Von der Wortverschwörung

Alle großen Verschwörungen sind ohne Wortverschwörung nicht denkbar, nicht nur, weil Verschwörer sich absprechen, sondern auch den Rest belügen, irreführen, ihm falsche Begriffe füttern müssen.

Hiemit ist es ganz wesentlich Aufgabe des Sprachwissenschaftlers, große Verschwörungen aufzudecken, denn der Polizeikauptkommissar kann ja nur gegen nachweisliche Straftäter vorgehen.

Dazu können Mathematik und Statistik und Naturwissenschaften und Gerichtsmedizin nützliche Beihilfen sein, letztlich aber muss, die ganze Bande auszurauchen, deren gemeinschaftliche Lügen zum eigenen Vorteil und Schaden anderer vor allen aufgedeckt werden.

Man kommt Geheimbünden und großen Verschwörungen nicht bei, indem ein paar ihrer Mörder und Kinderschänder einfängt. Sie sind nur an ihren Lügen, also ihren Wortverschwörungen, wirklich zu packen.

Insofern stellt sich die Aufgabe scheinbar recht einfach: Wer verwendet verfälschte Aussagen wann, wie, wo, wie durchgängig und wozu? Wer macht das vorsätzlich und in übler Absicht, wer läuft nur mit, glaubt halt, hat keine Ahnung, ist Agent, ohne es zu wissen? Wer dreht die Worte wissentlich mit Absicht? Wer wird dahin selbst erpresst? Wie unterscheidet man die bewusst Lügenden von den Mitläufern, den kleinen geilen Lügenprofiteuren?

Auf diese Fragen hat der Sprachwissenschaftler sich zunächst gar nicht zu fokussieren, in diesen hat er sich nicht zu verlieren. Seine Aufgabe ist es, die verlogenen Motti, den Doppelsprech, die vermeintlichen Heilsbotschaften auf deren Wahrhaftigkeit und Logik abzuklopfen, bis die letzte Wortmotte tot aus dem angefressenen Teppich fällt.

Ziehen wir nur einmal, das klingt zunächst recht harmlos, das Wort „Client“ heran, im Lateinischen „cliens“, noch ein Höriger, heute benamen selbst gute und wohlwollende Heilpraktiker ihre Kunden, also jene, von denen sie leben, auch internationale Sprachschulen, mit diesem Wort. Viele Gespräche dazu geführt: „Patient“ (also ein in irgendeinem Sinne Leidender) ist den Heilpraktikern zu ehrlich und damit negativ, wie den Sprachschulen das klare und ebenso zutreffende „Schüler“: der Lehrer ist dann nicht mehr Lehrer sondern „Trainer“ oder gar „Coach“. Und der Steuerberater hat auch einen „Klienten“.

Führt nun ein Gaswasserscheißeinstallateur seine Kunden als „Klienten“? Nie davon gehört.

Ich weiß, sprachliche Bedeutungen verschieben sich, sie werden aber auch gezielt verschoben, ich bin also nur ein wenig abgeschwiffen, beschreibend, wie ein Lehrer sich nicht mehr Lehrer nennen darf, den Schüler nicht mehr Schüler.

Auch arbeitet man etwa über Begriffe wie „Gender“, besatzt sie in diesem Falle im Englischen dergestalt neu, dass es im Deutschen bis heute keine griffige Übersetzung dafür gibt, man das vergewaltigte Wort notgezwungen bis hin zu entsprechenden ProfessorInnenstellen en masse auch bei uns, ja eben auch Studiengängen ausgeweitet hat, mit inzwischen siebzig Gendern oder mehr. Das ist ganz einfach der Faktor maximale Verwirrung, wer widerspricht ist ein Ewiggestriger, ja ein Faschist.

Ich belasse es jetzt bei dieser Einleitung und diesen ersten Ansätzen. Fortsetzung folgt.

 

 

 

 

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