Wie retten wir die WHO und Bill Gates vor dem Teufel? (II)

Eben hat mich ein Anruf aus Genf erreicht, der Chief Medical Plant Extinction Officer – so stellte er sich vor – sprach zunächst ein recht passables Englisch mit erträglichem, vermutlich italienschem Akzent (Inder klingen auch bei rollendem „R“ anders, zumal ist ihr Englisch grammatisch besser), er bot mir ohne allzuviel Umschweife an, dass ich Chief German Communcations Officer für die Ausrottung bestimmter Pflanzenarten werden könne, sofort, so sehr habe ihn mein Vorartikel in Google-Übersetzung sofort überzeugt, es lägen auf einem schweizer Nummernkonto schon dreihunderttausend Franken für mich bereit, wollte ich den Posten übernehmen. Ich sei aufgrund meiner großartigen Leistung zur Dringlichkeit der Sache, des weiteren meiner besonderen rhetorischen Fähigkeiten, hierfür zweifellos die erste Wahl für den deutschen Sprachraum.

So schnell hatte ich das natürlich nicht erwartet. Denn habe ich ja meinen Vorartikel „Wie retten wir die WHO und Bill Gates vor dem Teufel?“ erst vor kaum ein paar Stunden veröffentlicht. Die sind wirklich auf Zack da unten in Genf.

„We in Tscheneva (so drückte er sich aus) see you as the Chosen One at least for Central Europe. We might be willing to offer you the oversight from Greenland and Madeira all the way to the Russian-Chinese borders.“ (Den Satz las er wohl ab, denn er war fehlerfrei.)

Selbstverständlich ward ich misstrauisch. Allzumal ward mir klar, dass ich mich mit einem Plörrentrinkgeld von 300 000 Fränkli nicht würde abspeisen lassen, indem ich ja das größte Menschheitsrettungsprogramm als erster logisch unanfechtbar und in allen wesentlichen Punkten allein und ohne jede Mithilfe beschrieben. Also forderte ich dreißig Millionen Franken, verteilt auf mehrere Konti auf den Virgin Islands undsoweiter, Aktienpakete und physisches Gold.

Damit hatte er offenkundig nicht gerechnet. Er dachte wohl, dass alle Deutschen damit glücklich seien, wenn man nur ihnen bei jeder Gelegenheit das Geld aus der Tasche zöge. Was liegt mir an dummen Deutschen?

Er kam also etwas durcheinander, sein romanisches „R“ verschärfte sich, auch Wortschatz und Grmmatik begannen zu leiden, sein „Th“ war ohnehin schon lausig, weswegen es sicher kein Nordspanier sein konnte. „What we arre considerink efen such some sums, sough I musted be consultado wiss my leading secretarairries. I will call against.“

Er wird sicher wieder anrufen, oder man nimmt eine zuckersüße Schweizerin mit dem schönen melodischen Klang, den halben „A“ und „O“, die fast nur eine Schweizerin so schön auszusprechen weiß, mich zu bezirzen, ganz einfach, weil dort unten so schnell keine Schwäbin beizutreiben, die das vergleichbar könnte.

Ach, hach, da muss ich schon kurz unterbrechen.

Es kam nämlich eben also: „Lieberch Cherr Chöller, wir chaben üüber Ihr Aaangebod nochch imol nochchedocht. Mir, ah, wir bruuchen unbedinkt an Düütschen.“

Da blieb ich natürlich nicht faul, entgegnete: „On seller Daitsche, so ebber, der brauchd jedsed bloß eier Geld, der Reschd an Gseier lassd sich schbara.“

Da derart hochgebildete Schweizerinnen in der Regel auch Schwäbisch verstehen, worauf ich erfolgreich setzte, meinte sie „Ichk ka dös nit intschieda“, gab mich zurück an den Romanen mit dem zweifelhaften bis leidlichen Englisch.

„Misterr Geuller, we arre strrongly sinking abouhut yourr rrequest, you will hearr soonly frrom our site against.“

Wunderte mich sehr, könnte ich die dreißig Millionen nicht klarmachen. Außerdem klang die Schweizerin wirklich süß.

 

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