Generationenübergreifende Debatte: 22/39/56/73

Ich bin nicht mit Computer (den ersten kaufte ich mit 22), Handy und Netz aufgewachsen, bewundere eineinhalb Generationen danach die jungen Leute, die jetzt gegen die Coronadiktatur aufstehen, viel mehr eigene Zukunft riskierend als ich, obzwar die meisten von ihnen vermutlich weitaus weniger Weltwissen haben, schon die Lügen um die Golfkriege mitbekommen, 9/11 live und im Nachgang, gar den Mauerfall, die Wiedervereinigung, die damals noch verheerende Luftverschmutzung und fast toten Flüsse, die durchaus begründete Angst vor einem versehentlich ausgelösten Atomkrieg undsoweiter.

Deren durchschnittliche Grundbildung ist zwar, wofür sie nichts können, zweifellos schlechter als die meiner Generation, in Deutsch wie Mathematik, You name it. Da steht aber dieser Nachwuchs, virtuos in der Nutzung der neuen Techniken, dass ich mich demgegenüber nicht selten schon als abgehängter Opa fühle, indem ich, da meine Söhne 19 und 21, ja schon einer sein könnte. Wäre ich Pole, so sagte ich, Polen sei noch nicht verloren.

Viele von ihnen werden allenfalls mal den Namen Friedrich Nietzsche gehört haben, schon viel weniger jenen eines Heinrich von Kleist, Giordano Bruno oder Miguel de Cervantes Saavedra, Dante mit Boccaccio mag ihnen eher Latte Macchiato heißen als sonstwas, aber sie sind dabei, wenn auch noch etwas grün hinter den Ohren, so frisch und frech, dass wir Älteren nicht nur nicht auf sie herabsehen sollten, sondern ihnen unsere Erfahrungen und Erkenntnisse so klug und möglichst wenig oberlehrerhaft zuführen, manchmal einfach behutsam knapp zusammenfassend, was wir meinen, aus der menschlichen Geistesgeschichte, von Dichtern und Denkern und aus großen Ereignissen der Vergangenheit gelernt zu haben.

Nehmen wir noch einmal 22 gegen 56. Dazwischen steht 39, liegen also jene, die jetzt ihre Pubertät doch endgültig überwunden haben, bereits umfangreiche Berufserfahrung und oft auch Familie, die wuchsen auch schon mit Netz auf, stehen dazwischen, können trefflich als Bindeglied wirken, damit die Jungen selbst die wirklich Alten verstehen lernen, sie nicht für bescheuert halten, nur weil die mit dem rein technischen Fortschritt nicht mehr nachkommen.

So wäre, beispielsweise, auch einmal eine Gesprächsrunde 22/39/56/73, zwei Männlein, zwei Weiblein, genau zum jetzigen Zeitpunkt interessant, Moderator oder Moderatorin mitte Vierzig, die Lage zu beleuchten und zu besprechen.

Ein solches Video könnte, egal, was Buhtjub und Fakebuckel gagegen machen, „viral“ gehen. Wenn man so will mit gleich vier Generationen, denn auch heute noch sind die meisten mit siebzehn zeugungs- und empfängnisfähig, nicht nur in Afrika.

Das könnte, mit Einblendungen von anderen Videos, kleinen Pausen (es ist nicht sicher, dass die ganz Jungen die weniger bräuchten als die Älteren), durchaus mal über drei Stunden gehen, alle Altersstufen ab aufgeweckten 14 bis Methusalem Forever erreichen.

Ich kann das derzeit nicht einrichten, nur den Gedanken vortragen, bin aber gerne dabei.

 

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