Ich will wieder lehren!

Endlich habe ich wieder ein Manuskript hereinbekommen, dessen mein ganzes Lektorenherz schlägt!

Dazu kann ich natürlich nicht mehr sagen, als dass ich es im ersten Durchgang gleich nicht mehr aus der Hand zu legen wusste.

Welch Freude, da einer trefflichen Sache noch beihelfen zu dürfen!

Spätestens ab Herbst will ich auch wieder unterrichten. Und zwar so, wie allein es taugt, nämlich von Angesicht zu Angesicht. (Wären Lehrvideos genug, bräuchte man gar keine Lehrer mehr. Online-Unterricht kann echten Unterricht nicht ersetzen, schon die Ablenkung durch all die Technik frisst Aufmerksamkeit und Zeit ohne Ende. Wäre das nicht so, gäbe es zumal gar keine Seminare mehr für sogenannte „Fach- und Führungskräfte“, die damit ja viel besser zurecht kommen müssten, viel billiger, als etwa Kinder und Jugendliche.)

Ja, wenn ich mich wieder über ein Heft beugen darf, zum richtigen Zeitpunkt, spiegelverkehrt gelesen, ohne Maulkorb und ein Diktat von Paranoiden und Überwachungsfanatikern, Panikpiloten und sonstigen Abseitigen und Idioten ein paar Anmerkungen machen, dann frei deklamieren, ein bisschen Rumpelstilzchen spielen, zielweis etwas herumschwadronieren, Schwänke von anderen einst und erst Uneinsichtigen einstreuend, dazu deren Erweckungen, den verschiedenen Wegen, Sachverhalten auf die Spur zu kommen, sie endlich zu erfassen und einfach gut aufzubilden und selbst in eigenen Worten darlegen zu können, allein nur zum richtigen Lesen anzuhalten, Grundtechniken anhand des vorliegenden Beispieles zu erläutern und freche Gegenfragen dazu aufzunehmen, zu fordern und zu ermuntern, den Faulsten noch zu einem sich steigernden Fleiße zu bringen, darin nicht nachzulassen, jederzeit, wo es nottut, den Rhythmus wie die Methode zu wechseln, einfach den besten Unterricht zu machen, den man am gegebenen Tage unter den gegebenen Umständen leisten kann, den eigenen Werkzeugkasten entlang der immer neuen Herausforderungen immerzu erweiternd, ja, das will ich wiederhaben.

 

 

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