Solidarität mit Black Lives Matter!

Ich habe mir eben mal Gedanken gemacht, wie man sich vom weißen Vorstandsvorsitzenden bis hin zum weißen Antifanten wirklich glaubwürdig solidarisch mit Black Lives Matter zeigen könne, und diese Idee traf mich alswie ein bunter Blitz: Alle geben alles zur Plünderung frei, alles. Ihre Wohnungen, egal ob selber oder vom Staat bezahlt, ihre Landsitze, ihre Warenhäuser, Fabriken, einfach alles.

Nach spätestens zwei Wochen ist nichts mehr da, der Strom fällt aus, eine zeitlang hallen Schüsse durch die Nacht, endlich wird alles friedlich wieder aufgebaut, und dabei sind zehn Prozent Schuld abgetragen. Das macht man alle fünf Jahre so, schneller geht es nicht, den Plünderern wieder lohnenswerte Güter zu bieten, so ist man, wenn man morgen anfängt, schon in 45 Jahren durch.

Vielleicht sollte man aber auch nur gewisse Gebiete zu gewissen Zeiten zum Plündern freigeben. So machen es sehr angesehene Bürgermeister in den USA. Im Grunde mit derselben Strategie: Wo alles ausgeplündert ist, hört auch die Plünderei auf. War schon im Altertum, war bei Julius Cäsar so, wenn er seine Soldaten plündern ließ.

„Oh heiliger Sankt Florian, verschon‘ mein Haus, zünd‘ andre an!“ – Im erweiterten Sinne nach diesem guten alten Motto, der Mob wird weiterziehen. (Zu Römerzeiten werden in Gallien, ob aus Furcht vor Cäsar oder Vercingetorix, einerlei, viele ihre Gehöfte lieber gleich selber angezündet haben, so eher noch etwas Vieh und ein paar Sachen in Sicherheit zu bringen, denn wenn die jeweilige Soldateska die Sache vornähme.)

Verbrannte Erde. Man lese den Gallischen Krieg dazu. Hauptsache der Feind findet kein Getreide, kein Vieh. Man verwüstet die eigenen Felder, egal, wie viele dann von den eigenen Leuten verhungern. Hauptsache, die Römer haben nichts zu fressen. Zieht sich durch das ganze Buch. Und wird am Ende sogar entscheidend. Denn Vercingetorix hat sich verrechnet, ihm geht das Getreide zuerst aus, und die Entsatztruppen sind eben auch nicht entschlossen genug, Cäsars Belagerungsring um Alesia von außen zu durchbrechen. Alle Felder umsonst verwüstet, alle eigenen Städte und Dörfer umsonst in Brand gesetzt, der Held.

Immerhin, da ja bisher nur recht wenige Gebäude in Minneapolis oder Chicako oder sonstwo an den heiteren Bürgerrechtsplätzen in Flammen aufgegangen sind, viele Ladenlokale und sicherlich auch schon Wohnungen frei, ist jetzt die Zeit, sich da zum Schnäppchenpreis einzumieten oder wenigstens ernsthafte Verhandlungen mit dem Vermieter zu führen, so gesehen ein Sozialprogramm für die unteren Schichten, die jetzt viel weniger für ihren Lebensunterhalt brauchen. Im Handumdrehen kostet eine Zweizimmerwohnung nur mehr hundert Dollar im Monat. Allerdings, in Minneapolis zumal wird es im Winter arschkalt, manchmal sibiriakisch kalt, man sollte also schon darauf achten, wie das mit den Installationen noch bestellt ist. Achwas, der Happy Antifa Camper hat seinen Daunenschlafsack und taut sich das Wasser ab Dezember bis März mit seinem Solarmodul auf.

In der Tat ist es auch so, dass man da, wo alle nichts oder fast nichts haben, kaum je Polizei braucht. Unter echten Obdachlosen gibt es kaum Fälle von Gewalt. Insofern wäre es doch besser, die Häuser alle abzubrennen, keiner hat mehr Strom oder fließend Wasser, es gibt so viele angekokelte Gemäuer, dass die für alle reichen, es keinen Grund gibt, sich da quadratmeterweise drum zu streiten.

Einmal am Tag kommen die städtischen Trinkwasserlaster, kommen die Suppenküchen und kommt die Brotausgabe. Endlich sind alle mehr oder weniger gleich.

Es kommen aber auch andere Laster, die meisten morgens um fünf oder sechs. Die nehmen illegal, aber von der Stadtverwaltung geduldet, Tagelöhner mit, wie die aussehen, ist denen scheißegal, man kann in zehn Stunden Knochenarbeit schon mal zwanzig oder gar dreißig Dollar verdienen. Und damit in den Außenbezirken, wo es noch reguläre Geschäfte gibt, Luxusgüter einkaufen.

Immerhin gibt es Brauchwasser an diversen Zapfstellen (im Winter natürlich nicht), so dass die Dachhanfzüchter mit ihren Pflanzen über den Sommer kommen, mehr schlecht als recht, schließlich will jeder was davon haben, zudem ist die außerstädtische Konkurrenz, die ja viel bequemer anbauen kann, fast erdrückend.

Die Leute leben etwa wie in Berlin 1946, aber es sind fröhliche Gesichter dabei. Nirgendwo Polente, alles ist gut.

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