchaus Mitfavorit gewesen
        Fiel fünfmal die Verbindung
        Damit, ach
        Auch sein Schach.

        Hat er Falsches gefragt
        Oder gar gesagt
        Flugs am Knopfe Hung und Ling?

        Schluss mit der Poeterei. Ding Lirens „VPN“ fiel mehrfach aus, also, dass er das Spiel verloren hatte. Er, der sowieso besonders benachteiligt war, weil die Spiele für ihn um Mitternacht begannen (Corona gibt es den Chinesen).
        Als seit Jahren bester Spieler der aufstrebenden Schachszene Chinas erging es ihm schon schlecht, als er vor dem beginnenden und schließlich auf den Sankt Nimmerleinstag abgebrochenen Kandidatenturnier 2020 zu Jekaterinburg erstmal in Sibirien in Quarantäne musste, im Winter, bis ihm schon etwas der Reis ausgegenagen war.
        Nun frage ich mich, weshalb einem so prominenten Spitzensportler, Stolz der Volksrepublik, bei DEM Weltereignis des derzeitigen Schachsports, Tag für Tag zur rechten Zeit sein Netz aufgibt. Ist China so rückständig? Niemand konnte da helfen? Sehr schräg, das.
        Selbstverständlich wunderten sich die Kommentatoren ein wenig über Dings Probleme, immerhin fiel auch der Hinweis auf das allgemeine Netz- und Netzzensurwesen in diesem Staate, dem wir darin jetzt nacheifern (der letzte Halbsatz ist von mir), ansonsten hielt man sich aber wohlweislich zurück. Vielleicht auch intuitiv, um Ding im Falle nicht noch mehr zu gefährden. Zu mehr oder weniger offenen „Verschwöungstheorien“ (welche KP ist heute noch zu einer Verschwörung fähig?) kam es jedenfalls nicht, doch blieb ein schaler Geschmack auch schon aus rein sportlichen Gründen zurück.
        Nun, Magnus und Pjotr, Jan und Anish, die werden vermutlich von Norwegen und Russland aus spielen, beziehungsweise von Russland aus sowie den Niederlanden.
        Da sind wir doch guter Dinge, dass die ein stabiles Netz ohne irgendwelche Loser-VPNs haben werden, womit zwar das Verklicken („mouseslip“), das am Brett so gut nie passiert (jedenfalls solchen Leuten vor dreißig Vodka Sour), noch nicht ausgeräumt, dass wir im Rest des vorletzten Großturniers dieses Jahres vermutlich keine chinesischen Tragödien mehr sehen müssen, eine Art der Würze, auf die alle gerne verzichten können.
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        OK. Ich habe hier was angedeutet. Zwar nur ob aller Merkwürdigkeit als Möglichkeit, als möglichen Anfangsverdacht sozusagen, und ich weiß, dass das gegenüber der Kommunistischen Partei Chinas reichlich ungebührlich war, zumal ohne jeden Beweis, einfach ausgestreut, denn die kennt nicht einmal mehr die Bedeutung der Wörter Lüge, Unterdrückung und Täuschung, da Mao sie abgeschafft hat. Und zwar gründlich.
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        So viel Zufall, gepaart mit völliger Unfähigkeit eines Ding, das ist schlicht extrem unwahrscheinlich. Vielleicht hat Ding nicht einmal was gemacht, sondern man wollte nur jedem zeigen, was man jederzeit auch mit so einem macht, machen kann, wenn einem gerade danach ist.
        Jedenfalls, dass ausgerechnet Ding, indem chinesische Behörden und Unternehmen stabiles Netz auch in die ganze Welt haben, das nicht (hin-)bekommt, wer erklärt mir das?

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